Ja, ja, ja!
Heimlich die Sardinenbüchse hinlegen: unter das väterliche Kopfkissen; oder
nein: unter die Matratze. Das zu Erwartende wird eintreten: für die
Pünktlichkeit garantiert das Uhrwerk.
Er aber wird sagen:
»Gute Nacht, Vater!«
Zur Antwort:
»Gute Nacht, Kolenka!«
Ein Kuß auf die Lippen und dann zurück in das eigene Zimmer.
Sich voll Ungeduld ausziehen -- unbedingt ausziehen! Die Tür mit dem
Schlüssel absperren und die Decke über den Kopf ziehen.
Wie der Vogel Strauß sein.
Im warmen, molligen Bett aber zu zittern, schwer zu atmen anfangen -- wegen
der Herzstöße; sich bangen, fürchten, horchen: bis es dort . . . bumsen
. . . knallen wird, dort -- hinter dem Schwarm von steinernen Wänden;
warten auf das Knallen, das die Stille zerreißt, das Bett, den Tisch, die
Wand zerreißen wird; vielleicht auch . . . vielleicht auch . . .
Sich bangen, fürchten, horchen . . . Das wohlbekannte Schlürfen der
Pantoffeln hören, die sich nach . . . dem mit nichts vergleichbaren Ort
begeben.
Das leichte französische Buch beiseite werfen und nach der Watte, der
einfachen Watte greifen, um sich die Ohren zuzustopfen; den Kopf unter das
Kissen stecken. Sich dann endgültig überzeugen: Jetzt hilft nichts! Jäh die
Decke fortwerfen, um den schweißbedeckten Kopf frei zu machen und in dem
Abgrund der Angst einen neuen Abgrund entstehen zu lassen.
Warten und warten.
Es ist nun noch eine halbe Stunde Zeit übriggeblieben; es naht schon die
grünliche Erhellung der Morgendämmerung; das Zimmer wird grau, blau;
schwächer wird die Flamme der Kerze; noch fünfzehn Minuten; da erlöscht das
Licht; langsam fließen die Ewigkeiten dahin; es sind eben keine Minuten,
sondern Ewigkeiten; ein Streichholz reiben; es sind nur fünf Minuten
vergangen . . . nun sich bei dem Gedanken beruhigen, daß es doch noch nicht
bald ist, erst nach zehn langsamen Umdrehungen des Zeitrades, dann -- aber
durch die Plötzlichkeit erschüttert werden, wenn --
-- der nie gehörte, nie sich wiederholende, faszinierende
Laut denn doch . . .
-- erdonnern wird!!! . . . .
* * *