2. Klasse: Scaphopoda.

Die Scaphopoda oder Grabfüssler unterscheiden sich von allen höher

organisirten Mollusken durch das Fehlen eines gesonderten Kopfes,

von den Lamellibranchiata durch den Besitz von Zunge und Kiefer,

insbesondere aber durch die einfache, röhrenförmige, an beiden Enden

geöffnete Kalkschale, welche niemals fehlt (Fig. 304). (Die scheinbar

ähnlichen, röhrenförmigen Gehäuse mancher Würmer und Schnecken sind am

hinteren Ende in der Regel geschlossen.) Ausschliesslich marine Thiere,

die in der Nähe der Küsten im Sande oder Schlamme leben, aber auch in

den abyssischen Regionen (über 500 m) recht häufig vorkommen. Fossil

schon seit der Silurzeit bekannt, aber erst im Tertiär häufig.

Dentalium L. (Fig. 304). Die schwach gebogene Röhre verschmälert

und verengt sich nach hinten allmählich und besitzt häufig auf der

Convexseite des Hinterrandes einen kürzeren oder längeren Schlitz. Die

Oberfläche ist glatt oder mit Längsrippen oder -streifen verziert, oft

durch Anwachsstreifen quergerunzelt. Vom Silur an bekannt, vom Tertiär

an häufig. Die älteren Formen meist ungerippt.

A. Schale glatt.

D. antiquum Gf. Mitteldevon. Eifel.

D. ingens d. Kon. Subcarbon. Belgien.

D. laeve Schl. Unterer und oberer Muschelkalk. Deutschland

(»Dentalienbank« des Wellenkalks).

D. Parkinsoni Qu. Häufig im »Dentalienthone« des oberen Dogger (Br.

J. ε) in Schwaben.

D. Mosae Mtf. sp. Oberste Kreide (Danien). Holland, Schonen.

D. entale Lin. Jungtertiär und Lebend. Europa.

B. Schale längsgerippt.

D. Kickxii Nyst. Oligocän. Mitteleuropa.

D. sexangulare Lmk. (Fig. 304). Im Neogen Südeuropas häufig.

D. elephantinum Lin. Jungtertiär und Lebend. Südeuropa.

[Illustration: Fig. 304. Dentalium sexangulare Lmk. Pliocän. Asti,

Piemont. Oben und unten Querschnitt der Röhre.]

Elemente der Paläontologie · 第 148 / 606 题