Zu dieser Unterordnung sind alle Teleostomi zu rechnen, deren paarige
Flossen fächerförmig sind (Fig. 707), und deren Schwanzflosse homocerk
ist (Fig. 708, bei den primitiveren Formen noch »innerlich heterocerk«
-- Fig. 712); deren Schuppen dünn und wenig verkalkt sind, cycloid
oder rhombisch, nie mit Innenleisten versehen oder gelenkig verbunden,
sondern dachziegelförmig übereinander liegend (soweit sie nicht
rudimentär sind), also Cycloidschuppen (Fig. 706); deren Bauchflossen
bauchständig stehen, und an deren unpaaren Flossen höchstens der
vorderste der Flossenstrahlen ein Stachelstrahl ist. Die Schwimmblase
besitzt noch den ursprünglich ihr zukommenden Ausführungsgang. Die
Wirbelsäule kann alle Stufen der Verknöcherung aufweisen (vgl. p. 517);
Fulkren sind mitunter noch vorhanden, ebenso eine mediane Kehlplatte.
Der Kopfpanzer ist mehr oder weniger lückenhaft, selten schmelzbedeckt.
[Illustration: Fig. 706. Cycloidschuppe von Osmeroides.]
[Illustration: Fig. 707. Schultergürtel und Brustflossen von Salmo
lacustris. Primärer Schultergürtel: co = Coracoideum; sc = Scapulare.
Secundärer Schultergürtel: cl = Clavicula; pcl = Postclavicula; scl
= Supraclavicula; pt = Posttemporale. Primäres Flossenskelet = I:
mt = Metapterygium; r = Radien. Secundäres Flossenskelet = II: fs =
Flossenstrahlen; 1 = erster Flossenstrahl.]
[Illustration: Fig. 708. Homocerke Schwanzflosse von Salmo salar. c
= Flossenstrahlen der Schwanzflosse; k = Wirbelkörper; ob = obere
Dornfortsätze; u = Urostyl; ub = untere Dornfortsätze.]
Physostomi finden sich fossil von der Trias an, sie sind ziemlich reich
vertreten im Jura und dominiren in der Kreide. Im Tertiär stehen sie
hinter den Physoclysti weit zurück, und unter den lebenden Physostomi
finden sich verhältnissmässig wenig Meeresbewohner; dagegen gehört die
grosse Mehrzahl der heutigen Süsswasserfische zu ihnen. Es lassen sich
zwei grössere Gruppen unter ihnen annehmen, die primitiveren Amioidei,
deren Wirbel fast nie vollständig verknöchert sind, und die moderneren
Clupeoidei mit meist vollständig verknöcherten Wirbeln; erstere weisen
nur drei, die anderen gegen 30 Familien auf. Beide Gruppen sind aber
keineswegs scharf von einander getrennt, sondern gehen ganz allmählich
in einander über. Die Physostomi dürften sich von den Euganoidei
ableiten lassen, wahrscheinlich von dünnschuppigen Saurodontidae.
A. Wirbelcentrum mehr oder weniger stark verknöchert; nie sind die
Wirbelbögen mit dem Centrum verschmolzen.
1. Gruppe Amioidei.
1. Rumpf ohne Knochenplatten; eine mittlere Kehlplatte vorhanden.
a. Schwanzflosse gabelig (Fig. 709).
1. Fam. Pachycormidae.
b. Schwanzflosse hinten gerundet (convex, Fig. 711).
2. Fam. Amiidae.
2. Körper mit mehreren Reihen von Knochenplatten bedeckt (Fig. 714).
3. Fam. Hoplopleuridae.
B. Wirbelbögen fast stets mit dem vollständig verknöcherten
Wirbelcentrum verwachsen. Keine Kehlplatten.
2. Gruppe Clupeoidei.
a. Schultergürtel mit dem Schädel verbunden.
1. Vorderste Wirbel getrennt, normal.
Isospondyli (Familien Clupeidae, Salmonidae,
Esocidae, Saurocephalidae etc.).
2. Vorderste Wirbel verändert durch ihre Beziehungen zum
Gehörapparate und verwachsen.
Plectospondyli (Familien Siluridae, Cyprinidae etc.).
b. Schultergürtel frei; Gliedmassen mehr oder weniger reducirt.
Anguilliformes (Familien Congridae, Muraenidae etc.).