27. September.

Meine liebe Warwara Alexejewna!

Ihre Aufträge habe ich alle gewissenhaft ausgeführt. Madame Chiffon

sagte, daß sie auch schon an Tamburinstickerei gedacht habe: das sei

vornehmer, sagte sie, oder was sie da sagte – ich habe es nicht ganz

begriffen, aber es war so etwas. Ja und dann, Sie hatten dort etwas von

einer Falbel geschrieben, da sprach sie denn auch von dieser Falbel. Nur

habe ich, mein Kind, leider vergessen, was sie mir von der Falbel sagte.

Ich weiß nur noch, daß sie sehr viel über diese Falbel zu sagen hatte.

Solch ein schändliches Weib! Was war es doch? Nun, sie wird es Ihnen

heute noch alles selbst sagen. Ich bin nämlich, mein Kind, ich bin

nämlich ganz wirr im Kopfe. Heute bin ich auch nicht in den Dienst

gegangen. Nur ängstigen Sie sich, meine Liebe, ganz unnötigerweise. Für

Ihre Ruhe und Zufriedenheit bin ich bereit, in alle Läden Petersburgs zu

laufen. Sie schreiben, daß Sie sich fürchten, in die Zukunft zu blicken,

oder an sie auch nur zu denken. Aber heute um sieben werden Sie doch

alles erfahren. Madame Chiffon wird selbst zu Ihnen kommen. – Also

verzweifeln Sie deshalb nicht. Hoffen Sie, Kind, vielleicht wird sich

doch noch alles zum besten wenden. Nun ja, aber da ist nun wieder diese

verwünschte Falbel, die kommt mir nicht aus dem Sinn, das geht nur so –

Falbel, Falbel, Falbel! ...

Ich würde auf ein Augenblickchen zu Ihnen kommen, mein Engelchen, würde

unbedingt auf ein Weilchen vorsprechen, ich habe mich auch schon zweimal

Ihrer Tür genähert, aber Bükoff, das heißt, ich wollte sagen, Herr

Bükoff ist immer so böse, und da ist es wohl nicht gerade angebracht ...

Nicht wahr? ...

Ihr

Makar Djewuschkin.

Sämtliche Werke 14 · 第 72 / 102 题