6. Fam. Pycnodontidae.

Körper kaum länger als hoch, stark seitlich zusammengedrückt.

Rhombische Ganoidschuppen, die höher als lang und oft sehr dünn, aber

mit leistenartig nach innen verdicktem Vorderrande versehen sind,

welcher nach oben und unten einen stachelähnlichen Fortsatz bildet.

Die Leisten der benachbarten Schuppen legen sich dicht aneinander und

bilden sehr charakteristische, zusammenhängende, senkrechte Reifen

über die Körperseiten (Fig. 705 r), die oft die einzigen Spuren der

im übrigen sehr vergänglichen Schuppen sind. Schwanzflosse homocerk,

gabelig. Rücken- und Afterflosse sind sehr lang und nehmen die

ganze hintere Körperhälfte ein; ihre vorderen Flossenstrahlen sind

verlängert. Der Kiemendeckel zeigt nur eine einzige Knochenplatte.

Kiemenhautstrahlen fehlen. Die Kehle ist beschuppt. 2-4 meisselförmige

vordere Zähne auf dem Praemaxillare und Dentale. Die hinteren Zähne

sind bohnenförmige Mahlzähne (Fig. 703), und zwar oben 5 Reihen auf

Gaumenbeinen und Vomer, unten mehrere Reihen auf dem Spleniale. Der

Schultergürtel zeigt einen breiten unteren Fortsatz. Fulkren fehlen.

Chordascheide ist nicht verknöchert; dagegen sind obere und untere

Bögen, Rippen, Flossenträger u. s. w. sehr stark verknöchert (Fig. 704).

[Illustration: Fig. 703. Microdon alternans Quenst. Unterkiefer. Oberer

Malm von Solothurn.]

[Illustration: Fig. 704. Zwei Schwanzwirbel von Pycnodus platessus

(Nacktwirbel). Eocän. Monte Bolca. ob = oberer, ub = unterer Bogen; od

= oberer, ud = unterer Dornfortsatz.]

Diese in vieler Beziehung stark specialisirte und ausserordentlich

charakteristische Familie zeigt mancherlei Beziehungen zu den

Platysomidae, von denen sie vielleicht herzuleiten ist.

Jura, Kreide und Eocän. Europa, Kleinasien, Nordamerika und Australien.

[Illustration: Fig. 705. Gyrodus hexagonus Ag. Lithographischer

Schiefer von Eichstätt. r = Schuppenreifen.]

Gyrodus Ag. (Fig. 705). Schnauze steil abfallend; Schwanzflosse

tief gegabelt; oben 5, unten 4 Mahlzahnreihen; oben und unten je 2

Schneidezähne; Schuppenreifen bedecken den ganzen Körper. Dogger bis

Kreide, besonders häufig im lithographischen Schiefer von Bayern.

G. titanicus Wagn. bis 1 m lang,

G. hexagonus Blv. (Fig. 705) u. a. im lithographischen Schiefer von

Bayern.

Microdon Ag. Schnauze spitz auslaufend; Schwanzflosse seicht

ausgerandet; oben und unten je 4 Schneidezähne. Schuppenreifen bedecken

meist nur die vordere Körperhälfte. Jura und Kreide, besonders häufig

im oberen Malm von Cirin, Ain.

M. Itieri, M. Wagneri Thioll. Malm von Cirin, Ain.

M. elegans Ag. Im lithographischen Schiefer von Bayern.

M. alternans Quenst. (Fig. 703). Oberer Malm von Solothurn.

Die Pycnodonten der Kreide gehören meist zur Gattung Coelodus, die des

Eocän zur Gattung Pycnodus (Fig. 704).

Elemente der Paläontologie · 第 320 / 606 题