1880. Nº 9. September.
Chronik des germanischen Museums.
+Nürnberg+, den 15. September 1880.
Der Schluß des Monats August d. J. ist für die Geschichte der
Entwickelung unserer Anstalt von besonderer Bedeutung, indem sich
für den Stand unserer Bauten, von deren Fortgang ja die Entwickelung
abhängt, bedeutsame Ereignisse vollzogen.
So durften wir am 25. August, dem Geburts- und Namensfeste Sr.
Majestät des Königs von Bayern, an welchem zugleich in ganz Bayern
die 700jährige Jubelfeier des Hauses Wittelsbach begangen wurde, die
Uhr fertiggestellt dem Publikum übergeben, deren Errichtung durch die
an dieser Stelle öfter erwähnten Stiftungen der kgl. Prinzen Otto,
Luitpold, Ludwig und Leopold ermöglicht worden war, und welche den
Namen Wittelsbacher Uhr führen darf.
Der zweite Flügel des Ostbaues, dessen erstem wir den Namen Ihrer
kaiserl. Hoheit, der Frau Kronprinzessin Victoria beilegen durften,
war so weit gediehen, daß, als am 30. August Se. kaiserl. Hoheit der
Kronprinz des deutschen Reiches und von Preußen, Friedrich Wilhelm,
hier weilte, welcher die Gnade gehabt hatte zu gestatten, daß dieser
Flügel Höchstseinen Namen trage, der Dachstuhl aufgeschlagen werden und
der hohe Pathe persönlich der Richtfeier beiwohnen konnte.
Unmittelbar an diese anschließend, fand die Eröffnung der Haupthalle
des Victoriabaues statt, welche gleichfalls für diesen Tag hatte
fertiggestellt werden können, und die, nachdem Se. kaiserl. Hoheit
sie betreten, dem Publikum übergeben wurde. In derselben findet
die Sammlung von Gipsabgüssen der wichtigsten Skulpturen aus der
romanischen Stilperiode Aufstellung.
Auch die von den thüringischen Adelsgeschlechtern gestifteten Fenster
konnten im ersten Flügel des Kreuzganges, mehrere andere schon längst
gestiftete gleichzeitig im Victoriabau Aufstellung finden. Wir
hoffen, noch im Herbste dieses Jahres alle früher gemachten, jetzt
aber noch nicht zur Ausführung gekommenen Stiftungen für unseren
Bau fertigstellen zu können, mit Ausnahme natürlich des Saales
der landesfürstlichen Städte, für dessen Durchführung eben erst
Vorbereitungen getroffen werden. Möge es gelingen, auch diesen baldigst
errichten zu können, weil ja, wie oben gesagt, die ganze Entwickelung
der Anstalt von der Förderung der Bauten abhängt.
Auch heute dürfen Wir eine neue Zusage für diesen Bau melden, indem die
Stadt Nienburg a. S., im Anschlusse an die früher gemeldeten Städte,
ihre Betheiligung zugesagt hat.
Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer
wurden folgende neue +Jahresbeiträge+ angemeldet:
Von =Privaten=: =Aachen.= Franz Voßen, Rentner, 3 m. =Berlepsch.= Graf
von Berlepsch auf Schloß Berlepsch 6 m. =Bremen.= Friedr. Begemann,
Privatmann, 3 m.; Herm. Begemann, Kanzlist, 3 m.; Gottfr. Gg. Ludw.
Bergfeldt, Gold- und Silberwaarenfabrikant, 5 m.; Henrich Bredehorst,
Architekt, 3 m.; Franz Friedr. Droste, Kaufmann und Consul, 5 m.;
Franz Konr. Dubbers, Privatmann, 5 m.; Dr. med. Eberhard Focke 3 m.;
Johannes Gläser, Maler, 3 m.; Dr. med. Peter Reuß 5 m.; Dr. med.
Edmund Rothe 5 m. =Fürth.= Freiherr von Feilitzsch, k. Bezirksamtmann,
2 m.; Wolf Wolf, Kaufmann, 3 m. =Hildesheim.= Cuno, Regierungs- und
Baurath, 3 m.; Rumpf, Regierungs- und Baurath, 10 m. =Kassel.= Dr. jur.
Beckmann, Regierungsreferendar, 3 m.; Bodenstein, Regierungsassessor,
3 m.; Buchholtz, Landgerichtsdirektor, 3 m.; Büstorff,
Oberlandesgerichtsrath, 3 m.; Consbruch, Landgerichtspräsident,
3 m.; Consbruch, Referendar, 3 m.; E. Gebhard, Rentier, 3 m.;
Grimm, Referendar, 3 m.; Heym, Major a. D., 3 m.; Dr. Kupfer 3 m.;
Lehrerkollegium der Realschule I. O. (statt früher 10 m. 50 pf.) 12
m.; Meinck, Landgerichtsdirektor, 3 m.; v. Möller, Oberpräsident a.
D., Excellenz, 6 m.; v. Müldner, Justizrath, 3 m.; Rieß, Rechtsanwalt,
3 m.; V. Rinald, Rentier, 3 m.; Dr. jur. Rocholl, Rechtsanwalt, 3
m.; Freiherr von Schlotheim, Generallieutenant, commandierender
General des XI. Armeecorps, Excellenz, 6 m.; Sommer, Intendantur- und
Baurath, 3 m.; M. Wallach, Großhändler und Stadtrath, 6 m.; Wenning,
Rechtsanwalt, 3 m.; Dr. jur. Wöhler, Rechtsanwalt, 3 m. =Köthen.= L.
Wittig, Commissionsrath, (statt bisher 3 m.) 10 m. =Nürnberg.= J. L.
Geiger, Bildhauer, 6 m.; Ludwig Prosiegel, Lehrer, 3 m.; F. C. Seressé,
Weinhändler, 5 m. =Rochlitz.= Römer (nicht „Heer“ wie irrthüml. in Nr.
8 gemeldet wurde), Diaconus, 3 m.
Als +einmalige+ Beiträge wurden folgende gegeben:
Von =Privaten=: =Beuthen.= Ertrag einer kleinen Sammlung 2 m. =Kassel.=
Duncker, Landesbibliothekar, 3 m. =Weissenbach= (Oberösterreich). Adam
Linßmeyer, Tabakverleger, 2 m.
Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu: