[Footnote 63: 55, 11. C. XXXIV. Die grossen rothen Buchstaben stehen am

Eingange der Absätze, die, den letzten allein ausgenommen, mit dem

Refrain: ›erhore mich‹ schliessen. Nun sind aber in allen

Ueberlieferungen ausser den sechs Buchstaben, die den Namen ›Johann‹

geben, auch noch _E_ und _S_ durch Grösse ausgezeichnet. Sie stehen

ebenfalls am Anfange von Absätzen, die mit ›erhore mich‹ schliessen.

Durch Umsetzung dieser Abschnitte erhielte man den Namen ›Johannes‹.

Dann müsste nach dem Worte _gut_ (58, 6) eine grössere Interpunktion

gesetzt werden und die beiden Theile, die mit _Ewige lucern_ (56, 17.)

und _Schatz von dem_ (57, 5.) beginnen, derselben nachgesetzt werden.

Möglich ist jedoch auch, dass der Verfasser in diesem Akrostichon die

Buchstaben nicht ganz in der Reihe, wie sie in seinem Namen stehen,

folgen liess.]

[Footnote 64: 55, 17. _=alter greiser jungling=_. So genannt, weil er in

Christus sich erneute; ›sein graues Haar, sein weisser Bart wurden

braun‹. s. W. Grimm Konrads goldene Schmiede Einleitung S. XXIX, 17 ff.

›Daher ist er auch _altherre und juncherre_ zugleich‹ (ebd.). Vgl. noch

Walther 24, 26.]

[Footnote 65: 55, 19. _=O liecht=_. Vgl. g. sm. XLVIII, 19 und XXXVIII,

34.]

[Footnote 66: 56, 1. Genes. I, 3.]

[Footnote 67: 56, 8. _=hantbeschauer=_. _beschauern_ nach dem Wb. der

Brüder Grimm I. 1548 ›_tueri, tegere_‹. Hier wird auch verglichen

_schauer_ ›Obdach‹. Sonach hiesse _hantbeschauer_ ›Schützer mit der

Hand‹.]

[Footnote 68: 56, 12. Vgl. R. Köhler Germ. VIII, 304: ›Die Ungleichheit

der menschlichen Gesichter‹. Martin.]

[Footnote 69: 56, 17. _=Ewige lucern.=_ S. g. sm. XXXIX, 5.]

[Footnote 70: 57, 2. _=essemeister=_ eigtl. Metallarbeiter, dann wol

Verfertiger, Schaffer überhaupt?]

[Footnote 71: 57, 22. _=jeger, dem alle spur unverborgen sein=_. S. g.

sm. XXXIII, 5, wo auch auf bildliche Darstellungen dieses Gleichnisses

auf Kirchengemälden hingewiesen wird.]

[Footnote 72: ›Nirgend aber erscheint der Tod als gänzlich entfleischtes

Gerippe: so stellt man ihn erst seit dem 16. Jh. dar; überall nur als

eingefallene zusammengeschrumpfte Leiche, nicht mit nackt daliegenden,

nur mit stärker hervortretenden Knochen. Das war im Mittelalter

allgemeiner Gebrauch: er hatte seinen Vorgang in der spätern Kunst der

Griechen und Römer.‹ s. W. Wackernagel kl. Schr. I, 325 u. Anm.]

[Footnote 73: Ueber diese Stelle sehe man die Anmerkung hiezu.]

[Footnote 74: Dieser Name ist mit Bestimmtheit zu errathen. Der Tod sagt

nämlich, er habe schon lange nichts in Böhmen zu thun gehabt, ausser

unlängst in einer festen hübschen Stadt, auf einem Berge gelegen, die

vier Buchstaben habe: der 18. im Alphabet, der 1., der 3. und der 23.

Dies ergibt Sacz.]

[Footnote 75: Hier wie im Folgenden sehe man die Anmerkungen zu den

betreffenden Stellen.]

[Footnote 76: ›Der Ackermann aus Böheim. Gespräch zwischen einem Wittwer

und dem Tode. Erneuet durch Friedr. Heinr. von der Hagen. Frankfurt a.

M. 1824‹. Er hat das Werk nach der Gottsched’schen Abschrift des Druckes

_a_ herausgegeben.]

[Footnote 77: Eusebi Chronicorum libri duo ed. Alfred Schoene Berlin

1875. Die Stellen sind in der Uebersetzung des Hieronymus angeführt.]

[Footnote 78: Im Alterthume gebrauchte diese Zählungsweise, offenbar

durch Eusebius veranlasst, Orosius in seiner Weltgeschichte. In dem

Schlussworte (l. VII, C. 43) sagt er: ›_explicui adiuvante Christo

secundum tuum praeceptum, beatissime pater Augustine, ab initio mundi

usque in praesentem diem, h. e. per annos MMMMMDCXVII, cupiditates et

punitiones hominum peccatorum...._‹]

[Footnote 79: So ist wol die dort angeführte Stelle zu verstehen: ›_Alse

ene langhe tyt, alse wol vyf dusent iaer unde twe hondert iar min_,

[nach Prof. Martin: _min I = een_] _dat dat mynschelike gheslechte

vnsalichlike nedderlach_‹.]

[Footnote 80: G. Geschichte der deutschen Dichtung II^5, 357.]

[Footnote 81: W. W. kl. Sch. I S. 314 in der Abhandlung ›der

Todtentanz‹.]

[Footnote 82: s. Anmerkungen.]

[Footnote 83: In der Einleitung zu seiner Ausgabe S. XI f. Die Ansicht

v. d. H., dass die Schreiber den Ackermann und Belial gerne neben

einander anführen, bestätigt sich auch hier: in der Stuttg. Hs. _A_

folgt der Belial auf den Ackermann.]

[Footnote 84: D. h. Der Kläger und das Unglück.]

[Footnote 85: D. h. Ich bin ein Weber von gelehrtem Stande, kann ohne

Holz, ohne Rahmen und ohne Eisen weben.]

[Footnote 86: Die Ueberschrift ist hier wie oben bei Hanka citiert.]

[Footnote 87: D. h. Ach ach hört, ach ach Weh, ach Gewalt, ach über

dich, du schrecklicher und grimmiger Vertilger aller Erde, schädlichen

Schädiger aller Welt, unverschämter Mörder aller guten Leute.]

[Footnote 88: Im Texte aber steht: ›Und dies geschah von uns in dem

Jahre vor der Verbrennung dieser Stadt, etwa im dritten Monate und dann

seit Erschaffung der Welt, als man zählte 5000 Jahre und dann im

einhundert und siebenundsechzigsten‹.]

[Footnote 89: Tkadlec = Weber, Tkadleček ist das Deminutivum davon.]

[Footnote 90: Diese Zeitangabe ist unrichtig. Man sehe darüber weiter

unten.]

[Footnote 91: Pernikářka = Lebzeltnerin.]

[Footnote 92: Dass die Abfassung des Werkes nicht lange nach dieser

Trennung anzusetzen sei, ergibt sich aus den Worten I, 13: ›ausser dass

wir =jetzt unlängst= in Gräz an der Elbe, in dieser umwallten Stadt in

Böhmen nach unserer Macht und unserem Stande zwei junge Leute, an Jahren

einander fast gleich, die mit einander seit einigen Jahren gut und

ehrbar lebten, trennten‹. (Die erste Zahl bei Citaten aus dem

tschechischen Werke bedeutet den Theil, die zweite die Seite.)]

[Footnote 93: I, 24 heisst es: ›Weshalb willst du denn glücklicher sein,

damit wir dich mehr ehren, als den Kaiser Julius oder den König

Alexander (=oder den guten, wahrhaft guten Kaiser Karl, in der Zeit

böhmischen König=), die trotz ihrer Macht unserem Netze und unserer

Anfechtung dennoch nicht entgehen konnten‹.]

[Footnote 94: Diese starb aber schon 1336.]

[Footnote 95: Die Stelle ist unrichtig angegeben: s. o. S. 113.]

[Footnote 96: I, 86 theilt nämlich der tschechische Verfasser das

Lebensalter eines Menschen in fünf Theile: 1. die Kindheit (infantia),

die bis zum siebenten Jahre reiche, 2. die Knabenzeit (pueritia) bis zum

vierzehnten Jahre, 3. das Jünglingsalter (adolescentia) bis zum

vierundzwanzigsten Jahre, 4. das Mannesalter (aetas virilis) bis zum

fünfzigsten Jahre. In diesem befinde sich noch eine Unterabtheilung: Das

junge Mannesalter (iuventus). 5. Das Greisenalter (decrepitus) bis zum

achtzigsten Jahre. Die drei ersten Lebensalter habe er schon

zurückgelegt, die beiden andern harren noch seiner. Mithin befand er

sich an der Scheidegränze des Jünglings- und Mannesalters. I, 91 führt

der Verfasser noch eine zweite übliche Eintheilung des menschlichen

Lebens an: die Dreitheilung in Jugend-, Mannes- und Greisenalter. Er

befinde sich noch im Jugendalter, könne aber mit jedem Tage schon in das

Mannesalter eintreten. [Diese Eintheilung ist wol geschöpft aus

Aristoteles Rhetorik C. XII ff.] Dasselbe Alter von etwa 24 Jahren nimmt

auch Gebauer an, s. o. S. 109.]

[Footnote 97: Als Beweis will ich einzelne Capitelanfänge neben einander

stellen:

Anfang von C. II im deutschen |

Werke lautet | im tschechischen Werke:

|

›=_Hort, hort, hort, new | ›Hara! Hara, ei hör, hör, hör

wunder! Grausam und ungehorte | diese neuen Reden! ei hör, hör

taiding vechten | dieses Fluchen, dieses unbekannte

uns an. Von wem die komen, | Schmähen, das uns in so roher

das ist uns zumale | Weise zu Theil wird, merke die

fremde..._=‹ | Drohung, merke das Schmähen,

| merke die schändlichen Vorwürfe!

| Woher das sei, höre es immer und

C. III: | höre es zu Ende, was uns anficht...‹

|

›=_Ich bins genant ein | ›Ich bin ein Weber gelehrten

ackerman, von vogelwait | Standes, kann ohne Holz, ohne

ist mein pflug..._=‹ | Rahmen und ohne Eisen weben.

| Mein Schiffchen, mit dem ich

Cap. IV: | anzettele, ist aus Vogelwolle...‹

|

›=_Wunder nimpt uns | ›Uns darüber wundernd Tag für

sollicher ungehorter anfechtung, | Tag, als wir die Rede hörten,

die uns nie mer hat | können wir uns dennoch von Stunde

begeint. Bistu ein ackerman | zu Stunde nicht genug wundern,

wonend im Beheimlande, | und nachdem wir uns lange darüber

so tunket..._=‹ | gewundert, sind uns wunderbar,

| sehr wunderbar diese sonderlichen,

| ungehörten Angriffe und solch

| verschiedenartige Reden, in denen du

| uns, wie wir sehen, für so gering

| hältst. Und bist du denn auch, wie

| du sagst, der Weber aus gelehrtem

| Stande, verständigem Stande,

| hervorragendem Range?...‹

In dieser Weise entsprechen sich auch noch im Folgenden die Capitel V

bis incl. X; zu den Capiteln XI bis XV des tschechischen Werkes finden

wir dann nach Ueberspringung zweier Capitel des deutschen Werkes (XI u.

XII) die entsprechenden Gegenstücke in den Capiteln XIV-XVII des

Ackermanns. C. XVI im Tkadleček tritt als letzter Abschnitt hinzu,

grösstentheils wieder nur aus leeren Reflexionen bestehend, ohne in

irgend einer Weise einen passenden Schluss zu bilden.]

[Footnote 98: Diese Behauptung lässt sich sogar ziffermässig

constatieren. In der Hankaschen Ausgabe, in der die Seiten der einzelnen

Blätter ziemlich gleich viel Zeilen enthalten, nimmt C. I 2½ Seiten ein,

C. II 5½, C. III 2, C. IV 5, C. V 5, C. VI 7, C. VII 9, C. VIII 9, C. IX

18, C. X 31½, C. XI 9, C. XII 32, C. XIII 6, C. XIV 12, C. XV 14 und C.

XVI 33 Seiten. In den mit geraden Ziffern bezeichneten Capiteln spricht

das Unglück, dem jene gelehrten Excurse meist in den Mund gelegt

werden.]

[Footnote 99: Man vergleiche das Urtheil Sabinas S. 105 und fg.]

[Footnote 100: So citiert er ein Werk des Sokrates ݟber die Natur des

Menschen‹ (I, 68 und I, 96), ferner beruft er sich auf Philosophen,

deren Existenz wol schwerlich wird nachgewiesen werden können:

Anastotsus (II, 10 vielleicht Aristoteles?), Faliscenes (I, 22), Phapho

(I, 30). I, 65 citiert er eine Stelle aus Horaz, die sich in dessen

Werken entschieden nicht findet. ›Schon sehen, hören und merken wir‹,

heisst es dort, ›an deiner Rede, dass du mit deinem gelehrten Sinne

nicht aus dem Brunnen getrunken hast, wie jene sieben heidnischen

Göttinnen gethan haben, von denen der heidnische Meister Oracius

erzählt‹. Aehnlich legt er I, 26 dem Job Worte in den Mund, die sich

vielmehr in der Apocal. XIV, 13 finden. Das Streben des tschechischen

Verfassers, sich möglichst gelehrten Anstrich zu geben, zeigt sich

deutlich II, 24 (s. darüber unten S. 125) und II, 54 (s. unten S. 130).]

[Footnote 101: Λέγε δή μοι καὶ σύ, ἔφη, οὕτω περὶ ζωῆς καὶ θανάτου. οὐκ

ἐναντίον μὲν φῂς τῷ ζῆν τὸ τεθνάναι εἶναι; Ἔγωγε. Γίγνεσθαι δέ ἐξ

ἀλλήλων; Ναί. Ἐξ οὖν τοῦ ζῶντος τί τὸ γιγνόμενον; Τὸ τεθνηκός, ἔφη. Τί

δέ, ἦ δ᾽ ὅς, ἐκ τοῦ τεθνεῶτος; Ἀναγκαῖον, ἔφη, ὁμολογεῖν ὅτι τὸ ζῶν. Ἐκ

τῶν τεθνεώτων ἄρα, ὦ κέβης, τὰ ζῶντά τε καὶ οἱ ζῶντες γίγνονται;

Φαίνεται, ἔφη.]

[Footnote 102: Hier steht das Wort ›_stola_‹, das jedoch Jungmann im

Lexic. nicht erklären kann. Es ist hier jedenfalls eine Blume gemeint.]

[Footnote 103: s. Wackernagel a. a. O.]

[Footnote 104: Hier steht das Wort ›_ossiwkem_‹. Auch von Jungmann nicht

erklärt. s. Lexic. II. 1006.]

[Footnote 105: s. Anmerk. zu obiger Stelle.]

[Footnote 106: Entspricht im Deutschen ebenfalls dem C. X, welches man

vergleichen wolle.]

End of Project Gutenberg's Der Ackermann aus Böhmen, by Johannes von Tepl

Der Ackermann aus Böhmen · 第 13 / 13 段