1. Juni.

Bester Makar Alexejewitsch!

Ich möchte Ihnen so gern etwas zu Liebe tun, um Ihnen meinen Dank für

Ihre Mühen und die Opfer, die Sie mir gebracht, zu bezeigen, darum habe

ich mich entschlossen, aus meiner Kommode mein altes Heft

hervorzusuchen, das ich Ihnen hiermit zusende. Ich begann diese

Aufzeichnungen noch in der glücklichen Zeit meines Lebens. Sie haben

mich so oft mit Anteil nach meinem früheren Leben gefragt und mich

gebeten, Ihnen von meiner Mutter, von Pokrowskij, von meinem Aufenthalt

bei Anna Fedorowna und schließlich von meinen letzten Erlebnissen zu

erzählen, und Sie äußerten so lebhaft den Wunsch, dieses Heft einmal zu

lesen, in dem ich – Gott weiß wozu – einiges aus meinem Leben erzählt

habe, daß ich glaube, Ihnen mit der Zusendung dieses Heftes eine Freude

zu bereiten. Mich aber hat es traurig gemacht, als ich es jetzt

durchlas. Es scheint mir, daß ich seit dem Augenblick, in dem ich die

letzte Zeile dieser Aufzeichnungen schrieb, noch einmal so alt geworden

bin, als ich war, zweimal so alt! Ich habe das Ganze zu verschiedenen

Zeiten niedergeschrieben. Leben Sie wohl, Makar Alexejewitsch! Ich habe

jetzt oft schreckliche Langeweile und nachts quält mich meine

Schlaflosigkeit. Ein höchst langweiliges Genesen!

Sämtliche Werke 14 · 第 19 / 102 题