Schalen meist niedrig, schildförmig, 5seitig oder ausgebuchtet.
am-Felder sehr verschieden von den ia-Feldern (Fig. 137). Ambulacra
auf der Oberseite breit blattförmig (Fig. 137 A, Fig. 138 B),
die Unterseite nicht erreichend (Fig. 138 A). Die Tafeln des
Scheitelschildes verschmolzen; Madreporenplatte sehr gross, fast das
ganze Scheitelschild einnehmend (Fig. 137 B). Kiefergebiss kräftig
(Fig. 137 C). Diese Familie erscheint in der Kreide, erreicht ihre
Maximalentwickelung im jüngeren Tertiär und in der Gegenwart in einer
Reihe von Gattungen.
[Illustration: Fig. 137. A-D Clypeaster aegyptiacus Mich. Pliocän.
Kairo. A Schale von der Seite; a = blattförmige Ambulacra; ia = die
relativ schmalen ia-Felder. B Scheitelschild; m = Madreporenplatte
in der Form eines fünfstrahligen Sternes; o = Augenporen; g =
Genitalporen. C Kauapparat, von oben gesehen, aus 5 Kiefern bestehend;
r = gerade Trennungslinie der beiden symmetrischen vorderen Kiefer;
n = gebogene Trennungslinie des hinteren unpaaren Kiefers von dem
benachbarten hinteren paarigen; n’ = Trennungslinie der 2 Kieferhälften
des linken hinteren Kiefers; gegen die Mitte zu convergiren die Zähne.
D Unterseite der Schale mit Mundlücke (o) und Afterlücke (a).]
Clypeaster Lmk. (Fig. 137 A-D). Schalenumriss fünfseitig, gerundet und
ausgebuchtet. Oberseite flach gewölbt oder in der Mitte meist conisch
erhöht. Unterseite mit 5 Furchen (D). Tafeln des Scheitelschildes zu
einem 5strahligen Sterne verschmolzen (B), der als Madreporenplatte
(m) fungirt. Im Innern der Schale finden sich pfeilerartige
Kalkbildungen, welche von dem Boden der Schale bis zur Decke reichen.
Der massive Kauapparat zeigt eine deutlich zweiseitige, symmetrische
Ausbildung (C). Die Nahtlinie, welche die beiden vorderen paarigen
Kiefer trennt (r), ist gerade, die übrigen Trennungslinien (n) sind
gebogen. Jeder Kiefer setzt sich aus zwei keilförmigen Hälften
zusammen, die ebenfalls durch Nähte (n’) geschieden sind. Aehnliche
Kauapparate sind auch bei den verwandten Gattungen entwickelt.
Clypeaster beginnt im Eocän, findet sich häufig im Miocän und Pliocän
(in gigantischen Formen) und ist in den wärmeren Meeren in Tiefen bis
120 Faden durch mehrere Arten vertreten.
Cl. declivis Cott. Eocän. Norditalien, Schweiz, Pyrenäen.
Cl. altus Lmk. Miocän. Südeuropa, Algier.
Cl. grandiflorus Bronn. Miocän. Südfrankreich.
Cl. aegyptiacus Mich. (Fig. 137 A-D). Pliocän. Aegypten, Italien.
[Illustration: Fig. 138. A-C Scutella subrotunda Lmk. Miocän. Bordeaux.
A Schale von unten; af = Ambulacralfurchen; a = Afterlücke. B von oben.
C Vertikalschnitt, um die Kalkwucherungen im Innern (l) zu zeigen.]
Scutella Lmk. (Fig. 138 A-C). Flache, scheibenförmige Schalen
mit ausgebuchtetem Umriss. Rand scharf. Mund- und Afterlücke (o)
klein. Oberseite mit kurzen, blumenblattförmigen Ambulacren (B).
Unterseite mit verzweigten Furchen, die von der Mundlücke ausstrahlen
(Ambulacralfurchen A af). Das Innere der Schale wird, wie bei
Clypeaster, von stalactitenartigen Kalkwucherungen erfüllt (C l).
Oligocän -- Recent, vorwiegend im Miocän.
S. subrotunda Lmk. (Fig. 138 A-C). Untermiocän. Süd- und Osteuropa.
S. Faujasi Dfr. Untermiocän. Südwestfrankreich, Portugal.