Kein Mesoplastron. Neuralplatten wohlentwickelt. Mehrere
Supracaudalplatten. Nuchalplatte vorhanden, ebenso
Inframarginalschilder. Jura und Kreide.
Plesiochelys Rütim. (Fig. 777). Schale kreis- bis eiförmig; acht
ungefähr kegelförmige Neuralplatten, denen noch drei Supracaudalplatten
folgen. 11 Paar Randplatten, eine breite Nuchal- und eine kleine
Pygalplatte. Plastronbrücke etwa von der dritten bis zur siebenten
Randplatte reichend. Bauchschild oft mit Fontanellen. Hyoplastron sehr
gross. Sitzbein frei bleibend. Von bedeutender Grösse. Malm und untere
Kreide.
P. Etalloni Pictet (Fig. 777). Oberer Malm von Solothurn und St.
Claude (Schweiz); ähnliche Formen im englischen Purbeck.
P. Solodurensis Rütim. Malm von Solothurn und Hannover.
P. Sanctae-Verenae Rütim. Ebenda und Wälderformation von England.
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Von hohem Interesse ist die leider nur in einem unvollständigen
Steinkern erhaltene, bisher älteste Schildkröte, Psammochelys Keuperina
Quenst. (= Proganochelys Quenstedti Baur) aus dem Keupersandstein
von Württemberg. Rücken- und Bauchpanzer gut entwickelt, und nur
der lange Brückentheil scheint mehrere Fontanellen besessen zu
haben; Plastronpfeiler scheinen wie bei Pleurodira weit ins Innere
vorzuspringen. Rückenpanzer an den Seiten stark gewölbt, dagegen von
vorn nach hinten fast gerade, so dass die vordere wie hintere Oeffnung
des Panzers ungleich anderen Schildkröten auffallend hoch ist; ferner
scheint das Schulterblatt nicht innerhalb des Panzers, sondern noch
vor der ersten panzerbildenden Rippe gelegen zu haben. Diese beiden
Eigenschaften sind embryonale Charaktere, die sich unter den übrigen
Schildkröten nur im fötalen Zustande finden; sie würden, wenn sie sich
bestätigen, genügen, Psammochelys nicht nur als die älteste, sondern
auch als die am primitivsten gebaute Schildkröte zu bezeichnen.
Fußnoten:
[I] Ento- und Epiplastron entsprechen wohl den mittleren und seitlichen
Thoracalplatten der Stegocephala oder dem Episternum und den Claviculae
anderer Quadrupeda.