2 C₃H₆O₃ = C₄H₈O₂ + 2 CO₂ + 4 H

so daß sich also der Alkohol- und Milchsäuregärung noch eine

Buttersäuregärung zugesellt.

Die +Polysaccharide+ schließlich stellen noch weitergehende

Anhydridstufen der Monosaccharide vor, indem sich mehrere

Monosaccharidmoleküle unter Austritt je eines Moleküls Wasser

vereinigen, so daß ihre Formel ein Mehrfaches von C₆H₁₀O₅ vorstellt.

Unter den Polysacchariden befindet sich eine Reihe von Körpern, von

denen die einen im Leben der Pflanzenzelle, die anderen in vielen

tierischen Zellen eine wichtige Rolle spielen und weit verbreitet

sind. Das ist vor allem die +Stärke+, die in Form von konzentrisch

geschichteten Körnchen (Fig. 45) in allen grünen Zellen der Pflanzen

auftritt, ferner das +Glykogen+, das in der Gestalt von Schollen

und Krümeln besonders in den Zellen der Leber und der Muskeln

vorkommt, und schließlich die +Zellulose+, welche die Zellmembranen

der Pflanzenzellen bildet. Diese Körper der Polysaccharidgruppe

unterscheiden sich sämtlich voneinander in sehr charakteristischer

Weise durch ihr Verhalten gegen Jodlösungen. Stärke wird nämlich durch

Jod intensiv blau, Glykogen mahagonibraun und Zellulose gar nicht,

sondern nur bei Anwesenheit von Jod und Schwefelsäure blau gefärbt.

* *

*

Neben den freien Kohlehydraten existieren schließlich +Verbindungen von

Kohlehydraten+ in der lebendigen Substanz, z. B. mit Eiweißkörpern, von

denen wir als Beispiel das +Mucin+ bereits oben kennen gelernt haben.

Ebenso haben wir schon die wesentlichsten +Zersetzungsprodukte

der Kohlehydrate+ berührt, die, wie +Milchsäure+, +Buttersäure+,

+Kohlensäure+ etc., auch sämtlich in der lebendigen Substanz

angetroffen werden können.

c) Die Fette.

Auch die Fette gehören nicht zu den allgemeinen Bestandteilen der

lebendigen Substanz, sind aber hauptsächlich in tierischen Zellen weit

verbreitet. Ebenso wie die Kohlehydrate sind die Fette stickstofffrei

und enthalten nur die Elemente Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff.

Aber sie unterscheiden sich ihrer chemischen Natur nach wesentlich

von den Kohlehydraten. Sie stellen nämlich sogenannte Ester vor,

d. h. Verbindungen, in denen sich eine Säure mit einem Alkohol

unter Wasseraustritt vereinigt hat. Der Alkohol, der allen Fetten

zugrunde liegt, ist das +Glyzerin+ C₃H₅(OH)₃, und die Säuren, die an

das Glyzerin gebunden sind, gehören der +Fettsäurereihe+ an, deren

allgemeine Formel CₙH₂ₙO₂ ist und die als Säuren charakterisiert sind

durch den Besitz der Karboxylgruppe --COOH. Da das Glyzerin einen

dreiwertigen Alkohol repräsentiert, so sind in den neutralen Fetten

immer drei Moleküle der Fettsäuren mit einem Molekül Glyzerin zu

Triglyzeriden verbunden. Die allgemeine Formel der Fette ist daher:

Allgemeine Physiologie · 第 94 / 283 题