Durchgesehen und vermehrt

von

F. P. Wilmsen.

Stuttgart,

bei A. F. Macklot. 1822.

Vorrede des Herausgebers,

zur neunten Auflage.

Ich habe den Wunsch der Verlagshandlung, Knigge's bekanntes und

geschätztes Werk über den Umgang mit Menschen für die neunte Ausgabe

durchzusehen, und mit einer Einleitung, Anmerkungen und Nachträgen

zu vermehren, gern erfüllt, weil ich glaubte, dadurch nützlich zu

werden. Dies Werk enthält sehr viel Gutes, und kann für Menschen, die

auf den mittleren Stufen der Bildung stehen, und wenig Gelegenheit

haben, Menschenkenntniß einzusammeln, überaus nützlich werden. Da ich

es für Pflicht hielt, Knigge selbst reden zu lassen, so habe ich mir

nur da, wo er sich eine offenbare Incorrectheit oder Nachlässigkeit

im Vortrage erlaubt hat, eine Aenderung und Uebertragung erlaubt,

und solche Anmerkungen, welche für eine Note unter den Text zu wenig

Ausdehnung hatten, gleich in den Text selbst verwebt. Dieß glaubte ich

um so eher mir erlauben zu dürfen, da diese Anmerkungen größtentheils

nur weitere Ausführungen, oder nähere Bestimmungen, oder eine festere

Begründung des von K. Gesagten enthalten. Ganz weggestrichen habe ich

nur solche Stellen, welche eine offenbare Uebertreibung oder eine

nichtssagende Anekdote, oder eine leere Amplification enthielten. Ein

zur Vollständigkeit nöthiger Nachtrag enthält besonders die Regeln des

Umgangs mit Kindern, worüber K. viel zu kurz gewesen ist, und wird die

Brauchbarkeit des Werkes hoffentlich einigermaßen erhöhen und befördern.

~Berlin~, im April 1817.

~F. P. Wilmsen.~

Inhalt.

Erster Theil.

Einleitung des Herausgebers; Seite 3.

Einleitung des Verfassers; Seite 12.

1) Warum man mit großen und glänzenden Eigenschaften dennoch nicht

immer in der Welt sein Glück mache. Ueber den +esprit de conduite+.

Mancher will sich nicht nach den Sitten Andrer fügen. Manchem fehlt es

dazu an der nöthigen Weltkenntniß; Mancher macht zu viel Forderungen.

Aber auch mit dem besten Willen und guten Anlagen glückt es nicht

Jedem; warum? 2) In Deutschland ist es schwer, allgemein gute Eindrücke

in Gesellschaften zu machen; warum? Bilder von Verschiedenheit des

gesellschaftlichen Tons in einigen Provinzen von Deutschland, und

Bilder von den Sitten verschiedner Stände. 3) Von meinem Berufe, über

diesen Gegenstand zu schreiben. 4) Meine eignen Erfahrungen.

Erstes Kapitel; Seite 27.

Allgemeine Bemerkungen und Vorschriften über den

Umgang mit Menschen.

1) Jeder Mensch muß sich in der Welt selbst geltend machen. Anwendung

dieses Satzes. 2) Strebe nach Vollkommenheit, aber nicht nach dem

~Scheine~ der Vollkommenheit! 3) Sey nicht zu sehr ein Sclave der

Meinung Andrer! 4) Verliere nicht die Zuversicht! 5) Eigne Dir nicht

fremdes Verdienst zu! 6) Verbirg Deinen Kummer! 7) Rühme nicht zu laut

Dein Glück! 8) Enthülle nicht die Schwächen Deiner Nebenmenschen! 9)

Gib Andern Gelegenheit, zu glänzen! 10) Suche Gegenwart des Geistes

zu haben! 11) Willst Du etwas in der Welt erlangen, so mußt Du darum

bitten. 12) Nimm so wenig, wie möglich, von Andern Wohlthaten an! 13)

Grenzen der Dienstfertigkeit. 14) Halte strenge Wort, und sey wahrhaft!

15) Sey pünktlich, ordentlich, fleißig! 16) Interessire Dich für Andre,

wenn Du willst, daß Andre sich für Dich interessiren sollen! 17)

Verflicht niemand in Deine Privat-Zwistigkeiten, und setze Dich immer

in Gedanken in andrer Leute Stelle! 18) Laß Jeden seine Handlungen

selbst verantworten, wenn Du nicht sein Vormund bist! 19) Handle nur

selbst immer folgerecht! 20) Habe stets ein gutes Gewissen! 21) Sey,

was Du bist, immer und ganz! 22) Unterschied im äussern Betragen. 23)

Sey nicht zu offenherzig! 24) Suche nie jemand lächerlich zu machen!

25) Schrecke, zerre, beunruhige und necke nicht! 26) Alle Menschen

wollen amüsirt seyn. Ueber das Spaßmachen. 27) Sage Jedem etwas

Lehrreiches oder Angenehmes! 28) Ueber Spott und Medisance. 29) Ueber

Anekdoten. 30) Trage keine Nachrichten aus einem Hause in das andre!

31) Sey vorsichtig in Tadel und Widerspruch! 32) Rede nicht zu viel und

nicht langweilig! 33) Noch von Dingen, die nur Dich interessiren! 34)

Ueber Egoismus. 35) Widersprich Dir nicht im Reden! 36) Wiederhole Dich

nicht, und schärfe Dein Gedächtniß! 37) Vermeide Zweideutigkeit; 38)

Gemeinsprüche; 39) Unnütze Fragen! 40) Lerne Widerspruch ertragen! 41)

Wo man sich zur Freude versammelt, da rede nicht von Geschäften! 42)

Ueber Religions-Gespräche. 43) Sey vorsichtig in Gesprächen über Andrer

Gebrechen! 44) Andre Vorsichtigkeits-Regeln. 45) Bringe bei niemand

unangenehme Dinge in Erinnerung! 46) Nimm nicht Theil an fremdem

Spotte! 47) Ueber Disputirgeist. 48) Ueber Verschwiegenheit. 49)

Wohlredenheit und äusserer Anstand. 50) Ueber kleine gesellschaftliche

Unschicklichkeiten. 51) Betragen, wenn uns Langeweile gemacht wird. 52)

Leichtigkeit im Umgange. 53) Man hüte sich vor zu großen Forderungen!

54) Kleidung. 55) Soll man viel oder wenig in Gesellschaften gehen?

56) Man kann in jeder Gesellschaft etwas lernen. 57) Mit wem soll man

umgehen? 58) Ueber den Umgang in großen Städten, in kleineren, und auf

dem Lande. 59) In fremden Gegenden. 60) Regeln beim Briefwechsel. 61)

Wie man die Menschen beurtheilen solle. 62) Ob diese Regeln allgemein

passen? 63) In wie fern auch Frauenzimmer nach diesen Regeln handeln

können.

Zweites Kapitel; Seite 74.

Ueber den Umgang mit sich selbst.

1) Es ist nützlich und interessant, über den Umgang mit andern

Menschen seine eigne Gesellschaft nicht zu vernachlässigen. 2) Es

kommen Augenblicke, wo wir uns selbst am nöthigsten sind. 3) Gehe

eben so vorsichtig, fein, redlich und gerecht mit Dir selbst um,

wie mit Andern! 4) Sorge für Deine Gesundheit, aber verzärtle Dich

nicht! 5) Respectire Dich selbst, und habe Zuversicht zu Dir selbst!

6) Verzweifle nicht bei dem Bewußtseyn mangelnder Vollkommenheiten,

bei den Schwierigkeiten, ein großer Mann zu werden! 7) Sey Dir ein

angenehmer Gesellschafter! 8) Aber sey Dir auch kein Schmeichler,

sondern ein aufrichtiger und gerechter Freund! Sey eben so strenge

gegen Dich, wie Du gegen Andre bist! 9) Wie man Abrechnung mit seiner

Moralität halten solle.

Drittes Kapitel; Seite 78.

Ueber den Umgang mit Leuten von verschiednen Gemüthsarten,

Temperamenten und Stimmungen des

Geistes und Herzens.

1) Ueber die vier Haupt-Temperamente und deren Mischungen. 2) Ueber

herrschsüchtige Leute. 3) Ueber Ehrgeitzige. 4) Eitle. 5) Hochmüthige,

im Gegensatze von Stolzen. 6) Ueber sehr empfindliche Leute. 7) Ueber

den Umgang mit Eigensinnigen. 8) Mit Zanksüchtigen, Widersprechern

und solchen, die Paradoxie lieben. 9) Mit Jähzornigen. 10) Mit

Rachgierigen. 11) Mit unentschlossenen, faulen und phlegmatischen

Leuten. 12) Mit Menschenfeinden, mißtrauischen, argwöhnischen,

mürrischen und verschlossenen Leuten. 13) Mit neidischen, hämischen,

verläumderischen, schadenfrohen, mißgünstigen und eifersüchtigen

Menschen. 14) Ueber den Geitz und die Verschwendung. 15) Ueber das

Betragen gegen Undankbare. 16) Gegen ränkevolle Leute und Lügner. 17)

Gegen Windbeutel. 18) Gegen Unverschämte, Müssiggänger, Schmarotzer,

Schmeichler und zudringliche Leute. 19) Gegen Schurken. 20) Gegen

zu bescheidne, zu furchtsame Menschen. 21) Gegen Unvorsichtige und

Plauderhafte, Vorwitzige und Neugierige, Zerstreute und Vergessene. 22)

Gegen Wunderliche, Sonderlinge und Launenhafte. 23) Ueber den Umgang

mit dummen, schwachen, übertrieben gutherzigen, leichtgläubigen und

solchen Menschen, die gewisse Liebhabereien und Steckenpferde haben.

24) Mit muntern und satyrischen Leuten. 25) Mit Trunkenbolden, groben

Wollüstlingen und andern lasterhaften Leuten. 26) Mit Enthusiasten,

Ueberspannten, Romanhaften, Kraft-Genies und excentrischen Leuten. 27)

Etwas von Andächtlern, Heuchlern und abergläubischen Leuten. 28) Von

Deisten, Freigeistern und Religions-Spöttern. 29) Ueber die Art, wie man

Schwermüthige, Tolle und Rasende behandeln müsse. Geschichte zweier

Wahnsinnigen. Zusatz des Herausgebers.

Zweiter Theil.

Einleitung; Seite 125.

Nachricht von der Art der Eintheilung aller in den drei Theilen

dieses Werks verhandelten Gegenstände.

Erstes Kapitel; Seite 125.

Von dem Umgange unter Menschen von verschiedenem Alter.

Zweites Kapitel; Seite 132.

Von dem Umgange unter Eltern, Kindern und Blutsfreunden.

Drittes Kapitel; Seite 139.

Von dem Umgange unter Eheleuten.

Viertes Kapitel; Seite 161.

Ueber den Umgang mit und unter Verliebten.

Fünftes Kapitel; Seite 167.

Ueber den Umgang mit Frauenzimmern.

Sechstes Kapitel; Seite 182.

Ueber den Umgang unter Freunden.

Siebentes Kapitel; Seite 198.

Ueber die Verhältnisse zwischen Herren und Dienern.

Achtes Kapitel; Seite 205.

Betragen gegen Hauswirthe, Nachbarn und Solche, die mit uns in

demselben Hause wohnen.

Neuntes Kapitel; Seite 207.

Ueber das Verhältniß zwischen Wirth und Gast.

Zehntes Kapitel; Seite 211.

Ueber die Verhältnisse unter Wohlthätern und Denen, welche Wohlthaten

empfangen, wie auch unter Lehrern und Schülern, Gläubigern

und Schuldnern.

Eilftes Kapitel; Seite 215.

Ueber das Betragen gegen Leute in allerlei besondern Verhältnissen

und Lagen.

Zwölftes Kapitel; Seite 228.

Ueber das Betragen bei verschiedenen Vorfällen im menschlichen

Leben.

Allgemeine Behandlung der Kinder in den Jahren der ersten

Entwickelung; Seite 238.

Dritter Theil.

Einleitung; Seite 307.

Uebergang zu den in diesem Theile verhandelten Gegenständen.

Erstes Kapitel; Seite 307.

Ueber den Umgang mit den Großen der Erde, Fürsten, Vornehmen

und Reichen.

Zweites Kapitel; Seite 325.

Ueber den Umgang mit Geringern.

Drittes Kapitel; Seite 328.

Ueber den Umgang mit Hofleuten und ihres Gleichen.

Viertes Kapitel; Seite 340.

Ueber den Umgang mit Geistlichen.

Fünftes Kapitel; Seite 344.

Ueber den Umgang mit Gelehrten und Künstlern.

Sechstes Kapitel; Seite 360.

Ueber den Umgang mit Menschen von allerlei Ständen im bürgerlichen

Leben.

Siebentes Kapitel; Seite 383.

Ueber den Umgang mit Menschen von allerlei Lebensart und Gewerbe.

Achtes Kapitel; Seite 391.

Ueber geheime Verbindungen und den Umgang mit den Mitgliedern

derselben.

Neuntes Kapitel; Seite 395.

Ueber die Art, mit Thieren umzugehen.

Zehntes Kapitel; Seite 399.

Ueber das Verhältniß zwischen Schriftsteller und Leser.

Eilftes Kapitel; Seite 404.

Schluß.

Ueber den Umgang mit Menschen · 第 3 / 14 题