3. Stufe. Der innere Nebenhöcker b wird selbständiger (Fig. B).

4. Stufe. Es entsteht ein zweiter äusserer Haupthöcker c, entweder

durch Verdoppelung des ersten (Fig. C), oder durch Ausbildung eines

Nebenhöckers (Fig. D). Der Zahn besitzt jetzt zwei äussere (a, c)

und eine innere (b) Hauptspitze -- Trigonodonter oder dreihöckriger

oberer Backzahn (Tritubercular-Typus nach Cope). Solche Zähne lassen

dreiseitige Lücken zwischen sich (Fig. 867 A), in welche der hohe

vordere Theil der ihnen entsprechenden trigonodonten unteren Backzähne

(Stufe 4) eingreift, während deren niederer Anhang [Greek: g g]’ der

oberen Zahnkrone gegenüber steht.

Solche trigonodonte Molaren im Ober- und Unterkiefer zeigen jetzt noch

zahlreiche Säuger. Die ältesten Tertiärsäugethiere aus dem Puerco-Eocän

trugen fast sämmtlich ein derartiges Gebiss (Fig. 866, 910).

Am Hinterrande des trigonodonten oberen Backzahnes erscheint nun

allmählich ein zuerst als Basalwulst ausgebildeter innerer Höcker d

(Fig. F u. G).

5. Stufe. Indem der Höcker d selbständiger wird, entsteht der typische

tetragonodonte obere Backzahn mit zwei Aussenhöckern a u. c und zwei

Innenhöckern b u. d (Fig. 840 J). Auf diese Zahnform sind die oberen

M der meisten Pflanzenfresser zurückzuführen. Diese tetragonodonten

Zähne bilden eine zusammenhängende Kaufläche mit einander, ohne

Lücken zwischen sich zu lassen (Fig. 913); ihnen gegenüber stehen

die tetragonodonten unteren Mahlzähne (5. Stufe), deren vier (fünf)

Haupthöcker in gleichem Niveau liegen.

Ausser den genannten Haupthöckern stellen sich vielfach auf der

Kaufläche noch Neben- und Zwischenhöcker ein (Fig. 840 G u. H, a’,

b’, b’’), oder am Rande der Krone Basalwarzen und Basalwülste (Fig.

840 J w). Besonders wichtig sind die bei vielen Ungulata sehr stark

ausgebildeten vorderen und hinteren Zwischenhöcker b’, b’’ (Fig. 840 H).

Durch die Ausbildung immer neuer, am Hinterrande auftretender

Basalhöcker und -Wülste kann eine weitere Vergrösserung der Kaufläche

an den oberen wie an den unteren Backzähnen über die 5. Stufe hinaus

erfolgen, die bei manchen Formen (z. B. Elephas, Hydrochoerus) zur

Entstehung überaus grosser Zahnkronen führt.

[Illustration: Fig. 840. Obere Backzähne von der Kaufläche. A P₃ von

Lemur macaco ²⁄₁). B P₄ von demselben (²⁄₁). C Molar von Mesonyx

ossifragus (⅔). Eocän. D Reisszahn von Viverra (³⁄₂). Recent. E Molar

von Arctomys bobac (⁵⁄₃). Recent. F Molar von Tarsius spectrum.

Recent. G M₁ von Adapis magnus (²⁄₁). Oligocän. Quercy. H Molar von

Pachynolophus siderolithicus (⁵⁄₃). Quercy. J Molar von Prodremotherium

elongatum Filh. (⁴⁄₃). Quercy.]

B. Umbildung der Höcker.

1. Die Höcker bleiben isolirt, rund oder kantig, und bilden Spitzen,

Zacken, Kegel, Warzen (bunodont, Fig. 839 F, 840 C, 842 A). Dies

ist die ursprünglichste Form der Höcker, von der die übrigen Formen

abzuleiten sind.

2. Die Aussenhöcker der oberen M bilden je ein spitzwinkeliges ∨, das

an jedem Ende sich zu einer scharfen Spitze erhebt (Fig. 841, viele

insectivore Formen).

3. Ein oder mehrere Aussenhöcker verlängern sich und bilden zuletzt

sehr gestreckte schmale und scharfe Klingen, während oft die

Innenhöcker fehlen oder rudimentär werden (secodont, Reiss- oder

Fleischzähne zahlreicher Raubthiere, Fig. 840 D, 869, 870).

4. Aussen- und Innenhöcker wohlentwickelt; einige oder alle Höcker

erhalten auf einer oder auf zwei entgegengesetzten Seiten Kanten (Fig.

840 H), werden allmählich flacher und breiter und stellen zuletzt

gerade oder gebogene Leisten (Kämme oder Joche) dar, die häufig mit

ihren Enden zusammenfliessen (lophodont, Fig. 840 J, 842 B). Die

Spitzen der ursprünglichen Höcker bleiben mehr oder weniger deutlich;

an dieser Stelle bleibt die Leiste auch mehr oder weniger verdickt.

Die Leisten sind gewöhnlich ungefähr senkrecht gestellt zur Richtung

der Kaubewegung; wird der Unterkiefer beim Kauen wesentlich nach rechts

und links geschoben, so liegen die Leisten in der Längsrichtung des

Zahnes, bilden aber meist einen mehr oder weniger auffallenden Bogen

oder Halbmond, oder ein stumpfes ∨ (selenodont, z. B. Wiederkäuer,

Fig. 840 J); bewegt sich der Unterkiefer dagegen wesentlich nach vorn

und hinten, so bilden sich mehr oder weniger gerade Querleisten oder

Querjoche (z. B. viele Rodentia, Elephas etc., Fig. 857, 921, 928).

[Illustration: Fig. 841. Vespertilio noctula. Recent. Oberer Molar.

⁷⁄₁.]

[Illustration: Fig. 842. Untere Backzähne von der Kaufläche. A Molar

von Didelphys (⁴⁄₁). Recent. B Molar von Anoplotherium commune (¹⁄₁).

Oligocän. Quercy. C Molar von Cervus elaphus (⁶⁄₇). Recent. m = Marken.]

Die vertieften Stellen der Zahnkrone zwischen den Leisten heissen

Thäler (Marken sind Thäler, die vollständig abgeschlossen sind durch

die zusammenfliessenden Leisten -- Fig. 842 C m). Die lophodonte

Zahnform ist für Pflanzenfresser besonders charakteristisch; die in

einander greifenden und an einander reibenden Leisten der oberen

und unteren Backzahnreihe sind vorzüglich geeignet zum Zermahlen

der Nahrung. Eine Vergrösserung der Leisten durch mannigfaltige

Biegungen und eine Fältelung des Schmelzes (plicident) erhöht noch die

Wirksamkeit dieser Zähne.

Elemente der Paläontologie · 第 430 / 606 题