BEILAGE ZUM ANZEIGER FÜR KUNDE DER DEUTSCHEN VORZEIT.

1880. Nº 5. Mai.

Chronik des germanischen Museums.

+Nürnberg+, den 15. Mai 1880.

Schon oft hatte Ihre Majestät Kaiserin Augusta die Gnade, dem

germanischen Museum Unterstützungen zuzuweisen, so daß seit lange kein

Jahresbericht auszugeben war, in welchem nicht eines allergnädigsten

Geschenkes Erwähnung zu thun gewesen wäre. Auch heute dürfen wir von

neuen Beweisen Allerhöchsten Wohlwollens Nachricht geben, indem Ihre

Majestät den Betrag von 300 m. für Herstellung eines Gipsabgusses

zu spenden und gleichzeitig denselben Betrag als fortlaufenden

Jahresbeitrag anzuweisen die Gnade hatte.

Auch sonst haben wir Erfreuliches zu berichten. Die Rechnung unseres

Augustinerbaues konnte endlich abgeschlossen werden und es hatte, um

dies auch formell ohne Defizit zu thun, Herr Gutsbesitzer Th. Freiherr

v. Tucher die Güte, den fehlenden geringen Betrag von 16 m. 70 pf.

zu bezahlen, so daß der ganze Bau, dessen Einrichtungsgegenstände an

Schränken und ein Theil der Kunstsammlungen, die darin enthalten sind,

nicht einen Pfennig von Seite des Museums in Anspruch genommen hat.

Wenn wir auch in unserer Chronik von den dafür gegebenen Schenkungen

u. A. Mittheilung gemacht haben, so ist doch weder Einnahme, noch

Ausgabe je in der Jahresrechnung gestanden, und es ist deshalb von

Interesse, hier das Ergebniß zusammenzufassen.

+Einnahmen.+

Stiftungen u. dgl. 89676 m. 3 pf.

Reinertrag der 2 Lotterieen nach

Abzug aller Verwaltungskosten 81292 „ 22 „

------------------

170968 m. 26 pf.

+Ausgaben.+

Baukosten 131523 m. 97 pf.

Inventargegenstände 3798 „ 78 „

Zugehörige Kunstgegenstände 31135 „ 29 „

Zinsen 4568 „ 22 „

------------------

170968 m. 26 pf.

Wir sagen aber auch hier nochmals, wenn auch fast ein Jahrzehnt

zum vollen Abschlusse nöthig war, Allen den innigsten Dank, welche

durch ihre Stiftungen dazu beigetragen haben, daß ohne irgend welche

Belastung des Museums das große Resultat erreicht wurde: so vielen

Allerhöchsten Herrschaften, den deutschen Standesherren, denen wir den

schönen Waffensaal verdanken, den Adelsgeschlechtern, den Künstlern,

deren Werke die Lotterieen ermöglichten, den Musikern, Sängern und

Sängerinnen, welche Concerte gegeben, so vielen Privaten, endlich den

ehemaligen deutschen Reichsstädten, aus deren Stiftungen der Saal der

Reichsstädte errichtet ist.

Noch in jüngster Zeit hat die Stadtgemeinde Seligenstadt den Wunsch

ausgesprochen, daß auch ihr Wappen im Saal der Reichsstädte angebracht

werde, da auch Seligenstadt kurze Zeit freie Reichsstadt war, und

den Betrag von 50 m. eingesendet. Natürlich wird dem Wunsche gerne

entsprochen werden.

Schon in der letzten Nummer dieses Blattes haben wir mitgetheilt,

daß wir als Parallele zum Saale der Reichsstädte einen solchen der

ehemals landesfürstlichen Städte zu bauen beabsichtigen. Auf die an

die Städte ergangene Aufforderung haben bis heute folgende Städte

Beisteuern zugesagt: Allstedt, Altdorf, Altona, Arnstadt, Baden-Baden,

Bamberg, Barmen, Bautzen, Bernburg, Breslau, Bunzlau, Dillingen,

Dresden, Eichstätt, Elberfeld, Elbing, Forchheim, Freiberg i. S., Fürth,

Gera, Glogau, Günzburg, Halle, Hannover, Hildesheim, Ingolstadt,

Karlsruhe, Kiel, Kitzingen, Kreuznach, Kronach, Landshut, Lichtenfels,

Ludwigsburg, Marktbreit, Meiningen, Minden, Münster, Neustadt a. d.

Aisch, Neuwied, Olmütz, Potsdam, Reichenhall, Schleiz, Sigmaringen,

Stade, Stralsund, Werdau, Wesel und Wunsiedel, und zwar fast alle den

Betrag von 100 m.

Zugleich haben wiederum, wie aus dem untenstehenden Verzeichnisse sich

ergibt, mehrere Städte Jahresbeiträge bewilligt, andere die seitherigen

erhöht, so Dresden den seinigen von 75 auf 200 m.

Zur Ausschmückung der Karthause haben neuerdings, im Anschluß an die

früher gemeldeten thüringischen Adelsgeschlechter, die Familien v.

Hopfgarten, v. Erffa, v. Seebach je 300 m. und Herr A. v. Hake in

Coburg 100 m. zur Stiftung gemalter Fenster zugesagt.

Aber auch in anderer Weise ist unserem Bau Förderung zu Theil geworden.

Das kgl. Landbauamt Würzburg hat einige romanische Kapitäle und

einen drachenförmigen Rinnenausguß zur Verwendung übersendet; Herr

Fabrikbesitzer Wolf in Nürnberg hat eine Signalglocke aus Bronze, Herr

Schlossermeister Leibold dahier einen kuppelartigen Aufsatz auf eine

Verbindungsöffnung zwischen dem Erdgeschosse und dem ersten Stocke

unserer Karthause, in großem Reichthum aus Eisen geschmiedet, zum

Geschenke gemacht, Herr Derleth einen Drachenausguß, Herr Anton Kohn

die Bekleidung eines Ganges mit gebrannten Reliefplatten aus dem 15.

Jhdt.

Im Fortgange der Arbeiten konnte der große Oberlichtsaal des

Victoriabaues in jüngsten Tagen dem Publikum übergeben werden.

Zum Ankaufe eines Gegenstandes für unsere Sammlungen hat Herr +L. G.+

in Nürnberg 150 m. gespendet.

Für das Handelsmuseum sind manche interessante Geschenke übergeben

worden, darunter ein Schiffsmodell von Herrn Privatier Thieß in

Nürnberg und ein solches von Herrn Dr. med. Borchen in Bremen.

Das vollständige Verzeichniß dieser Gaben wird vom Handelsmuseum

selbst veröffentlicht. Je einen Antheilschein haben seit der letzten

Mittheilung gezeichnet: der Handels- und Gewerberath zu Dinkelsbühl,

ferner nachstehende Herren und Firmen: Friedrich Faulstich in

Gunzenhausen, Ludwig Faulstich in Gunzenhausen, Fabrikbesitzer

Friedrich Fröscheis in Nürnberg, Hermann Goldberger in Berlin,

Fabrikbesitzer Karl Graßer in Nürnberg, Guttknecht in Stein, Lorenz

Hutschenreuther in Selb, Ed. Kauffmann Söhne in Mannheim, Löwe und

Eschellmann in Mannheim und J. H. Rotmann in Bremen.

Seit Veröffentlichung des Verzeichnisses in der vorhergehenden Nummer

wurden folgende +neue Jahresbeiträge+ angemeldet:

Von =Stadtgemeinden=. =Altena= 3 m. =Bensheim= 5 m. =Burtscheid= 10 m.

=Dessau= 20 m. =Dresden= (statt früher 75 m.) 200 m. =Ehingen= 9 m.

=Eisenberg= 6 m. =Elberfeld= 30 m. =Emmerich= 6 m. =Hamm= 10 m. =Hanau=

10 m. =Hirschberg i. Schl.= 10 m. =Holzminden= 5 m. =Meerane= 10 m.

=Neumünster= 10 m. =Potsdam= 30 m. =Rudolstadt= (statt früher 3 m. 60

pf.) 10 m. =Schmalkalden= 5 m. =Sebnitz= 5 m. =Siegen= 10 m. =Solingen=

10 m. =Witten= 10 m. =Zittau= (statt früher 6 m.) 15 m.

Von =Vereinen=. =Dinkelsbühl.= Verein der freiwilligen Feuerwehr 5 m.

Von =Privaten=. =Annaberg.= Dr. Knäbel, Staatsanwalt, 3 m.;

Kühlbaum, Stadtrath, 3 m. =Apolda.= E. Wiedemann, Kaufmann und

Manufacturverleger, (statt früher 6 m.) 10 m. =Baumenheim.= Joh.

Droßbach, Fabrikant, 3 m. =Calw.= Georg Wagner, Kaufmann, 5 m.

=Dambach.= August Schäff, Hammerwerksbesitzer, 2 m. =Dinkelsbühl.= Karl

Brunco, Färbermeister und Magistratsrath, 2 m.; Friedr. Entzenberger,

Bezirksthierarzt, 2 m.; Karl Gabler, Gerbermeister, 2 m.; Gebhardt,

Bezirksamtsoberschreiber, 2 m.; Philipp Krafft, Wollengarnfabrikant,

1 m. 70 pf.; Michael Lang, Gastwirth, 1 m. 75 pf.; Adolph Simon,

Kaufmann, 2 m.; Otto Strobel, Tuchscheerer, 2 m. =Donauwörth.= Heinr.

Fraas, k. Bezirksingenieur, 2 m.; R. Graf, Amtsrichter, 1 m.; J. N.

Hacker, Rechtsanwalt, 2 m.; Joachimbauer, Betriebsingenieur, 2 m.;

Ludwig Schneider, Cafetier, 1 m.; Johann Starklauf, k. Postoffizial,

1 m. =Dürrwangen.= Ferd. Beck, Bautechniker, 1 m.; Matthias Eisele,

Kaufmann u. Bürgermeister, 2 m.; Gg. Kolb, Gastwirth, 1 m.; Maier, k.

Oberförster, 3 m.; Eugen Meyer, Hilfslehrer, 1 m.; Gg. Riedmüller,

Kaufmann, 2 m.; Gabriel Schineis, Kaufmann u. Schlosser, 2 m.; Joseph

Schreiner, Lehrer, 1 m. 50 pf.; Xaver Veroni, Bürstenbinder, 1 m.;

Vogel, Pfarrverweser, 2 m.; Joseph Weiß, Privatier, 2 m.; Theodor Weiß,

Bierbrauer u. Gastwirth, 2 m. =Ehingen.= Friedr. Wiedemann, Oekonom

und Bürgermeister, 2 m. =Fürnheim.= Gg. Höhenberger, Privatier, 2

m. =Gera.= Moriz Jahr, Maschinenfabrikant, 3 m. =Hersbruck.= Henle,

k. Amtsrichter, 2 m.; Holzmann, Bäckermeister, (statt früher 1 m.)

2 m.; Kellein, k. Bezirksamtsassessor, 2 m.; Knöll, Pfarrer und

Lokalschulinspektor, 2 m.; H. Meder, Bierbrauer, 1 m. =Kronach.=

Melchior Ott, Stadtpfarrer u. geistl. Rath, 2 m.; Gg. Stadlinger,

Apotheker, 2 m. =Linkersbaind.= Simon Vonroth, fürstl. Förster, 2

m.; =Meissen.= Batsch, Realschuloberlehrer, 3 m.; Büttner, Factor,

2 m.; K. Finke, Schiffsherr, 3 m.; Franz, Domprediger, 3 m.; Dr.

Günther, Realschuloberlehrer, 3 m.; Hönicke, Realschuloberlehrer,

3 m.; Klinkicht, Buchdruckereibesitzer, 3 m.; Reinhard, Fabrikant,

3 m.; Dr. Schäfer, Realschuloberlehrer, 1 m.; Schmorl, Kaufmann, 3

m.; Schreiber, Partikulier, 2 m.; Vorbrodt, Realschuloberlehrer, 3

m.; Wolf, Realschuloberlehrer, 3 m.; Wolff, Realschuloberlehrer, 3

m.; Zacharias, Realschuloberlehrer, 3 m. =Nürnberg.= W. Drechsler,

Kaufmann, 3 m.; Dr. Eberhard, Redacteur, 2 m.; G. Ebersberger,

Kaufmann, 2 m.; Ernst Francke, Redacteur, 2 m.; Jonas Frank, Kaufmann,

3 m.; Ulrich Greßert, Telegraphenexpeditor, 3 m.; Ernst Hebel,

Redacteur, 2 m.; J. Jahn, Gastwirth, 2 m.; Max Levinger, Kaufmann,

3 m.; Ottomar Lippold, Kaufmann, 3 m.; R. A. Schmidt, Generalagent

der Providentia, 3 m.; W. Schmidt, Kassier, 2 m.; Louis Schneider,

Privatier, 3 m.; Gg. Schwabe, Cafetier, 3 m.; Karl Spitta, Kaufmann,

3 m.; Johannes Wilde, Redacteur, 3 m.; Peter Zehnter, Postoffizial,

4 m. =Oberkemmathen.= Wilh. Schäff, Mühlbesitzer und Bürgermeister,

2 m. =St. Petersburg.= Gustav Teufel, Ingenieur, (statt früher 8 m.

57 pf.) 10 m. =Scheinfeld.= Hebel, k. Bezirksamtmann, (statt früher

2 m.) 3 m.; Loose, k. Bezirksamtsassessor, 2 m.; Dr. Otto Rüdel, k.

Bezirksarzt, 3 m. =Stettin.= Dr. Haag 2 m.; Dr. Prümers, 1 m. =Torgau.=

Besser, Gymnasiallehrer, 2 m.; Dr. Pennigsdorf, Gymnasiallehrer, 2

m.; Reinbeck, Apotheker, 2 m.; Dr. Steinkopff, prakt. Arzt, 2 m.;

Dr. Taubert, Gymnasiallehrer, 2 m. =Wassertrüdingen.= Baltheiser, k.

Amtsrichter, 1 m. 50 pf.; Baumer, k. Gerichtsschreiber, 1 m.; Friedr.

Eisen, Stadtkassier, 2 m.; Konr. Ittameyer, Distriktsthierarzt, 2

m.; Karl Klein, Bierbrauer u. Gastwirth, 2 m.; Heinr. Kränzlein,

Kaufmann u. Conditor, 2 m. 50 pf.; Friedr. Krebs, Bürgermeister, 2

m.; Oswald, k. Rentamtmann, 3 m.; Schöner, k. Oberamtsrichter, 2 m.;

Friedr. Steingruber, Maurermeister, 2 m.; Dr. Thenn, prakt. Arzt,

3 m. =Weiltingen.= Gg. Habermann, k. Oberförster, 2 m.; A. Chr. L.

Käppel, k. Pfarrer, 3 m.; Gottfried Schoberth; k. Forstgehilfe, 2 m.;

Gg. Wittmann, Zimmermeister und Bürgermeister, 2 m.; Karl Wittmann,

Baumeister, 2 m.; Dr. Karl Wolffhardt, prakt. Arzt, 1 m. 50 pf.

=Wörnitzhofen.= Friedr. Widemann, Bürgermeister u. Landrath, 2 m.

=Zeitz.= Dr. Lange, Gymnasiallehrer, 1 m.; Dr. Weber, Gymnasiallehrer,

2 m.; Weicher, Oberlehrer, 3 m.

Als +einmalige Beiträge+ wurden folgende gegeben:

Von =Privaten=. =Donauwörth.= Kaler, Notar, 2 m.; Ant. Storr, Kaufmann,

2 m. =Moskau.= H. Achenbach 21 m. 50 pf.; N. G. Droschenkin 2 m. 15

pf.; J. Ellbogen 2 m. 15 pf.; C. Gercke 2 m. 15 pf.; C. Horn 2 m. 15

pf., P. G. Kretschetow 4 m. 30 pf.; G. Mutsen 2 m. 15 pf.; N. P. 4 m.

30 pf.; F. W. Rosenbusch 2 m. 15 pf.; H. A. Ruperti 4 m. 30 pf.; A.

Tacke 2 m. 15 pf.; B. M. Warkewitsch 2 m. 15 pf.; A. Wulff 2 m. 15 pf.

Unsern Sammlungen giengen ferner folgende Geschenke zu:

Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit, 27. Band, 1880 Organ des Germanischen Museums · 第 62 / 173 题