[Illustration: Fig. 789. Ichthyosaurus tenuirostris Conyb. Oberer Lias
von Württemberg. Schädel von der Seite und von oben, etwas schematisch.
ang = Angulare; art = Articulare; d = Dentale; F = Foramen parietale; f
= Frontale; fa = Praefrontale; fp = Postfrontale; im = Intermaxillare;
j = Jugale; l = Lacrymale; m = Maxillare; N = Nasenöffnung; n =
Nasale; op = Postorbitale; os = Occipitale superius; p = Parietale;
q = Quadratum; qj = Quadratojugale; S = obere Schläfengrube;
sa = Supraangulare; sc = Scleroticalring; sq = Squamosum; ts =
Supratemporale.]
Ichthyosaurus König (Fig. 783-792). Zähne wohlentwickelt. Humerus
articulirt distal nur mit Radius und Ulna, welche nicht länger als
breit sind und keinen Zwischenraum zwischen sich lassen. Hierher
gehören bereits triasische Formen, ausserordentlich gut ist diese
Gattung aber im Jura vertreten, besonders ist der deutsche und
englische Lias überaus reich an Resten dieser Thiere. Vor allem bekannt
durch die vorzüglich erhaltenen vollständigen Ichthyosaurenskelete sind
die Posidonienschiefer von Boll in Württemberg und der untere Lias
von Lyme Regis in England. Auch in der Kreide ist die Gattung noch
vorhanden.
I. atavus Quenst. Muschelkalk (Wellendolomit) des Schwarzwaldes, ist
nur sehr unvollständig bekannt.
a. Arten mit langen, schmalen, vierfingerigen Vorderflossen, deren
Radius quadratisch und meist gekerbt ist. Lias.
I. acutirostris Owen (? = quadriscissus Quenst. Fig. 783). Zähne
klein, cylindrisch, mit gefurchter Krone und Wurzel; Schnauze etwa
dreimal so lang als die Orbita. Oberer Lias von Württemberg, Bayern,
England.
I. tenuirostris Conyb. (Fig. 789 u. 790 B), etwa 12 Fuss lang
(Schnauze etwa viermal), und I. latifrons König (Schnauze etwa
sechsmal so lang als die Orbita). Zähne sehr klein. Unterer und oberer
Lias von Württemberg und England.
I. platyodon Conyb. (? = multiscissus Quenst. Fig. 785 B). Zähne
gross, stumpf, mit glatter zweikantiger Krone und dicken,
cementbedeckten Wurzeln. Die grösste Art im unteren Lias von England
und Württemberg (gegen 30-40 Fuss lang).
I. trigonodon Theod. Aehnlich, aber Zahnkrone dreikantig. Schädel
bis 6 Fuss lang. Oberer Lias von Bayern (Banz), Württemberg und
England.
[Illustration: Zähne von Ichthyosaurus.
Fig. 790. A I. posthumus (?) Wagner. Malm von Württemberg. B I.
tenuirostris Conyb. Oberer Lias von Württemberg.]
[Illustration: Fig. 791. I. communis Conyb. Unterer Lias von Lyme
Regis. (⅔).]
[Illustration: Fig. 792. I. campylodon Carter. Untere Kreide von
Folkestone, Kent. (⅔).]
b. Arten mit kurzen, breiten, fünf- oder mehrfingerigen
Vorderflossen, deren Radius breiter als lang und ungekerbt ist.
I. communis Conyb. (Fig. 791), etwa 20 Fuss lang, mindestens
siebenfingerig, und I. intermedius Conyb. (Fig. 785 A u. C), bis 7
Fuss lang. Zähne cylindrisch, ohne Cement, Krone und Wurzel gefurcht.
Unterer Lias von Württemberg (?) und England.
I. leptospondylus und I. posthumus (Fig. 790 A) Wagn. Zahnwurzeln
mit Cement bedeckt. Lithographischer Schiefer von Bayern.
I. campylodon Carter (Fig. 792). Zähne sehr gross, Wurzel
knollenartig verdickt, von Cement bedeckt, Krone grob gefurcht. Kreide
von Europa.
Baptanodon Marsh. Zahnlos (höchstens rudimentäre Zähne bei jugendlichen
Exemplaren). Sämmtliche Extremitätenknochen mit Ausnahme des Humerus
und Femur bestehen aus rundlichen Scheiben, deren drei (Radius,
Intermedium und Ulna) an den Humerus grenzen. Oberer Jura von
Nordamerika.
B. natans Marsh. Oberer Jura von Wyoming.