6. Ordnung Streptostylica.

Die Streptostylica, zu denen die eidechsen- und schlangenartigen

Reptilien der postjurassischen Zeiten gehören, schliessen sich

durch ihre primitiveren Formen, die Lacertilia, vielfach eng an

die Rhynchocephala an und können als deren modernisirte Nachkommen

betrachtet werden. Die Wirbel sind nur selten mehr amphicöl, fast

immer procöl und vollständig verknöchert; sämmtliche Rippen sind

einköpfig und articuliren an einem kurzen Querfortsatze (Fig. 795 r).

Ausser den gewöhnlichen Gelenkfortsätzen tritt vielfach oberhalb der

vorderen Zygapophyse noch ein keilförmiger Fortsatz (Zygosphen -- Fig.

795 z) auf, der in eine Grube (Zyganthrum) an der Hinterseite des

vorhergehenden Wirbelbogens passt. Quadratbein durch ein proximales

Gelenk beweglich mit dem Schädel (Opisthoticum) verbunden; unterer

Schläfenbogen fehlt stets (mit ihm das Quadratojugale), oft auch der

obere. Zwischenkiefer klein und mit einander verwachsen; Foramen

parietale fehlt oft. Grosse Gaumenlücken. Foramen ectepicondylare

oft vorhanden. Bauchrippen fehlen stets. Im übrigen sind die

Verhältnisse der Vorder- und Hintergliedmassen, des Schulter- und

Beckengürtels, des Sternum und Sacrum (so weit sie nicht rudimentär

werden), wenigstens bei den primitiveren Formen, den Eidechsen sehr

ähnlich den Rhynchocephala. Bezahnung stets acrodont, bez. pleurodont.

Streptostylica sind mit Sicherheit erst seit der Kreide bekannt,

doch ist bei manchen präcretacischen, ungenügend erhaltenen Formen

schwierig zu entscheiden, ob sie noch zu den Rhynchocephala oder schon

zu den Streptostylica gehören. Die letzteren sind in der Gegenwart

ausserordentlich reich entwickelt. Sie haben sich in drei grosse

Hauptgruppen (Unterordnungen) gespalten:

1. Bekrallte Gehfüsse oder, wo solche rudimentär sind, Schultergürtel

und Brustbein vorhanden.

1. Unterordnung Lacertilia.

2. Kleine, aber wohlentwickelte krallenlose Schwimmfüsse.

2. Unterordnung Pythonomorpha.

3. Ohne freie Extremitäten, ohne Brustbein und Schultergürtel.

3. Unterordnung Ophidia.

Zu den Lacertilia gehören die primitiveren Formen, während die

Pythonomorpha und Ophidia als zwei stark specialisirte Seitenzweige

derselben anzusehen sind.

Elemente der Paläontologie · 第 382 / 606 题