1. Zwey Diacon Rögke von Rotem Sammit mit guldin
Blögken[288] vnd bunten Bortten[289] (D. 12. 13.)
2. Ein Roht seiden Attlas Casell mit einem guldin Creutz
vnd Zweyen Diacon Rögken, mit schwarzem sammit gebrehmet.
3. Ein Roth seiden Casell vnd Zweyen Diacon Rogken
mit golde eingesprengt[290] mit grunen Chartegk gefüttert
(wahrscheinlich D. 10. 11.)
4. Zwei kilche etc. (vorhanden.)
+Loburg.+ E. +Wernicke+.
(Schluß folgt.)
Zur Kunstgeschichte des 14. Jahrhunderts.
In der „Parva chronica monasterii s. Petri in monte crucis ad Werram
ord. s. Benedicti“ (abgedruckt in „Rerum et antiquitatum germanicarum
syntagma ed. Ch. F. Paullini“) findet sich pag. 299 folgende, bis jetzt
unbeachtet gebliebene, für die Kunstgeschichte nicht uninteressante
Notiz:
Anno domini 1306 +Clara de Gattersted+, subpriorissa nostra, cum ab
infantia sua in dioecesi Fuldensi educata et rei pictoriae apprime
perita esset, horas postea lusorias +in depingendis abbatibus
Fuldensibus+ consumpsit a primo Sturmione usque ad quinquagesimum
Henricum huius nominis quintum de Wilnau (1288-1313) diligenter
occupata fuit, quos etiam omnes ac singulos ad vivum ita expressit
et delineavit, ut pulchrius non potuerit optari. Dedit Henricus
abbas ei pro raritate et artificio suo novum habitum et centum
florenos rhenanos etc. etc.
Kreuzburg liegt nordwestlich von Eisenach. Das Frauenkloster daselbst
gehörte höchst wahrscheinlich zur Jurisdiction des Fuldaer Abtes,
welcher in diesen Gegenden ausgedehnte Besitzungen hatte.
Sollte etwa die +‚antiqua pictura‘ des Abtes Sturmius+ (744-779), von
der Brower in seinen antiquitates Fuldenses II, 130 spricht, mit dieser
Nachricht in Verbindung gebracht werden können?
+Fulda.+ Dr. +Joseph Rübsam+.
Sprüche aus Stammbüchern des 16. und 17. Jahrh.
Welcher nach grossen Weidtwerck stelt
vnnd teglich Hundt vnd Ros helt
Vnnd hat doch nicht viel Zinst vnd Rendt,
des Kurtzweill niembt gar balt ein Endt. (16. Jahrh.)
Anfang, Betrachts Entt.
Wann Gott will,
So ist mein Zill,
Darauff Ich mich verlassen will. (Nürnberg, 1592.)
Gleich wie ann eim geschniczten bildt
die farb verloren, das nichts mehr gilt,
Also menschn sitt nicht gelten mehr,
wenn sie verlorn han zucht vnd ehr.
Durch Teglich Sauffn vnnd Bannckhetiernn
Thuet mancher Zucht vnnd ehr verliern;
Derhalbenn wärt nicht für Erbar geacht,
Der voll zu Beth geht alle Nacht. (Nürnberg, 1592.)
Regieren freundtlich vnd mit Willen,
Thuet vil hass vnndt hader stillen.
Wer mit dem Kopff will oben aus,
Der thut vil schaden vnnd richt nichts aus. (16. Jahrh.)
Ob du wol recht hast, soltu doch
Dein freund zu Zeitten geben noch;
Denn guete freunndschaft Jedermann
Auf solche weis erhalten kan.
Wenn du ein angenummen hast,
So dennck, das du in nicht verlast,
Es wer denn sach, das er legt sich
wider die Wahrheit Offentlich.
Ein feinnes sprichwort wie man nent:
anfang, bedenckh alzeit das Enndt.
Vnd nichts ohn Rath vnd wissen thu,
welchs dich mecht bringen in Vnru.
Dan keinne schant zu fragen ist,
Ob du schon alt vnd verstendig bist. (16. Jahrh.)
Weil dirs wol geht vnd glückh zufelt,
Güette freündt vmb dich Seindt vngezelt;
fehlt aber noth vnd Trüebsal ein,
So laßt man dich wol bleiben allein. (1593.)
+Stockerau+ in Niederösterreich. C. M. +Blaas+.
Bruchstück eines mittelhochdeutschen Messgebetes.
Ueber das in Nr. 10 des Anz., Sp. 305 f. aus einer Fuldaer Hs.
mitgetheilte mhd. Meßgebet läßt uns Hr. Professor Dr. Steinmeyer
in Erlangen freundlich die Bemerkung zugehen, daß dasselbe bereits
in der Zeitschrift für deutsches Alterthum, Bd. 18, S. 455 von ihm
veröffentlicht u. ebend., Bd. 19, S. 103 nachgewiesen sei, daß dasselbe
später von Freidank aufgenommen wurde.
Die Redaction.
Verantwortliche Redaction: Dr. +A. Essenwein+. Dr. +G. K. Frommann+.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in
Nürnberg.
Gedruckt bei +U. E. Sebald+ in Nürnberg.
Mit einer Beilage.