Nachmittag mit einem der liebenswürdigen Herren vom Lloyd na

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DALMATINISCHE

REISE

VON

HERMANN

BAHR

[Illustration]

S·FISCHER·VERLAG·BERLIN·1909

_DRITTE AUFLAGE_

Umschlag und Einband von Professor Emil Orlik.

Alle Rechte, insbesondere das der Übersetzung, vorbehalten.

Copyright 1909 by S. Fischer, Verlag, Berlin.

Die Abbildungen verdankt der Verfasser der Güte des

Ingenieurs Meitner in Salona, sowie der Kunstanstalt

Stengel in Dresden, die geplanten eigenen Aufnahmen

sind von der Ragusäischen Polizeibehörde verhindert

worden.

DALMATINISCHE REISE

1.

Jetzt kommt es wieder! Immer um diese Zeit. Wenn der Februar sich in den

kahlen Ästen dehnt.

Oft um Weihnachten schon geschieht es mir, daß ich, auf dem Semmering

vom Doppelreiter zum Wolfsbergkogel rodelnd, plötzlich das Meer sehe,

das blaue Meer. Nur einen Moment lang. Der Wind schneit mich an,

die Nadeln zergehen, mich wässert in den Augen; und indem ich sie

schließen muß, begibt es sich, daß ich das blaue Meer sehe. Die

Lider, fest vor dem stechenden Schnee zugepreßt, lassen mich das

blaue Meer sehen. Nur einen Moment lang. Schon bin ich wieder wach und

erblicke den Eselstein, drüben vor mir, im wogenden Grau. Das blaue

Meer haben mir bloß meine Lider vorgeträumt. Nur einen Moment lang.

Aber diesen war es in mir da. Und mitten im neblichten Dampf und

stachligen Schnee weiß ich jetzt plötzlich wieder, daß irgendwo

das blaue Meer ist. Und während ich dann, von der Station den weich

verschneiten Berg hinauf, schnaufend meine Rodel schleppe, sagt alles

in mir: Blau, blau, blau! Das ist mir wie ein magisches Wort, das

alle Sehnsucht stillen kann. Und abends dann, im winterlichen Behagen

frottierter Füße in frischen Strümpfen, wenn im Kamin die großen

Scheite krachen und ihre roten Zungen zeigen, verfolgt es mich. Immer

mit denselben beiden Bildern: ich sehe mich in Mattuglie aus dem Zug

steigen und vor mir liegt in der Sonne das blaue Meer da, bis zur Insel

Cherso hin; oder ich bin über San Giacomo, auf der weißen Straße

nach Trebinje, und unten ist das blaue Meer und drüben das immergrüne

Lakroma und dann wieder das blaue Meer und überall das blaue Meer,

jauchzend in der Sonne. Immer diese zwei Bilder sind dann bei mir, zum

Greifen leibhaft vor mir da. Bis ein großes Scheit prasselnd einbricht

und mich aufschreckt: das Gesicht zerrinnt, zum Fenster sehen die

stillen alten Fichten herein, in ihren weißen Mänteln.

Und in der hellen Winterslust wird es wieder vergessen. Wochenlang. Aber

wenn dann im Februar plötzlich manchmal nachts ein warmer Wind über

den Acker fliegt, daß man aus dem Schlaf ans Fenster fährt, als hätte

drunten im Garten das Glück gerufen, das Glück selbst mit seiner

wilden Stimme, wie mit Peitschenknall, wenn das bange Stöhnen in den

nackten Ästen ist, wenn die Wolken, wie tolles Vieh, in Angst und

Entsetzen durcheinander rennen, dann kann ich nicht mehr, dann weiß ich

sonst gar nichts mehr, dann bin ich überall bis an den Rand von Gier

voll, Gier nach dem Meer, nach unserem blauen Meer in der Sonne.

Immer um diese Zeit. Wenn man am Zittern der kahlen Äste merkt, daß

schon das Blut in ihnen schlägt.

Und dann steht wieder jene Zeit in mir auf, jene dunkle Zeit vor fünf

Jahren. Da war ich am Tode, die Kraft entsank meinem Herzen. Der Arzt

schickte mich nach einer Anstalt am Bodensee. Ganz einsam saß ich

dort, in Erwartung. Schnee. Sturm. Nebel. Und kein Atem. Und die Furcht.

Damals habe ich das Wort Trübsinnig verstehen lernen. Und Schleimsuppe.

Und kein Mensch. Vita minima, innen und außen. Und kein Schlaf. Da saß

ich und sah dem Nebel zu. Mein Kopf sah zu, mein Kopf lebte noch; sonst

war ich abgestorben. Einmal las ich damals, Konrad Ferdinand Meyer

habe von seiner Mutter gesagt, sie sei »heiteren Geistes, traurigen

Herzens« gewesen. Dies traf mich so, daß es mir geblieben ist. Es war

wie von mir gesagt. Traurig hatte ich das Herz, den heiteren Geist

focht es nicht an. Ich las den ganzen Tag. Um abends kein Wort davon zu

wissen. Ich konnte zuletzt nicht mehr durch das Zimmer gehen. Da sagte

der Geist zu mir: Das blaue Meer! Und der Geist gebot mir zu fliehen.

Ich gehorchte. Ich fürchtete den Tod gar nicht mehr. Nur voll Angst war

ich, das blaue Meer nicht mehr zu sehen. Das blaue Meer noch einmal zu

sehen war alles, was ich wußte. Das hatte ich noch zu tun. Dann war's

gut. Dann meinetwegen --.

So floh ich. Ich erinnere mich noch an den merkwürdigen Abend im

Inselhotel in Konstanz. An diesem Tag war der Frühling angekommen. Der

See glänzte, weiß flog sein Schaum auf. Das Inselhotel ist ein altes

Kloster, Dominikaner haben hier gehaust. Ich war der einzige Gast. Da

saß ich, ließ mir Rheinwein bringen und rauchte große Zigarren. Ich

fand, daß alles, was es auf der Erde gibt, wunderschön ist; und als

hätte ich das noch gar nicht gewußt, sondern eben jetzt erst entdeckt.

Und ich dachte mir, daß kein Mensch sterben kann, so lange er noch mit

seinen Augen sieht, wie schön die Welt ist; er darf nur die Augen nicht

sinken lassen. Da hörte mein Herz auf, so traurig zu sein. Am anderen

Morgen mußte ich früh heraus. Noch war die Nacht übrig, als ich zum

Schiff ging. In Geheimnissen standen die Bäume des Stadtgartens,

die Umrisse der alten Häuser. Nun hatte ich im Hafen zu warten. Der

Horizont war wie ein großer schwarzer Ring. Gaslicht, elektrisches

daneben, grünes und rotes an schwanken Schiffen und an der Bahn, durch

weißen Nebel glühend. Die Uhr der Station und noch eine andere Uhr

am Ufer wie zwei große böse Monde. Und der stille Morgenstern. Und

plötzlich ein Blitz, erst violett, dann rot, die Sonne kommt, die Nebel

fallen, es lacht der Tag. Da fuhr ich über den hellen See.

Nach vierundzwanzig Stunden war ich in Mattuglie. Da lag das blaue Meer

vor mir, bis zur Insel Cherso hin. Zwei Wochen später bin ich nach

Athen gefahren. Auf der Akropolis saß ich, vor dem kleinen Tempel der

Nike, Schwärme von Veilchen schienen im Meer zu schwimmen. Da fragte

ich mein Herz. Froh war es.

Und immer, seitdem, wenn es im Norden und Nebel verzagen will, zupft es

mich und verlangt hinab, an das blaue Meer, zur Sonne. Immer um diese

Zeit, wenn aus nackten braunen Schollen das Erwachen dampft.

* * * * *

Damals, vor fünf Jahren, ist mein ganzes Leben anders worden. Denn ich

weiß jetzt, daß der Mensch durch den Geist und vom Willen aus eine

viel größere Macht über Leiden hat, als wir glauben. Meine Wiederkehr

zum Leben ist damals durch das Gemüt geschehen. Ich habe mich

entschlossen, nicht zu sterben: anders kann ich es nicht sagen. Die

Ärzte nannten es ein Wunder. Ich habe seitdem ein fast unverschämtes

Vertrauen zur inneren Heilkraft. Es kommt in der Not nur darauf an,

sie zu finden. Sie scheint sich dann zu verkriechen; fast hat man

das Gefühl, als wäre sie faul; sie will nicht, sie hat Scheu, sich

herzugeben. Und ich finde sie nur am Meer. Vielleicht ist das ein

Aberglaube. Immer aber, wenn ich unfähig bin, meinen Willen zum Leben

zu wecken, treibt es mich seitdem ans Meer. Da springt er auf und ist

bereit.

Ein rechter Heliotrop bin ich. Zur Sonne muß ich mich wenden. So viel

Sonne scheint, so viel Kraft wird mir. Das zieht mich jedes Jahr nun

wieder ins Sonnenland, nach Dalmatien. Wie eine Wallfahrt ist es, um von

Angst und Trübsal in Licht und Wärme zu genesen.

Nun ist aber Dalmatien nicht bloß ein Sonnenland, Märchenland,

Zauberland, sondern nebenbei auch noch eine Provinz der

österreichisch-ungarischen Monarchie. Es kommen fast keine Fremden

hin, und die paar Fremden, die kommen, verstehen die Sprache nicht und

verkehren mit den Leuten nicht. In anderen Provinzen glaubt Österreich

zuweilen den Fremden ein bißchen Europa vorspielen zu müssen. Hier

hat es das nicht nötig. Hier kann es sich noch unverdorben zeigen. Hier

steht es nackt da, wie im Paradiese.

Und darum ist mir diese Fahrt, jedes Jahr, wenn ich dem Winter

entfliehe, immer auch eine Wallfahrt zum alten Österreich. Die Bora

bläst mir meine Kraft wieder auf und ich lerne wieder ein bißchen

Österreichisch. Es kann beides nicht schaden.

2.

Auf dem Südbahnhof. Eine Wirrnis sportlich vermummter Jugend, die auf

den Semmering fährt. Der Winter ist jetzt Mode worden. Oder wenigstens

das Winterkleid. Vergleicht man Wiener mit Berlinern oder gar

Engländern, die zum Rodeln gerüstet sind, so zeigt es sich, daß diese

nur nach dem Zweckmäßigen, nach dem Sachlichen trachten und ihren

Stolz darin haben, sachverständig auszusehen, während der Wiener

ein Kostüm will, das malerisch wirken soll; mit allem, was er treibt,

treibt er sein Spiel. Ist es gar noch ein jüdischer Wiener, so trägt

er die Skier wie Orden, bis zu Tränen gerührt, zu den Sportfähigen zu

gehören, als ob es eine der jüdischen Nation verliehene Auszeichnung

wäre, eine Annäherung an den Baron; dafür will er gern die rauhe Hand

des Winters leiden.

Im Kupee. Warum kauft sich der reisende Mensch acht Zeitungen? Er

könnte für denselben Preis bei Reclam Goethes Briefwechsel mit Zelter

haben. Warum liest er lieber achtmal dieselben Nachrichten? Es scheint

ihm ein Lesen erwünscht, das bloß mit den Augen geschieht, das Hirn

aber freiläßt, das also den Geist gleichsam bloß hinzuhalten, damit

er Ruhe gibt, und die Gedanken von ihm abzuhalten hat. Vielleicht

geschieht es aber auch nur deshalb, weil er die Zeitungen auf der Bahn

kriegt, und den Zelter nicht. An den Zeitungen verdient der Händler,

mit dem Zelter nicht. Warum findet sich niemand, der, um der

Volksbildung willen, von der man so viel spricht, in den Stationen

den Reclam und die gelben Kosmosbücheln auslegt? Weil es allen diesen

Leuten immer nur darum zu tun ist, von den Dingen und über die Dinge zu

sprechen, keinem aber, sie zu tun.

Da erscheint, hoch oben im Schnee, die Kirche von Maria-Schutz. In

solcher Schönheit steht sie leuchtend dort, daß mir ist, als hätte

ich sie so noch nie gesehen! Ich muß aber lachen, denn ich erinnere

mich, daß mir noch jedesmal immer wieder ist, als hätte ich sie so

noch nie gesehen. Seltsam: wir haben kein Gedächtnis für Eindrücke,

wir bewahren sie nicht wirklich auf. Wir täuschen uns, wenn wir uns zu

erinnern glauben. Wir erinnern uns nur, daß einmal ein Erlebnis da war.

Es selbst aber verläßt uns. Kommt es wieder, so können wir es kaum

erkennen. Immer ist es wieder wie zum erstenmal. Immer wieder, wenn im

Fidelio im zweiten Akt die Hörner rufen und ihr Licht den schwarzen

Kerker sprengt, wenn ich den Wilhelm Meister lese, wenn Kainz spricht,

wenn der Mildenburg schmerzensreiche Stimme tönt, wenn ich einen Klimt

sehe, wenn ich wieder vom Semmeringer blauen Haus in Fichten die Rax

erblicke, wenn ich wieder über San Giacomo auf der weißen Straße

mit den Agaven bin, ist mir immer wieder: Nein, ich hab's ja noch nie

gewußt, jetzt ist es zum erstenmal, jetzt weiß ich es erst und kann's

nie mehr vergessen! Und so glaubt man es jetzt erst zu haben und jetzt

bei sich zu halten, für alle Zeit, und glaubt, daß es nun nie mehr

vergehen kann, und doch vergeht es wieder und verlischt, und es ist nur

ein grauer Schatten, der davon in der Seele kauern bleibt.

Triest. Ein prachtvolles Automobil bringt den Gast in ein elendes Hotel.

Triest hat nämlich noch immer kein Hotel, das halbwegs den Gewohnheiten

eines Europäers entsprechen könnte. Wien ja schließlich auch nicht.

Die Wiener sind sehr bös, wenn man sagt, daß sie kein Hotel und kein

Fuhrwerk haben. Sie finden es unpatriotisch, das zu sagen. Ich finde es

unpatriotisch, keins zu haben. Ich fragte neulich einen: Also wo habt

ihr denn ein Hotel wie das Adlon in Berlin, wo denn? Er antwortete mir,

zornig: Aufgewachsen sind Sie im Adlon! Ich erwiderte: Nein, es handelt

sich aber auch nicht um mich, sondern um die Fremden, die sind es nun

einmal gewohnt, europäisch zu wohnen, und da sie das in Wien nicht

können, reisen sie wieder ab. Er sagte: Sollen die Fremden zuerst

kommen, dann wird man ja sehen. Ich sagte: Die Fremden wollen aber

zuerst sehen, dann werden sie kommen. -- Es ist immer derselbe Streit.

Der Fremde soll es sich erst durch Fleiß und Ausdauer verdienen, dann

wird man ihn belohnen. Wien ist darin der richtige Vorort von Istrien

und Dalmatien. -- Das sind so österreichische Sachen, die niemand

erklären kann. Warum gibt es europäische Hotels in Karlsbad, in

Franzensbad, in Marienbad, in Salzburg und überall in Tirol? Und warum

gibt es keine in Wien, in Triest, in Pola, in Fiume und in Dalmatien?

Man könnte doch einfach die Herren Pupp, Jung und Christomanos von

Staatswegen in die anderen Provinzen importieren.

Merkwürdig ist Triest. Die schönste Landschaft. Schöner als Neapel.

Aber gar keine Stadt. Man hat das Gefühl, hier überhaupt nirgends zu

sein. Es kommt einem vor, als bewege man sich im Wesenlosen. Hier

hat sich nämlich der Staat das Problem gestellt, einer Stadt ihren

Charakter vorzuenthalten. Natürlich geht das nicht, es ist doch eine

italienische Stadt. Aber sie darf nicht. Daher der Unwille, den man

überall an ihr spürt. Es ist eine Stadt, die eine unwillige Existenz

führt. Was sie ist, soll sie nicht sein, und gegen den Schein, zu dem

man sie zwingt, wehrt sie sich. Nun stößt sich aber der Staat damit

selbst vor den Kopf. Er braucht die Stadt. Er braucht sie stark und

groß. Doch Kraft und Größe lassen sich nicht verordnen. Der Staat

tut alles, um die Stadt zu verkrüppeln, und wundert sich dann, wenn sie

nicht wächst. Auf jede Forderung der Stadt antwortet er: Werdet zuerst

Patrioten, dann wird man etwas für euch tun! Während sich die Leute

natürlich denken; Tut erst etwas, wofür es sich lohnt Patrioten zu

sein! Es ist genau dieselbe Geschichte wie mit den Wiener Hotels und den

Fremden.

[Illustration: _Bei Zara._]

Der Staat fragt die Triestiner in einem fort: Warum seid ihr nicht

patriotisch? Und die Triestiner fragen in einem fort: Warum sollten wir

patriotisch sein? Es weiß nämlich bei uns niemand, was ein Patriot

ist. Ein Patriot ist, wer sich unter einer Regierung so wohl fühlt,

daß er sie durchaus mit keiner anderen vertauschen möchte, aus Angst,

dabei zu verlieren. Weshalb auch eigentlich tief in jedem Menschen der

Wunsch ruht, ein Patriot sein zu können. Dies nicht zu bemerken ist das

System der österreichischen Verwaltung. Es war schon immer so, auch

als wir noch Oberitalien hatten. Es hat sich nicht geändert. Der Staat

traut den Triestinern nicht, die Triestiner trauen dem Staat nicht.

Daraus hat sich mit der Zeit das schöne Verhältnis ergeben, daß

die beiden, der Staat und Triest, sozusagen nicht mehr miteinander

verkehren. Macht aus dieser Stadt, was sie sein könnte, eine starke und

reiche und große Stadt, stärker und reicher und größer als Venedig,

und die nächste Generation wird sagen: Wir wären ja Narren, zu

tauschen! Und warum soll sie nicht italienisch sein? Ihr könnt euch ja

gar nichts besseres wünschen als eine italienische Stadt, die sich in

Österreich wohl fühlt!

Nun sagt jeder Triestiner, wer es auch sei: Wir müssen die italienische

Universität kriegen! Und jeder vernünftige Mensch in Österreich sagt:

Die italienische Universität muß nach Triest! Alle sind einig. Darum

geschieht es nicht. Denn wenn in Österreich alle einig sind, glaubt

man, daß etwas dahinter stecken muß. Und wenn in Österreich jemand

etwas will, glaubt man, daß er eigentlich etwas anderes will; oder doch

aus anderen Gründen, als er sagt. Die Regierung kann sich nicht denken,

daß es in Österreich anständige Menschen gibt.

Die Italiener wollen eine italienische Universität, um ihre Söhne

auszubilden, und sie wollen sie in Triest, weil sie Triest nahe haben

und weil ihre Söhne in fremden Städten unglücklich sind. Nein, sagt

die Regierung: sie wollen sie, um Irredentisten zu züchten! Worauf

zu antworten wäre: Irredentisten züchtet ihr, ihr, weil jeder

österreichische Italiener ein Irredentist sein wird, so lange er sich

in Österreich fremd fühlt, und weil jeder sich in Österreich fremd

fühlen muß, so lange man ihm mißtraut! Die Heimat eines Menschen ist

dort, wo er sich bei sich zu Hause fühlt. Sorgt dafür! Und ferner:

Eine bessere Zucht von Irredentisten als in Wien gibt es gar nicht. In

Wien fühlt sich der italienische Student fremd, er versteht die Sprache

nicht, er ist von Feindschaft umgeben, niemand nimmt sich seiner an,

Heimweh quält ihn, so sitzt er den ganzen Tag mit den anderen im Café

beisammen, um nur doch seine Sprache zu hören, und wenn unter diesen

nun ein einziger ist, den die Not oder die Sehnsucht zum Irredentisten

macht, so sind es nach einem Monat alle; seelische Kontagion nennt man

das. Und endlich: Ihr treibt jeden Italiener aus Österreich hinaus, dem

ihr die Wahl stellt, ein Italiener oder ein Österreicher zu sein! Es

muß ihm möglich werden, als Italiener ein Österreicher zu sein.

Wie denn unser ganzes österreichisches Problem dies ist, daß es uns

möglich werden muß, Österreicher deutscher oder slawischer oder

italienischer Nation zu sein.

3.

Ich gehe zum Lloyd um mein Billet. Sie sind auf diesen Palast sehr

stolz. Er ist 1883 von Ferstl erbaut, in jenem sinnlosen und grundlosen

Ringstraßenstil, der wie eine tote Sprache klingt. Ich habe einen alten

ungarischen Pfarrer gekannt, der eine Vorliebe hatte, lateinisch zu

reden. Gullasch essen und lateinisch reden. Und genau so wirkt dieser

Bau. Und dann bin ich immer traurig, beim Lloyd. Weiß selbst nicht

warum. Seine Kapitäne sind so wunderbare Menschen. Sie fühlen sich als

Italiener, stammen aber fast alle von Kroaten ab, und jene Beweglichkeit

mischt sich seltsam mit dieser Wehmut. Ganz stille verhaltene Menschen

sind es, von einer geduldigen Höflichkeit, unter der eine stumme

Sehnsucht ruht. Ich habe sie sehr gern, aber sie machen mich so traurig.

Warum? Ohne gesprächig zu sein, lassen sie sich doch gern einmal zum

Erzählen verführen und haben dann die lustigsten Geschichten bereit.

Wie oft, bei ruhiger See, wenn wir nach dem Essen abends im Dunkel mit

glühenden Zigarren beisammen saßen, hab ich ihnen gehorcht! Und doch

macht's mich immer traurig. Unter ihren Worten, während der Mund

lacht, ist eine Traurigkeit. Und dann fährt einmal ein Schiff des

Norddeutschen Lloyd oder der Hapag vorbei. Da verstummen sie. Sitzen

still und schauen hin und rauchen. Höchstens, daß einer einmal sagt:

Glauben Sie, wir könnten das nicht auch, was die können? Und dann

kommt's langsam heraus: sie fühlen sich als die besten Seefahrer und

begreifen nicht, warum ihnen die vorkommen, die nordischen! Und da

stehen sie dann nachts auf der Brücke im Wind und denken daran. Wir

können so viel als die! Wir sind nicht schlechter! Warum läßt unser

Lloyd die anderen vor? Das liegt schwer auf ihnen.

Wir sitzen in der Direktion oben beisammen, geraten ins Reden, und ich

sage ihnen das. Euere Leute sind unfroh, weil sie das Gefühl haben, der

Lloyd könnte mehr sein. Warum ist er es nicht? Warum seid ihr so falsch

bescheiden? Warum seid ihr weniger, als ihr könnt? Man ist sehr artig

mit mir, aber nicht ohne jenen leisen Spott, den Fachmenschen für Laien

haben. Ein Fachmensch ist, wer den Apparat im einzelnen kennt. Einen

Laien nennt er jeden, der nicht nach dem Apparat, sondern nach der

Leistung fragt. Der Fachmensch ist zufrieden, wenn der Apparat in

Ordnung ist. Der Laie hätte stets Lust, auch einmal den Apparat zu

wechseln. Man weist mir nach, daß der Apparat in Ordnung ist. Aber ich

frage wieder: Warum seid ihr, nach der Meinung euerer eigenen Leute,

nicht alles, was ihr sein könntet? Man antwortet mir: Weil es sich

nicht rentiert! Und rechnet mir vor, daß wir uns mit den nordischen

Gesellschaften nicht messen können, denn diese haben den amerikanischen

Handel und das Geschäft mit den Auswanderern voraus. Und nun Zahlen,

ganze starre Reihen drohend aufgereckter Zahlen. Zahlen beweisen! Ja,

dem Kaufmann. Seid ihr Kaufleute? Ist die Schiffahrt eines Landes

ein Geschäft? Gehört sie nicht vielmehr zu den moralischen Dingen?

Rentieren sich Armee und Flotte? Rentieren sie sich kaufmännisch? Baut

man eine Bahn nur, wenn bewiesen ist, daß sie sich rentieren muß?

Versteht ihr nicht, daß die Schiffahrt eines Landes ein Ausdruck seiner

Macht und seines Willens ist? Die Schiffahrt kann Geld einbringen.

Aber auch moralische Dinge: Mut, Stolz, Lust kann sie bringen. Und Mut,

Stolz, Lust kreisen dann im Lande, bis zuletzt auch aus ihnen wieder

Geld wird. Freilich sagt der Lloyd mit Recht: Ich bin ein privates

Unternehmen, ich kann nicht mein Geld hergeben, damit es irgendwo

zuletzt zum Gelde eines anderen werde. Er hat recht, aber der Staat

hat unrecht, der nicht einsieht, daß die Schiffahrt ein Brunnen

öffentlicher Energie, des Selbstvertrauens und der Tatenlust sein kann.

Den Schiffen eines Landes sieht man an, ob es ein kleinmütiges oder ein

hochgesinntes Land ist.

Nun ist ja Derschatta Präsident des Lloyd geworden. Noch diesen Monat

soll er antreten. Wird er helfen? Ist er der Mann, das Verzagen der

Routine zu besiegen? Die Kapitäne des Lloyd sind die besten der Welt.

Aber in der Direktion des Lloyd steckt etwas viel Assessorismus. Es

kommt darauf an, den Lloyd nicht von der Kanzlei, sondern von den

Schiffen aus zu leiten. Ein großer Kaufmann mit einem unbändigen

österreichischen Hochmut gehörte her. Wie Bruck einer war (einer von

den paar wirklich Großen in Österreich, der denn dafür auch dann von

der Verleumdung erwürgt worden ist). Hat Derschatta dazu die Kraft? Er

war einst eine österreichische Hoffnung. Ich kannte ihn, zwanzig Jahre

ist es her, ich war damals Freiwilliger, abends ging ich aus der Kaserne

gern ins Spatenbräu, da saß er mit Steinwender. Derschatta, der

Steirer, Steinwender, der Kärntner, Sylvester in Salzburg, Beurle und

der junge Löcker in Linz, die hatten damals das Vertrauen der Jugend.

Von ihnen erwarteten wir die Kraft, das deutsche Bürgertum aufrecht und

selbstvoll zu machen. Vor zwanzig Jahren war das. Sie haben alle viel

erreicht, aber das deutsche Bürgertum nichts. Und merkwürdig ist nur,

wie jeder von ihnen auf einmal aus dem Politischen abschwenkt, um sich

eine Wirksamkeit im Sachlichen zu suchen, gleichsam eine Nische, um

dort seine Tatkraft unterzustellen. Es kommt plötzlich die Leidenschaft

über sie, etwas zu leisten, etwas zu tun. So treten sie aus dem

Politischen aus, denn da scheint ihnen dies unmöglich. Merkwürdiges

Land, wo die besten Politiker, um wirken zu können (wenn sie es nicht

vorziehen, Eigenbrödler oder Sonderlinge zu werden, wie Steinwender),

aus der Politik austreten müssen, vor Angst, sich zu vergeuden, vor

Sehnsucht nach einer Wirklichkeit für ihre Kraft, und wo nur die ganz

unfähigen Politiker sich behaupten können! Die Frage für den Lloyd

ist nun, ob Derschatta bei ihm bloß einfach in Pension gehen will oder

dort ein Gebiet für seine Kraft sucht. Er hat Kraft. Leider aber hat er

auch Verstand, und zwar solchen von der bösen Art, die, mit dem Elend

und der Schmach unserer Verwaltung bekannt, ungläubig, hoffnungslos und

furchtsam macht. Seine ganze Generation hat Österreich aufgegeben.

Sie verzichtet. Jeder will sich nur irgendwie noch zu einer Wirkung im

kleinen retten. Im kleinen fortzuwerkeln; sonst wissen sie sich keinen

Ausweg mehr. Der Lloyd aber hätte einen Phantasten nötig, der an

das Unmögliche glaubt. Denn was bei uns unmöglich scheint, ist das

Wirkliche. Und zu helfen ist uns überall nur durch Romantiker, die man

auf die Wirklichkeit losläßt; das Romantische wird ihnen durch

die Wirklichkeit dann schon ausgetrieben. Und wenn nun Derschatta,

vielleicht, statt der verzichtenden Gescheitheit, vielleicht, die

andere Gescheitheit wählt, eine nämlich, die sich, aus Einsicht ins

Notwendige, zwingt, das Vermessene zu wagen, könnte der Lloyd

wieder hoffen, vielleicht. Er müßte sich nur dann auch abgewöhnen,

verbindlich zu sein. Denn der Lloyd braucht eine rauhe Hand mit einem

starken Besen. Für feine Finger ist diese grobe Arbeit nichts.

Nachmittag mit einem der liebenswürdigen Herren vom Lloyd nach Opcina

hinauf. Wie wir auf der Piazza della Caserma in die Elektrische steigen,

fällt mir drin, unter armen Leuten sitzend, Marktweibern mit großen

Körben und Dienstmädchen in fransigen Tüchern, ein hochgewachsener

stämmiger Herr auf, der mich irgendwie von fern an den bulgarischen

Fürsten erinnert, mit einer Dame, die einmal sehr schön gewesen sein

muß. Ich höre, daß es der Statthalter ist, Prinz Hohenlohe, der

vor einigen Jahren einmal ein paar Wochen Minister war, aber, als ihm

zugemutet wurde, von seiner Meinung und vom Rechten abzustehen, lieber

wieder ging. Seitdem heißt er der rote Prinz; eine Meinung zu haben

gilt ja hier für anarchistisch. Seine Frau ist eine von den drei

Schönborn-Mädeln, in die wir, vor zwanzig Jahren, als Studenten von

weitem alle verliebt waren, in alle drei. Er, fünfundvierzig Jahre alt,

unverbraucht, tätig und tüchtig, sitzt hier im Winkel und wünscht

es sich nicht anders. Wenn in unsere Verwaltung einmal ein anständiger

Mensch gerät, hat er nur den Wunsch, beiseite zu bleiben; keiner

scheint der eigenen Anständigkeit zuzutrauen, daß sie die

landesübliche Gemeinheit überwinden könnte. Er ist hier beliebt, den

Leuten gefällt sein offenes, unverdrossenes Wesen. Auch die bösesten

Italiener mögen ihn. Nur ist es freilich töricht, zu glauben, daß

sie, weil sich einmal ein Statthalter verständig und natürlich

beträgt, nun gleich versöhnt sein müßten. In Wien meint man immer,

alles komme bloß vom bösen Willen der Untertanen her, den es nun

durch Beredsamkeit, wohl auch allerhand Gefälligkeit, zu beschwichtigen

gelte. Die Leute hier aber hätten den besten Willen, so bald es ihr

Interesse wäre. Unsere Regierungen wissen noch immer nicht, daß es das

Interesse ist, das die Menschen regiert. Wo's mir gut geht, oder wo ich

mir einbilde, daß es mir gut gehe, da ist mein Vaterland, hurra! Wo's

mir schlecht geht, an Leib oder Seele, wo mich hungert oder friert,

wo ich nicht froh werden kann, da will ich fort, abbasso! Unsere

Regierungen glauben es mit Orden zu machen, das ist zu idealistisch

gedacht.

[Illustration: _Cattaro_]

Oben, beim Obelisken, als wir den Wagen verlassen, tritt der Prinz auf

mich zu, um mich zu begrüßen. Er ist sehr nett mit mir. Nur haben

Aristokraten, wenn sie mit pöbelhaften Leuten nett sind, bei uns das,

daß sie darüber selbst zu sehr gerührt sind; es treten ihnen über

ihre Herablassung die Tränen in die Augen. Wer weiß übrigens, wie man

selbst an ihrer Stelle wäre! Wir sind ja schließlich in einem Staat,

wo heute noch der Fürst, der Graf ein höheres Wesen ist, nicht

gesetzlich, aber wirklich, der Macht nach. Jedes Gespräch eines Adligen

mit einem Bürger beruht eigentlich also auf einer Fiktion. Beide

fingieren, daß die Rechtsungleichheit ausgelöscht sei. Beide wissen

aber, daß sie das doch eben, um miteinander sprechen zu können, bloß

fingieren. Und das macht beide verlegen. Der Fürst denkt: Ich bin doch

sehr aufgeklärt, ich prügle diesen Bürger nicht, sondern spreche

sogar mit ihm, wie mit einem Menschen! Und der Bürger denkt: Er könnte

mich auch prügeln! Natürlich merkt man das dann der gegenseitigen

Nettigkeit an. Ich glaube nicht, daß ein Lord und ein englischer

Schneider, wenn sie miteinander sprechen, dies denken.

Wir stehen am Obelisken. Unter uns die Stadt, der Hafen mit Schiffen und

Barken, den rauchenden Schlöten und den roten, gelben, braunen Segeln,

das blaue Meer, die gelinde Bucht von Muggia, die grelle Küste bis

Pirano, rechts aber der glitzernde Golf bis zu den Lagunen, weiß

glänzt Grado, weiß der Turm von Aquileja her. Seestrandkiefern, Oliven

und Wein. Hinter uns der Schnee der Karnischen und Julischen Alpen;

der Mangard ragt, der Ternovaner Wald dunkelt, hell sind kleine Dörfer

eingestreut. Rings um uns aber der steinige graue Karst, die Wüste.

Dreihundertvierzig Meter sind wir hoch, das Meer atmet herauf, wie

von Blüten ferner Inseln riecht die Luft, Schneewind springt aus den

Bergen. Eine Alm am Meer. Ich sage: Hier könnten drei Sanatorien,

fünf Hotels, siebenhundert Villen und zehntausend Engländer sein!

Der Statthalter seufzt: Ja, was könnte hier nicht alles sein! Und Sie

müßten erst Istrien kennen! Istrien kennt ja niemand, das ist wie ein

Märchen! Ich sage: Also bauen Sie doch hier, Durchlaucht! Er

antwortet, mit leisem Spott: Es ist ja eigentlich nicht der Beruf der

Statthalterei, Hotels zu bauen.

Ich möchte nur wissen, was eigentlich der Beruf der Statthalterei

ist, wenn es nicht ihr Beruf ist: Hotels zu bauen, Straßen zu bauen,

Brücken zu bauen, Bahnen zu bauen, Schiffe zu bauen, alles zu bauen,

was notwendig ist und was die Leute selbst nicht bauen, weil es ihnen

an Einsicht, an Geld und an Zutrauen fehlt. Der Statthalter sagt:

Was könnte hier nicht alles sein! Wenn er nun nicht der Statthalter,

sondern ein Italiener wäre, so würde er sicher sagen: Was könnte hier

nicht alles sein, wenn wir einen anderen Staat hätten! Und er wäre

somit ein Irredentist.

Ich gehe dann, auf der Höhe, einen wunderschönen einsamen Weg durchs

Gestein, den entzückten Blick auf Miramar und über das schäumende

Meer hin, nach dem weinberühmten Prosecco und von dort nach Barcola

hinab. Auf dem Meer verlischt der Tag, alles ist plötzlich groß und

still geworden, ein ungeheurer Ernst steht auf der grauen Bahn der

verstummten Bucht. Manchmal rollt ein Stein aus den Dolinen los, durch

das ungeheure Schweigen.

Wie heißt der Weg, den wir gehen? Jetzt Stefanieweg, zur Erinnerung an

einen Besuch der Kronprinzessin, aber das Volk nennt ihn immer noch den

Napoleonweg. Napoleon? Ja, Napoleon war einmal in Triest, und dort oben,

wo wir früher gestanden haben, stand auch er einst und sagte, nach

Grignano hinzeigend: Hier gehört ein Weg her, ich will hier einen Weg,

hier will ich gehen, wenn ich wiederkomme! Und der Weg war. Napoleon ist

nicht wiedergekommen. Aber der Weg ist noch immer da. Nur ein bißchen

steinicht und verwahrlost ist er jetzt.

Ich erinnere mich, im Memorial einmal gelesen zu haben, wie Napoleon

von einem Begleiter gefragt wird, warum er ihm denn einst irgendeine

Kommission zugewiesen, von der der Begleiter nichts verstanden.

Nun, antwortet der Cäsar, ist sie dir nicht gelungen? Ja, sagt der

Begleiter, aber ich wundere mich noch heute. Siehst du, sagt Napoleon,

es kommt eben gar nicht darauf an, daß einer eine Sache gelernt hat,

sondern darauf, daß er überhaupt Verstand hat; dem Dummen nutzt es

nichts, sie gelernt zu haben, und der Gescheite hat es gar nicht erst

nötig. -- Napoleon wußte, daß man etwas noch lange nicht kann, wenn

man es kennt. Kenntnisse kann man sich jeden Moment verschaffen, Bücher

und Lehrer sind überall, aber das Können muß man haben. Wir verwenden

»gelernte« Leute, er zog gescheite Leute vor. Worin er dem Hofrat

Burckhard gleicht, der auch gern sagt, daß er sich ein Haus lieber

von einem begabten Schneider als von einem dummen Architekten bauen

und einen Katarrh lieber von einem klugen Briefträger als von einem

albernen Arzt behandeln läßt. Aber unser Land wird durch Fachleute

verheert. Ein Fachmann ist, wer etwas gelernt hat und es nicht versteht.

Nun schreiten wir am Meer, das Wasser gluckst, der Abend schwebt mit

schwarzen Schwingen. Ich denke still bei mir an unser Land, an unsere

Leute. Wenn man sie reden hört, ist immer der andere schuld. Jeder will

das Beste, aber an dem anderen fehlt's. Und jeder will zunächst den

anderen ändern, das scheint ihm das Wichtigste; er kümmert sich um

den anderen viel mehr als um sich selbst. Und wir haben auch eine

merkwürdige Art von Egoismus im Land. Sonst will ein Egoist, daß es

ihm so gut als möglich gehe. Hier nicht. Hier kommt es dem Menschen

weniger darauf an, daß es ihm gut gehe, als darauf, daß es dem anderen

schlecht gehe. Das nennt man den nationalen Kampf. Auch wollen sie

nichts wagen. Sie wollen »sicher« gehen. Lieber ein sicheres Elend als

ein ungewisses Glück. Und dann diese österreichische Todesangst vor

jeder Veränderung, oben und unten. Nur im Gewohnten bleiben! Warten

wir lieber noch ein bissel! Der psychische Apparat scheint schlecht

geschmiert und knarrt, wenn er sich bewegen soll. Wenn man in Wien, um

Licht und Luft zu kriegen, irgendein altes Haus fällen muß, weinen

alle. Und so warten wir immer lieber noch ein bissel. -- Man darf

schließlich auch gegen die Regierung nicht ungerecht sein. Ihr ärgster

Fehler ist, daß sie volkstümlich ist. Sie gleicht unserem Volke. Wir

hätten eine nötig, die fremdartig wäre. Wir müßten einmal einen

ungemütlichen Regenten haben.

Und dann irren durch dieses Land solche Querulanten wie ich, ruhelos,

die voll Zorn sind, an ein starkes Österreich glauben und es suchen

gehen, während der Abend mit seinen großen schwarzen Augen über das

glucksende Wasser schaut.

4.

Mein Schiff heißt Baron Gautsch, der Kapitän Zamara. Er sieht halb wie

ein Verführer, halb wie ein Verschwörer und ganz wie ein Gebieter aus.

Don Juan und Orsini und Tegetthoff, von jedem grad so viel, daß die

Mischung alle Frauen beben macht, was ja zu seinen Obliegenheiten

gehört. Der Rasse nach ein Spanier, die Eltern haben in Mailand gelebt,

er spricht Italienisch, Kroatisch, Deutsch, Französisch und Englisch;

alles zusammen gibt einen echten Österreicher, an dem man seine Freude

hat. Gewandt, gelenk, geschwind, munter, herrisch und gutmütig. Und man

fühlt, daß er gewiß bei sich noch ganz anders ist, als er sich gibt.

So gut zusammengemischte Menschen haben immer einen doppelten Boden.

-- Ich beneide ihn um seine Geduld. Die Wiener haben nämlich die

Gewohnheit, sich statt an den Kellner in allen Fällen an den Kapitän

zu wenden. Erstens, weil es wienerisch ist, Fragen immer an den zu

richten, den sie nichts angehen. Zweitens, weil der Wiener Ehrgeiz hat

und sich sozial gehoben fühlt, wenn der Kommandant mit ihm spricht.

Deshalb will der Wiener auch durchaus auf die Brücke. Es interessiert

ihn weiter gar nicht. Aber er will etwas, was nicht jeder haben kann.

Und womöglich etwas, was verboten ist. Man sollte verbieten, Steuern zu

zahlen. Dann wäre der Wiener begeistert dafür.

Ein bildhübsches lustiges Mädel schießt auf dem Schiff herum. Ein

junger Herr macht sich an sie. Sie ist zuerst ein bißchen verlegen.

Aber der junge Herr hat die Gewohnheit, nach jedem Satz, den er sagt,

zu krähen. Er sagt: Jetzt geht's gleich los und aufs hohe Meer hinaus!

Dann verschluckt er seine Augen, die Wangen breiten sich grinsend aus

und er kräht. Er sagt: Adieu, Triest, adieu! Und wieder ertrinken die

Augen, die Wangen wogen und er kräht. Er sagt: Sind Fräulein schon

einmal seekrank gewesen? Augen weg, Wangen auf und er kräht. Ich

frage mich: Warum kräht er? Er hat aber recht. Denn bevor er noch zum

viertenmal gekräht hat, ist ihm das Mädchen schon zugetan. Sie lacht

vergnügt. Ich frage mich: Warum lacht sie? Sein Krähen und ihr Lachen

müssen irgendwie geheimnisvoll zusammenhängen. Der Hahn in jungen

Männern scheint dem Seelenohr junger Mädchen wohl zu klingen.

Ein geistlicher Herr sonnt sich. Groß, alt, schwer, und mit so einem

knöchernen mühsamen faltigen Gesicht, das rundherum aus Schnupftabak

zu bestehen scheint. Seine Stimme hat was Streichelndes, und sie spritzt

einen gleichsam immer mit Weihwasser an. Er reist nach Lussin. Ein

bißchen Ruhe und ein bißchen Sonne brauch ich, sagt er, die harten

Bauernhände faltend. Ich kann mir lange nicht erklären, was mich so

zu dem Alten zieht; er heimelt mich an. Bis mir einfällt, daß er ein

bißchen dem Ozzelberger ähnlich sieht, dem Florianer, von dem wir

im Linzer Gymnasium Griechisch lernten. Gern aber sprach er, in den

Xenophon hinein, von der Sünde. Da hörten wir Buben mit Leidenschaft

zu, das Griechische war weit weniger interessant. Zwar erfuhr man nie,

was es eigentlich mit der Sünde war, aber er hatte eine solche Macht,

drohende Worte schwer und schwarz wie wütende Wolken aufzuballen, daß

einem davon höchst seltsam gruselte, den kalten Rücken hinab. Uns

wurde kitzelnd bang, wie beim Klettern. Ihm muß auch ganz warm geworden

sein, das sah man. Noch steht er mir in der Erinnerung da, die knollige,

braun tropfende Nase witternd aufgespreizt, mit dem großen derben

Finger drohend, das zerknitterte Gesicht in Angst und Zorn. Dann fiel

die dicke Haut seiner runzligen Lider zu, so daß er gleichsam mit den

Augen zu seufzen schien. Und nun krachten aus seinem bösen Mund mit

den hängenden Lippen, die, wenn er sich ereiferte, kleine weiße Blasen

hatten, Drohungen und Verwünschungen, gegen die Sünde, Wollust und

Unzucht. Wir duckten uns, zogen den Atem ein und hörten zu, wie bei

einem furchtbar schönen, unbegreiflichen Gewitter. Dann schwang er sein

blaues fleckiges Tuch und jetzt ging es wieder zu den Verben auf μι

zurück. Mein größter Eindruck war, als er uns einmal fluchend zurief:

Unzucht krümmt die Rücken, hat Aristophanes gesagt! Das kam mir

höchst merkwürdig vor, und seitdem sah ich mir auf der Gasse jeden an,

ob er einen krummen Rücken hätte. Meine Eltern waren mit einem alten

Hofrat gut, einem sehr freundlichen, schon etwas zittrigen und schiefen

alten Herrn. Er ging gern mit uns spazieren. Kehrten wir dann heim und

er empfahl sich an unserem Tor, wobei er vor Höflichkeit noch mehr

zusammensank, so sah ich ihm nach und sagte stets: Unzucht krümmt die

Rücken, Mama! Da wurde meine arme Mama manchmal sehr bös.

Seltsam ist es, so einem alten Herrn, wie diesem guten Pfarrer, klagen

zuzuhören. Hart ist sein Leben und hat nichts als Mühsal. Und wenn

man altert, hört auch die Hoffnung auf. Man weiß, es wird nicht mehr

anders. Man weiß, Leben ist Leiden. So sagt er. Und hat doch offenbar

nichts im Sinn, als nur sich dieses Leiden noch auf viele Jahre zu

verlängern. Nur ein bißchen Ruhe und ein bißchen Sonne brauch ich

halt, sagt er immer wieder. Wozu? Um die Mühsal wieder ein Stück

weiter zu tragen, nur immer noch weiter.

[Illustration: _Castelnuovo_]

Zwei Offiziere, von Prag nach Cattaro versetzt, ein deutschnationaler

Gemeinderat aus Innsbruck mit seiner Tochter, ein altes Ehepaar, das

nach Gravosa geht. Wir sind kein Dutzend auf dem großen Schiff. Die

Fremden, heißt's, fürchten den Krieg. Sie fürchten wohl mehr die

Wanzen der dalmatinischen Hotels.

Es ist kalt. Die Sonne taucht mit blassen Strahlen aus dem Dunst.

Der Wind flattert in kleinen kurzen knatternden Stößen. Wir sind

an Muggia, Capo d'Istria und Pirano vorbei, es erscheinen Parenzo und

Rovigno. Wenn man so vorüberkommt, ist's wie ein ausgestorbenes Land.

Die Städte sehen verlassen und verfallen aus, als hätte der Feind hier

gehaust und alles zertreten. Schön sind die spitzen Türme, die den

Heiligen der Stadt tragen, in Parenzo den heiligen Georg, in Rovigno die

heilige Euphemia. Alles hat venezianisches Wesen. Hinten ragt der Monte

Maggiore.

Und die großen gelben Segel der frechen Chioggioten! Überall

schwärmen sie. Es macht ihnen Spaß, hart vor dem großen Dampfer zu

kreuzen. Weiß klatscht das Wasser ins tanzende Boot. Lachend steht ein

wilder brauner Kerl darin und singt. Grau schießt ein Torpedo durch

die spritzende Flut, wie ein Aal. Hinter ihm fliegt in langen Tönen das

Lied des lachenden Chioggioten her.

Nun sind wir im Kanal von Fasana. Brioni wird sichtbar, Kupelwiesers

Reich. Da lacht mir das Herz.

Bis vor ein paar Jahren sagte man in Pola: Unser Fluch ist Brioni, da

liegt dieser Herd der Malaria vor uns und verpestet alles! Beamte waren

in Pola und Admiräle waren in Pola und Generäle waren in Pola, und

alle sagten: Dieses verfluchte Brioni, mit der Malaria! Sagten es und

taten nichts. Bis der Kupelwieser kam. Das ist nämlich noch unser

einziges Glück in Österreich, daß doch von Zeit zu Zeit immer wieder

ein Kupelwieser kommt. Schüler war auch so einer, der Direktor der

Südbahn, der daneben mit der linken Hand den Semmering und das Ampezzo

und Abbazia erschaffen hat. Und Christomanos ist auch einer, von ihm

sind die Berghotels in Tirol. Das sind Menschen mit sehenden Augen. Sie

sehen dem Boden an, was er will und kann. Sie sehen die Möglichkeiten.

Und dann reden sie nicht viel, sondern es geschieht.

Ein Kupelwieser, der Leopold, war ein bekannter Wiener Maler in der

Schubert-Zeit. Er hat die Mode der Nazarener mitgemacht und Kirchen

ausgemalt; der Hof hat ihm in den dreißiger Jahren Bilder zu Klopstocks

Messias aufgetragen. Das alles ist recht langweilig. Aber auf der

Schubert-Ausstellung der Stadt Wien, 1897, waren Porträts von ihm zu

sehen, da steht er auf einmal ganz anders da, mit treuen Augen und der

ehrlichsten Hand. Die sind nun offenbar in der Familie geblieben, die

treuen Augen und die ehrliche Hand. Der in Brioni hat sie auch. Er ist

einer, der die Augen offen hat und Hand anlegt. Sein ganzes Leben ist

Arbeit gewesen, als alter Mann hat er rasten wollen, das kann er aber

nicht. Brioni war ein Sumpf, er kam, jetzt ist es ein Eiland in Blüten

und Früchten. Anfangs hat's geheißen: Er ist ein Narr! Jetzt gedeiht

Wein und Gemüse dort, Fremde drängen sich, die Insel wird reich. Da

heißt's: Der versteht sein Geschäft! Nun sollte man meinen, daß,

wer einmal so bewiesen hat, was er kann, fortan doch das Vertrauen der

Menschen hätte. Nein. Er plant jetzt den Hafen von Medolino. Das ist im

Südosten Istriens eine breite Bucht, die hat er aufgekauft. Und wieder

heißt's: Er ist ein Narr! Er sagt: Pola kann nicht länger Kriegshafen

und Handelshafen zugleich sein, beide wollen wachsen, und so würgt

einer den anderen, also trennt sie doch, gleich um die Ecke habt ihr

einen anderen Hafen, eben den von Medolino, macht ihn zum Handelshafen,

den Kriegshafen laßt in Pola, dann können beide bis in den

Himmel wachsen! Und er sagt noch: Wir brauchen einen Hafen für den

dalmatinischen Verkehr, Triest ist zu weit, jetzt geht der nächste Weg

über Fiume, also durch Ungarn, es ist unsinnig, daß Österreich keinen

eigenen Weg nach seiner Provinz Dalmatien hat, drum nehmt Medolino! Mit

denselben Gründen fordern die Abbazianer aber den Hafen von Preluka,

knapp an der ungarischen Grenze. Statt nun zu sagen: Ihr habt beide

recht, und ebenso den Hafen von Medolino wie den von Preluka zu bauen,

weil der Mensch, wenn es Gott schon so gut mit ihm meint, sich dankbar

zeigen soll, spielt man nach altem Brauch im Ministerium jetzt den einen

gegen den anderen und redet sich bei diesem auf jenen aus, bis beide so

verhetzt sein werden, daß am Ende jeder zufrieden sein wird, wenn nur

der andere auch nichts hat. Dies ist das System der österreichischen

Verwaltung. Man regiert dadurch, daß jeder seinen Gewinn im Schaden des

Nachbarn sucht.

* * * * *

Wir sind in Pola. Indem wir langsam, an Riffen, Türmen, Schanzen,

Stangen und den hohen Kriegsschiffen vorüber, einfahren, reißt der

Wind die Wolken auf, die Sonne bricht aus, durch die Bogen der Arena

blaut es. Mir ist es immer wieder ein Wunder, sie zu sehen. Der Römer

hat stehen können; neben ihm ist jedes andere Volk zapplig. Und was

er hinstellt, steht. Steht und läßt um sich die Zeiten laufen. Diese

Arena und, weiter drüben, der Tempel des Augustus und, draußen, der

Bogen, den Salvia Posthuma dem Tribunen Sergius, ihrem Gatten,

für seinen illyrischen Sieg errichtet hat, dies alles steht da wie

versteinerte Ewigkeit. Man kann sich gar nicht denken, daß es einmal

nicht war. Und diese ganze schmutzige gelbe Stadt scheint daneben nur

hingemalt, auf einer rissigen schwappenden Leinwand.

Nun wieder hinaus, am Kap Promontor vorüber auf den Scoglio Porer zu.

Ein Leuchtturm ist da; und rund herum gerade noch so viel Platz, daß

ein Mensch gemächlich schreiten kann. Da wohnt ein Wächter. Ob der

einmal von Richard Strauß gehört hat? Wen der wählen mag? Ob der

betet? Man hat mir erzählt, daß Julius Singer, der Vizepräsident

des Lloyd, diesen einsamen Türmern zu Weihnachten Bücher schenkt. Ich

fürchte nur, es werden nicht die richtigen sein. Ich möchte ihnen den

Homer, Walt Whitman und Tolstoi schenken. Um jeden anderen wäre mir

bang, auf solchem nackten Fels im Meer. Nur diese Dichter, die den

Menschen ganz ins All auflösen, in Licht und Luft, in Sturm und Flut,

könnten sich hier erwehren. Hier zu sitzen, mit sich allein, wie

Thoreau in seiner Hütte saß! Ein Jahr lang, ganz entmenscht. Oder

drei? Oder fünf? Wer weiß? Und still abzuwarten, was dann von einem

noch übrig sein wird. Was dann in einem übrig bliebe, das wäre fester

Grund. Darauf könnte man bauen. Doch solcher Mut setzt sich einem nur

zwitschernd auf die Schulter, gleich aber ist er wieder fortgeflogen.

Man ist mehr Bürger als Mensch.

Jetzt sind wir im argen Quarnero. Vor uns ist Cherso, kahl, steinig,

grau. Dahinter läßt sich der Velebit ahnen. Die Sonne schlägt sich

mit dem Regen. Jeden Augenblick verändert sich der Tag. Bald scheint's

in den Bergen zu wettern, da wird es hell, aber schon schwärzt sich

der Himmel wieder. Indem wir nun zwischen den Inseln passieren, zwischen

Unie und Canidole mit dem sandigen Sansego durch, bricht sich vor uns

das Licht am Horizont so, daß dort unten der Scoglio Asinello und

die kleinen Riffe neben ihm über dem Wasser in der Luft zu schweben

scheinen, wie von einer unsichtbaren Hand aus dem Wasser gehoben und in

der Luft gehalten. Das Wasser ist von einem Grau, das in der Ferne fast

lila wird; darauf liegt ein glitzerndes silbernes Band, darauf die Luft

und darauf erst, über dem grauen Grund und über dem weißen Band,

hängen in der aschigen Luft die kleinen Inseln, schwarzblaue Risse,

ungeheuren, plötzlich im Fliegen erstarrten, aufgespießten Fischen

gleich.

In Lussin regnet's. Und auf der Riva der schauerliche Lärm! Lärm ist

in jedem Hafen; in Patras und im Piräus schreit man noch mehr. Es

gibt aber einen kaiserlich-königlich österreichischen Lärm, einen

unnützen Lärm, einen verdrossenen, faulen, mechanischen Lärm, der so

zuwider ist, weil er nur das Maul aufmacht und kein Temperament hat. Es

ist derselbe Lärm wie in Ischl im Hotel Kreuz, wenn zu Mittag hundert

hungrige Wiener ächzende Kellner an den Frackschösseln packen. Wie

mir Lussin überhaupt immer den Eindruck macht: Ischl oder Aussee,

plötzlich an das Meer versetzt; und das stimmt nicht. Aber man

braucht dann freilich nur ein paar Schritte weg ins Land zu gehen, auf

windstillem Weg unter leuchtenden Zitronen gegen Lussingrande hin, oder

nach Cigale, und die lächerliche Vision von Wiener Café zerstiebt.

Pinien, Opuncien, Agaven, blauer Rosmarin, der dunkle Lorbeer, die roten

Eriken, Palmen, Orangen, Oleander, Ceratonien mit den rostigen Trauben

und die weidengrauen Ölbäume. Und überall das ewige Meer, mit den

scheckigen Segeln auf den blauen Wellen in der weißen Sonne.

Jetzt wird's lustig. Ein paar junge Herren von der Kriegsmarine sind

eingestiegen. Sie lachen, necken die Offiziere mit ihrer Angst vor der

Seekrankheit und erzählen Abenteuer. Es gibt ein Seelatein, wie's ein

Jägerlatein gibt. Diese jungen Burschen sind voll Lust und Kraft;

man merkt's ihnen an, daß sie sich gut geführt fühlen. Sie sprechen

Italienisch, ein bißchen Kroatisch und jenes Armeedeutsch, das ein

sublimiertes Wienerisch ist. Und sie sind immer so vergnügt! Sie

spüren, daß in ihren Schiffen Österreich ist. So wirkt ein einziger

wirklicher Mensch, wie Tegetthoff war, einer, der den Glauben an sich

hat, in seiner Welt noch bis ins zweite und dritte Glied nach.

Dalmatinische Reise · 第 1 / 10 段