Auch nach der +chemischen Verwandtschaft+ und +physiologisch

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1910 erschienenen Buchausgabe

so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Typographische

Fehler wurden stillschweigend korrigiert. Ungewöhnliche und heute

nicht mehr verwendete Schreibweisen bleiben gegenüber dem Original

unverändert; fremdsprachliche Ausdrücke wurden nicht korrigiert.

Umlaute in Großbuchstaben (Ä, Ö, Ü) werden, außer im Titel und im

Schmutztitel, als deren Umschreibungen (Ae, Oe, Ue) dargestellt. Die

Fußnoten wurden an das Ende des jeweiligen Abschnitts verschoben.

Der Punkt ‚Anhang. Diverse andere Giftpflanzen’ im Inhaltsverzeichnis

der Originalvorlage wurde, entsprechend der Struktur des Buches,

in die Punkte ‚Diverse andere Giftpflanzen’ und ‚Anhang. Die

Giftpflanzen nach dem Familiensystem geordnet’ aufgeteilt.

Das Original wurde in Frakturschrift gesetzt. Besondere

Schriftschnitte wurden mit Hilfe der folgenden Sonderzeichen

gekennzeichnet:

Unterstrichen: _Unterstriche_

Fettdruck: =Gleichheitszeichen=

gesperrt: +Pluszeichen+

Antiqua: ~Tilden~

Tiefgestellte Symbole werden von geschweiften Klammern umgeben;

zusätzlich wird ein Unterstrich vorangestellt, wie z. B. in der

chemischen Formel C_{n}H_{2n + 2}.

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TOXIKOLOGIE

FÜR

TIERÄRZTE.

LEHRBUCH

DER

TOXIKOLOGIE

FÜR

TIERÄRZTE

VON

~Dr.~ MED. EUGEN FRÖHNER,

GEH. REGIERUNGSRAT UND PROFESSOR AN DER K. TIERÄRZTLICHEN HOCHSCHULE

ZU BERLIN.

_Dritte umgearbeitete Auflage._

[Illustration]

STUTTGART

VERLAG VON FERDINAND ENKE

1910.

Das Übersetzungsrecht wird vorbehalten.

Druck der Hoffmannschen Buchdruckerei in Stuttgart.

Vorwort zur dritten Auflage.

In den letzten zehn Jahren hat auch die Toxikologie viele neue

Forschungen und Beobachtungen zu verzeichnen. Die Arbeiten auf dem

Gebiete der +allgemeinen+ Toxikologie behandeln vor allem die

Frage der elementaren Giftwirkung, die feineren Veränderungen der

Ganglienzellen bei der Narkose, die Wirkung der Blutgifte (Hämolysine),

die toxische Leukozytose und Glykosurie. Im +speziellen+ Teil

haben zahlreiche neue Experimentaluntersuchungen über Mineral- und

Pflanzengifte, sowie sehr viele kasuistische Mitteilungen über

Vergiftungen bei den Haustieren Aufnahme gefunden. Sie betreffen

z. B. die Unempfindlichkeit der Wiederkäuer gegenüber der Digitalis,

die Vergiftungen durch indische Rübkuchen, blausäurehaltige

ausländische Bohnen und Futterkalk, die chemischen Bestandteile und

die physiologische Wirkung der Kornrade, das angebliche Vorkommen

der Kainitvergiftung beim Wild, das Vergiften des Raubzeugs

durch Strychnin, die Gefährlichkeit der Aloe bei gleichzeitiger

Verabreichung anderer Abführmittel (Brechweinstein, Kalomel), die

Frage der Schachtelhalm- und Pilzvergiftung, die neuen Forschungen

über Schlangengifte, die Vergiftungen durch Rizinussamen und Filmaron,

Naphthalin und Naphthol, Kokain und Arekolin. Neu aufgenommen wurden

endlich die Vergiftungen durch Rainfarnkraut, Wiesenschaumkraut,

Jakobskraut, Kornblumen, Kleeseide, Brennesseln, Hopfendolden,

Mohrrüben, Melasse u. a.

+Berlin+, im März 1910.

=E. Fröhner.=

Vorwort zur ersten Auflage.

Die Herausgabe einer tierärztlichen Toxikologie ist mir von

verschiedenen Seiten nahegelegt worden. Mit Rücksicht auf diese

Anregungen und in Erwägung des Umstandes, dass wir in der Tierheilkunde

ein selbständiges Lehrbuch der Giftlehre nicht besitzen, dass vielmehr

die Toxikologie bisher immer nur anhangsweise in den tierärztlichen

Lehrbüchern der speziellen Pathologie, Diätetik, Pharmakologie und

gerichtlichen Tierheilkunde zur Geltung gekommen ist, habe ich

den Versuch gemacht, unter Sammlung der wichtigsten klinischen

und experimentellen Tatsachen und mit Hinzufügung einiger eigener

Beobachtungen die tierärztliche Toxikologie besonders zu bearbeiten.

Von tierärztlichen Quellen, welche mir hierbei zu Gebote standen, sind

zu erwähnen die ausgezeichnete Darstellung der Vergiftungen in dem

+Gerlach+schen Handbuch der gerichtlichen Tierheilkunde (1872), die

sehr instruktive Bearbeitung der Giftpflanzen in dem +Dammann+schen

Handbuch der Gesundheitspflege, die kurze Zusammenstellung der

wichtigsten Vergiftungen in dem von +Friedberger+ und +mir+

herausgegebenen Lehrbuche der speziellen Pathologie, endlich die

kasuistischen Veröffentlichungen der periodischen tierärztlichen

Literatur, von welchen als besonders reichhaltig die „Mitteilungen

aus der tierärztlichen Praxis im preussischen Staate“ hervorzuheben

sind. Von medizinischen Quellen habe ich die toxikologischen Werke

von +Kobert+, +Lewin+, +Husemann+, +Böhm+, +Kunkel+, +Hermann+ und

+Dragendorff+ zu nennen.

Bei der Sichtung und Bearbeitung des Stoffes habe ich vorwiegend

die praktischen Zwecke des Tierarztes im Auge behalten.

Gifte, welche zur Zeit keinerlei praktisches, sondern nur

wissenschaftlich-toxikologisches Interesse haben, wie Kurare,

Pikrotoxin, Santonin und andere, sind in den speziellen Teil

nicht aufgenommen worden. Dagegen haben die für die tierärztliche

Praxis wichtigen Vergiftungen nach Aetiologie, Symptomatologie,

Sektionsbefund, Behandlung, Nachweis und Kasuistik ihrer Bedeutung

entsprechend angemessene Berücksichtigung gefunden.

Bezüglich der Einteilung der Gifte begegnet man denselben

Schwierigkeiten, wie bei der Einteilung der Arzneimittel. Die

idealste Gruppierung wäre auch in der Toxikologie diejenige, welche

die chemische und physiologische Verwandtschaft der einzelnen Gifte

zur Grundlage nimmt (Digitalisgruppe, Atropingruppe, Nikotingruppe,

Blutgifte, Herzgifte). Diese Einteilung lässt sich indessen bei der

Vielseitigkeit der einzelnen Gifte nicht durchführen. Das Chloroform

z. B. ist ebenso gut ein Blutgift, als ein Herzgift und Nervengift. Ich

bin deshalb zu der einfachsten Einteilung in mineralische, pflanzliche

und tierische Gifte zurückgekehrt, obwohl sich auch hier manche Gifte,

wie z. B. der Alkohol oder das Chloroform schwer einreihen lassen.

Vielleicht sind in späteren Zeiten mit dem Fortschritte der einer

höheren Entwicklung noch sehr wohl fähigen Toxikologie auch diese

Mängel leichter zu beseitigen als heutzutage.

+Berlin+, im Mai 1890.

=E. Fröhner.=

Inhaltsverzeichnis.

Seite

Vorwort V

Einleitung 1

=Allgemeine Toxikologie= 3

Der Begriff Gift 3

Einteilung der Gifte 5

Allgemeine Aetiologie der Vergiftungen 8

Modifikation der Giftwirkung 12

Wirkungsweise und Schicksale der Gifte 19

Klinisch-anatomische Diagnose der Vergiftungen 25

Chemisch-physikalischer Nachweis der Vergiftungen 28

Der physiologische Nachweis der Vergiftungen 34

Allgemeine Prognose der Vergiftungen 44

Die Behandlung der Vergiftungen 46

=Spezielle Toxikologie= 55

=I. Mineralische Gifte= 55

Phosphorvergiftung 55

Arsenikvergiftung 64

Bleivergiftung. Saturnismus 77

Quecksilbervergiftung. Merkurialismus 88

Kupfervergiftung 100

Zinkvergiftung 105

Brechweinsteinvergiftung 107

Sonstige Metallvergiftungen 112

Kochsalzvergiftung 116

Salpetervergiftung 120

Glaubersalzvergiftung 124

Kainitvergiftung 125

Vergiftung durch Barytsalze 127

Vergiftung durch chlorsaures Kali 130

Vergiftung durch Aetzalkalien 132

Vergiftung durch ätzende Säuren 135

Vergiftung durch Essigsäure 137

Vergiftung durch Oxalsäure 139

Jodoformvergiftung 142

Karbolsäurevergiftung 146

Petroleumvergiftung 156

Kohlenoxydvergiftung 159

Leuchtgasvergiftung 161

Schwefelwasserstoffvergiftung 162

Alkoholvergiftung 165

Chloroformvergiftung 171

=II. Pflanzliche Gifte= 182

Kolchikumvergiftung 182

Klatschrosenvergiftung 186

Nikotinvergiftung 193

Strychninvergiftung 197

Vergiftung durch Kornrade 203

Vergiftung durch Kichererbsen 209

Vergiftung durch Taxus 212

Vergiftung durch Buchsbaum 214

Vergiftung durch Digitalis 215

Vergiftung durch Oleander 219

Vergiftung durch Goldregen 222

Vergiftung durch Helleborus 223

Vergiftung durch Veratrin 226

Vergiftung durch Akonit 230

Vergiftung durch Atropin 232

Vergiftung durch Bilsenkraut 237

Vergiftung durch Stechapfel 238

Vergiftung durch Kokain 239

Vergiftung durch Ranunkeln 242

Vergiftung durch Bingelkraut 244

Vergiftung durch Wolfsmilch 247

Vergiftung durch Fleckschierling 248

Vergiftung durch Wasserschierling 251

Vergiftung durch Gartenschierling 252

Vergiftung durch Blausäure 253

Vergiftung durch Kartoffelkeime (Solaninvergiftung) 258

Vergiftung durch Taumellolch 263

Vergiftung durch Flachs 265

Vergiftung durch Eserin 267

Vergiftung durch Pilokarpin 269

Arekolinvergiftung 271

Vergiftung durch Bucheckern-Oelkuchen 272

Vergiftung durch Sauerampfer 273

Vergiftung durch Narzissus 275

Vergiftung durch Seidelbast 275

Vergiftung durch Rhododendron 276

Vergiftung durch Oenanthe crocata 278

Vergiftung durch Schöllkraut 279

Vergiftung durch Arum maculatum 280

Vergiftung durch Asklepias vincetoxicum 281

Vergiftung durch Stephanskörner 282

Vergiftung durch Taumelkerbel 283

Vergiftung durch Steinklee (Kumarin) 283

Vergiftung durch Flachsseide 286

Vergiftung durch Antirrhinum majus 286

Vergiftung durch Terpentinöl 287

Vergiftung durch Sadebaum 288

Vergiftung durch Kampfer 289

Vergiftung durch senfölhaltige Kruziferen 291

Vergiftung durch Pfeffer 295

Vergiftung durch Aloe 296

Vergiftung durch Rizinuskuchen 298

Vergiftung durch Krotonöl 303

Vergiftung durch die Semina Ricini majoris 306

Vergiftung durch Robinia pseudoacacia 306

Vergiftung durch Kreuzdornbeeren 307

Vergiftung durch Podophyllin 308

Vergiftung durch Eicheln 308

Vergiftung durch Filixextrakt 309

Vergiftung durch Santonin 312

Vergiftung durch Adlerfarnkraut 315

Vergiftung durch Rainfarnkraut 316

Vergiftung durch Lupinen 316

Vergiftung durch Wicken und Platterbsen 319

Vergiftung durch Schachtelhalm 320

Vergiftung durch Buchweizen 323

Vergiftung durch Wachtelweizen 325

Vergiftung durch Baumwollsaatkuchen 326

Vergiftung durch Mutterkorn 329

Vergiftung durch Schimmelpilze 335

Vergiftung durch Brandpilze 340

Vergiftung durch Rostpilze 343

Vergiftung durch Kernpilze 347

Ptomainevergiftung (Fleischvergiftung) 351

Vergiftung durch Giftschwämme 357

Diverse andere Giftpflanzen 359

=Anhang.= Die Giftpflanzen nach dem Familiensystem geordnet 367

=III. Tierische Gifte= 371

Kantharidenvergiftung 371

Vergiftung durch Schlangenbisse 374

Vergiftung durch Bienenstiche 378

=Register= 383

Einleitung.

Die Toxikologie, die Lehre von den Giften und ihren Wirkungen auf

den Tierkörper (τόξον = Gift; intoxicatio = Vergiftung) bildet

neben der Pharmakologie (Lehre von den Arzneimitteln) ein eigenes

Fach, das für den Tierarzt fast noch wichtiger ist, als für den

Menschenarzt. Die tierärztliche Toxikologie hat nämlich ausser

der rein +wissenschaftlichen+ Seite zahlreiche +praktische+

Beziehungen zur Diätetik und Landwirtschaft, zur Seuchenlehre

und Veterinärpolizei, sowie zur gerichtlichen Tierheilkunde. Für

die +Landwirtschaft+ haben namentlich seit der Einführung neuer

Futtersurrogate und künstlicher Düngermittel, sowie mit der Zunahme

der Futterverfälschungen die sog. Futtervergiftungen praktische

Bedeutung erlangt. Es sei hier nur an die zahlreichen Fälle von

Vergiftung durch Baumwollsamen, Rizinuskuchen, Senföl haltige

Futterkuchen, Chilisalpeter, Befallungspilze, verdorbenes Futter usw.

erinnert. Für die +Veterinärpolizei+ sind verschiedene Vergiftungen

von differentialdiagnostischem Interesse wegen der Aehnlichkeit ihrer

Symptome mit dem Krankheitsbild gewisser Tierseuchen. Beispiele

hierfür sind die Pilz- und Fleischvergiftung (Milzbrand, Rinderpest,

Schweinerotlauf), die Mutterkornvergiftung (seuchenhafter Abortus),

die Bleivergiftung (Wut) und die Quecksilbervergiftung (Maul-

und Klauenseuche, Pocken). Die Toxikologie ist ausserdem für das

Verständnis der Pathogenese vieler Seuchen von grundlegender Bedeutung

geworden, weil die meisten Infektionskrankheiten pathogenetisch als

Intoxikationen aufzufassen sind, d. h. als Vergiftungen durch die von

den Infektionserregern (Bakterien) erzeugten Gifte (Toxine). Für die

+gerichtliche+ Tierheilkunde sind die sog. Medizinalvergiftungen als

Gegenstand der technischen Begutachtung (Entschädigungsklagen seitens

der Tierbesitzer) von praktischer Bedeutung. Dieselben sind gewöhnlich

auf Fehler in der Dosierung bei der Anwendung stark wirkender Mittel

zurückzuführen. Die Häufigkeit dieser Kunstfehler wächst mit der

Einführung neuer Applikationsmethoden. Im übrigen ist dieser Zweig der

praktischen Toxikologie auch früher schon als sehr wichtig erkannt

worden, wie insbesondere die ausführliche Abhandlung der Vergiftungen

in der gerichtlichen Tierheilkunde von +Gerlach+ (1872) beweist.

Die Toxikologie zerfällt in einen allgemeinen und einen speziellen

Teil. Während die +allgemeine+ Toxikologie Betrachtungen über den

Begriff und die Einteilung der Gifte, über Ursachen und Pathogenese

der Vergiftungen, über Abhängigkeit der Giftwirkung von inneren und

äusseren Verhältnissen, über Erkennung, Behandlung und Nachweis der

Vergiftungen ganz im allgemeinen enthält, hat sich die +spezielle+

Toxikologie mit der Aufzählung und Beschreibung der einzelnen Gifte,

sowie mit den Veranlassungen, den Krankheitserscheinungen, dem

pathologisch-anatomischen Befunde, der Behandlung und dem Nachweise

der einzelnen Vergiftungen zu befassen. Die spezielle Toxikologie

baut sich mithin ähnlich wie die Pathologie und Chirurgie auf einer

Reihe +klinischer+ Fälle auf und hat mit diesen Disziplinen ausserdem

noch das gemein, dass sie gleichzeitig auch die +Therapie+ in sich

schliesst. In diesem Sinne kann man die Toxikologie wohl auch

bezeichnen als die +spezielle Pathologie und Therapie der Vergiftungen+.

Allgemeine Toxikologie.

Der Begriff Gift.

Je nach dem individuellen Standpunkt kann man den Begriff „Gift“ auf

sehr verschiedene Weise definieren. Der Kliniker, der Pharmakologe,

der Apotheker, der Jurist und schliesslich der Laie verbinden mit

dem Worte Gift verschiedenartige Vorstellungen. Deshalb ist es

schwer, eine allgemein gültige und nach allen Richtungen zutreffende

Begriffsbestimmung zu geben. Man kann die Schwierigkeiten der

Definition dadurch vermindern, dass man zwischen Giften im +weiteren+

und solchen im +engeren+ Sinne unterscheidet. +Gifte im weiteren

Sinne+ können alle diejenigen chemisch wirkenden Stoffe genannt

werden, auf welche der Körper bezw. das tierische Protoplasma durch

Krankheitserscheinungen reagiert. Hierher würden fast alle differenten

Arzneimittel gehören. Aber auch Stoffe, welche an und für sich

unschädlich und sogar zum Aufbau und Fortbestand des Tierkörpers

unumgänglich notwendig sind, wirken unter Umständen durch ihre Menge

oder zu starke Konzentration giftig, so das Kochsalz, die Kalisalze,

das Fleischextrakt, die Eisensalze, die Salzsäure. Es können ferner

ganz indifferente Stoffe, wie das destillierte Wasser oder das

Glyzerin, dadurch schwere Vergiftungserscheinungen herbeiführen,

dass sie in Abweichung von dem gewöhnlichen Wege der Einverleibung

mittels intravenöser Injektion direkt mit dem Blut in Berührung

kommen und die roten Blutkörperchen auflösen (Hämoglobinämie). Auch

andere, an sich unschädliche Stoffe erzeugen bei einzelnen Individuen

Vergiftungserscheinungen, so z. B. der Buchweizen bei unpigmentierten

Tieren. Ausserdem würden hierher die Fälle von sog. Idiosynkrasie zu

rechnen sein. Früher hat man wohl auch als Vergiftung aufgefasst

das Einbringen von Milch, Oel und sonstigen unlöslichen Stoffen

in die Venen, wodurch lediglich eine mechanische Verstopfung der

Lungenkapillaren mit ihren Folgezuständen bedingt wird. Endlich hat

man in der Pathologie die Infektionsstoffe als Gifte bezeichnet; man

vergleiche die Ausdrücke „Blutvergiftung“, „Rotzgift“, „Pockengift“.

Danach müssten eigentlich auch die pathogenen Bakterien an sich

als Gifte im weiteren Sinne des Wortes dem System der Toxikologie

einverleibt werden.

Die angeführten Beispiele zeigen, wie notwendig es im praktischen

Interesse ist, den Begriff Gift einzuschränken.

Als =Gifte= im +engeren, eigentlichen Sinne+ dürfen nur solche Stoffe

bezeichnet werden, bei welchen die nachfolgenden Voraussetzungen

zutreffen:

1. Die Wirkung auf den Körper muss eine rein +chemische+ sein,

physikalische Wirkungen sind ausgeschlossen.

2. Die betreffenden Stoffe müssen schon in verhältnismässig +geringer+

Menge +erheblich+ gesundheitsschädlich wirken (das Kochsalz ist in

diesem Sinne kein Gift, weil es nur in grossen Dosen eine Vergiftung

bedingt).

3. Die Giftwirkung muss schon bei der +gewöhnlichen+ Art der

+Einverleibung+ (Magen, Lunge, Haut) zustande kommen, nicht erst bei

intravenöser, intraperitonealer oder subkutaner Applikation.

4. Der Stoff muss bei der überwiegenden Mehrzahl der Tiere, nicht bloss

bei einzelnen (Idiosynkrasie) giftig wirken.

5. Eine +Organisation+ dürfen die betreffenden Stoffe +nicht+ besitzen;

sie dürfen also nicht wie die Bakterien Lebewesen sein. Dagegen können

sie von belebten Organismen abstammen (Pflanzengifte, Bakteriengifte,

Tiergifte).

Danach lautet die Definition: +Gifte im engeren Sinne sind solche

unbelebte Stoffe, welche auf chemischem Wege schon in sehr geringer

Menge und bei gewöhnlicher Art der Einverleibung regelmässig erhebliche

Störungen der Körperfunktionen hervorrufen.+

=Giftgesetze.= In Deutschland ist die Abgabe von Giften im Handel,

in den Apotheken und seitens der Tierärzte durch verschiedene

gesetzliche Bestimmungen geregelt. Die wichtigsten sind folgende:

1. Das Gesetz betr. den +Handel mit Giften+ vom 29. November

1894 enthält die Vorschriften für den gewerbsmässigen Handel mit

Giften (Aufbewahrung und Abgabe der Gifte, Ungeziefermittel).

Dieses Giftgesetz ist abgeändert worden durch den Beschluss des

Bundesrats vom 1. 2. 06 betr. die Aufnahme des Lysols und anderer

Kresolseifenlösungen in das Verzeichnis der Gifte (der Handel mit

Kreolin wird durch diese Bestimmung nicht betroffen). 2. Das Gesetz

betr. den Verkehr mit +blei-+ und +zinkhaltigen+ Gegenständen vom 25.

Juni 1887 sowie betr. die Verwendung +gesundheitsschädlicher+ Farben

vom 5. Juli 1887. 3. Das +Deutsche Strafgesetzbuch+ (Vergiftung,

fahrlässige Tötung). 4. Das +Nahrungsmittelgesetz+ vom 14. Mai 1879

(„gesundheitsschädlich“, § 12). 5. Die +Kaiserliche Verordnung

betr. den Verkehr mit Arzneimitteln+ vom 22. Oktober 1901 (die

im Verzeichnisse B aufgeführten Mittel dürfen nur in Apotheken

feilgeboten oder verkauft werden). 6. Die +Bundesratsvorschriften

betr. die Abgabe stark wirkender Arzneimittel+, sowie die

Beschaffenheit und Bezeichnung der Arzneigläser und Standgefässe

in den Apotheken vom 13. Mai 1896. 7. Das +Deutsche Arzneibuch+,

4. Ausgabe, enthält in Tabelle B „die gewöhnlich Gifte genannten

Arzneimittel, welche unter Verschluss und sehr vorsichtig

aufzubewahren sind (Arsenik, Atropin, Homatropin, Hydrargyrum

bichloratum, bijodatum, cyanatum, oxydatum, praecipitatum

album, salicylicum, Liquor Kalii arsenicosi, Sublimatpastillen,

Phosphor, Physostigmin, Skopolamin, Strychnin und Veratrin)“. 8.

Das +tierärztliche Dispensierrecht+ gestattet in Preussen nach

der Ministerialverfügung vom 23. Juli 1833 die Verabreichung der

Arzneimittel in tierärztlichen Hausapotheken „mit Ausschluss der

Gifte“ (Tabelle B des Deutschen Arzneibuchs).

Einteilung der Gifte.

Man kann die Gifte nach ihrer Abstammung, Zusammensetzung und

Wirkung in verschiedene Gruppen einteilen. Eine rein äusserliche

Einteilung, welche aber den Vorzug der Uebersichtlichkeit und

Einfachheit besitzt und sich deshalb auch für die vorwiegend

praktischen Zwecke des vorliegenden Lehrbuches am besten eignet,

ist die in +mineralische+, +pflanzliche+ und +tierische+ Gifte.

Eine andere Einteilung unterscheidet zwischen +Arzneigiften+, d. h.

solchen, welche gleichzeitig als Arzneimittel benützt werden, und

+Nahrungsgiften+, also solchen, welche mit der Nahrung, namentlich von

den Pflanzenfressern, aufgenommen werden. Von Bedeutung ist ferner

die Einteilung in +Fremdgifte+, d. h. von ausserhalb des Tierkörpers

stammende, und +Selbstgifte+, d. h. im Tierkörper selbst entstehende

Gifte (+Autointoxikation+). Besonders wichtig sodann ist die Einteilung

der Gifte nach ihrer Wirkung. Danach hat man früher die Gifte in drei

grosse Gruppen geteilt: die +scharfen+ (Acria), die +narkotischen+

(Narcotica) und die +scharfnarkotischen+ Gifte (Acria-Narcotica).

Als scharfe Gifte bezeichnete man solche, welche am Orte der

Applikation (Haut, Digestionsschleimhaut) eine ätzende (korrosive)

oder stark reizende (irritierende) Wirkung äussern und hauptsächlich

hierdurch giftig wirken. Hierher gehören die ätzenden Alkalien und

Säuren, der Brechweinstein, der Sublimat und andere Metallsalze, die

Kanthariden, das Krotonöl, Euphorbium, Senföl, Terpentinöl. Dagegen

verstand man unter narkotischen (neurotischen) Giften solche, welche

ohne Lokalwirkung im wesentlichen nur durch eine Beeinflussung

des Nervensystems giftig wirken, wie Strychnin, Morphin, Eserin,

Arekolin, Pilokarpin, Solanin, Blausäure, Chloroform, Kohlenoxyd.

Scharfnarkotische endlich nannte man solche Gifte, welche zuerst am

Ort der Applikation, insbesondere im Magen und Darm, eine lokale

reizende Wirkung, und später nach ihrer Resorption ausserdem noch

eine allgemeine Einwirkung auf das Nervensystem besitzen: Kolchikum,

Digitalis, Veratrin, Tabak, Akonit, Ranunkeln, Buchsbaum, Eibenbaum,

Karbolsäure, Kresole, Bleisalze.

Die neuere wissenschaftliche Toxikologie legt ihrer Einteilung die

Wirkung der Gifte auf die einzelnen +Körperorgane+ zugrunde. Danach

lassen sich folgende Gruppen unterscheiden:

1. +Herzgifte+: Digitalisglykoside, Szillaglykoside, Strophanthin,

Oleandrin, Helleborein, Konvallamarin, Adonidin, Antiarin, Thevetin,

Nerein, Koffein, Chloroform, Kalisalze, Baryumsalze, Pilokarpin,

Arekolin, Nikotin. 2. +Blutgifte+: Kalium chloricum, Natrium und

Kalium nitrosum, Pyrogallussäure, Arsenwasserstoff, Nitrobenzol,

Amylnitrit, Paraldehyd, Chloroform, Saponin, Rizin, Abrin, Phallin,

Helvellasäure, Kohlenoxyd, Toluylendiamin. 3. +Gehirngifte+: Morphin,

Atropin, Hyoszin, Taxin, Zytisin, Alkohol, Chloroform etc. 4.

+Rückenmarksgifte+: Strychnin, Bruzin, Thebain, Nikotin, Kornutin

etc. 5. +Muskelgifte+: Blei, Kupfer, Purinstoffe (Koffein), Veratrin,

Kalisalze, Barytsalze. 6. +Stoffwechselgifte+: Blausäure, Phosphor,

Arsenik. 7. +Uterusgifte+: Sekale. 8. +Darmgifte+: Eserin, Arekolin,

Chlorbaryum. 9. +Drüsengifte+: Pilokarpin, Arekolin, Quecksilber.

10. +Nierengifte+: Kanthariden, Terpentinöl, Kolchikum, Quecksilber,

Kupfer, Blei, Wismut, Jod, Jodoform, Aloin, Salizylsäure.

Auch nach der +chemischen Verwandtschaft+ und +physiologischen

Wirkung+ lassen sich die Gifte einteilen. So spricht man von einer

+Atropingruppe+ (Atropin, Hyoszin), +Nikotingruppe+ (Nikotin, Eserin,

Pilokarpin, Arekolin, Muskarin), +Digitalisgruppe+ (Digitoxin,

Szillitoxin, Strophanthin, Oleandrin, Helleborin, Konvallamarin,

Spartein, Adonidin), +Koniingruppe+ (Koniin, Kurare), +Morphingruppe+

(Morphin, Kodein, Heroin, Dionin, Peronin, Papaverin, Narzein),

+Strychningruppe+ (Strychnin, Akonitin, Bruzin), von +Baryum-+,

+Blei-+, +Kupfer-+, +Quecksilbervergiftung+ usw. Eine systematische,

auf physiologischer Grundlage aufgebaute Einteilung der Gifte ist

z. B. von +Loew+ (1893) versucht worden. Die physiologische Wirkung der

einzelnen Gifte zeigt jedoch nach Dosis und Tiergattung sehr grosse

Verschiedenheiten.

Eine eigenartige Gruppe von Giften bilden endlich die in abgestorbenen

oder kranken Organen von Tieren und Pflanzen entstehenden giftigen

Umsetzungsprodukte oder +metabolischen+ Gifte (Ptomaine, Toxine,

Fäulnisgifte, Bakteriengifte, Nahrungsgifte).

=Autointoxikation.= Mit dem Namen +Autointoxikation+ (endogene

Intoxikation, Toxikose) bezeichnet man die +Selbstvergiftung+

durch einen im Innern des Körpers selbst gebildeten (nicht

von aussen eingeführten) und ins Blut resorbierten Giftstoff.

Solche Giftstoffe sind vor allem beim normalen Stoffwechsel

entstehende Zersetzungsprodukte des Eiweisses, Fettes und

Zuckers, nämlich die +Kohlensäure+, sowie die zahlreichen im

Harn und in der Galle ausgeschiedenen Stoffwechselprodukte,

namentlich verschiedene +Harnbasen+, +Harnstoff+, +Harnsäure+ und

+Gallensäuren+. Die durch die genannten Selbstgifte hervorgerufenen

Krankheitserscheinungen (+Erstickung+, +Urämie+, +Ammoniämie+,

+Gicht+, +Cholämie+) sind als Autointoxikationen aufzufassen,

welche durch Zurückhaltung der giftigen Stoffwechselprodukte im

Körper entstehen (sog. +Retentionstoxikosen+). Die Pathogenese

dieser Autointoxikationen, insbesondere der Urämie und Cholämie,

sind übrigens noch wenig erforscht (Vorstufen des Harnstoffs und

der Gallensäuren?). Eine andere Gruppe von Autointoxikationen

wird durch abnorme Umsetzungsprozesse im Blut und in den tätigen

Körperorganen verursacht. Hierher gehört die übermässige Bildung

von +Traubenzucker+, sowie das Auftreten der Oxybuttersäure und

Azetessigsäure bei der +Zuckerharnruhr+ (sog. +Produktionstoxikosen+

oder +Nosotoxikosen+). Wahrscheinlich ist auch die Hämoglobinämie

der Pferde und die Gebärparese der Rinder eine derartige, durch

die Bildung abnormer Stoffwechselprodukte im Körper (Muskel,

Euter) veranlasste Autointoxikation. Aehnliche Vorgänge scheinen

bei der Verbrennung stattzufinden (giftige Zersetzungsprodukte

des Blutes und der verbrannten Gewebe). Auch die Entfernung der

Schilddrüse (Thyreoidektomie) hat eine schwere Autointoxikation

zur Folge (Cachexia strumipriva); man führt dieselbe auf abnorme

innere Sekretionsvorgänge zurück (+dyskrasische Autointoxikation+).

Eine letzte Form der Resorptions-Autointoxikation bilden die

sog. +Intestinaltoxikosen+ (enterogene Autointoxikation),

Selbstvergiftungen durch Giftstoffe, welche von den normal

im Darmkanal vorhandenen, nicht pathogenen Fäulnisbakterien

(Saprophyten) gebildet werden. Ein Beispiel hierfür ist der bei

der Fäulnis des Darminhaltes schon unter normalen Verhältnissen

entstehende, giftig wirkende +Schwefelwasserstoff+. Dagegen können

die analogen, bei der Einwirkung pathogener Mikroorganismen

(Milzbrand, Rotlauf, Starrkrampf usw.) im Tierkörper entstehenden

Toxine nicht zu den Autointoxikationen gerechnet werden, da bei ihnen

die giftproduzierenden Bakterien von aussen in den Tierkörper gelangt

sind (septische Intoxikation).

Allgemeine Aetiologie der Vergiftungen.

Die Ursachen der Vergiftungen bei unseren Haustieren sind sehr

mannigfaltiger Art. Die wichtigsten Veranlassungen sind:

1. Die Aufnahme von +Giftpflanzen+ seitens der Pflanzenfresser

durch die Nahrung. Trotz fortgesetzter Ausrottung der giftigen

Gewächse, namentlich auf Weiden, Wiesen und Feldern, sowie trotz der

instinktiven Fähigkeit der Herbivoren, giftige von ungiftigen Pflanzen

zu unterscheiden -- eine Fähigkeit, welche allerdings bei anhaltender

Stallfütterung und zunehmender Domestikation abzunehmen scheint --

ist die Zahl der Vergiftungsfälle infolge der Aufnahme giftiger

Pflanzen alljährlich immer noch sehr bedeutend. Die gefährlichsten

dieser Giftpflanzen sind die Herbstzeitlose, der Fingerhut, der

wilde Mohn, die Kornrade, die Kichererbse, der Tabak, die Nieswurz,

der Eibenbaum, der Buchsbaum, der Sturmhut, der Schierling, die

Tollkirsche, das Bilsenkraut, der Stechapfel, das Bingelkraut, der

Taumellolch, der Oleander, die Narzissusarten, Ranunkeln, Eupborbien,

Daphne, sowie verschiedene terpentinölhaltige Pflanzen. Aber auch für

gewöhnlich ungiftige Pflanzen können unter Umständen den Charakter von

Giftpflanzen annehmen, z. B. die Lupinen. Die wirksamen Bestandteile

der Giftpflanzen sind namentlich Alkaloide (über 150 bekannt) und

Glykoside, ausserdem ätherische Oele und Säuren.

2. Die Aufnahme +verdorbener Nahrungsmittel+. Hierher gehört in erster

Linie die Ansiedlung von Schimmelpilzen, Rostpilzen und Brandpilzen

auf den verschiedenen Futtersorten und auf dem Streumaterial. Sodann

sind namentlich die Fabrikationsrückstände und Surrogate: Schlempe,

Rübenschnitzel, Malzkeime, Biertreber, die verschiedenen Oelkuchen,

das Palmkernmehl, Baumwollsaatmehl usw., sowie die Rückstände der

Haushaltung in der Form des sog. Spülichts und der Küchenabfälle sehr

häufig der Verderbnis unterworfen. Weiter sind hierher zu zählen die

Vergiftungen, welche durch Verfütterung von verdorbenem Fleisch,

verdorbenen Wurstwaren, faulenden Fischen, altem Käse bedingt werden;

sog. Fleisch-, Wurst-, Fisch-, Käsevergiftung. Auch die Vergiftung

durch Heringslake ist zum Teil hierher gehörig.

3. Die Nähe von +Fabriken+ und sonstigen +gewerblichen Anlagen+, in

welchen Gifte verarbeitet werden. Am gefährlichsten sind in dieser

Beziehung Blei-, Silber- und Kupferbergwerke, welche teils durch ihre

Metalle (Blei), teils durch ihren Gehalt an Arsenik (Freiberger Hütten

in Sachsen) in weitem Umkreis das Leben der Haustiere gefährden.

Manche dieser Metalle gehen sogar in Form organischer Verbindungen in

die Pflanzen über und veranlassen so indirekt bei Pflanzenfressern

Vergiftungen. So erzeugt in Kärnten das auf Bleiglanz und Galmei

wachsende Gras Monilia coerulea bei weidenden Tieren Saturnismus;

seine Asche enthält nämlich 2 Prozent Bleioxyd = 0,05 Prozent der

ganzen Pflanze = 50 gr Bleioxyd in 100 kg Gras. Aehnliches kommt bei

barythaltigen Pflanzen vor. Auch fliessende Gewässer können entweder

durch Fabrikanlagen verdorben (Vergiftung auch der Fische) oder

infolge Aufnahme giftiger Metalle aus dem umgebenden Erdreich nach

weiten Entfernungen hin schädlich werden, wie z. B. der Bleibach

in der Rheinprovinz und die ebenfalls bleihaltige Innerste in der

Provinz Hannover. In ähnlicher Weise bieten auch Gasanstalten

(Vergiftungen durch Gaswasser, Einatmen von Leuchtgas), Kohlenbergwerke

(Grubengasvergiftung), Brennereien (Alkoholvergiftungen) und andere

gewerbliche Etablissements, ja selbst einfache Feuerungseinrichtungen

(Kohlenoxydgas) Gelegenheiten zu Vergiftungen.

4. +Therapeutische Kunstfehler+, namentlich Fehler in der Dosierung

und in der Anwendung der verschriebenen Medikamente. Derartige

„Arzneivergiftungen“ kommen infolge falscher Dosierung hauptsächlich

bei stark wirkenden Medikamenten, so bei der Verordnung des Phosphors,

des Arseniks, des Brechweinsteins, der Aloë, des Krotonöls, der

Kanthariden, des Sublimats, Chlorbaryums, des Kalomels, der grauen

Quecksilbersalbe, des Extractum Filicis, sowie der Alkaloide Strychnin,

Veratrin, Eserin, Pilokarpin, Arekolin und Morphin vor. Fehler in der

Anwendung ereignen sich am häufigsten bei äusserlicher Applikation,

so bei zu ausgedehnter Teer- oder Karboleinreibung, ferner beim Baden

räudekranker Schafe (Arsenik-, Tabak-, Sublimat-, Karbolbäder), sowie

bei intravenöser (Chloralhydrat, Chlorbaryum) und intratrachealer

Applikationsmethode (Strychnin). Auch die Nichtbeachtung gewisser

diätetischer und anderer Massregeln, z. B. die Erlaubnis zum Einspannen

von Pferden, welchen ein Drastikum verordnet wurde, das gleichzeitige

Verabreichen von Brechweinstein und Aloë gegen Spulwürmer beim Pferd,

das Unterlassen von Schutzmassregeln gegen das Ablecken giftiger

Salben, die Wahl einer unrichtigen Arzneiform oder Konzentration haben

nicht selten eine Vergiftung zur Folge.

5. +Verwechslungen+ seitens des dispensierenden Apothekers, Drogisten,

Kaufmanns, Tierarztes, sowie seitens der Laien und Tierbesitzer.

Solche Verwechslungen können teils durch undeutlich geschriebene

Rezepte sowie durch falsche Deutung derselben (Sublimat statt Kalomel,

Kalium sulfuratum statt Kalium sulfuricum, Formalin statt Furunkulin),

teils durch irrtümliches Vergreifen in den Standgefässen, teils durch

Unvorsichtigkeit des Drogisten oder Händlers bei Abgabe der Mittel

vorkommen. Letzteres bezieht sich insbesondere auf die dem freien

Handverkauf überlassenen, häufig schon aus jedem Kramladen beziehbaren

Mittel (Verwechslungen von Bleizucker, Salpeter, Alaun mit Glaubersalz).

6. +Ausgelegte Gifte+ zur Vertilgung von Ratten, Mäusen, Schaben,

Wanzen. Denselben fallen am häufigsten Hunde und Katzen, sodann

Schweine und das Geflügel zum Opfer. Sie bestehen aus Strychnin,

Phosphor, Arsenik, Sublimat, Baryt, Meerzwiebel usw.

7. +Giftfarben.+ Bedeutung für die Tierheilkunde haben vor allem die

+Bleifarben+ und Bleianstriche (Bleiweiss, Bleiglätte, Mennige),

welche zu zahllosen Vergiftungen beim Rind Veranlassung geben, sowie

die grünen, +arsenikhaltigen+ Tapeten (Schweinfurter und Scheelesches

Grün). Andere giftige Farben sind: Königsblau, Smalte, Mineralblau,

Sächsischblau, Bremer Blau, Kobalt-Ultramarin; Chromgelb, Pikrinsäure,

Antimongelb, Kasseler Gelb, Kölner Gelb, Mineralgelb, Rauschgelb,

Operment, Pariser Gelb, Anilingelb, gelber Ultramarin, Zinkgelb;

Braunschweiger Grün, Berggrün, Bremer Grün, Chromgrün, Englischgrün,

Kaisergrün, Kasseler Grün, Laubgrün, Moosgrün, Neapeler Grün, Neuwieder

Grün, Patentgrün, Oelgrün, Wiener Grün; Berliner Rot, Amarantrot,

arsenhaltiges Anilinrot, Chromrot, Kupferrot, Pariser Rot, Wiener Rot;

Kremserweiss, Schieferweiss, Schneeweiss, Silberweiss, Zinkweiss.

Ausser den oben genannten Blei- und Arsenfarben sind überhaupt

alle Farben giftig, welche +Chrom+, +Baryum+, +Antimon+, +Kupfer+

(Grünspan), +Kadmium+, +Kobalt+, +Molybdän+, +Nickel+, +Quecksilber+,

+Wolfram+, +Zink+, +Zinn+, +Uran+ und +Wismut+ enthalten. Ungiftig

sind die arsenfreien Anilin-, Ultramarin- und Alizarinfarben, die

Farbstoffe der Pflanzen, die eisenhaltigen Farbstoffe, wozu z. B.

der rote Bolus gehört, sowie der Zinnober. Indigo, Methylviolett

(Pyoktanin), Malachitgrün, Eosin und verschiedene andere Benzol- und

Anthrazenderivate wirken übrigens namentlich in fein gepulvertem

Zustand örtlich reizend und entzündungserregend („Eosinschweine“).

8. Durch den +Biss+ oder +Stich+ giftiger Tiere werden verhältnismässig

wenig Vergiftungen veranlasst. Meist ist es die Kreuzotter, seltener

die Redische Viper, welche in Europa für die Haustiere gefährlich wird.

Von Insekten kommen hauptsächlich die Bienen und die Kolumbakzer Mücken

in Betracht.

9. Endlich sind die durch +Böswilligkeit+ herbeigeführten Vergiftungen

zu erwähnen. Am häufigsten kommen sie wohl bei Hunden, Katzen und beim

Geflügel vor, vereinzelt jedoch auch bei den grösseren Haustieren, wie

Pferd und Rind. Gewöhnlich werden hierzu der Phosphor, der Arsenik und

das Strychnin benützt (ortsübliche Rattengifte).

Das =kunstgemässe Vergiften= der Haustiere wegen Krankheit, zu hohen

Alters, Gemeingefährlichkeit usw. wird namentlich bei +Hunden+

und +Katzen+ vielfach angewandt. Im Hundespital der Berliner

tierärztlichen Hochschule werden jährlich gegen 3000 Hunde und

Katzen vergiftet. Das hierbei verwendete Gift ist eine 10prozentige

wässerige =Blausäure=lösung. Dieselbe wird mittels einer Pravazschen

Spritze in der Dosis von einigen Kubikzentimetern in die Subkutis

oder in die Lunge gespritzt; bei Katzen genügt ein blosses Einbringen

einiger Tropfen in den Lidsack oder auf die Maulschleimhaut. Man kann

Hunde und Katzen auch durch Einschütten einer =Zyankalium=lösung

(1-2,0 in Wasser oder Essig gelöst) töten. Die Vergiftung dauert

jedoch hierbei etwas länger, und das Einschütten ist nicht immer ganz

leicht; man sorge ferner für frisches, unzersetztes Zyankalium. Noch

umständlicher ist die Benützung des =Chloroforms= zum Vergiften, wenn

man nicht etwa, wie ich es früher getan habe, das Chloroform (einige

Kubikzentimeter) direkt ins Herz spritzt. (Die Tötung von Hunden mit

Chloroform im Veronalschlaf -- 2 bis 8 g Veronal -- wird von Jakob

empfohlen.) Die Anwendung des =Strychnins= bei Hunden ist wegen der

für den Zuschauer sehr peinlichen und oft länger, als vermutet,

andauernden Krampfwirkung zu vermeiden. Dagegen eignet sich dasselbe

gut zum Vergiften von +Füchsen+ und anderem Raubzeug (ausgelegte

Heringsköpfe, Fleischstücke usw.). Ausserdem hat man +Eserin+,

+Chlorbaryum+ (unsicher) und besondere +Kohlensäure+-Apparate

angewandt.

+Pferde+ werden ebenfalls am schnellsten und sichersten durch

Blausäure getötet, welche am besten intravenös oder intratracheal

beigebracht wird (tödliche Dosis der reinen Blausäure = 1 g; danach

lässt sich die anzuwendende Menge der Blausäurelösungen berechnen).

Statt Blausäure kann man auch Strychnin (0,5 intratracheal) anwenden,

weil das Pferd diesem Mittel gegenüber sehr empfindlich ist. Auch die

intravenöse Anwendung von +Chlorbaryum+ (0,5) wird empfohlen.

+Elefanten+ werden ebenfalls am besten mit Blausäure getötet. Man

nimmt die 100-200fache Dosis vom Pferd (100-200 g reine Blausäure)

und reicht sie am besten zusammen mit Schnaps (Rum) oder in

Brotwecken (Lechner).

+Ratten+ und +Mäuse+ können durch Strychninweizen, Phosphorlatwerge,

Ratin (Bakterienkulturen der Mäuseseptikämie) usw. vergiftet werden.

Auch die +Meerzwiebeln+ werden als ein für den Menschen ungiftiges

Rattenvertilgungsmittel in der Landwirtschaft angewandt (Mengung

frischer Zwiebeln mit der doppelten Menge Fleisch, Zerkleinerung mit

der Hackmaschine, Formung haselnussgrosser Kugeln, Anbraten mit Talg,

Bestreuen mit Zucker, Auslegen in den Ställen). Das sog. „Ratin II“

scheint nichts anderes als ein Meerzwiebelpräparat zu sein (vgl. das

Kapitel Meerzwiebel).

Modifikation der Giftwirkung.

Die Intensität der Wirkung eines und desselben Giftes ist nicht immer

die gleiche, sie wird vielmehr durch verschiedene äussere und innere

Umstände modifiziert. Als wichtigste Faktoren, welche die Giftigkeit

eines Stoffes beeinflussen, kommen folgende in Betracht:

1. Die =Dosis=, in welcher das Gift verabreicht wird. Je nach der

Grösse derselben kann die Wirkung entweder sehr stark, mittelstark,

schwach oder selbst gleich Null sein. Jedes Gift wird in verschwindend

kleiner Dosis wirkungslos; man kann diese kleinste Menge +indifferente

Dosis+ nennen. Ist das Gift gleichzeitig ein Arzneimittel, so

bezeichnet man die im Rahmen physiologischer Wirkungen sich haltenden

Quantitäten als +therapeutische Dosen+ (Minimal-, Maximaldosis).

Grössere Gaben, welche eine ausgesprochene Vergiftung erzeugen,

heissen +toxische Dosen+; tritt endlich im Verlauf der Vergiftung der

Tod ein, so spricht man von einer +tödlichen Dosis+ (dosis letalis).

Diese tödliche Dosis ist um so kleiner, je grösser die Giftigkeit

eines Stoffes ist. Sehr giftig sind namentlich die Blausäure und

manche Alkaloide (Akonitin, Nikotin, Strychnin), indem Zentigramme

bezw. Dezigramme hinreichen, um ein Pferd zu vergiften. Am giftigsten

scheint das Toxin der Starrkrampfbazillen (Tetanotoxalbumin) zu sein

(¼ Milligramm = 1/200 Tropfen tötet ein Pferd!). Man hat versucht,

durch Vergleichung der Giftigkeitsdosen der einzelnen Gifte für jedes

die sog. +Toxizität+ (Schwellenwert, Giftigkeitsgrenze) zu finden,

also den Uebergang der indifferenten in die toxische Dosis für jedes

Gift ziffernmässig festzustellen. Der allgemeinen Durchführung dieses

Plans steht indes die Tatsache gegenüber, dass jede Tiergattung ein

und demselben Gift gegenüber sich anders verhält. Aus diesem Grund

muss von der Aufstellung einer allgemeinen Giftigkeitsgrenze Abstand

genommen werden. Die Feststellung der Giftigkeitsgrenze der einzelnen

Gifte durch Versuche an Fischen (+Richet+) hat daher für die übrigen

Tiergattungen ebensowenig Geltung, wie die Bestimmung der Toxizität

zahlreicher narkotischer Gifte an Froschlarven (+Overton+, +H. Meyer+).

2. Die =Form= des Giftes. Es ist bekannt, dass der Phosphor in einer

ungiftigen Form, als sog. roter Phosphor vorkommt, welche dadurch

hergestellt wird, dass man den gewöhnlichen giftigen Phosphor bei

Abwesenheit von atmosphärischer Luft auf 200 bis 250° erhitzt. Er

wird dadurch in Fett unlöslich und deshalb im Magen und Darm nicht

resorbiert. Aehnliche Verhältnisse kommen bei vielen sogen. isomeren

Verbindungen vor. So ist das α-Naphthol wesentlich giftiger als

das β-Naphthol; viele Ortho-Verbindungen haben eine andere Wirkung

als die entsprechende Meta- oder Para-Verbindung. Weiter ist die

Giftigkeit eines Körpers sehr verschieden, je nachdem derselbe in

löslicher oder unlöslicher Form, in Stücken, grob- oder feingepulvert,

in konzentrierter oder in verdünnter Lösung aufgenommen wird. Der

Arsenik ist am wenigsten giftig in Stücken, mit der Feinheit des

Pulvers nimmt seine Giftigkeit zu, am giftigsten ist er in Lösung.

Auch die Art des Lösungsmittels ist von Bedeutung. Phosphor in Oel

gelöst wird viel rascher und ausgiebiger resorbiert, als in andern

Flüssigkeiten; Kanthariden in Salbenform aufgenommen (Ablecken) wirken

aus demselben Grunde giftiger, als in Substanz. Alkoholische Lösungen

von Strychnin oder Blausäure werden im Magen viel schneller resorbiert,

als wässerige. Auflösungen der Karbolsäure in alkalischen Flüssigkeiten

oder in Oel sind weniger giftig, als solche in Wasser. Endlich gibt

es noch eine Reihe anderer Bedingungen. Durch Regenwasser ausgelaugte

Lupinen sind ungiftig, viele Metallsalze (Brechweinstein, Bleizucker)

und alle Alkaloide verlieren an Giftigkeit, wenn gleichzeitig Tannin

oder zufällig ein anderes Gegengift mit aufgenommen wird. Warme

Arsenikwaschungen, ferner kalte, aber im Sommer, in heissen Stallungen

oder bei erhitzten Tieren vorgenommene Waschungen sind gefährlicher

als kalte Waschungen im Frühjahr oder Herbst (Beobachtungen in

Schleswig-Holstein).

3. =Alter= und =Abstammung= des Giftes. Sehr viele Gifte verändern

oder verlieren mit der Zeit infolge von Zersetzung ihre Wirksamkeit.

Beispiele sind namentlich die Glykoside und manche Alkaloide:

Digitalis, Secale cornutum, Akonit, Belladonna, Eserin, Pilokarpin,

Morphin, Apomorphin, Rhizoma Filicis, die Präparate der Blausäure

(Umwandlung der Blausäure im Bittermandelwasser in ameisensaures

Ammonium, des Zyankaliums in Kaliumkarbonat), der Phosphor (Umwandlung

zu amorphem), Karbolwasser (Verdunstung der Karbolsäure), die

ätherisch-öligen Mittel (Verdunstung der ätherischen Oele), Chlorkalk

(Verdunstung von Chlor), Bleiessig (Bildung von Bleikarbonat), Aetzkali

und Aetzkalk (Umwandlung zu kohlensaurem Kalium und kohlensaurem

Kalk). Auch das Umgekehrte wird zuweilen beobachtet; alte graue

Quecksilbersalbe ist z. B. giftiger, als frisch bereitete (Bildung von

leichter resorbierbarem fettsaurem Quecksilber). Dasselbe gilt für

altes Krotonöl (Abspaltung freier, giftiger Krotonolsäure). Bezüglich

der Bedeutung der Abstammung für die Giftigkeit ist hervorzuheben,

dass die Lupinen je nach dem Standort und der Gegend bald giftig,

bald ungiftig sind, dass ferner die Mohnpflanze in Europa nur ganz

verschwindende Mengen von Opiumalkaloiden enthält gegenüber dem grossen

Opiumgehalt derselben Pflanze in Kleinasien, Persien, Aegypten. Es mag

ausserdem an die Hanfpflanze erinnert werden, welche bei uns ungiftig

ist, während sie in derselben Spezies in Indien ein starkes Gift

liefert (indischer Hanf, Haschisch). Die Giftigkeit vieler Pflanzen

wechselt endlich nach den Jahreszeiten. Die meisten Giftpflanzen sind

am giftigsten zurzeit der Blüte; andere Pflanzen sind überhaupt nur

in bestimmten Monaten giftig, z. B. die Springgurke (Elaterium) nur

im Juli. Ein eigentümliches Verhältnis zeigt der Faulbaum (Rhamnus

Frangula), dessen Rinde im ersten Jahr nach der Gewinnung Erbrechen und

dann vom zweiten Jahr ab Purgieren erzeugt.

4. Die =Applikationsweise=. Alle Gifte wirken vom +Magen+ aus

wesentlich schwächer, als von der Subkutis, von der Trachealschleimhaut

oder von Wunden aus. Manche Gifte sind vom gesunden Magen aus

überhaupt wirkungslos, so zahlreiche Bakterientoxine (Wut, Tetanus),

die Saponinsubstanzen, das Schlangengift und einige Pfeilgifte

(zersetzende, antitoxische Wirkung des Magensaftes). Auch bei stark

gefülltem Magen wirken die meisten Gifte wesentlich schwächer als bei

leerem Magen, weil die Resorption langsamer vor sich geht; ausserdem

werden manche Gifte durch gewisse Bestandteile des Futterinhaltes

des Magens, z. B. Alkaloide durch gerbsäurehaltige Nahrungsmittel,

Metallsalze durch ein eiweissreiches Futter unschädlich gemacht.

+Die Giftigkeit eines Stoffes vom Magen aus verhält sich zu seiner

Giftigkeit von der Subkutis und von Wunden aus etwa wie 1 : 10.+

Uebrigens kann dieses Verhältnis je nach der Tiergattung auch enger

sein. So verhält sich beim Strychnin die tödliche stomachikale Dosis

zur tödlichen subkutanen wie 1 : 10 beim Schaf, wie 1 : 5 beim Pferd,

wie 1 : 3 beim Schwein, wie 1 : 2 beim Hund. Auch bei der Resorption

von Wunden aus ist die Giftigkeit ganz erheblich gesteigert; so

tötet der Arsenik per os Pferde in Gaben von 10-15 g, Hunde in Gaben

von 0,2 g, während von Wunden aus für Pferde 2,0 g und für Hunde

0,02 g zur Tötung ausreichen. Diese erhöhte Giftigkeit von Wunden

aus hat namentlich eine praktische Bedeutung für die Anwendung von

Aetzmitteln (Arsenik in Stücken bei Brustbeule, Nieswurzstecken)

sowie von Räudebädern unmittelbar nach der Schur (Arsenik-, Tabak-,

Karbolbäder). Die rektale Applikation wirkt etwa gleich stark, wie die

per os. Am stärksten ist die Wirkung der Gifte bei der intratrachealen,

intraperitonealen und intravenösen Injektion. +Die intratracheale

Applikation wirkt etwa 20mal, die intravenöse 25-50mal stärker, als die

Einführung vom Magen aus.+

Lehrbuch der Toxikologie für Tierärzte · 第 1 / 50 段