5. Unterordnung Labyrinthodontia.

Dieselben zeigen nahe Beziehungen zu den Rhachitomi, aus denen sie

wohl herzuleiten sind. Die vollständigere Verknöcherung des Beckens

und des Schädels, die stärkere Faltung des Dentins der Zähne, die hohe

Ausbildung der Lyra lässt sie als höher entwickelte Formen als die

Rhachitomi erscheinen.

[Illustration: Fig. 755. Mastodonsaurus giganteus Jäg. Lettenkohle.

Württemberg. Theil eines Querschnittes von der Basis eines grossen

Fangzahnes.]

[Illustration: Fig. 756. Trematosaurus Brauni Burm. Buntsandstein

von Bernburg. Schädel von oben und von unten. A = Augenhöhle; Ch =

innere Nasenöffnung; D = Höhle zur Aufnahme der unteren Fangzähne; F

= Foramen magnum; N = äussere Nasenöffnung; co = Hinterhauptsgelenke;

e = Epioticum; f = Frontale; fa = Praefrontale; fp = Postfrontale;

im = Intermaxillare; j = Jugale; l = Lacrymale; m = Maxillare; n =

Nasale; o.p = Postorbitale; os = Supraoccipitale; p = Parietale mit

Scheitelloch; pa = Palatinum; ps = Parasphenoid; pt = Pterygoid; q =

Quadratum; sq = Squamosum; t.s = Supratemporale; v = Vomer.]

Die Wirbelkörper stellen eine amphicöle, oft keilförmige, von der

Chorda durchbohrte Scheibe dar, die vielleicht ausschliesslich

vom Intercentrum gebildet ist; die oberen Bögen sind selten damit

verwachsen. Hinterhauptsgelenke (Fig. 756) verknöchern frühzeitig;

Schädel und Thoracalplatten stark sculptirt, Lyra sehr deutlich. Pubis

(Fig. 757 p) verknöchert. Ein Bauchpanzer ist bei triasischen Formen

unbekannt, ebenso ein Scleroticalring; dieselben besitzen aber einige

mächtige Fangzähne, deren stark gefurchte Basis auf dem Querschnitt

mäandrisch gewundene Radiärfalten des Dentins zeigt (Fig. 755); nach

oben zu werden die Falten allmählich einfach und verschwinden in der

Nähe der platten, zweischneidigen, schmelzbedeckten Zahnspitze ganz. Es

sind Thiere von bedeutender Körpergrösse, im Carbon und Perm, besonders

reich aber in der Trias entwickelt.

Trematosaurus Braun (Fig. 756). Schädel dreiseitig mit schlanker, vorn

abgestumpfter Schnauze. Augenhöhlen klein, in der Mitte des Schädels.

Die Zähne des Intermaxillare und Maxillare sind ziemlich klein. Die

Gaumenzähne sind einreihig und werden nach vorn zu immer grösser; die

vordersten Zähne des Vomer und Palatinum sind grosse Fangzähne. Der

Unterkiefer trägt vorn an der Symphyse zwei grosse Fangzähne, zu deren

Aufnahme sich zwei Gruben (Fig. 756 D) im Dache der Mundhöhle finden.

Buntsandstein von Deutschland.

T. Brauni Burm. (Fig. 756) ist nicht selten im Buntsandstein von

Bernburg.

Mastodonsaurus Jäg. (Fig. 755 u. 757). Vor und hinter den inneren

Nasenöffnungen finden sich je ein bis zwei gewaltige Fangzähne auf

dem Gaumen. Zwischenkiefer mit 3-5 grossen Fangzähnen. Unterkiefer

trägt neben der Symphyse jederseits einen mächtigen Fangzahn, zu

dessen Aufnahme das Praemaxillare jederseits einen Durchbruch zeigt.

Die übrigen Zähne sind von geringerer Grösse. Sämmtliche Fangzähne

zeigen ausgezeichnete Labyrinthstruktur. Augenhöhle gross. Wirbelkörper

kurz, scheibenförmig, am Rumpfe mit kräftigen Rippen, die hinteren

doppelköpfig, während die mittleren sehr lang und flügelartig

verbreitert sind. Obere Bögen nicht mit dem Wirbelcentrum verwachsen.

Pubis (Fig. 757 p) ist als kleine Knochenscheibe vorhanden. Trias von

Deutschland und England.

M. giganteus Jäg. Vorzüglich erhaltene Reste dieser riesigen Art

stammen aus der Lettenkohle von Gaildorf und Oedendorf in Württemberg.

Die Schädel erreichen eine Länge von 70 cm bis 1 m. Auch in der

mittleren Trias von Norddeutschland und England.

[Illustration: Fig. 757. Mastodonsaurus giganteus Jäg. Lettenkohle.

Württemberg. Becken von unten. Ac = Gelenkpfanne; il = Ileum; is =

Ischium; p = Pubis. (⅑).]

[Illustration: Fig. 758. Fussspuren von Chirotherium Barthi Kaup.

Oberer Buntsandstein von Hersberg bei Hildburghausen. ¹⁄₁₈ nat. Gr.]

Capitosaurus Münst. Schädel mit breiter Schnauze. Vor und hinter den

Choanen 1-2 grosse Fangzähne. Vomer und Intermaxillare getrennt durch

eine einfache, quer elliptische, in der Mitte eingeschnürte Oeffnung

zur Aufnahme der grossen Unterkieferfangzähne. Augenhöhle sehr klein.

Trias von Deutschland.

C. robustus H. v. Meyer. Keupersandstein bei Stuttgart.

C. nasutus H. v. Meyer. Buntsandstein von Bernburg.

Als Fussspuren von Labyrinthodonten werden die unter dem Namen

Chirotherium Kaup (Fig. 758) bekannten handförmigen Fährten im

deutschen und englischen Buntsandstein, sowie aus dem Carbon und Perm

gedeutet (Chirotherienbänke in der unteren Abtheilung des oberen

Buntsandsteines in Mitteldeutschland). Auch in den Triassandsteinen

der Vereinigten Staaten von Nordamerika finden sich ähnliche, aber

dreizehige Spuren, die jedoch eher von Dinosauria stammen dürften.

Elemente der Paläontologie · 第 350 / 606 题