*** Des zoch er aus ein messer do

Und stach graf Purcharten also,

Das er yeso tod gelag.

Nu var du in die hell hin ab! 30

Das ist dein haus und ghört dich an,

Sprach er zuo dem toten man.

Des wärd doch Strudel da beliben

Mit seinem harsch vil gar gestigen,

Da warent Maczendorffer hie 35

Also schier, ich wäyss nicht wie,

Wie laut seu schreuwent auf die schär!

Es ist noch nicht des io so gar,

Sam ir nu wänt, ir hürrenschelch!

Es müsst uns lassen hie die pelg 40

Und gearnen auf dem plan,

Das ewer vordren haben getan.

Des stachens her mit iren spissen

In der Lappenhauser fiessen,

Nyssinger auch wider dar 45

In der Narrenhaymer schär #56

Also ser mit payder chraft,

Das der veinten hilf und macht

Aber do gechrencket ward,

Also das in einer vart 5

Narrenhaymer haubtman,

Lappenhauser sturmvan

Vielent nider auf den tan,

Der van von Nissingen vil schier

Aufgeworffen also zier, 10

Des muostens schreyen in dem streyt

Gen Torenhofnern an der zeit,

Die das hieten ubersehen,

So grosseu vinstreu was geschehen

Von dem pulver auf dem plan. 15

Do das geschrey nu was getan

Umb die hilf, das hortens wol,

Und ranten her gemuotes vol,

Wol geruowt vil stark und frisch,

Sam die färli von dem tisch, 20

Und lieffend Mäczendorffer an,

Seu schluogend in vil mangen man

Mit iren steken, daz seu hin

Vielen zuo irm ungewin.

In was der mensch recht sam äyn äye 25

Und knustend flaysch und payn enzway,

Seu fuoren her gemuotes frey

Auch mit chüglen von dem pley

An die chlaider fest gepunden,

Mit eysenketten ze den stunden, 30

Und wurffend gen dem herczen,

Des machet mangen smerczen.

Seu smuczten gen den haubtern dar,

Das seu die sinn verluren gar.

Was der vorderr streyt verlorn, 35

Des ward ein neuwer do geporn,

So stark und ungeheur aldo,

Und sam ichs kürczen wil also:

Des Strudels van die swär gevie

Und dreystuond auf und nider gie, 40

Des hieltens doch ir veld und macht

Und streyten in die veinstren nacht

So verr, dess ieder tayl yeso

Selber höret auf aldo,

** Und sprachent, sam auch ghört dar zuo, #56b

Einen frid bis morgens fruo.

*** Da hört ich, daz man in dem pluot

Bis uncz an den gürtel wuot.

Wie vil aver wär derschlagen, 5

Der mär getar ich euch nicht sagen.

Der da glegen was, der glags,

Der da gen mocht, der trats

Und gie hin wider in sein gezelt

Oder läyt sich auf das veld 10

Ze schlaffen sam ein rind dahin.

Fro Laychdenman in irem sin

Gedacht vil eben an die tat,

Die ir in Lappenhauser rat

Wider fuor von Niggels wort, 15

Dar umb sey stiften wolt ein mord

Und macht sich haymleich aus dem haus

Für des dorffes tor hin aus

Und lieff hin zuo der veinten schär,

Die schlieffend da von müdi gar. 20

Sey wakt seu auf und sprach also:

Ewer eren pin ich fro

Und ewers guots ze aller stund,

Dar umb so trachtend umb einn fund,

Das ir all des morgens fruo 25

Reytt ze Lappenhausen zuo.

Die weil so wil ich legen schier

Feur ins dorff an steten vier

Und euch ein tor auch geben eyn,

Das sag ich auf die treuwe meyn. 30

Der rede warens alle fro

Und dankten ir vil fleyssechleych do,

Seu verhiessen ir da mitt

Guotes vil, das ist der sitt.

Des fuor seu hin fro Laychdenman, 35

Bis seu gen Lappenhausen cham,

Und pracht ze samen was seu sprach.

Mit welhen dingen das geschach,

Ich noch niemant sagen schol.

** Bosshayt lert sich selber wol. 40

*** Die weil auch Nyssinger vil drat

Chômend zamen all ze rât

Umb die red, die da getan

Was, des huob ein alter man

Und sprach: Dis dinch wil haben wicz. 45

** Wir ligend auf des todes spicz, #56c

Unser veint sein sterker vil,

Dann wir, sam ich sagen wil,

Dar umb so schüllen wir mit listen

Unser süsses leben fristen 5

Und taylen uns ze unserm häyl

Vil eben gar in zway tayl:

Das erst mit den veinden streytt,

Das ander häymleich an hin reitt

Gen Lappenhausen zuo dem tor 10

Und halte da en wenig vor,

Und lât man uns dann schier hin eyn,

So schüllen wir vil endleich seyn

Mit rauben und mit stechen.

Hie mit wir mügend rechen 15

Alles unser läyd und schaden.

Nicht mer so kan ich euch gesagen.

Do sprach der alt her Pütreich:

Dein rat der ist uns nicht geleich

Und pist dir selben wider auch 20

An deiner red recht sam ein gauch.

Du sprichst, der veinten sey ze vil

Und wilt dann, daz wir halb daz spil

Treyben mit in allen aus.

We, wie kämin wir ze haus? 25

Dar umb wil ich ein anders sagen.

Wir schüllen unser wägen laden

Mit plunder und mit härnesch gär

Und schiken unsers täyls ein schär

Vil taugenleichen in den wald, 30

Den andern täyl wir senden bald

Mit dem paner auf die weyt,

Da sich derheben schol der streyt,

Und wann die veintschär zeucht gen in,

So trachten dis ze fleuhen hin 35

Gen dem holcz, die wagen nach;

So wirt den veinten also gach

Ze jagen und ze rauben ser,

Das seu sich strowent in dem her,

Einer her, der ander hin. 40

Secht, so ist der beste sin,

Das unser hauff mit allem gar

Mach sich auf die ierren schär

Mit schiessen, schlahen und mit stechen,

Stossen, müsten und auch brechen. 45

Mügen wirs auch an gevahen, #56d

Die schüldigen wir schullen hohen,

Kaynen lassen wir genesen.

Und ist, das es also mag wesen,

So reyten wir in einem trük 5

Gen Lappenhausen auf die prügg,

Und wär joch, das die morderin

Nicht wolt tuon nach unserm sin,

Sam eim menschen mordes vol,

Niemand mag getrauwen wol, 10

Dannocht müssen seu derzaygen,

Wan seu sehent so derschlagen

Ir vormacht und ir gesind

Und dergeben sich geswind.

Wolten seu des nicht entuon, 15

Des achtin wir recht sam ein huon,

Und lauffin an die hulczinn maur

Mit feur, das wirt in gar ze saur.

Wär aber, das daz weib

Tät uns auf ze rechter zeit, 20

So schüllen wir berayte sein

Uns ze machen all hin ein

Und nicht ze gaslen in den strâssen,

Won man mocht her aber lassen

Von den heusern holcz und stäyn 25

Und uns derschlahen all gemäyn.

Wir schüllend in das erste haus

Prechen drât und dar nach aus

In das ander yemer dar

Und töten was da lebet gar 30

An die unsern freund alläyn.

Dar nâch so nemin wir gemäyn

Alles, das man genemen mag,

Und täyllins ganczleich pey dem tag,

Und was uns nicht ze nücze werd, 35

Das verbrenn man gar in herd.

*** Nicht anders saget er in do.

Des râtes wurdens alle fro,

Und was her Pütreich hiet gedacht,

Daz ward auch alles volleprâcht. 40

Des wurdens sälich und auch reich

Und machten sich auch all geleich

Wider häym hin auf den weg.

Und do seu chamend zuo dem steg,

Do sahens wie der Triefnas, 45

Der von dem streyt geflohen was, #57

Sass auf einem birlinch höh.

Secht, do huob sich ein gezôch

Gen dem höschochen,

Das bläyb nicht ungerochen 5

** An den ersten buoben,

Die vielend in die gruoben,

Die Perschi vor mit seiner craft

Umb die festi hiet gemacht

Und bedeket schon mit gras. 10

Das er geschaden mocht dest bas,

Er hiet viel dornen spicz gericht

Uber sich auch zuo der geschicht,

Ob seu chämin ze der stunde,

Das mans mit den füssen funde. 15

Das geschach, sich stiess dar an

Vil oft ein blosser sakman.

*** Das tet in we und macht in zorn.

Hietens Pertschins tod gesworn,

Das wolten seu do erste enden 20

Und wurden her und dorthin senden

Umb laytern, mäntel und auch pleyden

** Und umb ein chaczen, die seu treyben

Scholten an die maur hin an.

Dar zuo woltens pikel han 25

Ze untergraben hie und dört

Und anders, daz zuo sturmen ghört.

*** Secht, das prâcht man yeso dar!

** Do ruft der Strudel ze der schar:

Ir herren, merkt was ich wil sagen! 30

Ich han gehört pey meinen tagen

Mit werffen man das haus derwert,

Mit schiessen man es nider zert.

*** Dar umb schült es die armbrust laden

Und an hin schiessen nicht verzagen. 35

Also mag er sich nicht gerüren,

Die kaczen schol man an hin furen

Und stossen in die maur enzway.

Secht, das halff nicht umb ein äy.

Der turne, der was innan vol 40

Und nicht sam die andern hol.

Des hiess er do die laytren pringen,

Werffen an und auff hin chlimen

Und verhiess mit seinem mund

Dem ersten zgebenn zehen phunt, 45

Dar zuo schiessen ymer dar. #57b

Des ward der Triefnas do gewar

Und macht sich aus dem haw herauf.

Er warff den ersten in den pauch,

Das er ab der laytern viel 5

Also hart auf seinen gyel,

Das er yeso muost beleyben,

Den lesten tag alda vertreiben.

Triefnas wisst er vor hin wol

Und hiet den seinen geren vol 10

Gesamlet an dem morgen fruo

Und ein pavesen auch dar zuo.

Die schyrmpt in vor den geschossen gar.

Des stayg der aller röschest dar.

Einer, der hiess Spöczinnkübel, 15

Den warff er auf sein gyssübel,

Das die layter sampt mit ym

Vielent also zprosten hin.

Do nu das die andren sahen,

Niemant gtorst ym furbas nahen. 20

Also wolten seu in haben

Mit den pikkeln untergraben,

Und errechet von dem haus,

Sam man mangen rauchet aus.

Da was daz ertreich gar ze lind 25

Und ertrukt ein michel gesind.

Secht, das schuoff in mü und leyden!

Des wurdens werffent mit der pleyden,

Die stayn gestekten in dem gras

Und vestneten die maur dest bas. 30

Wie gern seu hietin geschossen do

Aus der büchsen gen ym so!

Da hieten seu des pulvers nicht.

Dar umb ir sturmen was enwicht.

Do huoben seu ze tröwen an 35

Mit den worten gen dem man.

Des fluochet er in so ze stett

Mit ferczenn, das er gen in tett.

Noch woltens in mit kinden worten

Aus dem nest do han gesorten, 40

Do mocht er in getrauwen nicht,

Won ein spruchwort also spricht:

** Vor alter veinten süssen botten

Und vor fischen zwir gesotten

Hüte dich ân alles spotten! 45

*** Des chamen seu da überäyn

Das seu allesampt gemayn #57c

Läyten sich hin umb das haus,

Bis in der hunger trib hin aus.

Des wâren ir der scharen drey.

Yedeu schluog auf ein bastey 5

Und lagend da mit starker macht

Hin bis an die vierden nacht

Mit grosser zerung und auch wart.

Trûn do hungert Pertschinn hart.

Do was der held besessen, 10

Was scholt der arman essen?

Secht, des was er doch nicht faul,

Er schluog des häws in sein maul

Und bäyss dar in, er cheuwet ser.

Das sach der Strudel in dem her, 15

Er schre: Dar von es ist ein wicht,

Wir mügen hie geschaffen nicht,

Er isst das häw mit sampt dem stro.

Des fluhen seu da hin aldo

Und drafften sich hin uberm steg. 20

Pertschi nam ein andren weg

Uber dhäyd der selben zeit

Und kam da hin, da sich der streyt

Hiet derhaben und dergangen.

Des sach er da von tôten mannen 25

Mangen grôssen hauffen ligen,

Die warend auf enander gdigen

Von des pluotes gussen so.

Ge Lappenhausen cham er do

Und sach, wie da verderbet was 30

Haus und hoff, daz laub mit gras,

Man und weib mit sampt dem kind,

Er und guot also geswind

Und sein liebeu hausfrauw tod.

Das prâcht ym jamer, angst und nöt, 35

Das wasser ym zum augen gie,

Ein stärkeu dannocht in gevie,

Das er wol ein halben tag

Sam ein andrer toter gelag.

** Des cham er zuo ym selber do. 40

Ein sendes geschray derhuob er so:

O we, jamerleicher tag!

Das ich dich ie gelebet hab,

Des muos ich ymer leyden pein

Mit chlagen an dem herczen mein 45

Und mangen pittern jamer dulden, #57d

Nicht anders dann von meinen schulden,

Das ich so weysleich was gelert

Und mich so wenig dar an chert.

Wie chläine wolt ich es gelauben! 5

Nu sich ich selber mit den augen:

Wer heut lebt, der stirbet morn.

Wie schier ein man auch hat verlorn

Alles, das er ie gewan!

Da mit gedacht er auch dar an, 10

Wie sich älleu dinch vergend,

Die an unsern werchen stend,

Dann alläine gottes vorcht,

Gottes minne unverworcht.

*** Also fuor er hin so bald 15

Enmitten in den Swarczwald,

Da verdienet er vil gwär

In ganczer andâcht an gevär

* Nâch disem läyd das ewig leben.

Das well uns auch der selbig geben, 20

Der wasser aus dem stäin beschert

Hât und auch ze wein bekert!

AMEN.

Der Ring · 第 13 / 13 段