II. Ordnung Aves.

Litteratur über fossile Aves.

Marsh, O. C. Odontornithes, a monograph on the extinct toothed Birds of

North America. Rep. Geol. Explor. 40. Parallel. Bd. VII. 1880.

Owen, R. Memoirs on the extinct wingless Birds of New Zealand. 2 Bde.

London 1872.

Echte Vögel mit kurzer Schwanzwirbelsäule, verschmolzenen Beckenknochen

und verschmolzenen Metacarpalia sind schon in der Kreidezeit bekannt;

aber diese Kreidevögel zeigen noch mancherlei primitive Merkmale in

ihrem Bau, und erst im Tertiär und in der Gegenwart findet sich jene

extreme Entwickelungsstufe erreicht, welche die Vögel zu einer so

scharf von den übrigen Sauropsida abgegrenzten Gruppe stempelt.

Das Flugvermögen mit Hülfe von Federn ist es, was die Vögel

charakterisirt und ihren Bau erklärt, und wenn auch einer Anzahl von

Formen das Flugvermögen abhanden gekommen ist, so ist es doch sehr

wahrscheinlich, dass auch diese von flugfähigen Formen abstammen.

[Illustration: Fig. 823. Hesperornis regalis Marsh. Dreizehnter

Halswirbel von vorn ½. f = Foramen transversarium; n =

Rückenmarkscanal; r = Halsrippen, mit dem Wirbel verschmolzen; v =

sattelförmiges Gelenk; z’, z = Gelenkfortsätze.]

Grosse Festigkeit verbunden mit grosser Leichtigkeit zeichnet das

Skelet des Vogels aus; die Knochen sind hohl, enthalten Lufträume

und zeigen ein sehr grosses Bestreben mit einander zu verwachsen.

Verwachsen sind meist oder immer ein grosser Theil der Schädelknochen,

die Unterkieferäste, die Halsrippen, die zahlreichen Wirbel, welche das

Sacrum bilden, die hinteren Schwanzwirbel zu einer Knochenplatte, dem

Pygostyl (Fig. 826 py), ferner die beiden Claviculae (cl) zur Furcula

oder Gabelbein, das Episternum mit dem plattenförmigen Sternum (cr --

Brustbeinkiel oder Crista sterni), die Carpalia, die Metacarpalia (m),

die Beckenknochen mit einander und mit dem Sacrum, Tibia mit der Fibula

und dem Astragalus, endlich die Metatarsalia mit einander und mit den

distalen Tarsalia zu den sehr charakteristischen, mit drei distalen

Gelenkköpfen versehenen Laufknochen (Fig. 825 B). Dazu kommt die grosse

Reduction in der Zahl der Schwanzwirbel, sowie der meist krallenlosen

Finger und ihrer Phalangen.

Charakteristisch sind ferner die zahlreichen Halswirbel; die

sattelförmigen vorderen Gelenke an den opisthocölen Wirbeln (Fig.

823); die auffallend doppelköpfigen breiten Rippen mit den Processus

uncinati (Fig. 826 un), deren Tuberculum an einem Querfortsatze, das

Capitulum am Wirbelkörper articulirt; die zahnlosen mit Hornschnabel

versehenen Kiefer; das grosse Becken mit nach vorn und hinten sehr

verlängerten Darmbeinen (Fig. 824 il), an dem ferner die Sitzbeine

(is) nach hinten gerichtet sind ohne Bildung einer Symphyse, während

von den Schambeinen nur der nach hinten gerichtete Ast (pp --

Postpubis) existirt. Die meist vorhandenen vier Zehen des digitigraden

Hinterfusses haben 2, 3, 4, 5 Phalangen.

Bei den ältesten Vögeln der Kreidezeit, sowie bei einigen Formen,

die das Flugvermögen verloren haben, können noch einzelne

primitive Merkmale auftreten, nämlich Zähne in den Kiefern, freie

Unterkieferäste, getrennte Schlüsselbeine, amphicöle Wirbel, freie

Schwanzwirbel, Abwesenheit einer Crista sterni, Krallen an den Fingern,

solide Knochen.

Nach dem Fehlen oder Vorhandensein einer Crista sterni lassen sich zwei

grosse Unterordnungen aufstellen:

1. Ohne Brustbeinkiel. 1. Unterordnung Ratitae.

2. Mit Brustbeinkiel. 2. Unterordnung Carinatae.

Es ist fraglich, ob dieselben wirklich natürliche Gruppen darstellen.

Die ältesten Formen beider Gruppen besitzen noch Zähne, die den

modernen verloren gehen.

Elemente der Paläontologie · 第 419 / 606 题