1. Fam. Lingulidae.

Beide Klappen nahezu gleich, zungenförmig, verlängert vierseitig oder

oval, hornig-kalkig, seitlich gegen einander mit Hülfe der Gleitmuskeln

(Fig. 201 A d) verschiebbar. Schalenoberfläche selten mit Rippen, meist

nur mit concentrischen oder radialen Streifen. Maximalentwickelung im

Silur, aber in allen Formationen verbreitet, gegen 20 Arten lebend

in geringen Tiefen der wärmeren Meere. Einzige Gattung mit einigen

Untergattungen:

Lingula Brug. (Fig. 201 A-C). Schale dünn, vorwiegend aus Hornsubstanz

gebildet, concentrisch gestreift, zuweilen radial gerippt. Der

Stiel (A st) tritt zwischen den Wirbeln der beiden Klappen aus. Auf

den Innenseiten der Klappen heben sich die Muskeleindrücke (Fig.

201 A a, s, s’, d) als schwach vertiefte Stellen hervor. Auch eine

Längsstreifung ist zuweilen bemerkbar. Wegen der wenig wechselnden

Gestalt der Schale sind die Arten aus verschiedenen Formationen

schwierig oder gar nicht unterscheidbar. Vom Cambrium an, besonders

häufig in den ältesten Formationen.

L. (Lingulella) Davisii M’C. sp. Cambrium (Lingula flags). England.

L. Lewisii Sow. Obersilur. England, Böhmen.

L. Credneri Gein. Perm. Thüringen, England. Subcarbon. England.

L. tenuissima Br. (Fig. 201 B). Häufig in der deutschen und alpinen

Trias. Spitzbergen.

L. Beanii Phill. (Fig. 201 C). Mittlerer Dogger. Mitteleuropa.

L. Krausei Dam. Häufig in den baltischen Cenomangeschieben

Norddeutschlands.

L. anatina Brug. (Fig. 201 A). Lebend. Philippinen.

[Illustration: Fig. 201. A-C Lingula. A L. anatina Brug. Lebend.

Philippinen. Grössere Klappe von innen. st = Stiel; s = unpaarer

Oeffnungsmuskeleindruck; s’ = paarige Schliessmuskeleindrücke; d

= Eindrücke der Gleitmuskeln (divaricatores); a = Eindrücke der

Stielmuskeln. B L. tenuissima Br. Unterer Keuper (Lettenkohle).

Württemberg. C L. Beanii Phill. Mittlerer Dogger. Unterelsass.]

Elemente der Paläontologie · 第 115 / 606 题