In Armentieres. Ein Konzert im Hause der Frau Bischof. Verschiedene
Damen im Kreise um das Orchester, unter denen auch Frau Bischof und
ihre Cousine. Verschiedene Officiere, unter denen auch Haudy,
Rammler, Mary, Desportes, Gilbert, stehen vor ihnen und unterhalten
die Damen.
Mademoiselle Bischof (zu Rammler). Und Sie sind auch hier eingezogen,
Herr Baron?
Rammler (verbeugt sich stillschweigend, und wird rot über und über).
Haudy. Er hat sein Logis im zweiten Stock genommen, grad' gegenüber
Ihrer Frau Base Schlafkammer.
Mademoiselle Bischof. Das hab ich gehört. Ich wünsche meiner Base
viel Glück.
Madame Bischof (schielt und lächelt auf eine kokette Art). He, he,
he, der Herr Baron wäre wohl nicht eingezogen, wenn ihm nicht der
Herr von Gilbert mein Haus so rekommandiert hätte. Und zum andern
begegne ich allen meinen Herren auf eine solche Art, daß sie sich
nicht über mich werden zu beklagen haben.
Mademoiselle Bischof. Das glaub ich, Sie werden sich gut miteinander
vertragen.
Gilbert. Es ist mit alledem so ein kleiner Haken unter den beiden,
sonst wäre Rammler nicht hier eingezogen.
Madame Bischof. So? (Hält den Fächer vorm Gesicht.) He he he,
seiter wenn denn, meinten Sie Herr von Gilbert, seiter wenn denn?
Haudy. Seit dem letzten Konzertabend, wissen Sie wohl, Madame.
Rammler (zupft Haudy). Haudy!
Madame Bischof (schlägt ihn mit dem Fächer). Unartiger Herr Major!
müssen Sie denn auch alles gleich herausplappern.
Rammler. Madame! ich weiß gar nicht, wie wir so familiär miteinander
sollten geworden sein, ich bitte mir's aus-Madame Bischof (sehr böse).
So, Herr? und Sie wollen sich noch mausig machen, und zum andern
müßten Sie sich das noch für eine große Ehre halten, wenn eine Frau
von meinem Alter und von meinem Charakter sich familiär mit Ihnen
gemacht hätte, und denk doch einmal, was er sich nicht einbild't, der
junge Herr.
Alle Officiers. Ach Rammler--Pfui Rammler--das ist doch nicht recht,
wie du der Madam begegnest.
Rammler. Madame, halten Sie das Maul, oder ich brech Ihnen Arm und
Bein entzwei, und werf Sie zum Fenster hinaus.
Madame Bischof (steht wütend auf). Herr, komm Er--(faßt ihn an Arm)
den Augenblick komm Er, probier Er, mir was Leids zu tun.
Alle. In die Schlafkammer, Rammler, sie fodert dich heraus.
Madame Bischof. Wenn Er sich noch breitmacht, so werf ich Ihn zum
Hause heraus, weiß Er das. Und der Weg zum Kommendanten ist nicht
weit. (Fängt an zu weinen.) Denk doch, mir in meinem eigenen Hause
Impertinenzien zu sagen, der impertinente Flegel-Mademoiselle Bischof.
Nun still doch, Bäslein, der Herr Baron hat es ja so übel nicht
gemeint. Er hat ja nur gespaßt, so sei Sie doch ruhig.
Gilbert. Rammler, sei vernünftig, ich bitte dich. Was für Ehre hast
du davon, ein alt Weib zu beleidigen.