Mary. Ist das nicht lustig, Desportes? Was fehlt dir? Du lachst ja
nicht.
Desportes. Ich hab erstaunende Stiche auf der Brust. Der Katarrh
wird mich noch umbringen.
Mary. Ist das aber nicht zum Zerspringen mit dem Original? Sahst du,
wie er braun und blau um die Nase ward für Ärgernis. Ein andrer
würde sich lustig gemacht haben mit der alten Vettel.
(Stolzius kommt herein und zupft Mary.)
Mary. Was ist?
Stolzius. Nehmen Sie doch nicht ungnädig, Herr Lieutenant! wollen
Sie nicht auf einen Augenblick in die Kammer kommen?
Mary. Was gibt's denn? Habt Ihr wo was erfahren?
Stolzius (schüttelt mit dem Kopf).
Mary. Nun denn--(geht etwas weiter vorwärts) so sagt nur hier.
Stolzius. Die Ratten haben die vorige Nacht Ihr bestes Antolagenhemd
zerfressen, eben als ich den Wäschschrank aufmachte, sprangen mir
zwei, drei entgegen.
Mary. Was ist daran gelegen?--Laßt Gift aussetzen.
Stolzius. Da muß ich ein versiegeltes Zettelchen von Ihnen haben.
Mary (unwillig). Warum kommt Ihr mir denn just jetzt?
Stolzius. Auf den Abend hab ich nicht Zeit, Herr Lieutenant--ich muß
heute noch bei der Lieferung von den Montierungsstücken sein.
Mary. Da habt Ihr meine Uhr, Ihr könnt ja mit meinem Petschaft
zusiegeln. (Stolzius geht ab--Mary tritt wieder zur Gesellschaft.)
(Eine Symphonie hebt an.)
Desportes (der sich in einen Winkel gestellt hat, für sich). Ihr
Bild steht unaufhörlich vor mir--Pfui Teufel! fort mit den Gedanken.
Kann ich dafür, daß sie so eine wird. Sie hat's ja nicht besser
haben wollen.
(Tritt wieder zur andern Gesellschaft, und hustet erbärmlich.)
Mary (steckt ihm ein Stück Lakritz in den Mund. Er erschrickt. Mary
lacht).