Fast ausschliesslich Wasserbewohner. Schale meist spiral gewunden,
selten napfförmig. Die Mehrzahl der Prosobranchiata gehört hierher (ca.
6000 lebende und 4000 fossile Formen). Vom Cambrium an bekannt.
A. Ptenoglossa (Federzüngler).
Schale niedrig und dann meist weit genabelt, oder thurmförmig und dann
Mündung mit zusammenhängenden Mundrändern.
Fam. Solariidae.
Schale kreisel- oder scheibenförmig, weit und tief genabelt. Die
Umgänge nehmen langsam an Dicke zu; der letzte meist sehr wenig
erweitert. Vom Silur bis zur Gegenwart. Die meisten hierher gehörigen
Gattungen wenig scharf von einander unterschieden.
Solarium Lmk. (Fig. 347). Schale niedrig kegelförmig, mit weitem,
randlich gekerbtem Nabel. Letzter Umgang mit Spiralkante. Mündung mehr
oder weniger viereckig. Tertiär und Gegenwart.
S. patulum Lmk. }
} Mitteleocän. Pariser und Londoner Becken.
S. canaliculatum Lmk. }
S. perspectivum Lin. sp. (Fig. 347). Lebend. Ostindien.
[Illustration: Fig. 345. Straparollus pentangulatus Sow. sp. Subcarbon.
Belgien. A Oberseite. k = Kante, die nach vorn convexe Zuwachsstreifung
der Schale unterbrechend. B von vorn. m = Mündung; k = obere Kante; l =
Zuwachsstreifung.]
[Illustration: Fig. 346. Straparollus Dionysii Montf. Subcarbon.
Belgien. ¹⁄₁.]
[Illustration: Fig. 347. Solarium perspectivum Lin. sp. Lebend.
Indischer Ocean. Schale in der Richtung der Achse durchschnitten.
Erklärung siehe Fig. 310 B.]
Straparollus Mtf. (= Euomphalus) (Fig. 345, 346). Von Solarium
nur durch das Fehlen der Nabelkerben unterschieden. Conisch bis
scheibenförmig, aber Oberseite stets von der Unterseite verschieden.
Umgänge rund oder kantig, glatt oder verziert. Mündung rundlich oder
eckig, oft mit schwacher Einbuchtung; in der Fortsetzung derselben
oft eine schlitzbandartige Unterbrechung der Sculptur (Fig. 345 A
k). Anwachsstreifen nach vorn convex. Die jüngeren (jurassischen und
cretaceischen) Arten kaum scharf von Solarium geschieden. Sehr häufig
vom Silur an bis zur Kreide; schon im Cambrium vorhanden. Zahlreiche,
z. Th. recht ansehnliche Arten im Paläozoicum.
Str. alatus His. (Leth. pal., t. 14, Fig. 9) } Obersilur.
Str. catenulatus His. (Leth. pal., t. 14, Fig. 8) } Gotland.
Str. delphinuloides Schl. sp. } Mitteldevon (Stringocephalenkalk).
Str. serpula Gf. sp. } Rheinlande.
Str. Goldfussi d’Arch. & d. Vern. Mitteldevon. Eifel.
Str. Dionysii Montf. (Fig. 346) } Steinkohlenformation.
Str. pentangulatus Sow. sp. (Fig. 345) } Mittel- und Nordeuropa.
Str. catillus Mart. sp. }
Str. exiguus Phil. Muschelkalk. Norddeutschland.
Str. ornatus Fitt. sp. }
} Gault. England, Frankreich.
Str. Martini d’Orb. sp. }
Die flachen, nahezu symmetrisch (links oder rechts) eingerollten
Schalen mit trapezförmigem Windungsquerschnitt und rückwärts gebogenen
Anwachsstreifen werden als Discohelix Dkr. unterschieden. Trias --
Gegenwart, hauptsächlich im Lias.
D. sinister d’Orb. sp. Mittlerer Lias. Normandie.
D. minutus Ziet. Oberer Lias und unterer Dogger. Mitteleuropa.