Aglaja Jepantschina.«

Lisaweta Prokofjewna überlegte eine Weile. Plötzlich faßte sie den

Fürsten bei der Hand und zog ihn mit sich fort.

»Sofort! Du kommst jetzt sofort! Unverzüglich!« befahl sie in

ungewöhnlicher Aufregung und Ungeduld.

»Aber Sie setzen mich doch den größten ...«

»Was? Wem setze ich dich aus? Du unschuldige Einfalt! Gott, das soll ein

Mann sein! Nun werde ich selbst alles sehen, mit eigenen Augen ...«

»Aber meinen Hut lassen Sie mich doch wenigstens nehmen ...«

»Hier hast du deinen elenden Hut, gehen wir! Nicht mal eine Fasson hast

du dir mit Geschmack aussuchen können! ... Das hat sie ... Das hat sie

nach jenem Auftritt ... das hat sie in der ersten Wut ...« murmelte

Lisaweta Prokofjewna, den Fürsten, dessen Hand sie keinen Augenblick

losließ, hinter sich herziehend. »Vorhin trat ich für dich ein, sagte

laut, daß du ein Esel seist, weil du nicht kämst ... sonst hätte sie

nicht diesen Zettel --! Wie sie als wohlerzogenes, kluges Mädchen

überhaupt so etwas fertiggebracht hat! ... Hm!« fuhr sie in ihrem

Gedankengang fort, »oder ... vielleicht ... vielleicht hat sie sich

selbst darüber geärgert, daß er nicht kam, nur hat sie vergessen, daß

man an einen Idioten so nicht schreiben darf; denn der nimmt es ja doch

wörtlich, wie er es nun auch getan hat. Was horchst du?« fuhr sie

plötzlich zusammen, als sie gewahr wurde, daß sie ihre Gedanken immerhin

hörbar ausgesprochen hatte. »Einen Narren braucht sie, gerade solch

einen wie du einer bist, hat dich lange nicht gesehen, deshalb schreibt

sie! Aber mich freut es, mich freut es, daß sie dich jetzt durch die

Hechel ziehen wird, das freut mich! Gerade das hast du verdient!

Geschieht dir recht. Und sie versteht es, oh, sie versteht es, das

kannst du mir glauben!«

Sämtliche Werke 3-4 · 第 46 / 75 题