Freiberg--(Chemnitz)--Olbernhau--Neuhausen. Nach Einsiedl 6
~km~. ~b~) von +Böhmen+: 1. Bahnlinie Komotau--Bodenbach bis
Haltestelle Johnsdorf. 2. Elektrische Bahn Brüx--Johnsdorf. Von
Johnsdorf nach Einsiedl 9 ~km~.
Bei dem oben bezeichneten Hause Nr. 10 westlich aus dem Orte, zum Hause
Nr. 13 und 12 an letzterem Wegtafel (n. Gebirgsneudorf 4 ~km~). L.
zweigt Weg ab, wir nach r. Der ziemlich gute Fahrweg schlängelt sich
durch Felder und Wiesen, ein herrliches Tal dehnt sich sanft hinunter,
freundlich schaut der sächsische Ort Bruderwiese herüber, vor uns im
~SW.~ blaut die über 900 ~m~ hohe Kammlinie des Bernstein und der
Hübladung. Schöner Rückblick. Nach 20 Min. kommt (immer gerade fort)
eine ½-stündige Waldwanderung und schon senkt sich unser Weg zwischen
steinbesäten Fluren dem l. zur Kammhöhe emporstrebenden Gebirgsneudorf
zu, das wir r. bei einer Schleiferei, l. bei Haus Nr. 133 betreten. Auf
dem Waldwege von Gebirgsneudorf her bemerkten wir l. Pfosten ~E~/₂₆, 6,
7, ~C~/₃, r. Pfosten 7, 3, 8 und Stein 41.
(4 ~km~) +Gebirgsneudorf+, 700 ~m~, 1788 E., langgestreckter
Ort mit Spielwarenindustrie. Bestes Gasthaus am untersten
Dorfende »Zum grünen Baum«. (S. Berlet, Erzg.-Wegweiser
R. VII a.)
+Seitentour+: +Nach Katharinaberg und zurück.+ Hinter
dem »Grünen Baum« am Berg empor zum Kaiser Franz
Josef-Aussichtsturm, herab in die altertümliche Bergstadt
Katharinaberg (Hotel Kronprinz Rudolf, einfach, aber gut)
(s. Berlet, Erzg. R. VII a) und nun auf derselben Straße bei
genanntem Turme vorbei in südöstlicher Richtung (l. immer
schöne Aussicht auf Gebirgsneudorf und Einsiedl) in 1 Stunde an
das obere Ende von Gebirgsneudorf und nach Nickelsdorf, wo wir
beim Hause Nr. 19 (Rasierstube) auf den Kammweg treffen und uns
nach r. wenden.
Unternimmt man die vorgenannte Seitentour nicht, so steigt man l.
durch Gebirgsneudorf empor, r. Kirche, Ferd. Grumptmann, Gasthaus und
Fleischerei, weiter oben Spar- und Vorschußkasse; l. Ferd. Neubauers
Gasthaus, Schule, Gasthaus zur Linde, Postamt und schließlich (l.) Haus
Nr. 125. Hier gegenüber verlassen wir den Ort, auf schmalem Steige
durch die Wiesen, in 150 Schritten erreichen wir an der Straße Haus Nr.
19 in Nickelsdorf mit Rasierstube.
(5 ~km~) +Nickelsdorf+ (755 ~m~), 500 E. Der östliche Teil
des Ortes liegt unmittelbar auf der Kammlinie (Wasserscheide
der böhmischen und sächsischen Gewässer). Dort befinden
sich auch die zwei Gasthäuser des Ortes »Zur Gebirgshöhe«
und »Tropschuh's Gasthaus«. Von Nickelsdorf senkt sich das
tief eingeschnittene Mariental mit dem Ruttenbache nach
Obergeorgental (Eisenbahnstation) hinab (6 ~km~).
Die +Straße+ wendet sich dann r. gegen Katharinaberg hinab, wir aber
schreiten l. auf einem Fahrwege zwischen den Häusern von Nickelsdorf
(die Dorfstraße) geradeaus hindurch.
Vorher Blick r. auf den Kaiser Franz Josef-Aussichtsturm bei
Katharinaberg und die kammthronenden Häuser von Kleinhan. Am
Ende des Ortes schöner und umfassender Blick ins Schweinitztal
mit den Ortschaften Gebirgsneudorf, Deutsch-Neudorf,
Deutsch-Katharinaberg (beide letztgenannte in Sachsen).
Nun schlängelt sich unser Fahrweg durch Jungwald sanft hinab und wir
betreten die nach Schloß Eisenberg führende Waldstraße, auf der wir l.
mäßig ansteigend nach etwa 700 Schritten zum +Wildzaun+ (l. Pfosten 25)
gelangen.
Schon nach wenigen Schritten nach Betreten dieser Straße schöner
eigenartiger Rückblick auf die dichtgedrängten Giebel und Dächer von
Nickelsdorf.
Am Wildzaun (Tor) verlassen wir die Straße und folgen dem nach r.
abzweigenden Fahrwege immer etwa 790 ~m~ hoch am Wildzaune (l.) und
am Fuße des (l.) +Adelsberges+ (901 ~m~) in nordwestlicher Richtung.
Bald kommt man wieder durch einen Wildzaun (das Tor wieder schließen!);
l. Grenzsteine 16/3 und 108 und Pfosten 37, r. Pfosten 6. Der Weg
senkt sich etwas. Nach etwa 6 Min. von der Straße an Wegkreuzung. Wir
bleiben weiter auf unserem +Wege+, der sich +nach l.+ wendet, während
der querende Weg r. in eine gerade Schneise mit Blick auf eine ferne
sächsische Ortschaft abfällt, l. aber zum Adelsberge ansteigt, wo nun
in einiger Entfernung der erstbemerkte Wildzaun verläuft.
Nun folgen l. Stein 109, weiter l. Stein mit den Buchstaben ~U. L.~ und
nach etwa 100 Schritten +neue Wegkreuzung+. R. ein Weg zurück und ein
Weg (unser bisheriger) gerade aus. Wir steigen l. ziemlich steil gegen
den Adelsberg hinauf.
Mit jedem Schritte wird die Aussicht (Rückblick) umfassender
und zeigt schließlich folgendes prächtiges Bild: Ueber dem
Walde im Vordergrunde geradeaus der Gebirgskamm mit den
kammstehenden Häusern der Orte Nickelsdorf und Gebirgsneudorf,
hinter ihnen der kahle, flurstreifige Wachhübel (765
~m~), gerade dahinter aus dunklem Walde aufragend der
eiserne Turm des 774 ~m~ hohen Haselsteines (erbaut vom
Brüx-Oberleutensdorfer Erzgebirgsverein) und l. hinter diesem
der 849 ~m~ hohe, flachgewölbte Wolkenhübel, über den uns der
Kammweg von Göhren herübergeleitet hat, l. dahinter die schöne
Kuppe des Schwarzen Berges und r. dahinter der dominierende,
956 ~m~ hohe Wieselstein, an dessen Südabhang die Strobnitz
(853 ~m~) und der Ossegger Spitzberg (661 ~m~) zur Ebene
absteigen. Hinter diesen schiebt sich noch die Koulisse des
Mückenberges hervor, r. ragen das Elbe- und Mittelgebirge auf
mit dem Donnersberge und seinen Trabanten. L. senkt sich das
Schweinitztal mit den vorher genannten und anderen Ortschaften
nach Sachsen hinein, wo in weiter Ferne die Bergstadt Sayda und
westlich ein ferner Berg sich deutlich abheben. Näher im Norden
ragt der Katharinaberg mit der gleichnamigen Stadt malerisch
empor. Eine herrliche Ausschau!
Weitersteigend treten wir in den Hochwald ein und erreichen die Höhe
von 900 ~m~. Unser Weg mündet bald auf eine von l. kommende Straße, die
wir nach r. verfolgen. L. kleine Quelle, r. Steinbruch mit Holzhütte.
Bald dahinter Weggabelung: die Straße wendet sich l. Wir schlagen den
r. abzweigenden +Fahrweg+ zwischen Pfosten 34 und 35 ein.
Auf der Straße mit Tafel »Verbotener Weg« (l.) kann man zum
Gipfel des +Bernsteins+ (921 ~m~) [südöstlich] gelangen, wenn
man nach etwa 8 Min. l. einen Pürschsteig verfolgt (insgesamt
1,5 ~km~). Auf dem mächtigen, aber flachen Gipfel befinden sich
einige Felsgruppen, deren höchste eine Triangulierungssäule
trägt. Aussicht teilweise verwachsen.
Unser Weg steigt nun weiter noch ein wenig an und mündet in etwa 6
Min., wo der Wald sich lichtet, in einen von r. kommenden Hohlweg ein,
gleichzeitig wendet er sich stark nach l. Wir kommen l. nahe an den
Wildzaun und erreichen nun die höchste Erhebung der Kammwegstrecke im
östlichen Erzgebirge mit 910 ~m~ Seehöhe, leider ohne Ausblick. Es
folgt Jungwald. Von links kommt aus dem Wildzaun ein Fahrweg und dann
eine breite Straße, die sich mit unserem Fahrweg vereinigt. R. Stein
23 und 112. Weg senkt sich. Austritt auf eine große Waldblöße, durch
die sich lieblich und sanft ansteigend unser Weg hindurchschlängelt
und schließlich nach r. umbiegt. L. Steine 111, 108, 42, 6; r. 1 (hier
zweigt ein Fahrweg l. ab), 2, 3, 4, ⁴/₁, auf der Straße weiter und
schon werden einige Häuser des Dorfes Ladung sichtbar, auf die wir
zuwandern. Wir kommen zu dem 1. Hause Nr. 23. Die Straße führt l. in
das Dorf Ladung, der Kammweg gerade aus, r. nahezu nördlich an dem
Hause Nr. 23 vorbei.
(10 ~km~) +Ladung+ ist eines der höchstgelegenen Dörfer des
Erzgebirges (911 ~m~) und zählt 28 Häuser mit 115 Einwohnern.
Echtes Gebirgsdorf mit 2 einfachen Gasthäusern (das obere ist
besser). Ladung hieß vor Zeiten Langendorf. Eine Zollstraße
führte durch den Ort. Diese konnte aber zwischen Stolzenhan und
Ladung wegen der überaus großen Steigung kein beladener Wagen
befahren, die Ladung mußte über die steile Lehne heraufgetragen
werden und konnte erst wieder »in der Ladung« auf den Wagen
geladen und weiter befördert werden. Der Name Langendorf kam
bald außer Gebrauch.
Vom Hause 23 führt uns eine neuerbaute Straße (Kammwegmarke und
grünweiße Marke) unmittelbar in den Wald und ziemlich gerade abwärts.
Eine lange Schneise mit herrlicher Aussicht auf waldige Höhen kreuzt
rechtwinkelig, eine große Waldblöße wird durchschritten.
R. erhebt sich die 920 ~m~ hohe +Hübladung+ mit (r. vorne) den
Felszacken des +Eduardsteines+.
Nach 1½ ~km~ von Ladung taucht vor uns das Forsthaus Nr. 23 auf,
Austritt aus dem Walde und herrliche Ausschau.
Die Kammhöhen senken sich zum Natschungtale und bilden eine
liebliche Mulde mit den zerstreuten Häusern von +Kleinhan+ und
(12 ~km~) +Rudelsdorf+. Kammthronend (auf einem Seitenkamme)
stehen Kirche und Schule von Kleinhan. Sie sind ein Denkmal
Kaiser Josef II., welcher auf einer Erzgebirgsreise im J.
1766 auch hierher kam und auf Ersuchen der Bewohner von
Kleinhan, Rudelsdorf und Ladung beide erbauen ließ. Die gesamte
Kircheneinrichtung (auch Altar und Predigtstuhl) mit Ausnahme
einiger Bänke stammt aus dem Kloster von Laun an der Eger, das
Kaiser Josef neben andern überflüssigen Klöstern Oesterreichs
aufhob und dessen Einrichtung er der Kirche zu Kleinhan
überließ. Die Kleinhaner Kirche (848 ~m~) ist im oberen
Flöhagebiet weithin sichtbar.
Vor dem 1. Hause (Forsthaus) Wegteilung, gerade aus nach Kleinhan, r.
zum Eduardsteine 0,5 ~km~.
Der +Eduardstein+ (früher großer Stein genannt) ist eine
romantische Felsengruppe auf dem Hübladung mit weiter Aussicht
besonders gegen Sachsen bis in die Gegend von +Augustusburg+,
aber auch bis zum Keil- und Fichtelberg hinauf gegen Westen.
Er wurde vor etwa 20 Jahren zu Ehren des damaligen Obmannes
des Görkauer Erzgebirgsvereines Eduard Täubner »Eduardstein«
genannt. Er ist ein Granitfels, wie auch das ganze
Bernsteinmassiv aus Granit besteht.
Als Kammweg führt vom Forsthause l. ein Sträßchen hinab zum Wegweiser
an der Bezirksstraße Göttersdorf--Kleinhan. Ein meterhoher Grenzstein
kündet uns, daß wir nun den Brüxer Bezirk verlassen. Wir schreiten nun
l. die Straße gegen Neuhaus (Göttersdorf) hinab. L. ein kleiner Teich
hart an der Straße, r. eine Mühle mit größerem Teiche, aber entfernter.
Die Straße macht nun eine scharfe Wendung nach r., tritt in den
Wald ein und steigt langsam zur Wasserscheide an, auf der sie genau
weiterführt. L. Pfosten 15 und 16. Bald aber unterfließt ein Bächlein
die Straße von r. nach l. und nach 1½ ~km~ kommt von r. ein stärkerer
Bach, der +Aubach+, und unterquert gleichfalls die Straße (799 ~m~),
r. Tafel 20, Revier Neuhaus, l. Tafel 17, Revier Ladung. Hier biegt
die Straße scharf nach l., wir verlassen sie und wenden uns dem scharf
r. abzweigenden Sträßchen zu, das zuerst durch hohen Bestand, dann
jungen Bestand sanft ansteigend (l. Pfosten ¹⁹/₂₁, r. ²⁰/₂₁) nach
l. sich wendet, im hohen Bestand bald mit einem andern Fahrweg sich
vereinigt und r. wendet (r. Abzweigung eines Fahrweges). Kammweg wendet
sich im Jungbestand nach l. und übersetzt einen Wasserlauf der von l.
kommt (Aubach). Von hier steigt das Waldsträßchen stark an bis zur
Weggabelung, wo der Kammweg gerade aus als Fahrweg weiter geht, während
sich das Waldsträßchen nach l. wendet. Bald ist ein Hauptschneisenkreuz
erreicht, wo r. Pfosten 25 steht. Auf der r. abbiegenden Schneise
weiter bis r. Pfosten 14 erreicht wird. Gegenüber bei Pfosten 16
wendet sich der Kammweg rechtwinkelig ab auf eine Nebenschneise
bei Stein 224 vorbei, bald im Hochwald, der bis zur Bezirksstraße
Göttersdorf--Kallich geht, wo der Kammweg auftrifft, unweit kl.
Beerhübel an der Grenze der Forstreviere Neuhaus (Domaine Görkau) (nach
Göttersdorf zu) und Ochsenstaller, r. Abteilung 16, l. Abteilung 15,
bei Telegraphenstange 106. Zwischen Telegraphenstangen 115 und 116
an der scharfen Biegung nach l. ein Bildstock mit Bild des weißen
Hirsches, r. Pfosten 16 und 17. Revier Ochsenstaller 18 grenzt mit
Revier Kallich 22 r. und 21 l., weiter die Reviergrenzen Kallich 19/20,
23/22 und bei Telegraphenstange 145 die Reviergrenzen 18/19, 24/23.
Wegweiser nach Gabrielahütten 1 Stunde und Göttersdorf 2 Stunden. Bei
Telegraphenstange 183 das Gemeindeamt und Kirche, bei Telegraphenstange
199 Gasthaus zur Hoffnung, bei Telegraphenstange 200 Gasthaus zur Post,
Gasthaus zur Einigkeit (Oberlehrer).
(19 ~km~) +Kallich+, 721 ~m~, 1012 E., liegt in einer weiten
Mulde und gewährt mit den anstoßenden sächsischen Ortschaften
Ober- und Nieder-Natschung und Rübenau einen imponierenden
Anblick. Hat ein Emaillewerk und Spielwaren-Hausindustrie. Bei
Kallich gibt es inmitten der Gneismassen Lager von Urkalk,
woher der Name kommt.
Vom Gasthof zur Einigkeit, wo die kleine Straße nach Görkau abgeht,
auf der Reitzenhainer Straße schwach ansteigend durch die Häuserreihe
bis zum Hochwald (Revier Natschung, Pfosten 27). Ausblick nach Sachsen
und den zunächst gelegenen Häusern von Ober-Natschung. Sofort nach
Eintreten in den Wald l. ab und über Werkgraben, bei Weggabelung gerade
aus (nicht r.) ansteigend, erst in hohem Bestand, dann im Jungholz
über Wiese nach Heinrichsdorf an Gasthaus von Kosch vorbei. Auf der
Dorfstraße abwärts in 5 Min. bis zur Natschungbrücke und 100 ~m~
hinter letztem Haus (Nr. 48) r. ab an den Waldrand (Revier Natschung,
l. Pfosten 26, r. Pfosten 27). Nach etwa 200 ~m~ r. ab, etwa 200 ~m~,
dann l. ab in Schneise, Revier Neuhaus; auf dieser zum Teil steil
ansteigend nach Stein ~A~ (787,7 ~m~), wo Reviere 3/21 4/22 angrenzen,
und weiter zum Wildzaune mit Tor und Treppe. R. ab nach Annasäule
auf den Steinhübel. Im Wildpark erst Blöße l., dann Jungholz, sanft
abwärts bei Pfosten 35 r. Blick auf den Alten Teich l. Noch 300 ~m~
durch hohen Bestand zum Zaun des +Forsthauses Neuhaus+ (25 ~km~).
Durch Gehöft und Zaun l. hinab und 100 ~m~ unter der Zaunecke r.
durch Unterholz über den Bach (Ablauf des neuen Teiches), von wo man
steil aufwärts über Schneise und Waldweg zum Wildgattertor mit Treppe
heraus auf den großen Fahrweg gelangt, der zunächst (ca. 400 ~m~) am
Wildzaun entlang führt, dann l. abzweigt und von dem ab Fußsteig dann
hinabführt in das Flößbachtal. Hier kreuzt man den Grundtalweg von
Komotau nach Reitzenhain. (Es lohnt ein Abstecher nach (l.) der sog.
Hölle (Felsschlucht mit Brücke über den herabstürzenden Bach. Hin- und
Rückweg etwa 25 Min.)
Will man den nicht zu langen Rückweg von der Hölle aufwärts sparen, so
kann man weiter hinab zum Assigbach gehen und entlang desselben auf der
Straße hinaufsteigen nach Sebastiansberg; umsomehr zu empfehlen, da der
Kammweg ziemlich viel verlorene Steigung enthält.
Der Kammweg führt nun über die Bachbrücke, dann hinauf in den Wald
und wieder hinab zum Assigbach, wo zunächst Straße nach Reitzenhain
(6 ~km~) getroffen wird, über eine Treppe zur Grundtalstraße bei der
Brücke über kleinen Assigbach, Haulmühle, Görgmühle vorbei, unter der
hohen Eisenbahnbrücke hindurch, etwa 1 ~km~ bis zur Bahnhofstraße, auf
welcher man zur Stadt (31 ~km~) +Sebastiansberg+ gelangt.
5. Abschnitt.
Sebastiansberg--Keilberg (31 ~km~).
+Zugangswege+: Von +Sachsen+ und +Böhmen+ aus: Eisenbahnlinie
Reitzenhain--Komotau mit Station Sebastiansberg.
Die Königl. Bergstadt +Sebastiansberg+ (841 ~m~, 1995 E.)
liegt auf dem sog. Paßberg und wird daher im Volksmunde kurz
»Baßberg« genannt. Sie wurde etwa in der ersten Hälfte des
16. Jahrhunderts gegründet, als hier der Bergbau auf Silber
und Kupfer aufgenommen wurde. Die Stadt ist in regelmäßigen
Quadraten angelegt. Für Ausbeutung der großen Torflager ist
seit 1898 eine Moorkulturstation hier eingerichtet worden und
erhielt diese wie die Korbflechtschule im Jahre 1906 ein neues
Gebäude. Gasthäuser: Löwe, Krone, Adler, städt. Rathaus.
Zur Eisenbahnstation auf der Bahnhofstraße in ½ Stunde. Auf dem
Marktplatz steht eine Orientierungstafel des Erzgebirgs-Vereins
Komotau. Die im Jahre 1906 angebrachte Markierung des +Kammweges+ führt
am nordwestlichen Ende des Marktes bei Wohlfahrts Gastwirtschaft die
Straße hinaus und es beginnt am letzten Haus (Nr. 184) eine breite
Trift mit einseitiger Baumreihe.
Im Rückblick unterhalb der Stadt Sebastiansberg der Bahnhof
Krima-Neudorf und die Komotauer Gegend, nach vorwärts
Reischberg und Aschberg, während r. der Hirtstein und andere
Höhenpunkte Sachsens sichtbar werden.
Hinter der in 20 Min. erreichten Brücke über den großen Assigbach wird
der Weg schmäler, nähert sich dem bis an die Reitzenhainer Heerstraße
sich erstreckenden Moorlager und steigt anfangs stärker an. Bei zwei
Weggabelungen hält man sich l., ebenso auf der Ulmbach-Preßnitzer
Straße, welche in etwa 1 Stunde erreicht wird. Diese Straße wendet sich
von Pfosten schwarz 7, rot 2 ziemlich scharf westlich und erreicht an
der Grenze des Revieres Ulmbach 9 und mit der Domäne Preßnitz (Revier
Sonnenberg 43) die Landesgrenze, gekennzeichnet durch den Hauptstein
VII K. Böhmen/K. Sachsen. Die Straße folgt auf eine längere Strecke der
Landes- bezw. Reichsgrenze, welche auch noch zwei alte Grenzsteine mit
böhmischer Königskrone und sächsischem Kurschwert bezeichnen, steigt
wieder an und erreicht an der Grenze der Bezirkshauptmannschaften
Komotau und Kaaden (10 ~km~ von Sebastiansberg) bei Pfosten Domäne
Preßnitz (Revier Sonnenberg 44) die mit Stationssteinen versehene
Waldstraße (4,984 ~km~ von dem später zu erwähnenden Nullpunkt nach
Preßnitz zu). R. bietet sich zeitweise ein Ausblick nach Sachsen,
nach dem Hirtstein, Zöblitz und in die Marienberger Gegend. Bei ~km~
4,2 wendet sich die Landesgrenze von der Straße ab; bei ~km~ 3,7,
wo die Straße einen scharfen Knick nach l. macht, trifft von r. ein
Hauptflügel auf, welcher direkt auf den sächsischen Ort Satzung zuführt.
Die Waldstraße bietet bei ~km~ 2,0 einen Ausblick nach r. in das obere
Preßnitztal, führt abwechselnd durch niederen und hohen Bestand, bis
bei ~km~ 0,9 der Wald endet und sich eine freie Aussicht nach dem
wenige hundert Meter entfernten Forsthaus und darüber nach Preßnitz,
dann Reischberg, Kupferhübl, Spitzberg sowie Keilberg öffnet. Man
gelangt an dem Forsthaus vorbei, hinab in das Tal der Preßnitz an das
Mauthaus (~W~). Hier mündet die bisher verfolgte Ulmbacher Waldstraße
(als Nullpunkt) ein in die von Preßnitz nach Christofhammer führende
Kleinstraße. An dem Mauthaus steht für diese Straße der Kilometerstein
1,3. Von ~km~ 1,0 bis 0,4 zeigt sich im Rückblick das Massiv des hohen
+Haßberges+ (990 ~m~).
Nachdem man den Preßnitzbach überschritten hat, gelangt man (oberhalb
der Straße vom Mauthaus) an das Waldschlößl (~W~), von wo aus die von
Sorgenthal, Jöhstadt, Pleil kommende Hauptstraße (~km~ 1,486) als
Kammweg (13,0 ~km~) zur Stadt +Preßnitz+ hereinleitet.
Als +Seitentouren+ lohnender Art können in Vorschlag kommen:
Von Sebastiansberg über Ulmbach nach Satzung mit dem
+Hirtstein+, eine hochinteressante Basalt-Quellkuppe. Von
Sebastiansberg über Neudorf, Zollhaus, Hohentanne und Platz
(kleinste Stadt Böhmens mit nur 401 Einwohner) zur +Ruine
Hassenstein+ 9 ~km~, [ = blau/weiß ] markiert. Von Preßnitz auf
dem Kammweg bis zum Mauthaus, dann die Straße links weiter nach
Pleil und Sorgenthal, dicht an der Reichsgrenze. Es ist der
Besuch von +Jöhstadt+, ja von +Annaberg+ leicht zu ermöglichen,
weil man mit der Eisenbahn über +Weipert+, das wohl auch eines
Besuches wert ist, nach Schmiedeberg (Station oder Haltestelle)
schnell zurückgelangen kann, um am Spitzberg vorbei wieder
nach Preßnitz zu kommen, falls man es nicht vorziehen sollte
bis Kupferberg zu fahren und hier wieder die Kammwanderung
fortzusetzen.
Die Stadt +Preßnitz+ (727 ~m~, etwa 4000 E.) ist weitbekannt
durch die von hier aus die Welt durchziehenden Musikkapellen,
die sich seit 100 Jahren gebildet haben, nachdem der Bergbau im
18. Jahrhundert zum Erliegen gekommen war, Spitzen-Fabrikation
und Handel mit Posamenten nur wenig Erlös abwarf. Am
viereckigen und mit Anpflanzungen versehenen Marktplatz das
herrschaftliche Amtshaus und gegenüber die 1906 installierte
Bezirkshauptmannschaft. Gasthöfe: Hotel Roß, Herrenhaus.
Vom Marktplatz am Herrenhaus vorüber und zur Kaadner Straße hinaus
gelangt man an die Friedhofskapelle (0 ~km~), wo links die Straße zum
Bahnhof Preßnitz-Reischdorf abzweigt, während der Kammweg auf der
Straße nach Dörnsdorf (Kupferberg) noch 0,8 ~km~ weiter läuft. Sofort
nach Ueberschreitung der Hammerlebachbrücke zweigt der Kammweg zunächst
als Fußsteig r. ab, setzt sich dann oberhalb Dörnsdorf als Fahrweg fort
und führt bei den obersten Häusern von Köstelwald vorbei zu einem sehr
schmalen Eisenbahn-Durchlaß, durch welchen man unter der Eisenbahn
hinweg bald zu einer Kapelle und, am Fuße des Kupferhübels entlang,
(18 ~km~) zur Stadt +Kupferberg+ (841 ~m~, 1101 E.) gelangt. Gasthöfe:
Hotel Deutsches Haus, Sonne, Städtisches Rathaus; Wirtschaften:
Touristenheim zur Krone, Stadtpark.
Es muß hier darauf hingewiesen werden, daß der Kammweg, wie
vorstehend geschildert, über Preßnitz markiert wurde, daß
man aber hierbei etwas weit vom eigentlichen Gebirgskamme
abgewichen ist. Es geschah in der Hoffnung, daß man die
Markierung über den Haßberg werde führen können, was zur Zeit
noch nicht ermöglicht werden konnte. Vorläufig kann daher nur
als +Nebenroute+ des Kammweges die der Wasserscheide sich mehr
nähernde Trasse gelten, welche als Kammweg vorzuziehen wäre.
Es führt diese von Sebastiansberg zur südw. Ecke der Stadt
hinaus durch das Sonnenberger Forstrevier nahe der Eisenbahn
Krima--Preßnitz über den Basberger Hau, überschreitet die
Eisenbahn nördlich vom Reischberg und leitet zu diesem 873
~m~ hohen Berge, wo sich eine prächtige Rundsicht, besonders
nach Böhmen zu, bis zum Karlsbader, Duppauer und Mittelgebirge
erschließt. Ein Abstecher von hier über den Galgenberg nach
der Stadt +Sonnenberg+ mit ihrer weithin sichtbaren Kirche
ist zu empfehlen. Die Kammwegmarkierung würde vom Reischberg
bei Eisenbahnstation Preßnitz-Reischdorf südlich vorbei,
über Pöllma-Höhe und nach Passierung der Eisenbahn auf hoher
Überbrückung an Station Kupferberg vorbei nach Stadt Kupferberg
zu führen sein.
Der +Kupferhübel+ bei Kupferberg ist als ein besonders
hervorragend schöner Aussichtspunkt im Erzgebirge bekannt und
wird seit langem, auch von Sachsen aus, viel besucht, da er
vom Bahnhofe und von der Stadt leicht und bald zu erreichen
ist, auch schon lange ein Restaurationsgebäude neben der
weithin sichtbaren kleinen Kapelle trägt und als Rundsicht alle
diejenigen Ausblicke vereinigt, die auf den Zugangswegen zu
diesem kahlen Berggipfel zu genießen waren. (Siehe: Berlet's
Wegweiser durch das sächs.-böhm. Erzgebirge, Annaberg, R.
Liesche.)
Als Sehenswürdigkeit von Kupferberg gilt ein etwa 800 ~m~
unterhalb der Stadt an der Straße nach Steingrün und Pürstein
zu bemerkendes Felsgebilde, welches einer liegenden »Sphinx«
sehr ähnlich ist; von hier prächtiger Blick hinunter in das
Egertal, da hier die Südseite des Erzgebirges besonders steil
abfällt.
Setzt man die Wanderung auf dem markierten Kammwege von Stadt
Kupferberg weiter fort, so steht dafür eine bequeme Bezirksstraße
zur Verfügung, welche nach +Oberhals+ (3 ~km~) führt, bis wohin sich
mehrfach Ausblicke nach Böhmen bieten. Von der Abzweigung der nach
Schmiedeberg führenden Nebenstraße tritt unser Wanderweg in hohen
Bestand ein und endet bei ~km~ 4,₁₃₅ an der Grenze des Forstreviers
Orpus der Domäne Preßnitz, (zugleich Bezirksgrenze Kaaden-Joachimstal).
Von dem daselbst befindlichen Langenhauer Hegerhaus führt die Straße
in hohem Waldbestand weiter und gewährt nun an der Wegabzweigung nach
Boxgrün einen Ausblick auf Königsmühle, Stolzenhainer Forsthaus,
Kalkwerk und die Gegend bei Weipert. In bequemer Wanderung von 2 bis
2½ Stunden ab Kupferberg gelangt man an ein Forsthaus und daneben
eine Gastwirtschaft (+Mauthaus+), wo man Einkehr halten muß, wenn man
Auskunft für einen lohnenden Abstecher nach den Wirbelsteinen bedarf.