Langgeschwänzte Amphibien mit Extremitäten, vollständig verknöcherten,
amphicölen (mitunter noch von der Chorda durchbohrten) oder
opisthocölen Wirbeln, kurzen Rippen und nackter Haut; mitunter
zeitlebens mit Kiemen versehen. Deckknochen des Kopfes in geringerer
Zahl als bei Stegocephalen; dagegen findet sich stets ein Theil des
Primordialcraniums verknöchert. Seit der Kreide bekannt, hauptsächlich
tertiär und lebend. Die lebenden Formen sind fast ganz auf die
nördliche gemässigte Zone der alten und neuen Welt beschränkt.
Die modernen Urodelen sind vielleicht von Branchiosaurenähnlichen
Stegocephalen abzuleiten unter der Annahme, dass, während das
Innenskelet eine viel vollkommenere Verknöcherung erfuhr, das
Aussenskelet sich zurückbildete: die Deckknochen des Schädels,
Thoracalplatten, Bauchpanzer und Beschuppung wurden reducirt oder
verschwanden gänzlich. Die dafür erworbenen grossen Hautdrüsen mit
ihrem giftigen Sekret gewähren den heutigen nackten Amphibien einen
ungleich besseren Schutz, als ihn die frühere starke Panzerung bot
(vgl. Pleuracanthus Decheni p. 542).
Hylaeobatrachus Dollo mit persistirenden Kiemen aus der unteren Kreide
von Bernissart in Belgien ist die älteste bekannte Urodelengattung.
Andrias Scheuchzeri Tschudi aus dem oberen Miocän von Oeningen,
nahe verwandt mit dem lebenden Cryptobranchus japonicus aus den
Gebirgswässern von Japan und China. Er erreicht, wie sein lebender
Verwandter, eine Länge von 1-1½ m. Der alte Scheuchzer beschrieb ein
Skelet dieser Art als »Homo tristis diluvii testis«.