DIE VORIGEN. ALBERT.

ALBERT. Grüß' euch Gott, meine Theuren.

MARIE (kehrt ihm entsetzt den Rücken).

FRAU ZIEMENS (erwiedert seinen Gruß mit schüchterner Verbeugung).

ALBERT (erschrocken stehen bleibend). Was ist das! — Frau Mutter, dies

Papier verkünde Ihnen, weshalb ich komme . . .

FRAU ZIEMENS (damit in die Hütte).

ALBERT. Stumm enteilend und betroffen, als wüßte sie schon alles — War

die Furcht prophetisch, welche mich zögern ließ bis heute früh? Sag' an

Mädchen, wie fass' ich —

MARIE (reicht ihm des Doctors Brief).

ALBERT. Willst Du schriftlich zu mir reden? — Ha! — Der junge Herr ging

schneller als ich . . . (Nachdem er flüchtig gelesen, unwillig mit dem

Füße stampfend). Ueberflüssige Diplomatie! — — Aber wie fein! wie

herablassend im vornehmen Gewande des Stolzes! welche unsichtbar

sichtbare Reue! er will nicht kriechen, will seiner Stellung nichts

vergeben und doch den Erkenntlichen spielen . . . „Die trüben

Erfahrungen seines Lebens verleiteten ihn zur großen Täuschung; bis

jetzt hätte er unter Bettlern keine Menschen erblickt“ — Ei, ei! . . .

Zu viel überschwemmendes Lob — zu viel, auf einen Elenden, der die

Jungfrau des Himmels eitlen Zwecken opfern, ihr feige, ehrlos Lebewohl

sagen konnte! — (Sich die Hand vor die Augen haltend.)

Dritte Scene.

Der Bankerott: Eine gesellschaftliche Tragödie in fünf Akten · 第 107 / 167 题