Litteratur über Echinoidea.
* Agassiz, Al. Revision of the Echini. Illustr. Catal. of the Museum
of Comparat. Zoology at Harvard College. I-III. Cambridge. 1872-4.
Litteraturverzeichniss.
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Desor, E. Synopsis des Echinides fossiles. Paris et Wiesbaden 1855-59.
Echinologie helvétique. Vol. I. Période jurassique par Desor et de
Loriol 1868-72. Vol. II. Période crétacée par de Loriol 1873. Vol.
III. Période tertiaire par de Loriol 1875. Abh. d. schweizer paläont.
Gesellsch. Bd. II, III. 1875-76.
* Lovén, S. Etudes sur les Echinoidées. Svenska Vetensk. Handl. Bd. XI.
1874.
Paléontologie française, terrain jur. Echinides tom. IX, X par G.
Cotteau. Paris 1867-85.
Paléontologie française, terrain crétac. Echinides. tom. VI par A.
d’Orbigny. tom. VII par G. Cotteau. Paris 1853-55, 1862-67.
Quenstedt, F. A. Petrefactenkunde Deutschlands. Bd. III Echiniden.
Leipzig 1872-75.
Wright, Th. Monograph of the foss. Echinoderm. of the oolitic
formation. Palaeont. Society 1855-58.
---- Monogr. of the foss. Ech. of the cretaceous formation. ibid.
1864-71.
[Illustration: Fig. 122. Eine aus 20 meridionalen Reihen von
Kalkplatten bestehende Seeigelschale (Cidaris) von oben gesehen. a =
Afterlücke, polar gelegen.]
[Illustration: Fig. 123. Eine aus 15 meridionalen Reihen von
Kalkplatten bestehende Seeigelschale (Bothriocidaris), von der Seite
gesehen. a = Afterlücke, polar gelegen.]
Die Seeigel besitzen eine armlose, kugelige oder abgeplattete Schale.
Der Umriss derselben kann kreisrund (Fig. 122), oval (Fig. 139 B)
oder herzförmig (Fig. 124) sein. Die Platten, aus welchen die Schale
zusammengefügt ist, sind stets in meridionalen Reihen angeordnet (Fig.
123), deren Zahl gewöhnlich 20 beträgt, bei den meisten paläozoischen
Formen aber mehr oder weniger (80-15) betragen kann (Fig. 128 A; Fig.
123). Die in der Schale befindlichen grösseren und kleineren Oeffnungen
stehen in directer Beziehung zur Organisation des Thieres.
[Illustration: Fig. 124. Schale eines zweiseitig symmetrischen Seeigels
(Micraster), mit excentrisch gelegener Mund- (o) und Afterlücke (a).
Von der Unterseite.]
Die beiden hauptsächlichen Oeffnungen der Schale sind die Mundlücke
(o) und die Afterlücke (a), welche bei dem lebenden Thiere von einer
Haut und kleinen Kalktäfelchen zum Theil verschlossen werden, bei den
fossilen -- wegen der Vergänglichkeit dieser Gebilde -- aber beinahe
immer als einfache, mehr oder minder grosse Löcher erscheinen (Fig.
124 o, a). Bei den ausgesprochen radiär gebauten Seeigeln, den sog.
Regulares, liegen Mund- und Afterlücke in den Polen der kreisrunden
Schale (Fig. 122 a; Fig. 123 a) einander diametral gegenüber. Bei den
zweiseitig symmetrischen Formen, den sog. Irregulares, ist der After
aus seiner centralen Stellung gerückt, bisweilen auch der Mund (Fig.
124 a-o). Eine durch die Mitte der Mund- und Afterlücke gelegte Ebene
theilt dann den Körper in 2 symmetrische Hälften (Fig. 124). Die
Mundlücke bleibt stets auf der Unterseite, während die Afterlücke meist
auf die Oberseite, selten auf die Unterseite, aber stets innerhalb der
Symmetrieebene zu liegen kommt. Sie ist nach hinten gerückt, wenn nicht
polar gelegen. Die Mundlücke (Peristom) ist rund (Fig. 133 B o), oval,
eckig ausgeschnitten (Fig. 131 B o) oder 2lippig (Fig. 124 o); die
Afterlücke stets rund (Fig. 124 a) oder oval (Fig. 133 B a).
Auf der Oberseite der Schale finden sich im Centrum, oder in der Nähe
des Centrums gelegen, 10 oder 9 besonders ausgezeichnete Täfelchen,
die zusammen das sog. Scheitelschild bilden. Bei den radiären (oder
regulären) Formen umgiebt das Scheitelschild den centralen After
in der Form eines breiten Ringes (Fig. 126 A), der aus regelmässig
alternirenden grösseren und kleineren Täfelchen besteht. Zwischen
die Afterlücke und den Scheitelschildring schieben sich noch eine
grössere Anzahl sehr kleiner Plättchen (Fig. 126 A pl) ein. Da aber
das Scheitelschild leicht ausfällt, so findet sich an der fossilen
Schale an seiner Stelle häufig eine weite runde oder eckige Lücke (Fig.
132 A). Bei den zweiseitig symmetrischen Formen dagegen liegt das
Scheitelschild gewöhnlich in der Mitte der Oberseite als eine compacte
Masse (Fig. 125), oder dasselbe ist mehr oder weniger in die Länge
gezogen (Fig. 141 C) oder gar in 2 getrennte Theile zerrissen (Fig. 140
A tr-b).
[Illustration: Fig. 125. Scheitelschild von Micraster, aus 5
Augentäfelchen (o) und 4 Genitaltäfelchen (g) bestehend, von denen das
vordere rechte, durch seine Grösse und Porosität ausgezeichnete, die
Madreporenplatte (m) ist.]
Die 9 oder 10 Tafeln des Scheitelschildes zerfallen ihrer Function nach
in 2 Gruppen: 1) die Augentäfelchen (o), welche stets in der Fünfzahl
vorhanden sind, einen 3- oder 5seitigen Umriss besitzen und von je
einer (selten 2) feinen Pore zum Austritt des Augennerven durchbohrt
sind (Fig. 125 o). 2) Die Genitaltäfelchen (g), meist von unregelmässig
6eckigem Umriss und durchschnittlich grösser als die Augentäfelchen,
in der 5- oder 4-Zahl vorhanden (Fig. 125 A g); auch sie besitzen
eine (selten mehrere) meist etwas grössere Oeffnung, in welche die
Geschlechtsorgane ausmünden. Eine der Genitalplatten und zwar die
vordere rechte (Fig. 125 m) zeichnet sich vor den übrigen meist durch
besondere Grösse und stets durch eine poröse Beschaffenheit aus; sie
heisst Madreporenplatte (m). Durch die feinen Löcher derselben strömt
das Wasser in den Steincanal des Wassergefässsystems ein.
Der übrige Theil der Schale, die sog. corona, besteht aus zwei
auffällig verschiedenen Gruppen von Kalkplatten. Die einen, fast
durchgängig die kleineren und zahlreicheren, sind gelocht --
Ambulacralplatten (Fig. 126 C, J am), die anderen, grösseren und
weniger zahlreichen sind compact -- Interambulacralplatten (Fig. 126 B,
J ia). Bei den meisten Seeigeln besteht die corona aus 5 Paar Reihen
von Ambulacral- und 5 Paar Reihen von Interambulacralplatten. Je ein
paar solcher Reihen heisst ein Feld (Ambulacralfeld (Fig. 126 C),
Interambulacralfeld.
Die Ambulacralfelder beginnen stets an den Augentäfelchen des
Scheitelschildes und endigen an der Mundlücke. Innerhalb der Schale
verläuft unter der Mittellinie eines jeden Ambulacralfeldes ein
radiärer Hauptstamm des Wassergefässsystems, der durch das Porenpaar
jeder Ambulacraltafel zwei Schläuche hindurchsendet, welche sich auf
der Schale zu einem sog. Ambulacralfüsschen vereinigen. Jede Platte
wird von mindestens einem Porenpaare durchbohrt (Fig. 126 C).
[Illustration: Fig. 126. A-H Cidaris. A-C, A C. coronata Schl. sp.
Oberer Malm (Kimmeridge). Schwäbischer Jura. A von der Oberseite.
Das Scheitelschild mit den Augentäfelchen (o) und Genitaltäfelchen
(g) erhalten. a = die centrale Afterlücke; pl = die kleinen, sehr
selten erhaltenen Täfelchen, welche dieselbe umgeben. B eine
Interambulacralplatte mit einer grossen und zahlreichen kleineren
Warzen. C ein Stück des Ambulacralfeldes mit zwei Reihen schmaler,
doppelt durchbohrter Platten. D-G C. florigemma Phill. Oxford.
Schweizer Jura. D der untere Theil der Schale, von der Seite gesehen,
mit dem aus der Mundlücke hervorragenden Kauapparat (k, z). G ein
Stachel; k = Kopf, r = Kopfring, h = Hals, st = Stiel desselben. E
ein Kieferpaar von Cidaris von aussen gesehen; k und k’ = die beiden
Kieferhälften, welche den Zahn (z) einschliessen. F eine Kieferhälfte
von der Seite; z = Zahn. E und F aus dem schwäbischen Oxford. H Stachel
von C. maeandrina Ag. aus dem oberen Dogger des schweizer Jura.
Bezeichnung wie bei G. I, K Rhabdocidaris horrida Mer. sp. Mittlerer
Dogger. Schwaben. J eine Interambulacralplatte (ia) und die links daran
stossende Reihe kleiner Interambulacraltäfelchen (am) mit gejochten,
d. h. durch eine Furche verbundenen Poren. K Stück eines dornigen
Stachels.]
Jedes Ambulacralfeld besitzt 2 Reihen von Porenpaaren, sog.
Porenstreifen oder Fühlergänge. Diese letzteren laufen entweder
geradlinig (oder schwach gebogen) vom Scheitelschild zum Mund
(»einfach«) (Fig. 131 A p-p) oder sie sind blattförmig verbreitert
(»petaloid«), gegen einander gebogen, und dann meist nur auf einem
Theile der Schale deutlich (Fig. 137 A a).
Die Interambulacralfelder bestehen aus je 2 Reihen relativ grosser,
compacter Platten, die seitlich, ebenso wie diejenigen der
Ambulacralfelder, in Zickzacknähten an einander stossen (Fig. 126 B, J
ia).
Sowohl die Platten der Interambulacral- als auch diejenigen der
Ambulacralfelder sind mit kreisrunden, warzenartigen Erhöhungen
(Warzen) bedeckt, an welche sich die beweglichen Kalkstacheln (Fig.
124 G, H, K) mit Hilfe elastischer Bänder anheften. Die Warzen der
Ambulacralfelder sind meist klein und weniger zahlreich als die der
Interambulacralfelder (Fig. 126 J).
Der Grösse der Warzen entspricht zumeist die der Stacheln. Letztere
(Fig. 126 G, H) haften mit ihrem unten ausgehöhlten Ende (Kopf- k) an
den Warzen. Dann folgt ein Ring (r), hierauf häufig eine halsartige
Verlängerung (h) und schliesslich die Hauptmasse des Stachels, der
Stiel oder Körper (st). Im fossilen Zustande finden sich die Stacheln
fast immer getrennt von der Schale.
Von den innerhalb der Schale befindlichen kalkigen Skelettheilen
trifft man fossil nicht selten Stücke des Kauapparats (Fig. 126 D
k z) an. Dieser Apparat besteht aus 5 Kinnladen, die ihre Spitzen
der Mundöffnung zukehren. Jede Kinnlade (Fig. 126 E) besteht aus 3
Hauptstücken, den beiden symmetrisch gelegenen Kieferhälften (k und
k’) und einem mittleren von ihnen umschlossenen Zahne (z). Ausserdem
treten noch andere Stücke hinzu, welche dem Kiefergerüst Zusammenhalt
verleihen.
Die Mehrzahl der paläozoischen Seeigel weicht durch die wechselnde Zahl
der Plattenreihen von den jüngeren Formen wesentlich ab. Es zerfallen
die Seeigel demnach in zwei Unterklassen:
I. Palechinoidea. Schale meist aus mehr, seltener aus weniger als
20 Tafelreihen zusammengesetzt. Tafeln des Scheitelschildes
mit mehreren Poren (Fig. 127, 128). Ausschliesslich paläozoisch.
II. Euechinoidea. Schale stets aus 20 Tafelreihen bestehend. Tafeln
des Scheitelschildes fast immer einfach durchbohrt (Fig. 129-144).
Vom Devon bis zur Gegenwart.