An den Vordergliedmassen ist nur der Daumen kurz und krallentragend;
die Phalangen des zweiten bis fünften Fingers sind ausserordentlich
verlängert, meist alle krallenlos; dieselben tragen eine bis zu den
Hinterfüssen ausgespannte Flughaut. Auch Ober- und Unterarm sind
sehr verlängert. Schädel sehr kurz; Gebiss meist reducirt, doch alle
Zahnarten vorhanden, die M meist trigonodont und mit spitzen Zacken
versehen, alle von gleicher Gestalt. Beide Aussenhöcker der oberen M
meist V-förmig ausgebildet (Fig. 862); das Milchgebiss wird schon vor
der Geburt resorbirt.
Die ältesten Chiroptera kennt man in Europa aus dem Oligocän,
die fossilen Formen gehören wesentlich zu den Rhinolophidae und
Vespertilionidae; häufiger finden sie sich nur in den Phosphoriten und
in einigen diluvialen Knochenhöhlen. Ihrer sehr geringen Grösse und
ihres seltenen Vorkommens wegen sind sie für den Paläontologen nur von
untergeordneter Bedeutung.
[Illustration: Fig. 862. Vespertilio noctula. Recent. Oberer Molar.
⁷⁄₁.]
[Illustration: Fig. 863. Leptictis Haydeni Leidy. Oligocän von
Nebraska. A Schädel von der Seite, B von unten. C = Choanen; F
= Foramen magnum; f = Frontale; fo = Foramen infraorbitale; g =
Gelenkfläche für den Unterkiefer am Temporale; im = Intermaxillare; j =
Jugale; mx = Maxillare; n = Nasale; p = Parietale; pl = Palatinum; pp =
Processus postglenoideus; t = Temporale; ty = Tympanum; s = Processus
zygomaticus; i₁, i₂ = Schneidezähne; c = Eckzahn; p₁-p₄ = Prämolaren;
m₁-m₃ = Molaren.]