Salamanderähnliche Geschöpfe (Fig. 743) von geringer Körpergrösse
mit breitem stumpfem Kopfe, kurzer Schnauze und kurzem Schwanze.
Zähne einfach. Schädel nur aus Deckknochen bestehend (Fig. 744).
Hinterhauptsgelenke nicht verknöchert. An der Wirbelsäule sind die
oberen Bögen wohl entwickelt und verknöchert; ein Intercentrum
(Basaltheil der unteren Bögen) fehlt; Wirbelcentrum gar nicht
verknöchert oder nur von einer äusserst dünnen Knochenhülse umgeben,
welche die Chorda vertebral nicht einschnürt (»tonnenförmige
Wirbelkörper«). Rippen dick, kurz und gerade, an sämmtlichen Rumpf- und
den vorderen Schwanzwirbeln vorhanden. Pubis nicht verknöchert, ebenso
Carpus und Tarsus. Schuppen auf der Bauchseite stets vorhanden. Auf
Carbon und Perm beschränkt. Die Branchiosauri sind die primitivsten
Formen unter den Stegocephala.
[Illustration: Fig. 743. Branchiosaurus amblystomus Credn. Larve (= B.
gracilis). Rothliegendes bei Dresden. co = Coracoid; f = Femur; fi =
Fibula; h = Humerus; r = Radius; s = Scapula; sr = Sacralrippen; t =
Tibia; th.l = seitliche, th.m = mittlere Thoracalplatte; u = Ulna. Die
in diesem Zustande noch vorhandenen Kiemen sind hier weggelassen.]
[Illustration: Fig. 744. Branchiosaurus amblystomus Credn.
Rothliegendes bei Dresden. Schädel von der Unterseite, vergr. im =
Intermaxillare; m = Maxillare; qj = Quadratojugale; pt = Pterygoid;
ps = Parasphenoid; pa = Palatinum; v = Vomer (Lage und Gestalt von
Vomer und Palatinum sind nicht ganz sicher). A zwei Zähne, der eine
gespalten.]
Branchiosaurus Fritsch (= Protriton Gaudry -- Fig. 741, 743, 744).
Auf Intermaxillare, Maxillare und Unterkiefer steht eine dichte Reihe
spitzer Zähne; sonst zahnlos; Parasphenoid breit mit langem schmalem
vorderem Stiele. Die mittlere Thoracalplatte ist ungestielt, mit
zerschlitztem Vorderrande. Rippen und Extremitätenknochen zeigen nur
eine dünne äussere Knochenhülse; das Innere und die Gelenkenden waren
nicht verknöchert. 4/5 Zehen. Die in der Jugend wohl entwickelten
Kiemen (4 Kiemenbögen) gehen später verloren. Nur die erwachsenen
Thiere zeigen einen Schuppenpanzer, der den Bauch, sowie die Unterseite
des Schwanzes und der Extremitäten bedeckt; derselbe besteht aus
Schuppenreihen, die in regelmässige Fluren geordnet sind. Carbon und
Perm von Sachsen, Thüringen, Böhmen und Frankreich.
B. amblystomus Credn. (Fig. 741, 743, 744) ist weitaus der häufigste
Stegocephale in den Kalken des Rothliegenden im Plauenschen Grunde bei
Dresden. Die ganze Skeletentwickelung von der 30 mm langen Larve bis
zum 120 mm langen erwachsenen Thiere ist bekannt. Mit zunehmendem
Alter wandert das Becken allmählich nach hinten, so dass dem
erwachsenen Thiere eine grössere Anzahl von Rumpfwirbeln zukommen als
dem jungen. B. gracilis Credn. (Fig. 743) ist die nackte mit Kiemen
versehene Jugendform.
B. salamandroides Fritsch ist sehr häufig in der carbonischen
Gaskohle von Nyran in Böhmen.
B. (= Protriton) petrolei Gaudry. Sehr häufig in den permischen
Petroleumschiefern von Autun; von sehr geringer Grösse, wahrscheinlich
nur die Larvenform einer grösseren Art (B. amblystomus Credn.?).
[Illustration: Fig. 745. Dawsonia polydens Fritsch. Carbon (Gaskohle)
von Nyran, Böhmen. Schädel von unten. im = Intermaxillare; m =
Maxillare; pa = Palatinum; ps = Parasphenoid; pt = Pterygoid (die
Gestalt desselben dürfte eher wie bei Branchiosaurus Fig. 744 sein); v
= Vomer.]
[Illustration: Fig. 746. Melanerpeton pulcherrimum Fritsch.
Rothliegendes bei Dresden. Schultergürtel. co = Coracoid; s = Scapula
(?); th.l = seitliche Thoracalplatte (Clavicula); th.m = mittlere
Thoracalplatte (Episternum).]
Dawsonia Fritsch (Fig. 745) unterscheidet sich besonders durch den
Besitz von Zähnen an allen oberen Mundknochen. Carbon.