Schon die ältesten Vertreter dieser Abtheilung, welche als

Anarcestes Mojs. (Fig. 469, 470 A) unterschieden werden, sind stark

eingerollt -- zuweilen mit Ausnahme der ersten 2 Umgänge. Die kugelige

Embryonalblase wird durch ein asellates Septum abgeschlossen. Die

Wohnkammer bis über 1 Umgang lang. Windungen niedrig, aussen gerundet.

Seitenlobus (sl) flach. Aussenlobus (el) trichterförmig, ungetheilt.

Nur im Devon, besonders im unteren und mittleren.

A. lateseptatus Beyr. (= plebejus Barr.). Böhmen, Harz, Rheinisches

Schiefergebirge.

A. subnautilinus Schl. (? = fidelis Barr.) (Fig. 469, 470 A).

Rheinisches Schiefergebirge, Böhmen, Bretagne.

[Illustration: Fig. 469. Anarcestes subnautilinus Schl. Mitteldevon

(Wissenbacher Schiefer). Nassau. Schale von der Seite.]

[Illustration: Fig. 470. A Anarcestes subnautilinus Schl. Aeusserlich

sichtbarer Theil der Lobenlinie. B dieselbe von Tornoceras simplex v.

B. n = Naht; el = Aussenlobus; es = Aussensattel; sl = Seitenlobus; ss

= Seitensattel.]

[Illustration: Fig. 471. Tornoceras simplex v. B. Oberdevon

(Goniatiten-Sch.). Büdesheim, Eifel. s’ = Schale; s = Scheidewände.]

Tornoceras Hyatt (= Parodiceras H.) (Fig. 470 B, 471). Schale stärker

involut, als bei Anarcestes. Seitenlobus gerundet oder winkelig.

Seitensattel breit, gerundet. Innensattel und Innenlobus entwickelt,

Aussenlobus ungetheilt. Aus dieser oberdevonischen (Deutschland,

Frankreich, Russland, Nord-Amerika) Gruppe entwickeln sich 2 Zweige,

der eine durch wenig Loben (1 Seitenlobus -- Paucilobati), der andere

durch vermehrte Lobenzahl (2 oder mehr Seitenloben -- Multilobati)

ausgezeichnet.

T. simplex v. B. (= retrorsum Sdb.) } Oberdevon, besonders

(Fig. 470 B, 471). } häufig in den sog.

T. auris Qu. (Leth. pal., t. 35, Fig. 12). } Goniatiten-Schichten

T. subpartitum Vern. } des Oberdevon.

T. Verneuili Mnstr. }

a. Paucilobati.

Brancoceras Hyatt. Schale involut. Aussen- und Seitenlobus tiefer und

spitzer als bei Tornoceras. Innere Seitenloben entwickelt. Aussensattel

schmal, Seitensattel breit, gerundet. Oberdevon und Subcarbon.

Br. subsulcatum Mnstr. (Leth. pal., t. 36, Fig. 12). Oberstes

Oberdevon. Fichtelgebirge.

Br. rotatorium de Kon. (Leth. pal., t. 46, Fig. 12). Subcarbon,

Nordamerika, Belgien.

Durch im Allgemeinen flachere Gehäuse und schwach entwickelten

Mittelsattel ist unterschieden (Muensteroceras Hyatt):

M. parallelum Hall. Subcarbon. Nordamerika.

M. truncatum Phill. Subcarbon. Grossbritannien, Belgien.

Glyphioceras Hyatt (Fig. 472 A, B, D). Schale dick, fast kugelig oder

mehr abgeplattet, oft mit spiralen und queren Verzierungen. Loben

und Sättel tief und spitz, seltener gerundet. Mittelsattel deutlich,

pyramidal. Ammoniten-Charaktere beginnen: der Trichterausschnitt

verschwindet, Querberippung tritt hervor, ausser den kurzen Septaldüten

Septalkragen entwickelt, Scheidewand in der Mittellinie convex. Ein

zweiter äusserer Lobus bildet sich bei den jüngeren Formen aus.

Subcarbon -- Perm.

[Illustration: Fig. 472. A, B, D Glyphioceras sphaericum Mart.

Subcarbon. Ratingen bei Düsseldorf. A Schale von der Seite. B dieselbe

gegen die Septalfläche gesehen. D Lobenlinie bis zur Naht. s’ =

Schale; si = Sipho; u = Septalumschlag. C Lobenlinie von Sporadoceras

Bronni Mnstr. Oberes Oberdevon. Brilon, Westfalen. Zwei nahezu gleiche

Seitenloben (sl₁, sl₂) entwickelt.]

Aus dieser Gruppe entwickeln sich die berippten Latisellati der Trias:

Fam. Ceratitidae (p. 402) und Tropitidae (p. 405).

A. Umgänge gerundet, niedrig. Sättel meist spitz. Subcarbon, selten

jünger.

G. sphaericum Mart. (Fig. 472 A, B, D) mit spitzem Aussensattel.

Leitend für das Subcarbon (Kohlenkalk und Culm) in Europa. Turkestan.

G. striatum Sow. (= crenistria Phill.) mit gerundetem Aussensattel.

Leitend für das Subcarbon (Kohlenkalk und Culm) in Europa.

B. Umgänge gerundet, aber höher; Sättel mehr oder weniger gerundet.

Carbon.

G. diadema Gf. Carbon. England, Deutschland, Belgien, Russland.

C. Umgänge gerundet, etwas höher als breit. Aussensattel breit und

gerundet. Schale mit starken Querrippen (Pericyclus Mojs.). Subcarbon.

G. princeps de Kon. Subcarbon. Belgien, Grossbritannien, Nordamerika.

D. Nabel weit. Umgänge im Querschnitt halbmond- bis trapezförmig,

niedrig, mit hervortretender Nabelkante. Querberippung. Seitensattel

durch einen kleinen (zweiten) Seitenlobus getheilt (Gastrioceras

Hyatt). Carbon und Perm.

G. Listeri Phill. (Leth. pal., t. 46, Fig. 10). Carbon. Deutschland,

Belgien, Grossbritannien, Russland, Sumatra.

G. Roemeri Gem. Perm. Sicilien.

G. Kingi White. Perm. Nordamerika.

b. Multilobati.

Sporadoceras Hyatt (Fig. 472 C). Von Tornoceras durch die allmählich

eintretende Vermehrung der Seitenloben unterschieden; letztere zumeist

von gleicher Tiefe. Oberdevon.

Sp. Bronni Mnstr. (= Muensteri Br., = bidens Sdb.) (Fig. 472 C --

Leth. pal., t. 36, Fig. 4). Oberes Oberdevon. Mitteleuropa.

Die jüngeren Glieder dieser Reihe, wie Agathiceras Gem. und Doryceras

Gem. aus dem Perm Siciliens, erhalten weitere Seitenloben und sind z.

Th. mit Spiralrippen verziert. Durch Zerschlitzung und weitere

Vermehrung der Loben entstehen aus der Gruppe der Multilobati die

glattschaligen Latisellati der Trias Fam. Arcestidae (p. 406).

Elemente der Paläontologie · 第 196 / 606 题