DIE zweijährige Elli wandte sich an den fünfjährigen Ferd mit den Worten:
«Du, das eine kann ich dir sagen: So jung ich bin -- _mehr_ Lebenserfahrung
als du habe ich auf jeden Fall!»
Ferd war platt.
Und darauf beruhte Ellis Spekulation: man braucht dem andern nur etwas
himmelschreiend Überlegenes zuzuschleudern, und sofort hat dieser _weniger_
Lebenserfahrung -- vorausgesetzt, er fällt hinein.
Ferd war hineingefallen, und die zweijährige Elli war um eine
Lebenserfahrung reicher.
* * * * *
Ein Rezensent erklärte Obiges für Quatsch. Er dahlte von sinnloser
Originell-sein-Wollerei-um-jeden-Preis und stellte mich als
unzurechnungsfähig hin.
Ich gab die Rezension der zweijährigen Elli. Sie sprach: «Siehste, Onkel
Reimann, ich hab' dir's gleich sagen wollen: schreib das nicht auf, die
Kritiker erklären es doch für Quatsch. Hättste nur auf mich gehört.»
Das sah ich ein und faßte den Beschluß, wenigstens diese zweite Äußerung
der zweijährigen Elli dem rezensierfähigen Publikum vorzuenthalten.
«O (JUHU!) JUHUGENDZEIT!»
Personen: Ein glücklich liebend Paar.
Ort der Handlung: Eine kleinste Hütte.
Zeit: Was denn sonst als Mai?
GEGEN Abend pürschte ich mich hinan.
Drinnen kicherte etwas.
Ich spitzte die Ohren.
Ein Ehrenmitglied der menschlichen Gesellschaft packt mich bei den
Schlafittchen und zerrt mich weg.
Ich sagte: «Lieber Herr, unterlassen Sie das! Übrigens hätte ich mich als
diskreter Mensch sowieso entfernt.»
Er gab mich frei und entschwand im Gebüsch.
Ich lagerte mich ins Kleefeld.
Aber es trieb mich, es trieb mich, es trieb mich hin zu jener kleinsten
Hütte, worinnen etwas gekichert hatte.
Es war Nacht geworden.
Eine Lampe brannte.
Auf stummen Zehen schlich ich; ich schlich auf stummen Zehen zum Fenster
hin, hin zum Fenster.
Das Ehrenmitglied war auch schon da und spionierte durch eine Klinze im
Fensterladen.
Drinnen erlosch die Lampe.
Aber um uns lag grelle Helle: die zwiefache Gemeinheit strahlte aus unseren
Augen.
Wir pusteten uns gegenseitig aus.
Da war es dunkel.