Hierher gehört die Mehrzahl der heutigen Cephalopoden. Sie zeichnen
sich durch den Besitz zweier Kiemen, 8 gleicher und 2 verlängerter und
besonders gestalteter (Fang-) Arme, eines ungespaltenen Trichters,
eines Tintenbeutels und flossenartiger Anhänge aus. Die niemals
fehlende Schale ist stets ganz oder grösstentheils in den Mantel
eingeschlossen. In der Mehrzahl der Fälle bildet die rückenständige
Schale ein dünnes, horniges Blatt mit geringen Einlagerungen von
kohlensaurem oder phosphorsaurem Kalk, und die ursprünglichen Merkmale
der äusseren Schale, wie Scheidewände und Sipho, sind nicht mehr ohne
Weiteres zu erkennen. Nur wenige der jetzt lebenden Formen besitzen
noch eine gekammerte Schale wie ihre Ahnen im mesozoischen Zeitalter.
Wir trennen sie aus Zweckmässigkeitsgründen als Phragmophora von den
Chondrophora ab, ohne damit sagen zu wollen, dass diese Eintheilung für
alle Formen eine durchaus naturgemässe sei.
Eintheilung der Belemnoidea:
A. Phragmophora. Schale kalkig, meist kegelförmig, gerade, seltener
platt oder (endogastrisch) spiral gerollt, gekammert. Trias --
Gegenwart.
B. Chondrophora. Schale hornig oder schwach verkalkt, platt,
scheinbar ungekammert. Trias -- Gegenwart.
[Illustration: Fig. 550. Schale von Aulacoceras. Karnische Stufe.
Salzkammergut. A ein Stück des oberen (vorderen) Theiles der Schale
angeschliffen, gegen die Bauchseite gesehen. s’ = Schale (Ostracum);
s = Scheidewände; si = Sipho. B ein mittleres Stück der Schale bis
zur Mitte durchgeschnitten, das untere Ende des Phragmokons (p) und
die umgebende Schalenmasse des Rostrums (r) zeigend. C unterer Theil
der Schale (das verdickte Rostrum) mit gekörnter Oberfläche (g) und
Seitenfurchen (f).]
[Illustration: Fig. 551. Ergänzte Schale von Belemnites gegen den
Rücken gesehen, im unteren Theile (r) bis zur Mitte aufgeschnitten
gedacht. Das keulenförmig verdickte Rostrum (r) umgiebt den unteren
Theil des mit einer kugeligen Embryonalblase (e) beginnenden
Phragmokons (p); s = Scheidewände desselben (! schwach procöl!); w
= Wohnraum des Thieres; po = Proostracum, d. h. die Verlängerung
der Schale auf der Rückenseite (auf der Bauchseite fehlend); b =
bogenförmige Zuwachslinie desselben; h = Hyperbelstreifung auf den
Seiten; a = sog. Asymptotenlinie.]
A. Phragmophora.
In der Triasformation finden sich Cephalopodenschalen, welche durch
ihre gestreckte Gestalt, durch ihre Kammerung, insbesondere durch den
Besitz einer kugeligen Embryonalblase, und die bauchständige Lage des
Sipho den ältesten Ammonoideen (Bactrites) sehr ähnlich sind (p. 394),
sich von ihnen aber dadurch unterscheiden, dass der hintere Theil der
Schalen keulenförmig verdickt ist (Fig. 550 C) und der gekammerte
Theil nicht bis an das hintere Ende der Schale reicht (Fig. 550 B p).
Diese Schalenverdickung besteht aus ostrakaler Masse; sie wird als
Rostrum von dem eigentlichen, nicht verdickten Ostracum und dessen
innerer Auskleidung, dem Phragmokon unterschieden. Die Scheidewände
stehen in erheblicher Entfernung von einander (Fig. 550 A s), das
Rostrum besteht aus schwammiger Kalkmasse, ist äusserlich gekörnelt
(Fig. 550 C g) und mit Furchen versehen (C f) -- Aulacoceras. Aehnliche
Schalen sind im Jura und in der Kreide sehr häufig. Sie differiren
aber von den älteren durch viel geringere Stärke des oberen, nicht
verdickten (nur sehr selten erhaltenen) Schalentheiles (Fig. 551), der
auf der Bauchseite tief ausgeschnitten und nur auf der Rückenseite
von dem sog. Proostracum (Fig. 551 po) gebildet wird. Die schwach
concaven Scheidewände (s) des Phragmokons (p) stehen sehr gedrängt, das
Rostrum ist compact, äusserlich glatt (r) oder mit Gefässeindrücken
versehen. Die secundäre Verdickung des hinteren Schalenendes, sowie
die Gefässeindrücke des Rostrums deuten darauf hin, dass die Schalen
vom Mantel umschlossen waren. Abdrücke des ganzen Thieres (Fig. 552)
bestätigen diese Voraussetzung: sie zeigen, dass derartige Schalen im
Mantel des Thieres (m) eingeschlossen waren, und dass die Thiere (?)
10 Arme und einen Tintenbeutel (t) besassen -- Belemnites. Schon bei
manchen jurassischen Formen war die Schale stark reducirt (Fig. 552 p,
r). Die tertiären zeigen uns, wie das Rostrum allmählich verschwindet
und der übrige Theil der Schale entweder eine platte schildförmige
Gestalt annimmt (Fig. 565) oder sich spiral einrollt (Fig. 564). Alle
diese, offenbar genetisch sehr enge mit einander verknüpften Formen
fassen wir als