4. Fam. Craniadae.

Schale kalkig, rundlich oder viereckig, ungleichklappig, mit der

unteren Klappe festgewachsen, selten frei. Innenseite mit 4 Muskel- und

mit fingerförmigen Gefässeindrücken. In der Mitte der aufgewachsenen

Klappe ein nasenförmiger Fortsatz (Fig. 204 A rs), welcher als Stütze

der Arme dient. Vom Silur an, hauptsächlich im Mesozoicum verbreitet.

Wenige Formen noch lebend in den kühleren Meeren.

Crania Retz. (Fig. 204 A-D). Beide Klappen schüsselförmig, die untere

kleinere oft flach und fast immer mit dem Wirbel oder der ganzen Fläche

festgewachsen (A). Oberfläche häufig radial gerippt (B). Innenseite

beider Klappen mit einem breiten, meist gekörnelten Rande versehen

(r). Die Eindrücke der 2 Paare von Schliessmuskeln in beiden Klappen

deutlich (s-s’). Die vorderen, ovalen, in der Nähe der Mitte, einander

genähert, die hinteren runden, unter dem Schlossrande gelegenen, weiter

von einander entfernt. Hinter den kleineren vorderen Schliessmuskeln

der unteren (kleineren) Klappe befindet sich ein nasenförmiger, oft

nach vorn verlängerter Fortsatz, der als Haftstelle für die Armmuskeln

dient (C rs). Die entsprechende Stelle der grösseren Klappe (D)

ist vertieft. Die fingerförmigen Gefässeindrücke des Mantels (C g,

D g) meist deutlich sichtbar im vorderen Theile der Klappe. Nach

der wechselnden Gestalt und Grösse der Muskeleindrücke und Leisten

unterscheidet man mehrere Untergattungen. Vom Silur bis zur Gegenwart,

am häufigsten in der oberen Kreide.

Cr. divaricata M’Coy sp. Untersilur. Grossbritannien.

Cr. quadrata M’Coy. Subcarbon. Grossbritannien, Belgien, Nordamerika.

Cr. irregularis A. Rö. sp. Neocom. Norddeutschland.

Cr. Parisiensis Dfr. } Turon und Senon. Mittel- und

Cr. Ignabergensis Retz. (Fig. 204). } Nordeuropa.

Cr. anomala Sow. Lebend. Europäische Meere.

[Illustration: Fig. 204. A-D Crania Ignabergensis Retz. Senon.

England. A vollständige Schale, auf einer Bryozoe aufgewachsen, von

der Seite. B obere (grössere) Klappe von oben, die Radialrippen

zeigend. C kleinere (untere) Klappe von innen. r = Rand; s’ = Eindrücke

der Schliessmuskelpaare; g = fingerförmige Gefässeindrücke; rs =

nasenförmiger Vorsprung oberhalb der vorderen Schliessmuskeln gelegen,

zuweilen nach unten leistenförmig verlängert. D grössere (obere) Klappe

von innen; Bezeichnungen wie bei C.]

Elemente der Paläontologie · 第 118 / 606 题