Warwara Alexejewna, mein Kindchen!
Ich schäme mich, mein Sternchen, ich schäme mich. Doch übrigens,
Liebling, was ist denn dabei so Besonderes? Warum soll man nicht sein
Herz etwas erleichtern? Sieh: ich denke dann nicht mehr an meine
Stiefelsohlen – eine Sohle ist doch nichts und bleibt ewig nur eine
einfache, gemeine, schmutzige Stiefelsohle. Und auch Stiefel sind
nichts! Sind doch die griechischen Weisen ohne Stiefel gegangen, wozu
also soll sich unsereiner mit einem so nichtswürdigen Gegenstande
abgeben? Warum mich deshalb gleich beleidigen und verachten? Ach, Kind,
mein Kind, da haben Sie nun etwas gefunden, das Sie mir schreiben
können! – Der Fedora aber sagen Sie, daß sie ein närrisches,
unzurechnungsfähiges Weib ist, mit allerlei Schrullen im Kopf, und zum
Überfluß auch noch dumm, unsagbar dumm! Was aber meine grauen Haare
betrifft, so täuschen Sie sich auch darin, meine Gute, denn ich bin noch
lange nicht so ein Alter, wie Sie denken.
Jemeljä läßt Sie grüßen. Sie schreiben, Sie hätten sich gegrämt und
hätten geweint, und ich schreibe Ihnen, daß auch ich mich gegrämt habe
und weine. Zum Schluß aber wünsche ich Ihnen Gesundheit und Wohlergehen,
und was mich betrifft, so bin ich gleichfalls gesund und wohl und
verbleibe mit besten Grüßen, mein Engelchen, Ihr Freund
Makar Djewuschkin.