BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

1880. Nº 7. Juli.

Chronik des germanischen Museums.

+Nürnberg+, den 17. Juli 1880.

Heute ist nach glücklicher Beseitigung aller Schwierigkeiten, welche

sich dem Transporte des großen und schweren Steines entgegenstellten,

die von der Stadt Miltenberg dem Museum zum Geschenke gemachte

Heunensäule wohlbehalten in unserem Museum eingetroffen. Herr

Sektionsingenieur Scherer in Miltenberg hat, nachdem er schon im

Frühjahre einen schwierigen Theil der Arbeit, die Entfernung der Säule

von ihrem anderthalbtausendjährigen Lagerplatze, besorgt hatte, den

Transport zur Bahn, der für die Säule wegen der engen Wendungen und

grossen Steilheit der Straße der gefährlichste war, sicher geleitet,

obwohl Gefahren und Schwierigkeiten in großer Zahl zu überwinden waren.

Der Eisenbahntransport war auf einem eigens dazu konstruierten Wagen

kostenfrei von der kgl. Staatsregierung von Miltenberg hierher besorgt

worden. Die Maschienenbau-Aktiengesellschaft übernahm den Transport vom

hiesigen Bahnhofe in das Museum, wo soeben die Säule unbeschädigt auf

dem Bauplatz niedergelegt worden ist.

Das königl. bayer. Staatsministerium d. I. für Kirchen- und

Schulangelegenheiten hat nach erfolgter allerhöchster Genehmigung

angeordnet, daß, nachdem die Fertigstellung der nöthigen Räumlichkeiten

erfolgt sein wird, die jetzt in der Morizkapelle dahier aufgestellte

Gemäldesammlung dem germanischen Museum übergeben werde, um vereinigt

mit den verschiedenen schon dort aufbewahrten Gemäldebeständen eine

größere würdige Gemäldesammlung zu bilden. Neben der Verpflichtung zum

innigsten Danke für diese großartige Förderung legt uns diese Anordnung

aber auch die Mahnung zu möglichster Beschleunigung des Baues nahe.

Den Stiftern für Gipsabgüsse hat sich die Stadt Schwäbisch-Gmünd

angeschlossen, die eine Anzahl der interessantesten Skulpturen ihrer

romanischen St. Johanniskirche abformen läßt.

Den Städten, welche gemeinsam die Kosten für einen Saal im Museum

aufzubringen gedenken, sind neuerdings beigetreten Darmstadt, Stendal

und Wolfenbüttel, den thüringischen Geschlechtern, welche eine

Reihe gemalter Fenster stiften, Herr Hauptritterschaftsdirektor von

Tettenborn in Reichenberg bei Wriezen a. O.

Die Liste für die Einzeichnungen von Antheilscheinen für das

Handelsmuseum, welche in Frankfurt circulierte, ist uns mit

nachstehenden Namen zugekommen: S. v. Bethmann 10, D. Brünig 10,

Deutsche Effekten- und Wechselbank 3, Ludwig v. Erlanger 10, Leonhard

Flörsheim 1, Joseph Fuld 1, B. H. Goldschmidt 5, Henrich jun. 1, G. v.

Heyder 2, Anton Horkheimer 2, Dr. Humser 1, M. S. Kirchheim Söhne 2,

Dr. J. de Neufville 5, Karl Reis 1, L. A. Ricard-Abenheimer 2, Leopold

Sonnemann 10, Georg Speyer 10, Theodor Stern 10, Gebrüder Sulzbach

10, Sigm. Una (in Firma Ullmann u. Una) 1, Deutsche Vereinsbank 3

Antheilscheine.

Außerdem haben je 1 Antheil gezeichnet die Herren: Adolf Gruber in

Villa Lindenhof bei Lindau und Gebrüder Soldan in Nürnberg.

Im Pflegschaftswesen haben sich seit unseren Mittheilungen in Nr. 1 des

laufenden Jahrgangs folgende Veränderungen zugetragen:

+Neue+ Pflegschaften wurden gegründet in +Ebermannstadt+, Pfleger:

+Würz+, K. Bezirksamtmann, seit 17. April d. J., und in +Neumarkt+ in

der Oberpfalz, Pfleger: +F. Böhm+, k. Rentbeamter, seit 1. Januar d.

J. Als +weitere+ Pfleger wurden aufgestellt in +Bremen+: Freiherr +Dr.

Hermann von Eelking+, seit 1. Mai d. J. +Frankfurt a. M.+: +Dr. Veit

Valentin+, seit 1. April d. J. +Leipzig+: +G. Frhr. v. Seckendorff+,

kgl. sächs. Regierungsrath, seit 24. Novbr. v. J. +Lübeck+: +Dr. jur.

A. v. Bippen+, kgl. Rechtsanwalt und Notar, seit 1. Januar d. J.

Nachstehende Pflegschaften wurden +neu besetzt+: +Brünn+. Pfleger:

+Dr. Gustav Trautenberger+, ev. Pfarrer und Senior, seit 16. Januar d.

J. +Crailsheim+. Pfleger: +Ed. Krauß+, Rechtsanwalt, seit 20. Mai d.

J. +Dinkelsbühl+. Pfleger: +Roman Hattemer+, k. Bezirksamtsassessor,

seit 18. April d. J. +Hohenstein+ (Sachsen). Pfleger: +Allwill Emil

Laube+, Pfarrer, seit 1. Juli d. J. +Meiningen+. Pfleger: +Ernst

Koch+, Gymnasiallehrer, seit 19. Januar d. J. +Naila+. Pfleger:

+Karl Dittmar+, in Oberklingensporn, seit 6. Febr. d. J. +St.

Petersburg+. Pfleger: +Karl Winkler+, Fabrikant, vom 1. Septbr.

d. J. an. +Pleinfeld+. Pfleger +Friedrich Usselmann+, kgl. Post-

und Bahnverwalter, seit 9. Febr. d. J. +Saarbrücken+. Pfleger: +H.

Klingebeil+, Buchhändler, seit 25. Febr. d. J. +Schmalkalden+. Pfleger:

+Dr. jur. Otto Gerlach+, Rechtsanwalt und Notar, seit 1. April d. J.

+Sulzbach+. Pfleger: +Hans Wotschack+, Buchhändler, seit 1. Juli d. J.

+Weida+. Pfleger: +G. R. Schulz+, Rechnungsamtmann, seit 1. Juni d. J.

+Wernigerode+. Pfleger: +Sommer+, k. Bauinspektor a. D., seit 1. Juni

d. J. +Wunsiedel+. Pfleger: +Ludwig Kadner+, k. Forstmeister, vom 1.

August d. J. an. +Zeitz+. Pfleger: +Dr. Weber+, Gymnasiallehrer, seit

1. April d. J.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer

wurden folgende neue +Jahresbeiträge+ angemeldet:

Von =öffentlichen Kassen=: =Aachen.= Stadtgemeinde 50 m. =Biebrich.=

Stadtgemeinde 10 m. =Calbe a. d. S.= Stadtgemeinde (auf weitere 3

Jahre) 9 m. =Hammelburg.= Distriktsgemeinde 5 m.

Von =Privaten=: =Bremen.= Johannes Achelis, Kaufmann und Consul, 5

m.; Joh. Abrah. Albers, Kaufmann und Consul, 5 m.; Friedr. Heinr.

Balthaupt, Schulvorsteher, 3 m.; Dr. med. J. Dietr. Betke 3 m.; August

Casorti, Tanzlehrer, 3 m.; Johann Funck, Generalagent der Gothaer

Gesellschaft, 3 m.; J. H. Gräving, Geldmakler, 5 m.; Dr. med. Gust.

Hartlaub 5 m.; Lebrecht Hoffmann, Kaufmann und Fabrikbesitzer, 5

m.; P. L. von Kapff, Weinhändler, 10 m.; Dietrich Koch, Kaufmann, 5

m.; W. H. Lahnsen, Apotheker, 5 m.; Dr. med. August Gabriel Loose

5 m.; Dr. med. Eduard Lorent 3 m.; E. Matthes, Kaufmann, 10 m.;

Carl Theod. Melchers, Kaufmann und Consul, 10 m.; Migault & Ruyter,

Kaufleute, 5 m.; Dr. med. W. Gust. Nagel 5 m.; Wilh. Nolte, Kaufmann,

5 m.; Dr. med. Bernh. Pauli 10 m.; Alb. Friedr. Plate, Privatmann,

20 m.; Dr. jur. Joh. Friedr. Plate, Richter, 5 m.; Julius Quentell,

Kaufmann, 20 m.; Adolf Renken, Bankdirektor, 5. m.; Joh. Silkenstädt,

Rentier, 10 m.; Dr. med. C. W. L. Stadler 5 m.; Dr. med. Georg

Ernst Strube 5 m.; W. Ph. Wiesenhavern, Apotheker, 5 m.; Johannes

Wilckens, Kaufmann, 3 m. =Merseburg.= v. Diest, Regierungspräsident,

3 m.; Schede, Oberregierungsrath, 3 m. =Nürnberg.= Johannes Brunck,

Kaufmann, 5 m. =Pegnitz.= Rentsch, k. Bezirksamtsassessor, 2 m.

=Plauen.= Dr. Freiersleben, Landesgerichtspräsident, 2 m.; Gensel,

Landesgerichtsrath, 2 m.; Friedr. Merkel, Kaufmann, (statt früher 1

m.) 2 m.; C. Schmidt, Landesgerichtsrath, 2 m. =Schwabach.= Johann

Kern, Seminarlehrer, 1 m.; Martin Pültz, Seminarhilfslehrer, 1 m.

=Sulzbach.= Hans Wotschack, Buchhändler, 2 m. =Waldsee.= Karl Kees,

Kaufmann, 2 m.; Menz, Stadtpfarramtsverweser, 2 m. =Werneck.= Ludwig

Katzenberger, Anstaltslehrer, 1 m. =Wolfenbüttel.= Rhamm, Amtsrichter,

3 m. =Zwickau.= Dr. jur. Ayrer, Referendar und Seconde-Lieutenant der

Reserve, (bereits für 1879 bezahlt) 5 m.; Bauer, Kassendirektor, 3 m.;

Dr. phil. Föste, Oberlehrer, 3 m.; Neise, Zahntechniker, 3 m.; Thost,

Bergingenieur, (statt früher 2 m.) 3 m.

Als +einmalige Beiträge+ wurden folgende gegeben:

Von =Privaten=: =Berlin.= Fräulein Rützel 3 m. =Bremen.= Dr. med.

Eduard Meyer 15 m. =London.= G. Campe 10 m. =Zwickau.= Pietzsch,

Conrektor, 3 m.; Silling, Oberlehrer, 3 m.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 27. Band, 1880 Organ des Germanischen Museums · 第 81 / 173 题