KLAUS (die Hand schüttelnd, welche Albert ihm reichte). Auf daß mir
einst vergeben werde! (schalkhaft mit frommer Miene) Ach, es steht jetzt
viel in Deiner Hand, Albert, viel, viel! Mein Verdienst Dich zur
Unsterblichkeit gefördert zu haben, belohnte sich wohl durch etliche
tausend Thälerlein . . Zweitausend fünf hundert stopften mir schon die
Kinnbacken — aber dreitausend hülfen noch meinen unersättlichen Durst
löschen, — nach Ehren- und Ruhmesglanz! Das Doppelte von dreitausend
würde mich indeß so recht _tête-à-tête_ bei meinem Schöpfer zur Tafel
laden. Ich moderirte sachte — sachte — leise — leise — nach der reichen
Tellerzahl mein roth-politisches Heißhungerchen . . . (Er geht auf den
Zehen an eine Bank und setzt sich behutsam.) Säße dann, die Beinlein
aufgesperrt, das Bäuchel tüchtig angemäst', ein Tönnchen Bairisch an der
Seite und jagte schwer jappend der Klugheit graue Nebel vor mir her.
Bespräche hochgespannt des Staates Güt' und Mängel und balancirte —
balancirte die Wahrheitslinie zwischen den Extasen, bis ich beruhigt
mich zu Boden neigte — zu Boden, ach! den vielgeliebten, wo schon so
mancher deutsche Ehrenbürger — bescheiden seiner Heldenthaten
übermächt'gen Rausch verschlief!
ALBERT. Ein frommer Wunsch.
KLAUS (aufspringend). Erfüll' ihn mir.
ALBERT. Bist Du des blinden Zufalls gottgesandter Bote, so sei gewiß,
daß ich im heiligsten Gefühl der Dankbarkeit mich eher selbst als Dich
vergesse.
KLAUS. Hoppheisa juchhe! — Frau Mutter, werden Sie noch die Jungen
anhetzen, Steine nach mir zu werfen und „wilder Klaus“ zu schreien, he?
Oder passire ich jetzt die Revue und bin ein anständiges Schöppschristel
pfarrherrlicher Ehrbarkeit?
FRAU ZIEMENS. Ich finde Ihr Benehmen mit Albert des besten Freundes
würdig und gestehe, daß Sie mich außerordentlich beschämen.