1. Fam. Cidaridae.

Kugelige oder plattgedrückte Schalen von kreisrundem Umfange (Fig. 129

A) mit sehr schmalen, wellig gebogenen, gleichartigen am-Feldern, die

nur mit kleinen Körnern, nicht mit Stachelwarzen besetzt sind (Fig. 129

C). ia-Felder sehr breit, mit 2 Reihen grosser, fast stets durchbohrter

Stachelwarzen (Fig. 129 B). Scheitelschild (resp. die weite Oeffnung,

welche sich meist an seiner Stelle findet) gross, kreisrund, aus 10

regelmässig alternirenden Tafeln bestehend (Fig. 129 A o, g). Mundlücke

rund, ohne Einschnitte, ebenso gross wie das Scheitelschild. Stacheln

gross, keulenförmig oder cylindrisch (Fig. 129 G, H).

[Illustration: Fig. 129. A-H Cidaris. A-C C. coronata Schl. sp. Oberer

Malm (Kimmeridge). Schwäbischer Jura. A Schale von oben. a = After,

vom Scheitelschilde umgeben; o = Augentäfelchen; g = Genitaltäfelchen;

pl = kleinere Plättchen zwischen Scheitelschild und Afterlücke. B eine

ia-Platte mit der grossen, in der Mitte durchbohrten Stachelwarze. C

Stück eines am-Feldes mit vier Körnerreihen. D und G C. florigemma

Phill. Oxford. Schweizer Jura. D unterer Theil der Schale von der Seite

mit dem Kauapparat (k). z = Zahnspitzen. G ein Stachel. k = Kopf; r =

Kopfring; h = Hals; st = Stiel oder Körper. E ein Kieferpaar von C.

sp. aus dem schwäbischen Malm. k und k’ = Kieferhälften; z = Zahn. F

eine Kieferhälfte von der inneren Seite. H Stachel von C. maeandrina

Ag. aus dem oberen Dogger des schweizer Jura. Bezeichnung wie bei G.

I, K Rhabdocidaris horrida Mer. sp. Mittlerer Dogger. Schwaben. J eine

ia-Platte (ia) mit gejechten Poren und die daran stossende Reihe von

am-Plättchen (am). K ein Stachelstück mit Dornen und Körnern.]

Die Cidariden finden sich schon in paläozoischen Schichten (Devon und

Perm -- Eocidaris), werden in der Trias häufiger, erreichen im Jura

und in der Kreide das Maximum ihrer Entwickelung und finden sich in

abnehmender Häufigkeit im Tertiär und in den heutigen Meeren. Es giebt

etwa 12 Gattungen, von denen nur 2 fossil häufig vorkommen, nämlich:

Cidaris Kl. (Fig. 129 A-H). Mässig grosse, oben und unten abgeplattete

Schalen, mit wenig zahlreichen, grossen ia-Platten. am-Poren nicht

gejocht, d. h. je zwei zu einer Platte gehörige nicht durch eine Furche

verbunden (C).

Stacheln sehr mannigfaltig, bei verschiedenen Arten meist verschieden.

Fossil findet man die Stacheln oder einzelnen Platten der Schale am

häufigsten, ganze Schalen recht häufig, die Theile des Kiefergebisses

selten, das Scheitelschild nur ausnahmsweise im Zusammenhange. Fossil

von der Trias an, sehr häufig in Jura und Kreide, relativ selten im

Tertiär und lebend. Die lebenden Formen in den wärmeren Meeren bis zu

einer Tiefe von 250 Faden.

Wichtige Arten, deren Körper bekannt ist:

C. subsimilis Mnstr. Alpenkeuper (Cassianer Sch.). Südtirol.

C. cucumifera Ag. Mittlerer Dogger. Frankreich, Schweiz.

C. coronata Schl. sp. (Fig. 129 A-C) } Mittlerer und oberer Malm

} (hauptsächlich Oxford).

C. Blumenbachi Mnstr. } Schweiz, Frankreich, Schwaben.

C. florigemma Phill. (Fig. 129 D, G). Mittlerer und oberer Malm

(hauptsächlich Oxford). Schweiz, Frankreich, Schwaben, England.

C. pretiosa Des. Neocom (Valengien). Frankreich, Schweiz.

C. vesiculosa Gf. Cenoman. Nord- und Mitteleuropa, Algier.

C. sceptifera Mart. } Turon, Senon, Danien. England, Frankreich,

C. subvesiculosa d’Orb. } Norddeutschland, Algier.

C. clavigera Kön. Senon. England, Frankreich.

C. Forchhammeri Des. Danien. Nordfrankreich, Dänemark.

Wichtige Arten, die allein auf Stacheln begründet sind:

C. grandaeva Gf. Muschelkalk. Mitteleuropa.

C. dorsata Mnstr. }

} Alpenkeuper (Cassianer Schichten). Südtirol.

C. Roemeri Wism. }

C. psilonoti Qu. Unterer Lias (α). Norddeutschland, Schwaben,

Schweiz.

C. maeandrina Ag. (Fig. 129 H). Oberer Dogger. Schweiz,

Südfrankreich.

C. glandaria Lang. (?) Neocom. Palästina (sog. »lapis judaicus«).

C. muricata Rö. Neocom. Norddeutschland, Frankreich, Schweiz.

Rhabdocidaris Des. (Fig. 129 J, K). Die Schale grösser und höher als

bei Cidaris. Die Poren jedes Porenpaares durch eine Rinne verbunden

(gejochte Poren, Fig. 129 J, am). Stacheln sehr lang, gedornt, oft

platt am oberen Ende. Nur im Jura und in der Kreide.

Rh. horrida Mer. sp. (Fig. 129 J, K). Mittlerer Dogger.

Norddeutschland, Schwaben, Schweiz, Frankreich.

Rh. copeoides Ag. sp. Mittlerer und oberer Dogger. Unterer Malm.

Frankreich, Schweiz.

Rh. caprimontana Des. Malm, hauptsächlich Oxford. Frankreich,

Schweiz, Schwaben, Algier.

Rh. nobilis Mnstr. sp. } Mittlerer und oberer Malm. Schwaben,

Rh. maxima Mnstr. sp. } Schweiz.

Rh. Orbignyana Ag. sp. Mittlerer und (namentlich) oberer Malm.

England, Frankreich, Schweiz.

Rh. tuberosa Des. Neocom. Schweiz, Frankreich.

Elemente der Paläontologie · 第 77 / 606 题