_Mönchslatein_, Nr. 13, S. 204; dazu noch: Carbone, _Facezie_, S. 59
ff., Nr. 84; Casalicchio, C. I, d. 4, a. 5, S. 252 ff.; Pitrè, III, S.
324 ff., Nr. 180; Crane, S. 287 ff.; G. Amalfi, _XII facezie e motti
raccolti in Piano di Sorrento_, Nr. 9 im _Archivio_, XXI, S. 366 ff.;
_Il medico e l’amalato_; Eyering, _Proverbiorum copia_, I, S. 42 ff.;
Lehmann, _Exilium melancholiae_, S, Nr. 84, S. 398; Harsdörfer, _Ars
apophtegmatica_, S. 99, Nr. 442; Merkens, III, S. 127 ff., Nr. 103;
_Tales und Quicke Answeres_, Nr. 50 (Hazlitt, I, S. 65 ff.); _Archie
Armstrong’s Banquet of Jests_, S. 95 (ebenso wie _Mönchslatein_, Nr.
13 kombiniert mit dem unten Nr. 439 erwähnten Motive von der Heilung
durch Lachen); Clouston, _Noodles_, S. 168 ff.; G. Georgeakis et Léon
Pineau, _Le Folk-lore de Lesbos_, S. 131 ff.: _Les deux amis_.
168. _Sottisier_, Nr. 89.
169. _Sottisier_, Nr. 91.
Der Schwank von dem ~Einfältigen, der den für einen gewissen Fall
erhaltenen Befehl bei einem andern Anlaß, der ein andres Benehmen
erfordern würde, buchstäblich befolgt~, existiert, auch auf Nasreddin
übertragen, noch in einer deutlichern Form; wie Kúnos in der Einleitung
zu _Naszreddin hodsa tréfái_ S. 26 bemerkt, hat nach tatarischen
Quellen Iwanitzky ein »Reiseerlebnis« des Hodschas ins Russische
übersetzt, und dieses folge hier nach dem ungarischen Texte:
Es geschah einmal, daß Nasreddin auf seinen Wegen Totengräbern
begegnete, und die begrüßte er mit dem Gruße: »Friede sei mit euch!«
Die Totengräber prügelten ihn weidlich durch, weil er nicht so hätte
grüßen sollen, sondern beide Hände erheben und für den Frieden der
Toten bitten. Der Hodscha merkte sich das und ging weiter.
Er traf eine Menge Leute, die singend und tanzend an ihm
vorüberzogen. Kaum hatte er die bemerkt, so erhob er beide Hände
und begann das Totengebet. Sie prügelten ihn ebenso, weil man eine
Hochzeitsgesellschaft nicht mit diesem Gebete empfangen, sondern mit
ihnen springen und tanzen solle. Auch das merkte sich der Hodscha.
Auf seinen weitern Wegen begegnete er einem Jäger, der gerade einem
Hasen auf der Spur war. Er begann zu springen und zu tanzen, und
verscheuchte mit diesem Lärme den Hasen. Der Jäger fiel über ihn her
und prügelte ihn mit dem Gewehrkolben durch, weil er nicht auf den
Fußspitzen gegangen sei, bald geduckt und bald aufrecht. Auch das
merkte er sich.
Sein Weg führte ihn bei Hirten vorüber, die eine zahlreiche Schafherde
vor sich hertrieben. Da duckte er sich bald, bald ging er aufrecht;
darob erschraken die Schafe so, daß sie nach hundert Richtungen
auseinanderliefen, und auch dafür mußte er büßen.
Vgl. dazu Bebel, I. Buch, Nr. 26 und 27 samt den I, S. 128 gegebenen
Nachweisungen, hauptsächlich Boltes Noten zu Frey, Nr. 1, a, S. 212
ff., ferner _Archiv für slavische Philologie_, XXII, S. 309. Ähnliche
Darstellungen, die wohl zu unterscheiden sind von denen, wo es sich
einfach um dumme Streiche eines Sohnes oder Ehemannes handelt, sind
noch: P. Sébillot, _Littérature orale de la Haute-Bretagne_, Paris,
1881, S. 92 ff. und 102 ff., derselbe, _Littérature orale d’Auvergne_,
Paris, 1898, S. 84 ff., Clouston, _Noodles_, S. 123 ff. (auch zum
folgenden), Jacobs, _English Fairy Tales_, S. 152 ff.: _Lazy Jack_, und
S. 249 und Böhm, _Lettische Schwänke_, S. 52 ff., Nr. 32 und teilweise
S. 54 ff., Nr. 33.
Oft bezieht sich der mißverstandene Befehl auf die Worte der ~Ansprache
oder die Begrüßung~, wie z. B. in dem von Pitrè III, S. 362 ff. als Nr.
7 seiner Giufàgeschichten mitgeteilten Schwänke (Monnier, S. 13 ff.),
zu dessen Anfange die unten als Nr. 435 gebrachte Hiohàerzählung eine
Parallele bildet; dazu vergleiche Köhler, I, S. 87 ff. und 50, Boltes
Noten zu Montanus, _Gartengesellschaft_, Nr. 50, S. 602, Rittershaus,
S. 429 ff. und _Archiv für slavische Philologie_, XXII, S. 304 und
309. An weitern Versionen seien angegeben Merkens, I, S. 124 ff., Nr.
131, Wilhelm Busch, _Ut ôler Welt_, München, 1910, S. 35 ff., Nr. 16,
L. Léger, _Recueil de contes populaires slaves_, Paris, 1882, S. 231
ff., H. Carnoy, _Littérature orale de la Picardie_, Paris, 1883, S. 186
ff., Bladé, _Contes populaires de la Gascogne_, III, S. 137 ff., Louis
Dart, _De mal en pis »Comme Tribuet«, Conte Champenois_ in der _RTP_,
XI, S. 321 ff., eine nordfranzösische Erzählung, _Jean l’innocent_,
mitgeteilt von Ed. Edmond ebendort, XX, S. 94 ff., Denis Bressan,
_Contes populaires de La Bresse_, Nr. 3, ebendort, XXIII, S. 350 ff.,
Jacobs, _More English Fairy Tales_, London, 1894, S. 195 ff. und 242,
ein japanischer Schwank, _Der dumme Tempo_, erzählt von Iguchi im
_Globus_, 69, Nr. 3, abgedruckt bei Aug. Seidel, _Anthologie aus der
asiatischen Volkslitteratur_, Weimar, 1898, S. 44 ff. und J. Hinton
Knowles, _Folk-Tales of Kashmir_, London, 1888, S. 189 ff.
170. _Sottisier_, Nr. 93.
Ein ähnlicher Schwank aus Bosnien, ebenfalls von Nasreddin, wird in
der _Anthropophyteia_, IV, S. 385 ff. erzählt; eine Parallele dazu,
aber nicht von Nasreddin, steht bei Roda Roda, S. 40 ff. Eine andere
Version, deren Anfang an den von Nr. 262 erinnert, steht in der
serbischen Ausgabe, S. 182 ff.:
Einmal ging der Hodscha Nasreddin mit dem Sultan auf die Jagd; alle
hatten Falken mit, nur Nasreddin eine Krähe. Im Felde angelangt, ließen
alle ihre Falken steigen, und auch Nasreddin ließ seine Krähe aus.
Die ging auf einen Stier nieder, und den band Nasreddin sofort an den
Hörnern an und führte ihn mit sich, als ob der Stier jetzt ihm gehören
würde, weil ihn seine Krähe erjagt habe. Aber der Besitzer wollte ihm
den Stier nicht lassen; obwohl ihm der Sultan selber sagte, daß er ihn
ihm lassen solle, ging er zum Kadi und klagte wider Nasreddin.
Als Nasreddin davon hörte, lief er schnell zum Kadi und versprach ihm
ein Geschenk, wenn ihm der Stier nach seinem Spruche zufalle. Der Kadi
sagte es zu, und als beide Streitteile vor Gericht kamen, der Besitzer
sowohl, als auch der Hodscha Nasreddin, sagte er: »Die Krähe des
Hodschas hat den Stier erjagt, und was einer erjagt, das ist sein«; und
damit ließ er den Besitzer des Stiers hinauswerfen.
Am nächsten Tage nahm der Hodscha einen Topf und füllte ihn fast bis
zum Rande mit Stiermist, darüber legte er ein Kohlblatt und auf dieses
gab er ein wenig Butter; und diesen Topf schickte er dem Kadi als
Geschenk. Der Kadi kam des Nachts nach Hause und sagte, weil er gerade
Lust auf Butter hatte, seiner Frau, sie solle ihm den Topf bringen.
Die Frau brachte ihn und er nahm einen Löffel, fuhr damit in die Mitte
hinein und kostete. Aber er riß den Löffel sofort wieder aus dem Munde
und rief: »Pfui Teufel!« Dann sah er nach, was es sei. Er ärgerte sich
grimmig und ließ Nasreddin rufen; und er sagte voller Zorn zu ihm:
»Womit hast du mich gefüttert, du niederträchtiger Kerl?« »Du hast dich
selber gefüttert, erhabener Kadi,« antwortete der Hodscha; »aus dem
Topfe hast du schon gegessen, als du das Urteil gesprochen hast. Wie
könnte denn eine Krähe einen Stier erjagen?« Und damit ging er.
171. _Sottisier_, Nr. 94; Serbisch, S. 25 ff.; Pann, S. 332.
Krauss, _Zigeunerhumor_, S. 47 ff.
172. _Sottisier_, Nr. 95; Serbisch, S. 149 ff.
Ebenso Gladwin, _Persian Moonshee_, II, S. 19 ff., Nr. 50 und Krauss,
_Zigeunerhumor_, S. 48 ff.; sehr nahe stehn auch die Novellen 3 und 4
in Arientis _Porrettane_, zit. Ausg., Bl. 8^b ff. und 10^a ff. und der
auf der einen beruhende Schwank in der _Arcadia in Brenta_, S. 170 ff.
Vgl. auch Montanus, _Gartengesellschaft_, Nr. 19 (die Nachweise Boltes
S. 597).
173. _Sottisier_, Nr. 96; Serbisch, S. 40 (»Küß ihn zweimal; ich werde
ihn halten, damit er nicht ausreißen kann«).
Vgl. eine Stelle im _Kitab al ikd al farid_ von Abdirabbihi, die Basset
in der _RTP_, XVII, S. 94 übersetzt hat; dort ist die Anspielung auf
den 49. Vers der 5. Sure des Korans deutlicher ausgedrückt.
174. _Sottisier_, Nr. 98.
175. _Sottisier_, Nr. 101; Serbisch, S. 180 ff. (Schluß geändert).
176. _Sottisier_, Nr. 103.
177. _Sottisier_, Nr. 105; vgl. oben Nr. 16.
178. _Sottisier_, Nr. 107.
179. _Sottisier_, Nr. 109.
Es gibt eine große Zahl Geschichten von Nasreddin, die alle denselben
Eingang, aber eine verschiedene Pointe haben: Tewfik, Nr. 56 (=
_Tréfái_, Nr. 165 [statt 166] und Serbisch, S. 21), Nouri, S. 163 ff.
(= Kroatisch, S. 74 ff.) und Serbisch, S. 45; die beste ist jedoch die
folgende (Serbisch, S. 127):
Eines Tages hatte der Hodscha Nasreddin so viel getrunken, daß er sich
nicht mehr auf den Beinen halten konnte, und er schlief ein. Als er
ganz matt erwachte, wollte er vors Haus gehn, konnte aber die Treppe
nicht finden und fiel in ein Loch; dort blieb er liegen. Sein Weib kam
gelaufen und fragte ihn, ob er noch lebe; er antwortete: »Laß mir die
Popin rufen.«
Sie meinte, er sei nicht recht bei Sinnen, und lief um einen Arzt. Als
der Arzt kam, ließ ihn sich der Hodscha gar nicht nahe kommen, sondern
fragte ihn, kaum daß er ihn sah: »Bist du schon jemals über eine Treppe
gefallen?«
»Noch nie,« antwortete der Arzt.
»Dann kannst du mir auch nicht helfen,« sagte Nasreddin; »geh zum
Teufel! Und du, Weib, laß mir sofort die Popin rufen; die hat ihren
Popen schon öfter von dieser Krankheit geheilt.«
180. _Sottisier_, Nr. 110; anders Tewfik, Nr. 29, _Tréfái_, Nr. 153
(statt 154) und Serbisch, S. 35.
181. _Sottisier_, Nr. 113.
182. _Sottisier_, Nr. 114.
_Fourberies_, S. 46.
183. _Sottisier_, Nr. 115.
184. _Sottisier_, Nr. 116.
185. _Sottisier_, Nr. 117.
186. _Sottisier_, Nr. 119.
187. _Sottisier_, Nr. 120.
Galland, S. 15 ff.
188. _Sottisier_, Nr. 121.
_Fourberies_, S. 46 und 186.
Ähnliche Geschichten stehn bei Sachau, _Fellichi-Dialekt von Mosul_,
S. 67 und bei Lidzbarski, _Neu-aramäische Handschriften_, S. 152 ff.
Lidzbarski weist u. a. eine Parallele bei ibn Arabschah, _Fakihat al
hulafa_ nach; vgl. dazu Chauvin, II, S. 204 ff. und 214. Eine Version
aus al Abschihi, _Mustatraf_[121] hat Basset in der _RTP_, XIII, S. 483
übersetzt. Siehe ferner Chauvin, V, S. 160, Note und Kuka, S. 162, Nr.
31.
189. _Sottisier_, Nr. 122.
190. _Sottisier_, Nr. 123.
Köhler, I, S. 506 ff.; _Fourberies_, S. 47.
Eine ältere[122] Version dieser Erzählung steht in dem _Latifeh nameh_
des 1531 verstorbenen Türken Lamii; sie ist bei Cardonne, _Melanges de
Littérature Orientale_, Paris, 1770, II, S. 82 übersetzt (_Versuche
der Orientalischen Litteratur_, Breslau, 1771, S. 222 ff.). Eine noch
ältere ist uns in der 65. Facetie Arlottos (I, S. 151 ff. und 221 ff.)
bekannt. Hans Sachs hat den Stoff zweimal behandelt: am 5. Mai 1550 als
Meistergesang _Der schneider mit dem paner_, dann am 21. Juli 1563, mit
einer andern Erzählung verbunden, als Spruchgedicht Der _schneider mit
dem panier_ (Schwänke, V, S. 74 ff. und II, S. 472 ff.); die jüngere
Fassung ist breiter ausgeführt als die ältere.
A. L. Stiefel hat in den _Hans Sachs-Forschungen_, Nürnberg, 1894, S.
80 ff. als Quelle Hans Sachsens die Facetie Arlottos bezeichnet; dies
wohl nur in Unkenntnis der Abhandlung Cloustons _The Tailor’s Dream_
in den _Popular Tales and Fictions_, II, S. 79 ff. Dort wird nämlich
unter anderm die humoristische Schilderung eines Turniers zwischen
einem Schneider und einem Schuster angeführt, die den 1520 verstorbenen
schottischen Dichter William Dunbar zum Verfasser hat; und das Banner
des Schneiders wird also beschrieben:
His banner borne was him before,
Wherein were clouts a hunder score,
Ilk ane of divers hue;
And all stolen out of sundry webs; —
For while the sea flood fills and ebbs,
Tailyors will never be true.
Wenn nun auch Clouston von der falschen Annahme ausgeht, die Facetien
Arlottos seien erst 1520 zum ersten Male in Druck erschienen, so
scheint mir doch das Resultat seines Schlusses richtig, daß nämlich
die Verse Dunbars auf ein altes Mönchsexempel zurückgehn, und dies um
so mehr, als wir bei der Untersuchung von Arlottos Quellen gesehn
haben, daß bei Arlotto eine ganze Reihe von Predigtmärlein bearbeitet
ist. Dieses Märlein kann dann auch in letzter Instanz die Quelle Hans
Sachsens gewesen sein, und diese Lösung ist sicherlich befriedigender
als die Annahme Stiefels, wonach Hans Sachs an der Facetie Arlottos
ziemlich viel geändert haben müßte.
Ein Gedicht von John Harrington († 1612), _Of a Precise Tailor_ ist aus
_The most Elegant and Wittie Epigrams_, London, 1633 bei Ashton, S. 32
ff. und Clouston, a. a. O., S. 80 ff. abgedruckt. Weitere Nachweise
geben Bolte bei Frey, S. 256, Note und Chauvin, III, S. 38; einige
stehn auch bei Hans Sachs, V, S. 74. Eine moderne italiänische Version
findet sich bei J. Nieri, _Racconti popolari lucchesi_, Castelnuovo di
Garfagnana, 1891, S. 157 ff., Nr. 43; _Patron Bandiera_.
191. _Sottisier_, Nr. 124.
192. _Sottisier_, Nr. 125; Mardrus, S. 107.
193. _Sottisier_, Nr. 126.
Köhler, I, S. 506; _Fourberies_, S. 47.
Die Geschichte ist so ziemlich identisch mit der 132. Facetie Poggios:
_De Judaeo mortuo assumpto ignoranter in cibum per Florentinum_,
die Seb. Brant in _Esopi appologi_, Basileae, 1501, Bl. D_{6}^b ff.
bearbeitet hat; vgl. dazu Hans Sachs, _Schwänke_, II, S. 540 ff. (auch
S. XXIII und IV, S. 493 ff.) Fast ebenso wie im _Sottisier_ wird im
_Nuzhat al udaba_ (Basset in der _RTP_, XV, S. 671) erzählt.
194. _Sottisier_, Nr. 127.
195. _Sottisier_, Nr. 128; Mardrus, S. 104 ff.
196. _Sottisier_, Nr. 130.
197. _Sottisier_, Nr. 131.
Im _Nuzhat al udaba_ findet sich folgende Schnurre (Basset in der
_RTP_, XV, S. 286):
Man erzählt von einem Manne, der sich für einen Propheten ausgab;
zu dem sagte einer seiner Freunde, der einäugig war: »Was ist das
Zeichen deines Prophetentums? was sind deine Wunder?« »Mein Wunder
ist dieses: du bist einäugig; ich will dir auf der Stelle das gesunde
Auge herausnehmen und den Herrn bitten, auf daß du sehest.« Der andere
antwortete: »Ich glaube, daß du ein Prophet bist.«
Al Abschihi erzählt im _Mustatraf_ (Basset in der _RTP_, XIII, S. 490
ff.):
Zur Zeit al Mamuns[123] gab sich ein Mann für einen Propheten aus,
und zwar wollte er Abraham sein, der Freund Gottes. Der Chalif sagte
zu ihm: »Abraham hat Wunder und Zeichen getan.« »Was für Zeichen?«
»Man zündete ein Feuer an für ihn, und sie warfen ihn hinein; aber die
Flamme ward ihm eine Kühlung und eine Segnung[124]: wir wollen für
dich einen Scheiterhaufen anzünden und dich hineinstürzen; wenn es
dir so geht wie ihm, werden wir an dich glauben.« »Ich möchte lieber
etwas leichteres.« »Die Zeichen von Moses?« »Was sind das für Zeichen?«
»Er warf seinen Stab hin, und der wurde zur Schlange[125], er schlug
das Meer, und es teilte sich[126], und er steckte seine Hand in den
Busen, und sie war weiß[127].« »Das ist noch schwerer für mich als das
erste Zeichen.« »Die Zeichen von Jesus?« »Was sind die?« »Die Toten zu
erwecken[128].« »Du sagst das richtige: ich will dem Kadi Jachja ibn
Aktani den Kopf abschlagen und werde ihn dir im Augenblicke wieder zum
Leben erwecken.« Da schrie der Kadi: »Ich bin der erste, der an dich
glaubt.«
Als älteste Version zitiert aber Basset an der zuletzt genannten Stelle
das _Kitab al ikd al farid_ von Abdirabbihi. Andere Parallelen stehn
bei Clouston, _Flowers_, S. 35 ff. (Saadi), Gladwin, _The Persian
Moonshee_, II, S. 16, Nr. 37 und Galland, S. 20; vgl. auch zu der
Erzählung Abschihis Roda Roda, S. 40.
198. _Sottisier_, Nr. 132.
199. _Sottisier_, Nr. 133.
200. _Sottisier_, Nr. 134.
Vgl. die 51. Facetie Arlottos (I, S. 130 ff.).
201. _Sottisier_, Nr. 135.
Von dieser Geschichte gilt wohl dasselbe, was Bolte bei Hans Sachs,
III, S. XI von dem Meistergesange _Die leren geltseck_ (ebendort, S.
369 ff.) sagt, daß sie nämlich in letzter Instanz auf die 412. Fabel
Aesops: Φιλάργυρος zurückgeht; vgl. dazu noch _Aesopi Phrygis et aliorum
fabulae_, Venetiis, 1539, Bl. 97^a: _Auarus_, Camerarius, _Fabulae
aesopicae_, Lipsiae, 1570, S. 106: _Avarus_, schließlich auch die 194.
Novelle Sacchettis und weiter Clouston, _Popular Tales und Fictions_,
I, S. 61 ff.
202. _Sottisier_, Nr. 136.
203. _Sottisier_, Nr. 137. Anders: Buadem, Nr. 44; Serbisch, S. 65 ff.;
Kroatisch, S. 40.
Galland, S. 24 ff.
204. _Sottisier_, Nr. 138; Buadem, Nr. 74; Serbisch, S. 77; Kroatisch,
S. 48.
Die Geschichte findet sich schon in Dschamis _Bäharistan_ (_Der
Frühlingsgarten_ von Mewlana Abdurrhaman Dschami. Aus dem Persischen
übertragen von O. M. Frh. v. Schlechta-Wssehrd, Wien, 1846, S. 86
ff.); danach steht sie bei Cardonne, I, S. 119 (deutsch, S. 69). Auf
derselben Quelle beruht wohl auch Gladwin, _The Persian Moonshee_, S.
18, Nr. 40.
205. _Sottisier_, Nr. 139.
206. _Sottisier_, Nr. 140.
Vgl. die 105. Facetie Arlottos (II, S. 75).
207. _Sottisier_, Nr. 141.
208. _Sottisier_, Nr. 142.
209. _Sottisier_, Nr. 143. Vgl. dazu Tewfik, Nr. 2; _Tréfái_, Nr. 147;
Griechisch, Nr. 159; Serbisch, S. 46.
210. _Sottisier_, Nr. 144.
211. _Sottisier_, Nr. 146. Mit Nasreddin als traurigem Helden: Nouri,
S. 181 ff.; Serbisch, S. 147 ff.; Kroatisch, S. 181 ff.
Zu der Version des _Sottisier_ stimmt die dritte der drei Geschichten,
die Julien Dumoret aus einem türkischen Buche: »_Nasser eddin
khodjah_«, für dessen Verfasser er Nasreddin hält, im _Journal
asiatique_, XIII, S. 488 übersetzt hat[129]; während der Eingang
verschieden ist, sind die drei Ratschläge des Geistlichen und der des
Trägers so wie im _Sottisier_. Anders ist der dritte Rat des Geizhalses
(»Wenn dir einer sagt, es gebe noch einen Lastträger, der dümmer wäre
als du, so glaube es nicht«) in einer Erzählung des _Hadikat al afrah_
von asch Schirwani, die Basset in der _RTP_, XIV, S. 216 übersetzt
hat; diese wieder ist fast identisch mit der 485. der _Laughable
Stories_ von Bar-Hebraeus (Budge, S. 126 ff.), die die älteste Fassung
darstellen dürfte. Ihr stehn die drei obengenannten Versionen, deren
Held Nasreddin ist, und eine persische Geschichte bei Kuka, S. 167 ff.
sehr nahe. Deutsch ist der Schwank bearbeitet von Roda Roda, S. 212 ff.
Entfernter stehn ein Schwank bei Clouston, _Flowers_, S. 105 ff. und
das 43. Kapitel im _Wegkürzer_ von Montanus; vgl. Boltes Nachweisungen
S. 581 und Chauvin, VIII, S. 139 (Parodien zu Nr. 136).
212. _Sottisier_, Nr. 147.
213. _Sottisier_, Nr. 148.
Köhler, I, S. 507; _Fourberies_, S. 49.
S. Arlotto, II, S. 64 ff. und 226 ff.
214. _Sottisier_, Nr. 149.
Galland, S. 22.
215. _Sottisier_, Nr. 150.
216. _Sottisier_, Nr. 151; Tewfik, Nr. 16; Kroatisch, S. 7 ff.
Horn, S. 69 (Zakani); _Tréfái_, S. 19.
217. _Sottisier_, Nr. 152.
Galland, S. 26 ff.; Hammer, _Rosenöl_, II, S. 78 ff., Nr. 44; Clouston,
_Flowers_, S. 109 ff.; Roda Roda, S. 214 ff.
218. _Sottisier_, Nr. 153; Tewfik, Nr. 20; _Tréfái_, Nr. 151; Serbisch,
S. 35.
219. _Sottisier_, Nr. 154.
_Fourberies_, S. 50; zu den dortigen Nachweisungen zu dem Motive von
dem ~Dämon (Menschen) als Reittier~ noch Chauvin, VII, S. 23 ff.
220. _Sottisier_, Nr. 155.
221. _Sottisier_, Nr. 156.
222. _Sottisier_, Nr. 157.
Vgl. zu diesem Schwanke den folgenden, den J. F. Campbell in den
_Popular Tales of the West Highlands_, II, S. 398 erzählt:
He (the Assynt man) once took his child to be baptized; the minister
said he doubted if he were fit to hold the child for baptism.
»Oh, to be sure I am, thought it was as heavy as a stirk.«
This answer shewing little wit, the minister asked him how many
commandments there were.
»Twenty,« he said boldly.
»Oh, that will never do; go back and learn your questions« (Shorter
Catechism).
Half way home he met a man.
»How many commandments will there be? There must be thirty, for the
minister was not content with twenty.«
He was set to rights on this point, and turning back (it was winter),
he thought the clergyman would not refuse him this time etc. etc.
Eine weitere Parallele steht bei Ilg, II, S. 91 ff., Nr. 131.
223. _Sottisier_, Nr. 158.
224. _Sottisier_, Nr. 159.
225. _Sottisier_, Nr. 160.
226. _Sottisier_, Nr. 161.
227. _Sottisier_, Nr. 162.
Galland, S. 14.
228. _Sottisier_, Nr. 164.
229. _Sottisier_, Nr. 165; Buadem, Nr. 5; Serbisch, S. 53; Kroatisch,
S. 31.
Eine hübsche Parallele zu dieser Schnurre steht in Mendozas _Lazarillo
de Tormes_, trat. III (_Biblioteca des autores españoles_, III, S. 86
ff.):
O señor, dije yo, acuda aquí, que nos traen un muerto. ¿Cómo asi?
respondió él. Aqui arriba le encontré, y venia diciendo su mujer:
marido y señor mio, ¿adónde os llevan? ¿A la casa lóbrega y oscura? á
la casa triste y desdichada? á la casa donde nunca comen ni beben? Acá,
señor nos le traen.
Auf dem _Lazarillo_ beruht Casalicchio, c. I, d. 9, a. 2, S. 161 ff.
und vielleicht auch in letzter Instanz die sizilianische Volkserzählung
_Lu Cavaleri Assicca-frittuli_ im _Archivio_, III, S. 93 ff. Näher der
Fassung im _Sottisier_ steht der 49. Schwank bei Swynnerton, S. 300.
Eine entferntere Variante bieten Zincgref-Weidner, II, S. 53 und das
_Exilium melancholiae_, A, Nr. 48, S. 15:
Ein armer Bürger zu Elverfeld, mit Kindern beladen, ward gefragt,
wie es in seinem Hauß stünde? gab seine Armuth durch diese höffliche
Antwort verblümter weise zu verstehen: Es gienge wie im Himmel.
Gefragt: Wie so? Antwortet er: Im Himmel isset und trinckt man nicht.
230. _Sottisier_, Nr. 166.
231. _Sottisier_, Nr. 167.
Ein Gegenstück dazu stellt die 105. Facetie im _Philogelos_, S. 26 dar:
Φιλάργυρος ἐρωτώμενος διὰ τί ἄλλο οὐδὲν εἰ μὴ μόνον ἐλαίας ἐσθίει, ἔπη·
ἵνα τὸ μὲν ἔξωθεν ἀντὶ ὄψου ἔχω, τὸ δὲ ὀστοῦν ἀντὶ ξύλου· φαγὼν δέ, εἰς
τὴν ἑαυτοῦ κεφαλὴν σπογγισάμενος, λουτροῦ οὐκ ἐπιδέομαι.
232. _Sottisier_, Nr. 168.
Zu dem Motive von dem ~Bettler bei dem Gatten seiner ehemaligen Frau~
ist die Literatur zusammengestellt von Basset, _Zenatia_, S. 107 ff.
und _RTP_, XXII, S. 221 ff. und von Chauvin, II, S. 174, Nr. 16 und
VIII, S. 180, Nr. 212.
233. _Sottisier_, Nr. 169.
Galland, S. 29 ff.
234. _Sottisier_, Nr. 170.
Galland, S. 191; _Fourberies_, S. 52.
Nick, I, S. 152; Roda Roda, S. 70 (verdorben).
235. _Sottisier_, Nr. 172.
236. _Sottisier_, Nr. 173; Pharaon, S. 177 ff.
Eine ausführliche Studie hat dem Stoffe Köhler (II, S. 594 ff.)
gewidmet; dazu vgl. meine Nachträge bei Morlini, S. 309 und
Rittershaus, S. 366 ff.
237. _Sottisier_, Nr. 174; Tewfik, Nr. 61; Nouri, S. 85 ff.;
Griechisch, Nr. 2; Serbisch, S. 117 ff. und 16 ff.; Kroatisch, S. 19 ff.
Köhler, I, S. 507; _Fourberies_, S. 52 ff.
Über das Motiv der ~Schweigwette~ handelt ein Aufsatz von Clouston,
_The silent couple_, in den _Popular Tales und Fictions_, II, S. 15
ff.; Clouston betrachtet als Quelle der unzähligen, diesen Stoff
behandelnden Geschichten eine tamulische Erzählung, die französisch bei
J. A. Dubois, _La Pantcha-tantra_ etc., Paris, 1826, S. 363 ff. steht
und von der er im _Book of Noodles_, S. 171 ff. eine Übertragung gibt.
Der Inhalt ist, soweit er uns hier angeht, kurz der: ~Vier~ Brahmanen
werden auf der Landstraße von einem Soldaten gegrüßt. Es entspinnt sich
ein Streit unter ihnen, wem von ihnen eigentlich der Gruß gegolten
habe, und schließlich laufen sie dem Soldaten nach, um ihn darüber zu
befragen; der Soldat antwortet ihnen, sein Gruß gehöre dem größten
Narren unter ihnen. Nun beschließen sie, diese neuerliche Frage, wer
nämlich von ihnen der größte Narr sei, dem Gerichte von Dharmapuri
vorzulegen, und dieses trägt ihnen zur leichtern Entscheidung auf, daß
jeder ein bemerkenswertes Erlebnis erzähle, um seinen Anspruch auf die
Würde des größten Narren zu rechtfertigen. Der dritte Brahmane erzählt
dann die Geschichte, wie er mit seinem Weibe gewettet habe, wer es am
längsten aushalten werde, zu schweigen usw.
Eine merkwürdige Übereinstimmung mit der Geschichte der vier Brahmanen
bieten zwei süditaliänische Überlieferungen, wo sich ~drei~ Dummköpfe
streiten, wem von ihnen ein Gruß zukomme: die eine stammt aus
Neapel und ist von V. della Scala im I. Jahrgange des _Giambattista
Basile_ unter dem Titel _’O cunto d’ ’o soluto d’ ’e tre cafune_
veröffentlicht, die andere steht als Nr. 6 unter den von G. Amalfi
gesammelten _XII facezie e motti raccolti in Piano di Sorrento_ im
_Archivio_, XXI, S. 360 ff.[130]; in beiden Fällen entspricht die
Erzählung des dritten Bewerbers um den Dummheitspreis der des dritten
Brahmanen[131]. An die Stelle des fiktiven Gutes, des Grußes, tritt
in der 1. Novelle der 8. Nacht in Straparolas _Piacevoli notti_ ein
wirkliches und zwar ein Kleinod, das von drei Findern dem gehören
soll, der der faulste ist; die Erzählung des dritten bringt dann die
Schweigwette.