Der Wagen raste in den Nebel

Reif lag auf den Straßen, Trottoiren und Dächern. Reif bedeckte die

Passanten; beschenkte sie mit Grippe; zugleich mit dem feinen Regenstaub

kroch Influenza und Grippe hinter die aufgeschlagenen Kragen der

Gymnasiasten, Studenten, Staatsbeamten, Offiziere und der gewöhnlichen

Subjekte; und das Subjekt (der Bürger sozusagen) sah sich geängstigt um; er

sah in die graue, abgeschlissene Straße; er zirkulierte durch die

Endlosigkeit der Straßen, überwand, ohne Murren, diese Endlosigkeit, im

endlosen Fluß ebensolcher Subjekte wie er, unter dem Rennen, Rasseln,

Klappern der Droschken, fern von sich die melodischen Stimmen der

Automobilrouladen und des anwachsenden Geräusches (das dann allmählich

wieder verhallte) der gelbroten Trambahnen, unter ununterbrochenem Rufen

der Zeitungsverkäufer.

An diesem düsteren Petersburger Morgen flogen die schweren Flügeltüren des

prunkvollen gelben Hauses auf: das gelbe Haus blickte mit all seinen

Fenstern auf die Newa. Ein Lakai mit rasiertem Gesicht, mit Goldtressen an

den Reversen, sprang aus dem Entresol hervor, um dem Kutscher ein Zeichen

zu geben. Die grauen, scheckigen Pferde zogen an und rollten zum Vestibül

den Wagen heran, der ein altes Adelswappen trug: ein Einhorn, einen Ritter

durchbohrend.

Als Apollon Apollonowitsch Ableuchow in grauem Mantel und Zylinder mit

steinernem, einem Briefbeschwerer ähnlichem Gesicht, im Gehen den schwarzen

Wildlederhandschuh anziehend, rasch im Vestibül erschien und noch rascher

die Wagenstufe betrat, wurde der Gesichtsausdruck eines gerade

vorübergehenden braven Polizisten im Nu noch dümmer, und er streckte sich

starr in Positur.

Apollon Apollonowitsch Ableuchow warf einen flüchtigen, verlorenen Blick

auf den Polizisten, auf den Wagen, den Kutscher, auf die große schwarze

Brücke, auf den Newaspiegel, hinter dem sich neblige, vielschlotige Fernen

zeichneten und von wo her ängstlich die Wassiljewski-Insel hervorblickte.

Der graue Lakai schlug eilig die Wagentür zu. Der Wagen rannte in den Nebel

hinein: der zufällig vorübergehende Polizist, erschüttert von allem

Gesehenen, blickte lange, lange über die Schulter in den schmutziggrauen

Nebel dem fortgerasten Wagen nach; dann seufzte er und ging weiter; bald

verschwanden im Nebel auch die Schultern des Polizisten wie alle Schultern,

Rücken, alle grauen Gesichter und alle schwarzen, nassen Regenschirme in

diesem Nebel verschwanden. In dieselbe Richtung warf auch der würdige Lakai

einen Blick; er blickte dann nach rechts, nach links, auf die Brücke,

zuletzt auf die weite Fläche der Newa . . .

Petersburg · 第 8 / 112 题