1) _-er_: _Feldkircher_ (O. -kirch).

2) _-ner_: _Feldkirchner_ (O. -kirchen). _Neukirchner_.

_Seekirchner_. _Steinkirchner_.

=Kircher= III. mhd. kirchaere „Küster“ 2) gekürzt aus Kirchherr,

d. i. „Pfarrer“. Auch _Kilcher_.

=Kirchhoff= III. „der am Kirchhofe“, vgl. fries. Urkund.: roleff

bi den kerkhoue (Pott. S. 549).

=Kirchmann= a) I. ahd. Kirihman (aus dem 9. Jh. als PN.

nachgewiesen durch Förstemann, vgl. auch den rhein. Namen _Kirchartz_,

der auf einen altd. Nomin. Kirihhart zurückweist) b) III. mhd. kirchman

Eingesessener einer Gemeinde, „Gemeindeglied“, im Gegensatz zum

Ausmann, ûȥman.

=Kirchner= III. mhd. kirchenaere „Küster, Mesner“, bes. im

sächsischen Vogtlande üblich.

=-kirchner= s. Kirche.

=Kirieleis= II. aus dem kirchlichen Rufe (griech.) kyrie eleïson

„Herr, erbarme dich“, vgl. Bechtold Kyrieleyson 1366 (Weistümer 3,

419). Noch weiter verkürzt _Cyrlis_ -- _Corleis_.

=Kirmes= III. aus mhd. kirchmesse, „Fest zum Andenken an die

Einweihung einer Kirche“ -- (Zeitname, vgl. Tag).

FN. _Kirmes_; _Kirmß_.

=Kirner= s. Körner.

=Kirschner= s. Kürschner.

=Kirschstein= s. Christianus.

=Kirscht-, Kirst-= s. Christianus.

=Kirwald= s. Gir.

=Kiß= s. Gis.

=Kist= s. Christianus.

=Kistenfeger= III. der „Kisten fegt d. i. ausräumt“, plündert.

=Kistmacher= III. der „Kisten macht“, Tischler. Niederd.

_Kistemaker_; latinis. _Chelopoeus_. Entstellt _Küstenmacher_. Auch

_Kistner_.

=Kittel= III. mhd. Kittel, ein Kleidungsstück -- mit der Zss.

_Weißkittel_.

=Klaas, Klag-, Klas-, Klaß-= s. Nicolaus.

=Klau-= s. Glaw.

=Klaus, Kläusli= s. Nicolaus.

=Klebsattel= III. „kühner mit dem Sattel eng verbundener Reiter“

(Andresen). Daraus _Kleesattel_.

=Klee= III. früher volkstüml. auch der mit Kleeblumen bunt

gezierte Rasen (Kleemeister = Wasenmeister) -- mit der Zss.

_Grüneklee_. Auch _Kleeblatt_ (vielleicht mit mystischer Beziehung als

Sinnbild der Dreieinigkeit, wie in Irland, wo es sogar in diesem Sinne

Nationalzeichen ist). _Kleemann_. _Kleemeyer_. _Schubert Edler von dem

Kleefelde_. (S. 59). Niederd. _Klewer_.

=Kleienstäuber= III. nach Hoffmann, Kasseler Namenb. S. 69,

Bezeichnung des „Müllers“.

FN. _Kleyenstäuber_, zsgz. _Kleinstäuber_ -- auch _Kleyenstüber_;

_Kleinstüber_. Vgl. Joh. Fäsenstaub, Müller 1408 (Tobler-Meyer),

von Fese = Hülse.

=Klein, Kleine= III. der „Kleine“. Doch weisen FN. wie

_Kleinhard_, _Kleinert_ (Gen. _Kleinertz_), _Kleinlein_, _Kleinecke_

darauf hin, daß dieser Stamm schon im Altdeutschen zur Namenbildung

verwendet worden, dann im Sinne von „fein, sauber“.

=Kleinknecht= III. „unterer Knecht“ gegenüber dem Großknecht.

=Kleinschmidt= III. Gegensatz zum Grobschmied: ein Schmied, der

kleine, d. i. feine Arbeiten macht; bez. hauptsächlich der „Schlosser“,

dann der Büchsenschmied, Sporer, Uhrmacher.

=Kleinsorge= III. der sich wenig d. i. (bes. nach mhd.

Ausdrucksweise) gar keine Sorge macht.

=Kleisl, Kleißl= s. Nicolaus.

=Klemens, -t= s. Clemens.

=Kliebenschedel= s. Klubeschedel.

=Kliefoth= III. niederd. statt Kliefuß, vom ad. cliuwa Kugel,

Knäuel, also = Klumpfuß.

=v. Klinckowström= III. Martin Klinckows Söhne wurden im 17. Jh.

von der schwedischen Regierung geadelt. (Adelslex.)

=Kling= III. ahd. chlinga, mhd. klinge „Gebirgsbach, rauschender

Bergstrom“, ON. und in Zss. wie _Klingmüller_. Auch _Klingel_, wie in

der Pfalz viele Bäche heißen. Daher FN. _Klincke_, _Kling_ mit der

Ableit. _Klinger_. _Klingelhage_.

=Klingbeil= III. Satz-N. urspr. Klinckebyl „laß das Beil klingen!“.

=Klingspor= III. „mit klingendem Sporn“. Klingspor 1571.

=Klobelauch= III. ahd. klobelouh, mhd. clobelouch von kliuban

spalten, entstellt knobelouch „Knoblauch“ (auch ON.). _Knobloch_ --

_Knoblich_.

=Klocke= III. a) I. s. Hlod (einst. K.) b) niederdeutsch „Glocke“

in _Klockemeyer_.

=Klöckner= s. Glöckner.

=Klode= s. Hlod (einst. K.).

=Kloos, Klos-, Kloss-= s. Nicolaus.

=Klostermann= III. mhd. klôsterman „Mönch“.

=Klöter= s. Hlod (V.).

=Kloth, Klöthi= s. Hlod (einst. K.).

=Klötsch, Klott= s. Hlod (einst. K.).

=Klotz= a) I. s. Hlod b) III. „vierschrötiger, plumper Mensch“.

vgl. Marquardus dictus Block (Truncus).

=Klubertz= s. Glaw.

=Klubeschedel= III. Satz-N. „ein Schädelspalter“ (S. 52),

von „klöben“ ahd. klioban, mhd. klieben und klûben spalten. Auch

_Kluibenschädel_ (Tirol).

=Klubeschelt= III. Satz-N. „der Scheite spaltet“.

=Klußmeyer= s. Nicolaus.

=Klute, Klüt-= s. Hlod (einst. K.).

=Klüter= s. Hlod (V.).

=Klutendreter= III. (Aachen) der „Erdklöße tritt“, Spottname für

einen Landbauer.

=Klutt= s. Hlod (einst. K.).

=Knabe= III. ahd. chnabo, mhd. knabe „Knabe, junger Bursche“, bes.

ein im Dienste eines Höheren stehender; mit knappe, kneht mehrfach

gleichbedeutend. Auch _Knape_. Gen. _Knabben_ (niederrhein.).

=Knappe= III. Nebenf. zu Knabe (wie Rappe zu Rabe) ahd. chnappo,

mhd. knappe 1) Knabe, Jüngling, bes. „der Ritter werden will“ 2)

„Diener, Lehrling, Geselle“.

FN. _Knappe_; _Knapp_.

=Knaubel, Knaup, Knauth= s. Knod.

=Knecht= III. mhd. kneht sinnverwandt mit knabe und knappe, daher

auch in der Bed. „Lehrling, Geselle“, wie in smidekneht.

FN. _Knecht_. Zss. _Ackerknecht_. _Frommknecht_. _Futterknecht_.

_Gutknecht_; niederdeutsch _Godknecht_. _Haußknecht_. _Holzknecht_.

_Kammerknecht_. _Kleinknecht_. _Mahlknecht_ (Müllergeselle).

_Packknecht_. _Schildknecht_. _Stallknecht_. _Schuknecht_.

_Wagenknecht_.

=Knick= III. „niedriger lebendiger Zaun zur Einhegung der Felder“.

Auch _Knigge_.

=Knie= III. „ein im Waldwinkel liegendes Stück Land“, in FN. wie

_Kniemeyer_, _-möller_.

=Knieriem= III. ein „Gurt über dem Knie“, das unentbehrliche

Beistück der kurzen Landsknechtshosen, jetzt nur noch ein Geräte der

Schuhmacher. Vgl. Cunrad cognom. bintriemo 1239. _Knirim_ -- _Cnyrim_.

=Knobbe, Knobel= s. Knod.

=Knoblauch, Knoblich= s. Klobelauch.

=Knochenhauer= III. „Schlächter, Fleischer“, noch jetzt in

Braunschweig die übliche Bezeichnung, wo sich schon 1380 der FN.

Knokenhowere findet (in Hannover eine Knochenhauer-Straße).

=Knocke= s. Knod.

=KNOD= I. zu got. knôds, ahd. chnuat „Geschlecht, Stamm“.

Chnodomar 4.

FN. (Knoderich): _Gnörich_.

Einstämmige Kürzung Knod-.

Knuto: _Knode_ -- _Knothe_ -- _Knott_ -- _Knuth_ -- _Knauth_. Patr.

A. _Knudsen_.

Vklf. (l, Knodilo): _Knolle_. (k): _Knocke_.

Zweistämmige Kürzung Knodb-.

(Knobo): _Knobbe_ -- _Knop_ -- _Knopf_ -- _Knaup_.

Vklf. (l): _Knobel_ -- _Knöpfel_ -- _Knaubel_.

=Knolle, Knop-, Knothe, Knott, Knudsen, Knuth= s. Knod.

=Kob-, Köb-= s. a) I. God b) II. Jacobus.

=Koch= III. ahd. choch, mhd. koch, altsächs. kok aus lat. coquus.

FN. _Koch_. Gen. _Kochs_. Äußerlich verlateint _Cochius_ -- in

anderer Weise _Coccejus_. Gen. _Cocceji_ (S. 65).

Vklf. (l): _Köchle_ (schwäb.); _Köchly_ (schweiz.). -- _Köchlin_.

Niederd. _Kock_; auch _Koock_, _Koke_ (Kok Gött. UB. I. ums J.

1373, Klemp. Coke neben der Bezeichnung Meisterkock = ouerste

kokenmeister). Gen. _Kox_, _Cox_ (niederrhein.).

Der N. Kock findet sich lange vor der französischen Einwanderung

und ist jetzt in verschiedenen Gegenden Norddeutschlands unter der

Landbevölkerung verbreitet, so in Westfalen, Mörs, Schleswig; er

kann daher nicht franz. Ursprungs (aus coq Hahn) sein.

=Köch-, Kock= s. Koch.

=Kochlöffel= III. s. S. 44.

=Kodel= s. God (V.).

=Koen-= s. Kun (V., einst. K.).

=Koerts= s. Kun (V.).

=-kofen, -kofer= s. Hof.

=Köfer= s. Küfer.

=Kögler= III. mittelniederd. Kogeler „Gaukler“.

=-kohl= in Zss. wie _Herrenkohl_, _Linnenkohl_ s. Kugel = Kapuze.

=Kohl-= s. 1) Kol 2) Hlod.

=Köhler= III. „Kohlenbrenner“. Selten _Kohler_ -- _Kähler_ -- auch

_Köller_ (Preuß). Zss. _Dammköhler_.

=Kohn-, Köhn-= s. Kun (V., einst. K.).

=Kohr-, Köhring= s. Kun (V.).

=KOL= I. wohl zu altnord. kollir „Helm“.

FN. Colobert: _Kolbert_.

(Colohart): _Kohlhardt_.

(Coloman): _Kollmann_ -- _Kohlmann_.

Einstämmige Kürzung Kol-.

Colo: _Kohl_ -- _Kölle_ -- _Kuhle_. Patr. A. _Köhling_.

Vklf. (i): _Kohli_ -- _Kuhley_.

Zweistämmige Kürzung Kolb-.

(Kolbo): _Kolbe_; _Kolb_ -- _Kulbe_ -- _Külb_.

Vklf. (l): _Kölbl_ -- _Külbel_.

=Kolb= s. Kol (V., zweist. K.).

=Koll-= s. 1) God (V.) 2) Kol.

=Kommallein= III. bemerkenswerter Satz-N. (auf die Einladung zu

einem Stelldichein deutend?).

=Kompert= s. Gund (V.).

=Kon-= s. Kun (V.).

=Kön-= s. Kun (V., einst. K.).

=König= III. häufiger FN., durch verschiedene Ursachen veranlaßt

1) durch persönliches Hervorragen in der Umgebung (Schützenkönig u. a.,

jetzt Eisenbahnkönig usw.), Friedrich de Kuninc 1314. 2) durch N. von

Häusern, bes. wohl von Gasthöfen (König von Spanien u. a.). -- Vgl.

franz. Leroy.

FN. _König_; _Königk_. Gen. _Königs_. (Doch ist bei diesen N. auch

der altd. Stamm Kun zu vergleichen). Zss. _Rübenkönig_.

=Könnicke= s. Kun (einst. K.).

=Koock= s. Koch.

=Koops= s. Jacobus.

=Koordt= s. Kun (V., Chunrad).

=Köper= s. Küfer.

=Kopf= III. ahd. chuph, copf, mhd. kopf aus mittellat. cuppa

Faß 1) Trinkschale, Becher (so Glaßkopf FN. 15. Jh. = Glasbecher,

Glasnapf). 2) Hirnschale, Kopf.

FN. _Kopf_ vgl. Chono der Chophe 1175. Ulric. der Chopf 1225.

Mannigfache Zss., sämtlich wohl in dem Sinne des Körperteils:

_Breitkopf_. _Großkopf_. _Hartkopf_; halbniederd. _Hardekopf_.

_Krauskopf_; niederd. _Kruskop_. _Rothkopf_. _Ruhkopf_

(halbniederd. = Rauhkopf). _Schönkopff_. _Schwartzkopff_

_Weißkopf_; niederd. _Wittkop_. _Wullkopf_; niederd. _Wullkop_ --

nach Tieren (z. T. vermutlich durch Häuserzeichen vermittelt, aber

auch durch Flurnamen): _Hönerkopf_ (halbniederd. = Hünerkopf).

_Ochsenkopf_; niederd. _Ossenkopp_. _Rehkopf_. _Rindskopf_.

_Roßkopf_. _Schellkopf_. _Wedderkop_. _Welskopp_ --

nach Pflanzen: _Mohnkop_ und _Mahnkopf_.

=Köpke= s. Jacobus.

=Kopmann= s. Kaufmann.

=Kopperschmidt= III. (niederd.) „Kupferschmied“.

=Koppold= s. God (V., Godebald).

=Körber= III. „Korbmacher“. Auch _Korber_.

=Kord-= s. Kun (V.).

=Korn= III. got. kaurn, ahd. mhd. korn „Fruchtkorn, Getreidekorn“

(mundartl. = Roggen).

FN. _Korn_. Zss. _Fernkorn_, _Viernkorn_ vom Eigenschaftsw. fern

„vorig“ (Firnewein u. a.). _Gerstenkorn_. _Grünkorn_. _Haferkorn_;

_Haberkorn_ (Ruprecht Haberkorn 1385). _Hirsekorn_; _Hirschkorn_.

_Klöwekorn_ (Spaltkorn, in welchem Sinne? oder imperativisch

= Haarspalter vgl. Klövesand -- Pott). _Pfefferkorn_ (Walcher

Phefferkorn 1282). _Senfkorn_ (Ev. Matth. 13, 31). _Sommerkorn_.

_Weitzkorn_.

=Kornbluhm= III. deutlicher Pflanzen-N. (centaurea cyanus).

=Kornbrust= s. Probst.

=Körner= III. 1) vom got. quairnus, ahd. quirn, mhd. kürn Mühle,

also „Müller“ 2) von Korn: „Kornkäufer“ 3) = Kordener, Körtener

patronym. zu Konrad (Preuß 17).

FN. _Kürner_ -- _Kirner_ -- _Körner_ -- _Kerner_ -- selten noch in

der älteren Form _Querner_. Zss. _Körnerknecht_ („Mühlknappe“).

=Kornmesser= III. mhd. kornmeȥȥer „vereidigter

Getreidemesser“, ein öffentlicher Beamter.

=Kort-, Kört-= s. a) I. Kun (V.) b) III. nied. = kurz, in

_Kortenkamp_ u. a.

=Kortum= III. niederd. „kurz um“, nach dem Bremer Wörterb. ein

kleiner, hurtiger Mensch. Auch _Kortüm_.

=Kos-= s. Goz (V.).

=Köster-= s. Küster.

=Kostezzer= III. (Zürich) „einer aus Konstanz“ (gesprochen:

Kostetz -- Tobler-M.).

=Kothe= a) I. s. God b) III. geringeres Bauernhaus, urspr. ohne

Feld und Hofstätte, nur mit einem Garten; es ist dann freilich auch

vielfach etwas Land mit solcher Kothe vereinigt worden, doch nicht bis

zu einer vollen Hufe. Hauptsächlich niederdeutsches Wort, auch in ON.

ziemlich häufig: -_kathe_, -_kathen_, -_kothen_, -_kotten_.

FN. _Kothe_ (auch _Kothé_ -- das é soll die betreffende Familie für

schweres Geld vom Landesherrn erstanden haben, s. Pauli II, S. 5).

Zss. _Roßkoth_. -- _Hollkott_. _Oldenkott_. _Weskott_.

_Horstkotte_. -- _Geilenkotten_. _Vierkotten_. (Henricus Bernekotte

Köln. Univers. Matr. 1390). -- _Kothmeyer_ -- _Kottmeyer_ --

_Kothmüller_.

=Köther= III. „Inhaber einer Kothe“.

FN. _Köther_. Zss. _Buschköter_ (der K. in dem Busche).

_Eikenköter_ (Hannov.). _Leimköter_ (doch wohl = Lehmk.). Auch

der N. _Fetköter_ gehört hierher, wie die Nebenff. _Vettkötter_

(Vegesack) und _Fettkotter_ beweisen.

In Nordost-D. heißt die Kothe: Kathe, Kathen, daher: _Käthner_;

_Kathmann_ -- in Westfalen _Kotte_, daher „Kötter“ (s. Immermann

Münchhausen III, 56: „daß ich den Halbhüfner, den Kötter und wer es

sonst sein mag, jeden nach seiner Gebühr nennen muß“). In dieser F. ist

das Wort reich an Zss., die alle in Westfalen heimisch sind:

FN. _Baumkötter_. _Berkenkötter_. _Buschkötter_. _Feldkötter_.

_Flurkötter_. _Grundkötter_. _Heitkötter_ (Haid-). _Holtkötter_.

_Horstkötter_. _Kampkötter_. _Kuhlenkötter_. _Marschkötter_.

_Ostenkötter_. _Pohlkötter_. _Rietkötter_. _Sandkötter_.

_Strotkötter_. _Vennekötter_. _Winkelkötter_. _Wieskötter_ --

sämtlich wohl nach der Wohnstätte benannt, während _Jacobskötter_,

_Mörtenkötter_ Zss. mit den VN. Jacob, Martin sind.

Anderer Art sind _Neukötter_. _Hundekötter_ (vgl. den niederd.

Maler Hondekoeter). _Schniederkötter_. _Schultenkötter_ (der K. des

Schulzen). _Schüttenkötter_.

=-köter= s. Köther.

=Kott-= s. a) I. God (V., einst. K.) b) III. Kothe.

=-kott, -kotte, -kotten= s. Kothe.

=-kötter= s. Köther.

=Kottlof= s. God.

=Kotz-= s. 1) God (einst. K.) 2) Goz.

=v. Kotzebue= III. von dem altmärk. O. Kossebau, früher Kossebu.

(Adelslex.).

=Kox= s. Koch.

=Krabat= III. (Gottschee) „Kroat“.

=Kracht= s. Kraft.

=Kradolfer= III. „einer aus Kradolf“, urspr. Kradorf (Thurgau).

=KRAFT= I. ahd. mhd. kraft „Kraft; Heeresmacht“.

FN. Kraftheri: _Krefter_.

Einst. Kürzung Craft, Craht: _Krafft_ -- _Kracht_. Patr. A.

_Krefting_.

=Krägen-= III. mhd. krâ, kraeje, kreie „Krähe“ in Zss. wie

_Krägenbrink_.

=Kramer= s. Krämer.

=Krämer= III. ahd. chrâmâri, mhd. krâmaere, krâmer, kraemer der

„Krämer“, Kleinhändler, im Gegensatz zum „Kaufmann“, der mehr den

Großhändler bezeichnet. Dem Krämer fiel zum Handel alles anheim, was

„Pfennigsgewerbe“ war. (Schon 1175 Chunrad Chramar).

FN. _Krämer, Cremer -- Kramer, Cramer_. Gen. _Kramers_

(niederrhein.). Zss. _Eisenkrämer_.

=Krahn, Krohn= III. mittelniederd. krân, krôn „Kranich“.

Auch in Zss.: _Kranepohl_ u. a.

=Kranefuß= III. „Kranichfuß“. Auch _Krohnfuß_.

=Kranewitter= III. vom ahd. khranawitu „Wacholder“. ON.

in mannigfachen FF. Entstellt in _Kronawetter_; _Kronebitter_;

_Kronenbitter_ (Steub).

=Kranich= III. der bekannte Zugvogel. Vgl. franz. Lagrue. 1)

Hauszeichen (S. 61) 2) Eigenschaft bezeichnend, namentlich die

Schlankheit (S. 49).

=Kranold= s. Hraban.

=Kranz= III. mit den Zss. _Maikranz_ (S. 45, doch auch ON.).

_Rautenkranz_. _Rosenkrantz_ (auch ON.).

Vklf. _Kränzlein_ -- _Kränzl_.

=Kratz-, Krätzel= s. Pancratius.

=Kraume= s. Hrom.

=Kraus, Krauß= III. 1) s. Krause 2) der „Krug“; so namentlich in

der Zss. _Steinkrauß_ „Steinkrug“.

=Krause= III. von dem Eigenschaftsw., der „Kraushaarige“

(Crispus). Hainrich der kruse 1304 (S. 50).

FN. _Krause_; _Kraus_ (letzteres süddeutsch, z. B. in München 1876:

44 mal Kraus und Krauß, Krause nur 3 mal, dagegen in der Preuß.

Rang- und Quartierliste von 1874 Krause 50 mal, Kraus (Krauß) nur 4

mal).

Niederd. _Kruse_, _Cruse_. -- Latinis. _Crusius_.

=Kraushaar= III. = dem Vorhergehenden. Volz von Nüwenegge den man

da nemmet Crushar 1347 (Bacm.). In demselben Sinne _Krauskopf_.

=Kräuter= III. „Gemüsegärtner und -Händler“ (auch Apotheker).

Niederd. _Krüdener_ (Crudiner 13. Jh.).

=Krautwig= s. Hrod (V.).

=Krawath= III. „Kroat“. Auch _Krabot_.

=Kreft= III. (mit langem offenem e) niederd. = _Krebs_. (Hans

Krewet 1473). Auch _Krebsscher_ findet sich als FN.

=Kreft-= s. Kraft.

=Krege, Kreie= III. mhd. kraeje, kreie „Krähe“, in Zss. wie

_Kregenbrink_, _Kreienkamp_, _Kreymeyer_ u. a.

=Kreikenbaum= III. (halbniederd.) mhd. kriechenboum von krieche d.

i. schlechte Pflaume.

=Kreiser= III. „Feldhüter“ (z. B. in Hessen).

=Kreith= III. = Greut, Gereute von „reuten“; _Kreitmeyer_ =

Greutmaier (Steub S. 13).

=Krempelsetzer= III. zur Tuchmacherei gehörig (Krempel = Wollkamm).

=Krestel= s. Christianus.

=Kretschmer= III. mitteld. crecimer, aus dem slaw. karczmarz

„Schenkwirt“, bes. in Schlesien, Posen, der Lausitz, wo auch die

Dorfschenke „Kretscham“ heißt. Seit dem 14. Jh. von Osten her bis

nach Thüringen und weiter verbreitet, im 16. Jh. z. B. Luthern ganz

geläufig, jetzt zurückgewichen und auf die östlichen Grenzländer

beschränkt.

FN. _Kretschmar_, _Cretzschmar_ (mit Bewahrung des ursprüngl. a);

_Kretschmer_ -- _Kretzmer_. Auch _Kretschmann_.

=Kreuchauff= III. Satz-N. „Kriechauf!“

=Kreunert= s. Gron.

=Kridewiß= III. „kreideweiß“.

=Kriechenbaum= III. mhd. krieche, niederd. krike

„Schlehenpflaume“. Auch _Kriegbaum_ -- _Grichbaum_. _Kriebaum_ (zu dem

Kriechbovme 1449).

=Kriegner= III. „einer aus Kriegen“ (Österr.).

=Krim-= s. Grim.

=Kring-= s. Hring.

=Krist-= II. s. Christianus.

=Kröger= s. Krüger.

=Krohn= s. a) I. Gron b) III. Krahn.

=Krohnfuß= s. Kranefuß.

=Kroll= s. a) I. Hrod (einst. K.) b) III. „gekräuselt“ vgl.

niederd. Krulle „krause Haarlocke“.

=Kroloff= s. Hrod (V.).

=Krom-, Kröm= s. Hrom.

=Kron= III. a) in Adels-N. von dem Hauptw. „Krone“: _v. Abercron.

v. Ohlen u. Adlerskron_ -- dagegen

b) von „Kranich“, niederd. kran, kron in: _Kronbiegel_ (Kranichbühl,

vgl. Kronschnabel, Crohnsnest). _Kronemeyer_. _Kronfuß_.

=Kronawetter, Kronenbitter= s. Kranewitter.

=Kroner, Krön-= s. Gron.

=Kronymus= s. Hieronymus.

=Kropp= s. Hrod (zweist K.).

=Kröter= s. Hrod (V.).

=Krüdener= s. Kräuter.

=Krudewig= s. Hrod (V.).

=Krudup= s. Hrod (Hrodulf).

=Krug= III. in vielen ON. Zss. _Fahrenkrug_; _Fahrenkrog_.

Niederd. Krog in _Krogmann_.

=Krüger= III. mhd. krüeger „Schenkwirt“ (auf dem Lande).

FN. _Krüger_, _Crüger_; _Krieger_ (bayr. österr. vgl. Hiebner).

Zss. _Altkrüger_. _Fahrenkrüger_. _Heidkrüger_ (der Besitzer des

Heidekruges). Niederd. _Kröger_. Zss. _Buschkröger_.

=Krukemeyer= III. s. Hrod (Chrodico).

=Krumbiegel, Krumbügel= s. Bühel.

=Krunert, Krün-= s. Gron.

=Kruse= s. Krause.

=Kruskop= III. niederd. „Krauskopf“ (s. Kopf).

=Kruttge= s. Hrod (einst. K.).

=Krutwig= s. Hrod (V.).

=Krystians= s. Christianus.

=Kübler= III. 1) Verfertiger von Kübeln. „Bötticher“ 2) „Häusler“,

= Köbler (Franken und Oberpfalz).

=Kuchen= III. in mehrfachen Zusammens.: _Eierkuchen_.

_Pfannkuche_. _Pustkuchen_ (Aschenkuchen). _Matzkuchen_ (die

ungesäuerten „Matzen“ s. Matzbecker).

=Kuchenbeißer= III. vgl. Fleischfresser.

=Küchenmeister= III. magister coquinae, vornehmere Bezeichnung für

Koch.

=Küchler= III. „Kuchenbecker“.

=Kuckuck= III. ON., (10 mal Rud.). Auch _Kukuk_.

=Küfer= III. mhd. küefaere 1) der „Kufen und andere große

Gefäße macht“, daher auch Großbinder und Schwarzbinder genannt, zum

Unterschiede von den Kleinbindern, Weißbindern oder Rotbindern, welches

die gemeinen Bötticher sind. 2) „Diener und Aufwärter in großen

Kellereien“, bes. in Weinkellern und Weinhäusern.

FN. _Kufer_ -- _Küfer_ -- _Köfer_ -- (mit der mittel- und

oberdeutschen Aussprache des ü) _Kiefer_.

Mit dem n der schwachen Bildung: _Kufner_ -- _Küffner_.

Niederd. _Küper_ -- _Köper_. _de Kuyper_ (Rheinbach). Gen.

_Kuypers_ (Geldern).

=Kugel= III. ahd. cucula, mhd. kugele, gugel, kogel, vom lat.

cucullus „Kappe, über den Kopf zu ziehen, Kapuze“.

FN. _Leinekugel_ -- _Linnekugel_, auch _Linkogel_, _Linnekuhl_,

_Linnenkohl_; daraus umgedeutet _Lindenkohl_. _Reifenkugel_;

_Riefkohl_. _Rothkugel_; niederd. _Rodekogel_ -- entstellt

_Rodenkohl_. _Wittkugel_. _Schlapkohl_.

=Kühfaber= III. entstellt aus Kiffhaber s. Haber.

=Kuhle= III. niederd. „Grube“; in Ortsbezeichnungen.

FN. _Goldkuhle_. _Lehmkuhl_ (O. Lehmkuhle). _Leimkuhl_. _Sandkuhl_

-- _Sandkaul_. _Silberkuhl_. _Voßkuhl_. Zss. _Kuhlmann_. --

_Kulenkamp_.

Ableitung auf -_er_ (bes. westfälisch):

_Buschkühler_. _Flaßkühler_ (Flachs-). _Lehmkühler_; _Leimkühler_.

_Sandkühler_. _Steinkühler_.

=Kuhl-, Kulb-, Külb-= s. Kol.

=-kühler= s. Kuhle.

=Kuhn-, Kühn-= s. Kun (V., einst. K.).

=Kühnapfel= III. verderbt aus Kienapfel, wie Kühnbaum aus Kienbaum.

=Kuhr-= s. Kun (V.).

=Kükenbiter= III. niederd. „Kükenboißer“, ein kleiner Raubvogel.

=Kummer, Kümm-= s. 1) Gund (V.) 2) Kun (V.).

=Kümpel= s. 1) Gund (zweist. K.) 2) Kun (V.).

=Kümpers= s. Gund (V.).

=Kumpfmüller= III. „Besitzer einer oberschlächtigen Mühle, deren

Schöpfrad mit Kümpfen (Sohöpfeimern) versehen ist“.

=KUN= I. 1) got. kuni, ahd. kunni, chunni, mhd. künne „Geschlecht,

Sippe“ (lat. genus) 2) ahd. kuoni, chuoni, mhd. küene „kühn“.

FN. Chunipald: _Kümpel_ -- _Kümmel_.

Chuniger: _Königer_ -- _Könker_ -- _Keuncker_.

Chunihard: _Kunhardt_; _Cunardt_; _Kuhnert_; _Kuhnat_; zsgz.

_Kuhnt_ -- _Kunnert_ -- _Kühnert_ -- _Conard_; _Kohnert_ --

_Köhnert_ -- _Kaunert_. Gen. _Konertz_ Patr. A. _Conerding_.

Chunihari: _Kuner_ -- _Kühner_ -- _Koner_. Gen. _Kuhners_ --

_Coners_. Patr. A. _Conring_.

Khunemar: _Kummer_. Vklf. (l): _Kümmerl_ -- _Kimmerle_ (schwäb.).

Kunimund: _Kunimund_ -- _Kühnemund_.

Chunrad, Chuonrat: _Kunrath_ -- _Conrath_; _Conrad_ -- zsgz.

_Kuhrt_ -- _Curt_ (latinis. _Curtius_) -- _Korth_, _Koordt_ --

_Korte_ -- _Körte_ --

mit den Zss. _Curtmann_ -- _Cordemann_ -- _Kortmann_ --

_Ackerkurt_; _Großkurth_; _Jungcurt_ -- _Mühlenkord_; _Schäferkord_

-- _Kordvahr_ (1640: Kortvader) --

_Kauert_ -- _Kauer_ -- _Kuhr_ -- _Kohr_. Gen. _Conradts_, _Konrads_

-- _Koenraads_ (sprich: Kôn-, ostfries.) -- _Curdes_ -- _Kordes_

-- _Koerts_ (ostfries.) -- _Kohrs_, _Coers_ -- _Kauers_. Patr. A.

_Körting_ -- _Köhring_ -- _Kauring_ -- _Conradter_. Patr. Zss.

_Cordsen_ -- _Corssen_.

Cunirih: _Kühnreich_.

Kuniald: _Kunwald_, _Kunold_ -- _Künold_; _Kühnelt_; _Kühnhold_.

Gen. _Köhnholz_.

Einstämmige Kürzung Kun-.

Kuno, Chuono, Cono: _Cuno_; _Kuhne_ -- _Kühne_; _Khün_ -- _Kiehne_

-- _Künne_ -- _Cone_; _Kohn_ -- _Köne_ -- _Keune_. Gen. _Koens_

(spr. Kôns, ostfries.); _Kohnen_. Patr. A. _Kuning_ -- _Künning_.

Gen. _Könings_ (Cleve).

Vklf. (i): _Kuoni_ (schweiz.), _Kuny_. (l) Chunulo: _Kuhnle_ --

_Kühnell_; _Kühndel_ -- _Kienle_ -- _Kohnle_ -- _Konle_. (l +

n): _Kühnlein_ -- _Köhnlein_. (k) Chunico: _Kunicke_; _Kunig_

-- _Künnecke_ -- _Könnicke_ -- _Köhnke_ -- _König_ -- _Köng_ --

_Küng_ -- _Keunecke_. Gen. _Könkes_. (k + l): _Kunigel_. (z)

Chunizo: _Kunitz_ -- _Kunze_ -- _Cuontz_ -- _Conz_. Gen. _Kuntzen_.

Zss. _Kunzmann_ -- _Hoffkuntz_; _Jungkunz_; _Schmidkunz_ --

_Schmidkonz_. _Oberkonz_. (z + l): _Kunzelmann_ -- _Küntzel_;

_Künzli_ (schweiz.) -- _Kienzle_ -- _Kintzle_ (Luxemburg) --

_Kinsele_. Patr. A. _Küntzling_. (z + l + n): _Künzlin_.

Unorg. Bildung: _Küntzer_ -- _Küntzler_.

=Kün-= s. Kun (einst. K.).

=Kunt-= s. Gund (V., einst. K.).

=Kunz-, Künz-= s. 1) Gund (einst. K.) 2) Kun (einst. K.).

=Kuoni= s. Kun.

=Küper= s. Küfer.

=Küppenbender= III. (Düren) „Küfer“ 1).

=Kurbisch, Kurpis= III. „Kürbis“.

=Kürner= s. Körner.

=Kürschner= III. mhd. kürsenaere, vom ahd. chursinna, mhd. kürsen

„Pelzkleid“. In Mitteldeutschland (Sachsen) Kirschner gesprochen.

FN. _Kürschner_; in älterer F. _Kürssener_. _Kierschner_ --

_Kirschner_ -- _Girschner_ (s. Förstemann Progr. S. 8).

=Kürsten= s. Christianus.

=Kurt= s. Kun (Chunrad).

=Kurzhalz= III. = Kurzhals (s. Hals).

=Küssewetter= s. Kiesewetter.

=Küstenmacher= s. Kistmacher.

=Küstenpfennig= III. Satz-N. „küsse den Pfennig“ (Geizhals). Auch

_Küssenpfennig_.

=Kuster= s. Küster.

=Küster= III. ahd. custor, mhd. kuster aus lat. custos (templi),

urspr. Hüter des Kirchenschatzes und der heiligen Geräte, dann der

bekannte Kirchendiener, hauptsächlich im protestantischen Norden noch

in Geltung.

FN. _Küster_. Gen. _Küsters_ (Heinsberg). Zss. _Küstermann_. --

Ohne Umlaut: _Kuster_ (_Kustermann_); _Kusterer_ (württ).

Vklf. _Kusterle_ (Gottschee).

Niederd. _Köster_, _Cöster_; _Coster_ (Jeverland). Gen. _Kösters_

(Borken). Zss. _Köstermann_. Patr. A. _Köstering_ (Lippe).

Mit dem n der schwachen Bildung _Küstner_ -- _Köstner_.

=Küter= III. ein „Hausschlächter, so in den Garküchen schlachtet“

(Frisch). In Pommern (Klemp. Kuter -- „Kütertor“ in Stralsund),

Brandenburg. „Wursthof“ oder „Küterhof“, ältestes bekanntes Berliner

Schlachthaus im 16. Jh. bei dem Heiligengeist-Hospital.

=Küttner= III. „einer aus Kutten“ (Provinz Sachsen). Auch

_Kittner_.

=Kuttruf= III. ein Trinkgefäß (S. 45).

Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich · 第 112 / 178 题