In einem Küstenort lebte einst ein Mann mit seiner Frau. Sie hatten zwei
Kinder, einen Knaben und ein Mädchen. Als diese Kinder so groß waren, daß
der Knabe schon die Strandblöcke umwälzen konnte, verliebte er sich in
seine Schwester. Die Schwester schwamm schließlich, um den Knaben, der sie
immer belästigte, los zu werden, weg bis in den Himmel und wurde der Mond.
Der Knabe, der sie immer verfolgte, wurde die Sonne und manchmal umarmt und
verdeckt er sie und verursacht so eine Mondfinsternis.
Nachdem seine Kinder nun weg waren, wurde der Vater sehr traurig und haßte
sein Geschlecht; er ging herum, Krankheit und Tod unter den Menschen
verbreitend. Die Opfer der Krankheiten wurden seine Nahrung und davon wurde
er so böse, daß er, wenn sein Verlangen auf diese Weise nicht mehr gestillt
wurde, auch Leute tötete und verzehrte, die ganz gesund waren.
Aus Furcht vor ihm trugen die Menschen ihre Toten vor das Dorf hinaus,
damit er sich ernähren möge, ohne die Lebenden zu belästigen. Sooft einer
dorthin kam, waren die Leichen über Nacht verschwunden. Schließlich wurde
er so gräßlich, daß die mächtigsten Zauberer zusammenkamen, ihn mit Hilfe
ihrer Zauberkräfte fesselten, ihm Hände und Füße zusammenbanden, so daß er
keinen weiteren Unfug stiften konnte. Und obwohl er gefesselt war und sich
nicht bewegen konnte, hatte er doch noch immer die Kraft Krankheit zu
verbreiten und die Menschen unglücklich zu machen.
Um böse Geister am Wandern zu hindern und daran, aus böser Absicht sich
toter Körper zu bemächtigen und sie so scheinbar zu beseelen und eingedenk
der Fesselung dieses einen Bösen, werden seither die Toten nicht mehr
ausgestreckt, sondern mit Hand und Fuß, in der gleichen Stellung wie der
Böse, gefesselt und so in die Grabkästen gelegt.