Die relativ seltenen Reste von Seeigeln der paläozoischen Formationen
gehören mit Ausnahme zweier Gattungen (Eocidaris, Hemicidaris),
zu dieser Unterklasse. Nur eine Gattung besitzt weniger als 20
Tafelreihen, alle übrigen mehr. Wir geben im Nachfolgenden einige
Beispiele.
Bothriocidaris Eichw. (Fig. 127 A-C). Die kugelige, reguläre Schale
besteht aus 5 × 2 Reihen vom Ambulacral- (am) und 5 × 1 Reihe von
Interambulacraltafeln (ia). Die Tafeln an Grösse nicht wesentlich von
einander unterschieden. am-Tafeln von je 2 Poren durchbohrt und mit
vereinzelten Warzen versehen, an denen kleine Stacheln befestigt waren.
Afteröffnung (B a) von einem Kranze dreieckiger, mit je einem Stachel
besetzter Aftertäfelchen umgeben (A a). Scheitelapparat (B) aus 10
abwechselnd grösseren und kleineren Tafeln bestehend, von denen die
grösseren doppelt durchbohrt sind. Selten im Untersilur von Esthland.
B. Pahleni Sch. (Fig. 127 A-C). Untersilur. Esthland.
[Illustration: Fig. 127. Bothriocidaris Pahleni Schm. Untersilur.
Nömmis, Esthland. A von der Seite; a = Afteröffnung; am = paarige
Ambulacralfelder mit zwei Doppelporenreihen und kleinen Stacheln; ia
= einreihige Interambulacralfelder. B Scheitelschild mit Afteröffnung
(a). C Unterseite mit der Mundöffnung (o).]
[Illustration: Fig. 128. Melonites multipora Norw. Carbon. St.
Louis, Missouri. A Körper von der Seite gesehen, mit den tiefen
Ambulacralfurchen (f). B Scheitelschild; a = After, g = Genitaltafeln,
o = Augentäfelchen (die zwei feinen Poren derselben nicht gezeichnet!),
am = Ambulacralfelder, ia = Interambulacralfelder. C ein Stück eines
Ambulacral- (am) und des daranstossenden Interambulacralfeldes (ia).]
Melonites Norw. & Ow. (Fig. 128 A-C). Der melonenförmige Körper
wird von 5 × 2 meridionalen Furchen (A f) umgürtet, in welchen die
Porenreihen der am-Felder liegen. Zwischen den beiden Furchen eines
Paares erhebt sich der undurchbohrte Theil der am-Platten in der
Form einer meridionalen Rippe. Die ia-Felder bestehen aus 7-8 Reihen
6seitiger Tafeln (A, B ia, C ia). Sie endigen auf der Oberseite an
den 8eckigen, grossen, von mehreren Poren durchbohrten Genitaltafeln
(B g). Die am-Felder (am) setzen sich aus kleineren, je mit 2 Poren
versehenen, schuppigen Täfelchen zusammen, die sich in 8-10 Reihen
ordnen. Die Täfelchen der beiden mittleren Reihen sind querverlängert
und bilden auf der Seite des Körpers die meridionalen Ambulacralrippen.
Auf der Oberseite stossen sie an 5eckige, sehr fein durchbohrte
Augentäfelchen (B o) an. Afterlücke (B a) eckig, dem Munde gegenüber,
central gelegen.
Diese Gattung findet sich im Subcarbon (Kohlenkalk) von Nordamerika,
England, Belgien und Russland.
M. multipora Norw. (Fig. 128 A-C). Subcarbon. Vereinigte Staaten.
Im Devon finden sich nicht selten isolirt die dünnen, schuppenförmigen
Platten der Gattung Lepidocentrus J. Müll., deren schmale am-Felder
nur aus zwei Tafelreihen bestehen, während die ia-Felder 5 oder 9 Reihen
von Platten aufweisen. L. Mülleri Sch. Mitteldevon. Eifel.