B.

=Baader= s. a) I. Bad (V.) b) III. Bader.

=Baake= s. 1) Bag 2) Bald (einst. K.).

=Baar-= s. Bera (V., einst. K.).

=Baath, Baatz= s. Bad (einst. K.).

=Babbe= s. Bad (zweist. K.).

=Babendererde= III. niederd. (Mecklenb.) „über der Erde“ (in

welchem Sinne?), vgl. Chonradus uf der Erde 1194.

=Babst= s. Pabst.

=Bach= s. a) I. Bag b) III. Bach.

=Bach= III. ahd. pah, bah, mhd. bach, altsächs. biki bildet urspr.

Flußnamen, dann auch Benennungen von Orten, die an den Flüssen liegen

-- heutzutage hochd. -_bach_ in tausenden von Namen, niederd. -_beck_

(spr. bäk, mit gedehntem, offenem e, daher auch in der Schreibung)

-_bek_, -_beek_; -_becke_. Häufig elliptisch: _Weißenbach_ = zum weißen

Bach; _Langenbeck_.

FN. _Bach_ (= am Bach, s. Lubbeke bi der beke fries. Urk. Pott 543

-- Bach auch häufiger ON.) _Zumbach_. -- _Bachmann_. _Anspach_.

_Hilspach_. _Perkhausen von Aiglspach_ (wie auch _Pachmayr_

Münch.). -- _Achenbach_. _Erlebach_; niederd. _Ellerbeck_.

_Feuerbach_. _Grumbach_. _Hagenbach_. _Marbach_. _Raupach_ (O.

Raubach). _Roßbach_. _Seebach_. _Süßenbach_. Niederdeutsch:

_van der Beck_, _Beeck_ (Bek niederd. weiblich). _Terbeck_. --

_Billerbeck_. _Düsterbeck_. _Einbeck_. _Goldbeck_ (Klemp. Goltbeke

1369). _Langenbeck_ (O. in Hannover, welchem hochd. Langenbach

in Bayern, Nassau entspricht). _Lilienbeck_. _Lutterbeck_ (O.

Lutterbeck u. -bek). _Mühlenbeck_; ganz niederdeutsch _Möllenbeck_

(westf.). _Nordbeck_ (O. Nordenbeck). _Overbeck_. _Rohrbeck_.

_Schwanebeck_. _Schwarzenbeck_ (neben hochd. _Schwarzenbach_).

_Seebeck_. _Steinbeck_. _Westerbeck_. _von dem Knesebeck_ (Kn. Dorf

in Hannover).

Selten -_becke_: _Harbecke_ (O. im Regb. Arnsberg). _Thorbecke_

(flämisch, deutsch Thorbeck O. in Mecklenb., Hannov.).

Ableitung auf -er (oberd.):

1) -_pacher_ (bes. nach s): _Dürenpacher_ (neben _Durnbacher_,

O. Dürnbach in Gottschee). _Gerspacher_. _Rinderspacher_.

_Rummelspacher_. _Überpacher_ (Wien, O. -bach).

2) -_bacher_: _Embacher_. _Föhrenbacher_. _Kuchelbacher_.

_Speckbacher_. _Steinbacher_.

Daneben ist bemerkenswert eine F. mit Umlaut:

3) -_bächer_, gew. -_becher_ (wo dann der Schein einer Zss.

mit dem Hauptw. Becher entsteht). Während im Hochdeutschen die

umlautfreie F. bei solchen Ableitungen von ON. auf -bach jetzt

alleinige Geltung hat, z. B. „das Hambacher Fest“, „Weilbacher

Brunnen“, weisen oberdeutsche Mundarten den Umlaut auf, z. B. die

alemannische (Hebel: „’s Mam~becher~ Hätteli“ von Mambach im

Oberrheinkreis). Demnach finden sich:

_Arzbächer_. _Offenbächer_. _Vogelbächer_. _Weilbächer_.

_Dörrenbächer_, auch _Dörrenbecher_. _Reichenbächer_, auch

-_becher_. _Isselbächer_, auch -_becher_ (s. Verlustliste Nr. 91:

Isselbecher aus Isselbach, wo demnach die Zusammengehörigkeit recht

in die Augen springt). _Eberspecher_ neben _Eberspacher_ (München).

-- _Cumbecher_. _Eschenbecher_. _Leutbecher_. _Merschbecher_.

_Nußbecher_. _Odenbecher_. _Rohrbecher_. _Schneckenbecher_.

_Seidenbecher_. _Steinbecher_. _Stürzelbecher_. _Weidenbecher_.

_Wittenbecher_.

Zu diesen sämtlichen N. finden sich entsprechende ON. auf -_bach_

in Rudolphs Lex. Dementsprechend wird auch _Holzbecher_ abzuleiten

sein, da es mehrere O. Holzbach gibt, obwohl der N. auch von einem

Geräte abgeleitet, „(der mit dem) Holzbecher“, einen guten Sinn

ergäbe.

(In Bayern und Österreich begegnet mitunter -beck, -böck für

-bach (-bacher) als FN., so _Hotzbeck_, _Adenböck_, _Deisböck_,

_Waitzenböck_ s. Steub S. 146).

=-bacher, -bächer= s. Bach.

=Bäck= s. Beck.

=Backe= s. a) Bad (einst. K.) b) Bag c) Bald (einst. K.).

=Backer= s. Becker.

=Backfisch= III. „Fisch zum Backen d. i. Bratfisch“.

=Backhaus= III. „der am (oder im) Backhause wohnt“. Niederd.

_Backhus_ (S. 54, Anm. 2). Doch gibt es auch ein Dorf Backhaus (im Rbz.

Koblenz).

=Backmeister= III. auch _Bacmeister_, mhd. bachmeister „Aufseher

der Bäckerei“, Oberbäcker. („Lütke oder Lüdeke, d. i. Ludwig Willens

war oberster Bäcker bei dem Herzog von Braunschweig zu Lüneburg, und

da er hiernach aller andern Bäcker Meister war, so wurde er von den

Hofleuten gemeiniglich „Lütke Backmeister“ genannt. Sein Fürst, als er

dies hörte, befahl, daß er und seine Nachkommen diesen N. immer als

einen Geschlechts- und Zunamen führen sollten“. Adolf Bacmeister,

Germanist. Kleinigkeiten).

=BAD= I. zu altnord. bodh, angels. beado „Kampf“, die ein ahd.

patu voraussetzen (S. 14).

FN. Patager: _Bagger_ -- _Bättger_.

Bathari: _Bader_, _Baader_ -- _Bäder_ -- _Päder_ -- _Better_.

(Baduman): _Bahmann_ -- _Bethmann_.

Badomar: _Battmer_ -- _Bammer_ -- _Pammer_.

(Badold): _Badelt_ -- _Bathelt_.

Einstämmige Kürzung Bad-.

Bado, Pato: _Bade_ -- _Pahde_ -- _Bathe_; _Baath_ -- _Pathe_ --

_Beede_ -- _Bethe_ -- _Päthe_.

Patr. A. _Bading_.

Vklf. (l) Patilo: _Padell_ -- _Pätel_ -- _Bathel_. (k) Baducho:

_Badeke_ -- _Battig_ -- _Backe_ -- _Bätke_ -- _Bethge_ -- _Pethke_.

(z) Pazzo, Bezo: _Batz_, -- _Patze_ -- _Batsch_ -- _Baatz_. (z + l)

Bezilo: _Batzel_. (z + k) Bezeco: _Patzke_; _Patzig_.

Zweistämmige Kürzung Badb-.

Babo, Papo: _Pape_ (doch s. auch Pfaffe) -- _Babbe_. Patr. A.

_Papinga_ (ostfries.).

Vklf. (l) Babilo: _Bebel_. (k): _Papke_ -- _Päpke_.

=Bad-= s. Bad (V., einst. K.).

=Badenheuer= s. Bardenheuer.

=Bader= a) I. s. Bad (V.) b) III. urspr. der, welcher den Badenden

bedient, dann „Besitzer einer Badestube“. (Hans Paders Padstuben 1437

Bacm.). Derselbe schor auch den Bart. (Vgl. Badstüber).

=Bäder= s. Bad (V.).

=Badstüber= III. Die öffentliche Badestube (ahd. stuba, mhd.

stube aus lat. stupa „heizbares Zimmer“), wo auch zur Ader gelassen

und geschröpft wurde, spielte früher eine große Rolle im städtischen

Leben, sie war vielfach der Mittelpunkt, an welchem sich Bürger zur

Besprechung städtischer Angelegenheiten versammelten. Daher zahlreiche

FN., die auf Besitzer solcher Badestuben zurückgehen:

_Badstuber_ (Wien); _Badstüber_ (wie es auch „Badstüberstraßen“

gibt -- merkwürdig entstellt (sächs.) _Patschdieber_.

Dann geteilt 1) _Bader_. 2) _Stüber_ -- _Stieber_ -- _Steuber_ --

_Stoiber_ (österr.). Niederd.: _Stöber_ -- _Stöwer_ (Gött. UB.

1383: Stovere).

Mit dem n der schwachen Bildung:

_Badstübner_ -- _Stübener_ -- _Stöbener_.

=BAG= I. zu ahd. bâgan „streiten“. Bagodeo.

FN. (Bagarih): _Beyrich_.

Einstämmige Kürzung Bag-.

Bago, Bacco: _Bage_ -- _Backe_ -- _Baacke_ -- _Bach_ -- _Pach_.

Gen. _Backes_ -- _Bax_. (Doch s. auch Bald u. Bad).

=Bagger= s. Bad (V.).

=Bahl-= s. Bald (V., einst. K.).

=Bahmann= s. Bad (V.).

=Bähr-= s. 1) Ber (einst. K.) 2) Berin (V., einst. K.).

=Bahr-= s. Ber (einst. K.).

=Baier= III. „der Baier“. Auch _Bayer_, _Beyer_ -- _Peyer_.

Vklf. _Beierle_.

=Baintner= s. Bünd.

=Bakker= s. Becker.

=BALD= I. got. balths, ahd. pald, bald, mhd. balt „kühn“ (jetzt

nur noch Umstandsw. „bald“); vom deutschen entlehnt ital. baldo.

FN. Baldhard: _Ballert_ -- _Bollert_ -- _Pollart_; _Pollert_ --

_Bohlert_.

Baldher: _Balter_ -- _Baller_ -- _Bolder_ -- _Boller_ -- _Poller_

-- _Böller_. Patr. A. _Baldring_.

Paldhram: _Paldramus_ -- _Peldram_.

Baldroh: _Poltrock_.

Baldmann: _Baldemann_ -- _Bahlmann_ -- _Boldemann_ -- _Boldtmann_

-- _Bollmann_ -- _Pollmann_ -- _Bohlmann_.

Baldemar: _Ballmer_ -- _Palmer_ -- _Pollmar_ -- _Bellmer_.

Baldarich: _Baldrich_.

Paldewart: _Bollward_.

Baldwig: _Ballweg_; _Balwey_ -- _Bollwöck_.

Baldavin: _Baldewein_ -- _Bolwin_, _Bollwien_ -- _Pollwein_ --

_Bullwein_.

Baldulf: _Baldauf_ -- _Balluf_; _Ballauf_ _Pallauf_ (bayr.) --

_Waldauf_ (Gottschee, wo b u. w mundartl. wechseln) -- _Bolluf_.

(Baldawan): _Bollwahn_ -- _Bolduan_ (Boldewan 17. Jh.).

Einstämmige Kürzung Bald-.

Baldo, Ballo: _Balde_; _Bald_ -- _Ball_ -- _Bahl_ -- _Pahl_ --

_Bolde_ -- _Bolte_ -- _Bölte_ -- _Bolle_ -- _Poll_ -- _Bohle_ --

_Böhl_. Gen. _Baldes_ -- _Bolten_ -- _Bohlen_. Patr. A. Baldung:

_Balling_ -- _Bolling_ -- _Bölling_ -- _Böhling_.

Vklf. (k) Baldiko, Bolko: _Balke_ -- _Backe_, _Baake_ (s. Stark S.

73; nordfries. Backe = Baldicke) -- _Bolke_ -- _Böldicke_; _Böldge_

-- _Böhlke_; _Bölk_ -- _Bock_ (s. auch Burg). Patr. A. _Böcking_.

(k + l): _Bockel_ -- _Böckel_. (z) Balzo: _Balze_ -- _Balleis_ --

_Boltze_; _Bolz_ (_Boltzmann_) -- _Polz_. (z + l): _Pölzl_.

Auslautend (199 mal Först.):

-_bald_: _Sebald_.

-_bold_: _Siebold_.

-_pold_: _Seypold_ -- selten -_polt_: _Seepolt_.

-_blot_: _Humblot_.

-_belt_: _Liebelt_.

-_pelt_: _Leipelt_.

-_ball_: _Niedball_.

-_bol_: _Sambol_.

-_bel_: _Sybel_.

-_pel_: _Seyppel_.

-_bet_: _Gerbet_. _Siebeth_.

-_bt_: _Seibt_.

=Balke= s. Bald (einst. K.).

=Ball-= s. Bald (V., einst. K.).

=Ballester= III. „Armbrustschütze“. (Vgl. altfranz. arbalestrier.)

=Ballschmieter= III. niederd. (Rügen) „Ballwerfer“. Auch

_Balschmieder_.

=Balster= s. Balthasar.

=Balter= s. Bald (V.).

=Balthasar= II. Beltschazar, Belsazar, (babylon.) „sein Leben

schirme“, einer der h. drei Könige, wozu die Legende die Weisen aus dem

Morgenlande gemacht hat (Kal. 6. Jan.).

FN. _Balthasar_. Zsgz. _Balzer_ (als VN. noch im 18. Jh.: Baltzer

Bruswitz 1870 KB.) -- _Balster_. Gen. _Balsters_ (ostfries.).

Mit Kürzung im Anlaut: _Hauser_ (bayr.).

=Balwey= s. Bald (V.).

=Balze= s. Bald (einst. K.).

=Balzer= s. Balthasar.

=Bammer= s. Bad (V.).

=BAND= I. zu langobard. bandu „Kriegsbanner“, vgl. ahd. pant,

bant, mhd. bant, Band (doch ist auch altsächs. bant, ahd. panz „Gau“ in

Betracht zu ziehen).

FN. Bandhard: _Bannert_ -- _Bendert_.

(Bandheri): _Pander_ -- _Bender_.

(Bandmar): _Bandemer_. Vklf. _Pemmerl_.

(Bandold): _Bandhold_.

Einstämmige Kürzung Band-,

Bando: _Bando_ -- _Bante_ -- _Bonne_ (fries.). Patr. A. _Banning_

-- _Panning_ -- _Bentinck_.

Vklf. (l): _Bandel_ (_Bandelmann_); _Bandle_ -- _Pandel_ --

_Pantell_ -- _Bantel_ -- _Pendele_ -- _Bendel_. (l + n):

_Bandelin_. (k): _Bandich_ -- _Bantke_ -- _Panneke_. Gen. _Bantjes_

(ostfries.). (z) Panzo, Benze: _Pantz_ -- _Pantsch_ -- _Banse_ --

_Benz_ -- _Bense_ (_Bensemann_). (z + l) Patr. A. _Benzler_ --

_Benseler_.

=Bann-, Banse, Bant-= s. Band.

=Baptista= II. griech. „der Täufer“; St. Johannes der Täufer.

FN. _Battist_.

=Bar-, Bär-= s. 1) Ber (V., einst. K.) -- 2) Berin (V., einst. K.).

=BARD= I. ahd. barta „Barte“ (Axt) -- altnord. bardi „Riese“

(mischt sich mit beraht).

FN. Bartholf: _Bardolph_.

Einstämmige Kürzung Bard-.

Bardo: _Barde_ -- _Bahrdt_.

Vklf. (l) Bardilo: _Bardel_.

=Bardelmes= s. Bartholomäus.

=Bardenheuer= III. „der Barten (ahd. parta, mhd. barte, Beil,

Streitaxt) zuhaut“, anfertigt. Entstellt: _Bardenheier_; _Badenheuer_.

=Bardolph= s. a) Beraht (V.) b) Bard.

=Barends= s. Berin (V.).

=Bärenfänger= III. s. S. 41 -- auch allgem. „Bärenjäger“, da

Bärenfang nicht bloß die angelegte Grube bed., in welcher sich B.

fangen sollen, sondern auch überhaupt die Bären~jagd~.

=Bärens= s. Berin (einst. K.).

=-barg, -bargen= s. Berg.

=Barfuß= III. (schon im 12. Jh.) -- _Parfuß_ (österr.). Niederd.

barft aus barfot, dah. _Barfknecht_.

=Bargmann= s. Bergmann.

=Barnert= s. Berin (V.).

=Bart= III. der „Bart“. Chonrad Mitembart, Ch. cum barba 13. Jh.

Vgl. auch Eberhard _im Barte_, H. Ludwig _mit dem Barte_.

Seit dem 12. Jahrh. ward (nach Schultze Modenarrheiten S. 43) das

glatte Gesicht die Regel, und alle Bartformen waren Ausnahmen,

besonders bei hohem Alter und hoher Würde (der Fürsten) sich findend.

Daher mußte ein bärtiges Gesicht um so mehr auffallen und konnte um so

eher zu einem Beinamen Veranlassung geben.

Erst während der Reformationszeit begann man allgemeiner den Bart

wachsen zu lassen, und während des dreißigjährigen Krieges war derselbe

in den mannigfachsten Formen Mode. Als solche zählt Moscherosch

auf: Zirkelbärtel, Schneckenbärtel, Jungfrauenbärtel, Dellerbärtel,

Spitzbärtel, Entenwädele, Schmalbärtel, Zuckerbärtel, Türkenbärtel,

spanisch Bärtel, italienisch Bärtel, Sonntagsbärtel, Osterbärtel,

Lillbärtel, Spill-, Drill-, Schmutzbärtel, Stutz-, Trutzbärtel usw.

FN. _Bart_, _Barth_. -- Zss. _Breitbart_. _Buntebarth_.

_Flachsbart_. _Judenbart_. _Rauschbart_ (vgl. Eberhard der

Rauschebart). _Rothbart_. _Schlitzbart_. _Schmalbart_.

_Schweizerbarth_. _Spitzbart_ („Everhardus der Spizebart“ Stark S.

153). _Weißbart_.

=Bart-= s. Beraht (V., einst. K.).

=-bart= s. a) I. Beraht b) III. Bart.

=Bartel= s. a) I. Beraht (einst. K.) b) II. Bartholomäus.

=Barth= a) I. s. Bard b) I. s. Beraht c) III. „der mit dem

(langen) Barte“ (Golz mit dem Barte 1327) -- auch ON.

=Barthol= s. a) I. Beraht b) II. Bartholomäus.

=Bartholomäus= II. hebr. „Sohn des Tolmaï“; Apostel. (Kal. 24.

Aug.)

FN. _Bartholomäus_ -- _Bartelmus_ -- _Barthelmeß_ -- _Bardelmes_ --

_Bartlme_. Gen. _Bartholomä_ -- _Bartholmey_.

Gewöhnlich wegen seiner Länge in zwei Hälften zerschnitten: 1)

_Barthol_; _Bartel_ (vgl. schweiz. Bartli, bayr. Bartl). 2) _Mewes_

(mit eingeschobenem w, vgl. niederd. Bartelmeews, Meewsdag: 24.

Aug., up ollen Bartelmeiwes: 5. Sept. nach dem alten, julianischen

Kal. Berghaus, Sprachschatz der Sassen); _Mews_ -- _Möwes_; _Möws_

-- das w in b verhärtet: _Mebus_; _Mebes_ -- _Möbus_; _Möbes_.

Latinis.: _Mevius_ -- _Möbius_. Patr. Zss. _Mewissen_.

=Bartsch, Bärtschi= s. Ber (einst. K.).

=Barz= a) I. s. Ber (einst. K.) b) III. ON. (in Mecklenb.).

=Basler= III. „einer aus Basel“. Auch _Bäsler_.

=Bassüner= III. mhd. busûnaere, mittelniederd. basûner

„Posaunenbläser“.

=Bast-= s. Sebastianus.

=Bastineller= III. (Tirol) „einer aus Bastianello“.

=Bath-, Bätke= s. Bad (einst. K.).

=Batt-= s. Bad (V., einst. K.).

=Bättger= s. Bad (V.).

=Batsch, Batz-= s. Bad (einst. K.).

=Bauch= III. in einigen Zss.: _Breitenbauch_ (der mit dem br. B.).

_Gutschebauch_. _Schmerbauch_.

=Bauck= s. Baug.

=Baudissin=, von III. altes lausitzisches Adelsgeschlecht,

Stammort Bautzen (früher Baudissin).

=Bauer= III. mhd. bûr (auch bûwaere, ahd. pûâri, bûâri) „der

den Acker ~baut~“, Gegensatz zu herre (Ritter), später auch zu

burgaere.

FN. _Bauer_, in älterer F. _Baur_. Südd. _Paur_; _Pauer_. Niederd.

_Buhr_ -- in Ostfriesland mit Artikel _de Buhr_, in holländischer

Schreibung _de Boer_ (S. 40).

Vklf. (l): Bäuerle (schwäb.); Bäuerlein.

Zss. (bes. zahlreich im eigentlichen Bayern): mit Vornamen:

_Christlbauer_. _Kasparbauer_ -- mit Eigenschaften: _Jungbauer_.

_Neubauer_; -_pauer_; niederd. _Niebuhr_ -- nach der Beschaffenheit

des Hofes: _Großbauer_. _Hallbauer_; niederd. _Halbuer_ (Halb-) --

nach der Lage: _Bruckbauer_. _Kreuzbauer_. _Oberbauer_; _Oberpaur_.

_Mitterbauer_. _Holzbauer_; niederd. _Holtbuer_. _Moosbauer_

(Moor-). _Seebauer_ -- nach den Erzeugnissen: _Rosenbauer_.

_Rubenbauer_ (Rüben-). _Gerstbauer_. _Waitzenbauer_ -- nach

der Zugehörigkeit und Verpflichtung: _Hoffbauer_; _Hofpauer_.

_Kirchenpauer_. _Königsbauer_.

=Bauerfeind= s. Baurenfeind.

=Bauermann=, (ostfries.) Boerma.

=Bauermeister= III. vom mhd. bûr Wohnung, eine städtische

Obrigkeit = „Bürgermeister“, auch auf ländliche Gemeinden angewandt (z.

B. in der Umgegend von Münden in Hannover, Pauli II, 27).

FN. _Burmeister_ -- _Baurmeister_; _Bauermeister_. Niederd.

_Burmester_ (mit langem e in der mittleren Silbe).

=BAUG= I. ahd. pouc, mhd. bouc „Ring“, Spange für Hals, Haupt oder

Arm, von biugan „biegen“. Die bouge waren ein sehr begehrter Schmuck

für Frauen und auch Männer. Baugulf 8.

FN. Bougrat: _Peukert_.

Einstämmige Kürzung Baug-.

Bauco: _Bauke_; _Bauck_ -- _Pauck_. Gen. _Baukes_; _Bauken_.

=Baum= III. ahd. poum, boum, mhd. boum, altsächs. bôm, mittels

dativischer Ellipse zu ON. verwendet, zuerst im 11. Jh. in Budenbomen

-- gegenwärtig nicht viel unter 200 bewohnte O. auf -_baum_ in

Deutschland (außerhalb Deutschlands z. B. Oranienbaum).

Andere FN. sind durch Häusernamen vermittelt, wie ein Haus „zum

Mulboum“ 1315 zu Mainz, im 12. Jh. zu Basel war (s. Buck, oberd.

Flurnamenbuch S. 176 unter Maulbeerbaum) -- noch andere sind

unmittelbar von den Baumnamen abgeleitet; eine Scheidung ist schwer

durchzuführen.

Vgl. Henr. Nuzboum 1223. Hinrik Heisterbom 1413. (Franz. Cerisier,

Poirier).

FN. _Baum_. -- Zss. _Apfelbaum_. _Birnbaum_. _Eichbaum_;

_Eichelbaum_. _Eschbaum_. _Grünbaum_. _Holderbaum_;

_Hollinderbaum_. _Honigbaum_. _Kienbaum_. _Kirschbaum_.

_Krähenbaum_. _Kriechenbaum_. _Nußbaum_. _Pappelbaum_.

_Pfraumbaum_. _Quittenbaum_. _Rosenbaum_. _Schlöhbaum_.

_Weidenbaum_. --

halbniederd.: _Appelbaum_. _Beerbaum_. _Blöbaum_. _Busenbaum_.

_Dannenbaum_. _Kassebaum_. _Kreikenbaum_. _Nottebaum_; _Nuttebaum_

--

ganz niederd.: _Bohm_. _Beerboom_. _Cassebohm_. _Dannenbohm_.

_Lindeboom_. _Nottebohm_. _Plumbohm_. _Rosenbohm_.

Ableitung auf -_er_ (Conrad Holderbäumer 1285. Heinr. dict.

Kirsbaumer 1297).

1) _Baumer_ (z. B. von dem O. Bauma im Tößtal, Schweiz.

Tobler-Meyer). _Bierbaumer_. _Eschbaumer_ (Münch.). _Kerschbaumer_

(tirol.). _Nußbaumer_.

2) _Bäumer_. _Altenbäumer_. _Brinkbäumer_. _Hägerbäumer_.

_Hasenbäumer_. _Hollinderbäumer_. _Strothbäumer_ -- alle in

Westfalen, wo auch mehr vereinzelt.

Die Deutschen Familiennamen, geschichtlich, geographisch, sprachlich · 第 37 / 178 题