9. Fam. Holasteridae.

Ovale oder herzförmige Schalen mit einfachen Ambulacren. Scheitelschild

mehr oder weniger in die Länge gezogen (Fig. 140 A). Mundlücke stark

excentrisch, dem Vorderrand nahe gerückt (Fig. 140 B o). Afterlücke

in der Nähe des Randes. Eine im Jura und in der Kreide häufig, im

Tertiär seltener vorkommende Familie. Lebend noch durch eine Reihe von

Gattungen (in grossen Meerestiefen) vertreten.

Collyrites Desm. (Fig. 140 A-C). Schale oval oder schwach herzförmig.

Unterseite kissenförmig gewölbt. Scheitelschild in 2 weit aus einander

liegende Gruppen von Platten getheilt (A). In der Nähe der Vorderseite

finden sich 4 Genitaltafeln und 3 Augentafeln zusammen. Von diesem

sog. Trivium (A tr, C) strahlen 3 am-Felder aus. In der Nähe des

Hinterrandes liegen die zwei übrigen Augentafeln. Von diesem Bivium (A

b) gehen die 2 anderen Ambulacralfelder ab. Zwischen Bivium und Trivium

liegen 2 lange Reihen von überzähligen Tafeln (A t). Mundlücke rund.

Auf Dogger, Malm und Untere Kreide beschränkt.

[Illustration: Fig. 140. A-C Collyrites bicordata Leske sp. Oberes

Oxford (Terrain à chailles). Fringeli, Berner Jura. A Schale von oben;

a = Afterlücke; b = Bivium; tr = Trivium; t = überzählige Tafeln des

Scheitelschildes. B von unten; o = Mundlücke. C vorderer Theil des

Scheitelschildes (Trivium) mit 4 Genitaltafeln (g), von denen die eine

die Madreporenplatte (m), und 3 Augentafeln (o).]

C. ringens Ag. sp. } Mittlerer und oberer Dogger. England,

C. ovalis Leske sp. } Frankreich, Schweiz.

C. elliptica Lmk. sp. Callovien. Frankreich, Schweiz.

C. bicordata Leske sp. (Fig. 140 A-C). Oberes Oxford. England,

Norddeutschland, Frankreich, Schweiz.

C. carinata Leske sp. Oberer Malm (Kimmeridge). Süddeutschland,

Schweiz.

C. ovulum Des. sp. Neocom. Frankreich, Schweiz, Norddeutschland.

[Illustration: Fig. 141. A-C Ananchytes ovata Leske sp. Obere Kreide

(Senon). England. A Schale von der Seite; a = Afterlücke. B von unten;

o = Mundlücke; a = Afterlücke. C Scheitelschild; m = Madreporenplatte;

o = Augentafeln; g = Genitaltafeln.]

Ananchytes Merc. (= Echinocorys) (Fig. 141 A-C). Die eiförmige,

hochgewölbte Schale ist hinten etwas ausgezogen. Scheitelschild central,

nur schwach verlängert (C), ohne überzählige Platten. Mundlücke quer (B

o). Afterlücke auf der Unterseite, nahe dem Rande gelegen (a). Poren

sehr fein. Nur in der oberen Kreide (Turon und Senon) häufig.

Die zahlreichen Varietäten werden gewöhnlich zusammengefasst unter

dem Namen:

A. ovata Leske sp. (Fig. 141 A-C) (= Echinocorys vulgaris Breyn.).

Gemein im Turon und Senon, besonders häufig im letzteren in Nord- und

Südeuropa und Nordafrika. Im Diluvium vielfach als Feuersteinkern.

Eine zweite, schon in der unteren, besonders aber in der oberen

Kreide verbreitete Gattung ist Holaster Ag. Die Schale besitzt einen

herzförmigen Umriss. Vom Scheitel erstreckt sich eine Furche bis zur

Mundlücke; in der Furche befindet sich das vordere, unpaare Ambulacrum.

H. intermedius Ag. Neocom. England, Frankreich, Schweiz,

Norddeutschland.

H. laevis Deluc. sp. Gault und Cenoman. England, Norddeutschland,

Frankreich, Schweiz.

H. subglobosus Leske sp. Cenoman. Ebendaselbst, Algier.

H. planus Mant. sp. Mittleres Turon. England, Frankreich.

Elemente der Paläontologie · 第 86 / 606 题