(wiederholt auf S. 60 und 80), daß die Sinnesorganisation des Tieres
genau der dem Menschen verliehenen Ausrüstung entspricht. Hieraus geht
hervor, daß R. nicht die elementarsten Kenntnisse in der Tierkunde
besitzt. Ich will hier nur die Fledermäuse anführen, also Säugetiere,
die dem Menschen sehr nahe stehen. Bei Brehm (2. Aufl. Bd. 1 S. 286)
heißt es, daß einige Arten besonders kleine Augen haben und diese so
unter dichten Gesichtshaaren versteckt stehen, ~daß sie unmöglich dem
Zwecke des Sehens entsprechen können~. Schon vor vielen Jahrzehnten
hat man festgestellt, daß Fledermäuse, denen man die Augen zuklebte,
trotzdem den feinsten Fäden auswichen, daß sie sich also durch ihr
feines Tastgefühl orientieren, während ihr Sehvermögen fast null
ist. Im »Zoologischen Garten« sind mehrfach Fälle angeführt, wonach
vollständig erblindete Fledermäuse gefangen wurden, die sich trotzdem
in gutem Nährzustande befanden. Man stoße einen blinden Menschen in die
Wildnis, wo Feinde lauern, und überlasse ihn seinem Schicksal. Nach
wenigen Tagen dürfte er ausgelitten haben. Von dem Blindmull (+talpa
caeca+), der Blindmaus (+mus typhlus+) usw., scheint R. niemals etwas
gehört zu haben. Und ein »Kritiker«, dem die einfachsten Kenntnisse der
heimischen bezw. europäischen Tierwelt fehlen, beurteilt ein Buch, das
die Kenntnis der gesamten Tierwelt voraussetzt.
5. R. betont, daß er nur eigene Beobachtungen bringe. So heißt es
auf S. 61: Alles, was ich gebe, ist durchaus selbst erlebt. Da
selbst ein Niedick, der in 5 Erdteilen gejagt hat, eine Unmenge
Tiere niemals aus eigener Anschauung kennen gelernt hat, so ist es
selbstverständlich ein Unding, daß ein einzelner Mensch alle Tiere in
der Wildnis genügend beobachtet hat. Nebenbei bemerkt, kosten solche
Reisen ein ganzes Vermögen und viele Jahre. Ich nehme also von R. an,
daß er nur die wenigen Tiere der Heimat kennt bezw. zu kennen glaubt,
und daß er niemals außerhalb Deutschland gejagt hat. Selbst auf den
Redaktionen wußte man nichts davon. Da R. allein über die Fährten
zweier versprengten Wölfe seitenlang berichtet, so muß man bei seiner
Weitschweifigkeit annehmen, daß er über einen erlegten Bären mindestens
ein ganzes Werk geschrieben hätte.
Auf S. 187 gebe ich ein Verzeichnis der Augen- und Nasentiere.
Hierzu schreibt der »Kritiker« (S. 29): »Tierkundige mögen sich an
diesem Verzeichnis prüfen.« Hier gibt R. freimütig zu, daß er zu den
Tierkundigen nicht gehört.
Es ist doch wirklich eine unerhörte Leistung, daß R. die ausländischen
Tiere in der Freiheit nicht kennen gelernt hat und trotzdem
apodiktische Urteile über sie abgibt. Der Leser urteile selbst darüber.
Ich führe ca. 20 Tiere mit schwachem Gesicht an, bei sechs gebe ich
sogar die Urteile wortgetreu von bekannten Autoritäten an, z. B. bei
Elefant und Bison. Brehm, Haacke-Kuhnert und v. Wißmann erklären z.
B. das Auge des Elefanten für schwach. R. dagegen erklärt (S. 24):
»Alle diese Tiere haben ein vortreffliches Gesicht.« Nun ist zweierlei
möglich. Entweder muß R. erklären, ich weiß es besser, da ich mehr
Elefanten geschossen habe, als alle diese Herren zusammengenommen. Das
ist sicherlich nicht wahr. Denn sonst würde er nicht bloß erzählen, daß
er einen Elefanten im Zoologischen Garten beobachtet hätte (S. 62).
Oder er besitzt die eherne Stirn, hier, wie so häufig, uns Jägerlatein
vorzutragen und, ohne selbst Elefanten gejagt zu haben, diese
Autoritäten zu bezichtigen, unrichtige Angaben gemacht zu haben.
Ich hätte ja noch viel mehr Leute nennen können, die genau Elefanten
kennen und ausdrücklich hervorheben, daß ihr Auge schwach sei, z.
B. Schillings (Mit Blitzlicht und Büchse, S. 125 u. S. 141). Ein
Jäger hat doch gewiß kein Interesse daran, das Auge eines erlegten
Ungetüms als schlecht zu bezeichnen. Das mindert doch augenscheinlich
seinen Jägerruhm. Tut er es trotzdem, so kann man ihm doch unbedingt
glauben. Gerade Schillings schildert den Elefanten als ein besonders
gefährliches Wild (S. 159). Nebenbei bemerke ich, daß dieser kühne
Afrikareisende sofort die Unterscheidung von Augen- und Nasentieren
übernommen hat (S. 235), auch neue Beispiele für das Zusammenwirken
beider anführt (Giraffe und 2 Elefanten S. 126). Ferner hat er auch den
Ausdruck »Post der Tiere« akzeptiert, man vergleiche Post des Nashorns
S. 175, Post des Nilpferdes S. 209. R. hingegen schreibt über die Post
der Tiere (S. 78): Meine Ausführungen sind »so überwältigend, daß ich
sie dringend zum Studium empfehle«. -- Jedes weitere Wort ist wohl
überflüssig.
Bei dem Bison hätte ich für das schwache Gesicht außer Brehm noch den
Präsidenten Roosevelt anführen können, der ein hervorragender Jäger
ist und eigenhändig Bisons erlegt hat. Auch hier erklärt R., daß er
vortrefflich sieht. Also R. hat auch in Amerika -- oder auf dem Monde?
-- Bisons gejagt und mehr geschossen als die gedachten Herren!
Überhaupt sind die Urteile, die R. über ausländische Tiere abgibt,
geradezu haarsträubend, so daß man darin bestärkt wird, er redet
lediglich vom Hörensagen. Einige Beispiele seien noch angeführt. Gegen
meine Tigertheorie (Abneigung des Stieres gegen rote Farbe), macht er
in der Deutschen Jägerzeitung (Bd. 44 S. 38) folgendes geltend: »Im
übrigen geht auch das stärkste Tier nie auf einen Tiger los, sondern
flüchtet vor ihm, solange es kann.« Dasselbe sagt er S. 15.
Daß in Wirklichkeit die Wildbüffel den Tiger oft angreifen, weiß
der geneigte Leser aus den Streifzügen S. 39. v. Wißmann hat selbst
beobachtet, daß ein Kaffernbüffel sogar einen Löwen vom Fraße
verscheuchte.
Ebenda S. 5 heißt es: »Der Hund ist das intelligenteste und
vielseitigste Tier. Der Affe erreicht ihn nicht im entferntesten.«
Nur jemand, der sich niemals mit Affen beschäftigt hat, kann einen
solchen Satz niederschreiben (vgl. Streifzüge S. 68).
Bd. 40 S. 157 schreibt er, daß die Affen ihre Kinder oft aus Liebe
ersticken, obwohl Brehm ausdrücklich erklärt, daß es in der Neuzeit
niemals beobachtet sei (Bd. 1 S. 49). -- Brehm erklärt die Affenbrücke
für eine Fabel, R. ist anderer Ansicht (S. 87). Brehm sagt auf Grund
eigener Beobachtungen, der Löwe brüllt, um die Herde zum Ausbrechen
zu veranlassen, R. dagegen sagt: »Nein, er brüllt aus hocherregter
Raubgier und im Vollgefühl seiner unbezwinglichen Kraft« (S. 13).
Im Anschluß hieran möchte ich noch über eigene Beobachtungen folgendes
bemerken. Wenn ich in einem Buche etwas beweisen will, so bin ich
Partei und -- wie in der Natur der Sache liegend -- befangen. Ich habe
deshalb nur solche Beobachtungen angeführt, die jeder nachprüfen kann.
Es beweist etwas, wenn ich sage, v. Wißmann, Horn, Marshall u. a.
sind der Ansicht, Vögel können nicht wittern. Dagegen ist es geradezu
lächerlich, wenn R. dagegen anführt (S. 52), er und mehrere Zuschauer
hätten gesehen, daß eine Amsel gewittert hätte. Wer waren denn die
andern Personen?
Kein Mensch kann, wie gesagt, alle Tiere in der Wildnis beobachtet
haben, selbst ein Brehm hat trotz seiner Reisen in andern Erdteilen
drei Viertel seiner Tierschilderungen andern Personen entlehnen
müssen. Dagegen haben wir jetzt einen Vorzug, den frühere Zeiten nicht
besaßen. Durch die zahlreichen Tierschilderungen haben wir jetzt das
Mittel der gegenseitigen Kontrolle. Ferner ist es klar, daß verwandte
Tiere verwandte Handlungen begehen. Ich möchte das an einem Beispiele
klarmachen. In »Zwinger und Feld« (vgl. Februarheft des »Kosmos«
II. S. XXIII) wird von einem Rebhuhn erzählt, das eine Verletzung
vortäuschte und dadurch einen Fuchs von seinen Jungen fortlockte.
Wer Tiere nicht kennt, wird als Skeptiker wahrscheinlich sagen: »Ja,
weiß man denn, ob es wahr ist?« Liest er hingegen in meinem Buche das
Kapitel: Verstellungskünste bei Vogeleltern und sieht, daß es sich hier
um einen bei fast allen Vögeln, insbesondere den Erdbrütern, üblichen
Kunstgriff handelt, so wird ihm die Sache ganz einleuchtend vorkommen.
Andererseits müßte er ja annehmen, daß Männer wie Naumann, Brehm usw.
sich vorgenommen hätten, ihren Lesern etwas vorzulügen und zufällig auf
denselben Schwindel geraten wären.
Das Mittel der gegenseitigen Kontrolle gibt mir sofort die Möglichkeit
zu sagen, ob eine Tiergeschichte wohl wahrscheinlich sei oder nicht.
Obwohl ich ferner diesen Grundsatz auch bei Autoritäten angewandt und
mich fast immer auf solche berufen habe, ist es mir trotzdem selbst
bei wohlwollenden Kritikern passiert, daß sie fragten: Ja, ist denn
das alles wahr, was Zell erzählt? Das kommt also vor, obwohl ich
fortwährend die Autoritäten nenne, auf die ich mich berufe. -- Ich muß
demnach meine Methode der Beweisführung für die allein richtige halten.
Doch ich kehre nach dieser Abschweifung zu den Tieren mit schwachen
Augen zurück, die es angeblich nach Rothe nicht gibt. So hätte ich --
wäre ich jemals auf den Gedanken gekommen, daß es bezweifelt würde --
noch eine größere Anzahl von Tieren mit schwachem Gesicht und eine
größere Anzahl von Autoritäten, die mir recht geben, anführen können.
Da aber z. B. bei der Spitzmaus die alten Römer bereits ein Sprichwort
hatten (vgl. S. 63), so hielt ich es für unmöglich, daß solche
Tatsachen in Deutschland »widerlegt« werden und zwar dadurch, daß ein
»Kritiker« erklärt, diese Tiere sehen sehr gut.
Wegen des Hundes wollte ich noch anführen, daß der Sachverständige
für die Deutsche Jäger-Zeitung, +Dr.+ Ströse, Verfasser des
Werkes: »Unsere Hunde«, bereits 1892 daselbst (Bd. II, S. 66 ff.),
was mir damals noch nicht bekannt war, ausführlich nachweist, daß der
Hund schlecht sieht. Wer das behauptet, ist nach R. (vgl. S. 40) ein
Ignorant. Also die Deutsche Jäger-Zeitung, deren Mitarbeiter R. ist,
hält sich zum Sachverständigen einen Ignoranten -- glücklicherweise
nur nach R.s Ansicht, während andere Tierkundige +Dr.+ Ströse
vollkommen recht geben.
Selbst von Hunden versteht also Forstmeister R. trotz 60jähriger
Beobachtung nichts.
Hinsichtlich der Pferde wollte ich bemerken, daß mir eine Autorität
auf diesem Gebiete, der gerichtliche Sachverständige für Pferde, Major
Schoenbeck, sowie zahlreiche Kavallerieoffiziere vollkommen recht
gegeben haben.
6. Am ergötzlichsten ist die Anmaßung, daß R., der fortwährend
betont, er habe sich im Freien herumgetrieben, trotzdem über meine
Homerabhandlungen absprechend urteilt (S. 80). War er in Feld und
Flur, dann kann er keine Homerstudien getrieben haben. Es ist ja nur
charakteristisch für diesen »Kritiker«, daß er fortwährend über Dinge
urteilt, die er nicht versteht.
7. Ein Eckstein meiner Beweisführung ist der Windhund, der nach
~Brehm~ gut äugt, aber schlecht wittert. Hier war R., der sonst
das Unglaublichste behauptet, mit seinem Jägerlatein zu Ende, denn dem
Leser zu erklären, das ist unwahr, der Windhund wittert vorzüglich, wie
er das bei anderen Tieren tut, schien ihm zu riskant. Wie widerlegt
er nun die meine Theorie überzeugend beweisende Tatsache, daß ein
ausnehmend gut sehender Hund dafür ausnehmend schlecht wittert? Man
lese (S. 24): »Es ist vom Windhund die Rede.« Das ist alles, was er zu
sagen hat.
8. Die tollste Leistung ist jedoch folgende. Während er in seiner
Gegenschrift mit dem Brustton der Überzeugung erklärt, daß es
Schöpfungskrüppel nicht gebe, hat er zwei Jahre früher in der Deutschen
Jäger-Zeitung einen Artikel über die Seele der Tiere veröffentlicht
(Bd. 40, S. 107 ff.), der genau das Gegenteil sagt, denn z. B. heißt
es vom Hunde (S. 124), daß sein Auge Einzelheiten nicht erkennt (worin
eben das Wesen des schwachen Gesichts besteht). Ferner berichtet
er vom Wildschweine (S. 427), daß sein Gesicht außerordentlich
schwach sei! Für Zweifler führe ich die Stelle wörtlich an: »Bei
einer Wildart jedoch glaube ich mich überzeugt zu haben, daß ~das
Gesicht ganz außerordentlich schwach ist~, nämlich bei den Sauen.
Oft zog Schwarzwild nahe an mich heran, namentlich auch Bachen mit
Frischlingen, obwohl ich der Beobachtung halber auf Deckung verzichtet
hatte« usw. Also nachdem eine »Vorsehung« -- wie er äußert -- (vgl. S.
8) ihn 57 Jahre lang Tiere beobachten ließ, kam er zu dem Resultate,
daß manche schlecht sehen. Drei Jahre später ist das schon völliger
Unsinn. Und zwar liegt hier kein Versehen oder Mißverständnis vor, denn
er setzt auf mehreren Seiten (54 ff.) auseinander, daß das Schwarzwild
gut sieht. Früher sah der Hase bei Mondschein gut, was auch meine
Ansicht ist, da alle schwachsichtigen Tiere in der Nacht wegen ihrer
großen Pupillen mindestens ebensogut sehen wie der Mensch, der wie die
Tagvögel und Tagaffen ein Tagseher ist. Jetzt sieht der Hase plötzlich
auch am Tage gut (S. 46). Dabei handelt es sich um die bekanntesten
heimischen Tiere. -- Welche Meinung wird er einige Jahre später in
die Welt als die allein richtige ausposaunen? -- Diese Proben von
dem »Kritiker« R. dürften wohl genügen, sonst stehe ich mit weiteren
Mitteilungen zur Verfügung.
Mancher Leser dürfte darüber erstaunt sein, daß ich diese Entgegnung
nicht früher veröffentlicht habe. Darauf kann ich nur erwidern,
daß ich Wichtigeres zu tun habe. So habe ich inzwischen eine Reihe
interessanter Arbeiten veröffentlicht, z. B. die Entstehung der
Rechtshändigkeit, den Ursprung des Werwolfs- und Gorgonenmythus, die
Wünschelrute usw. Andere große Arbeiten harren dagegen noch immer der
Erledigung. So wollte ich bereits seit Jahren ein umfangreiches Werk
über die Homermythen veröffentlichen, bin jedoch noch immer nicht dazu
gekommen. Ebenso tut es mir sehr leid, daß eine Menge von Zuschriften
wegen Zeitmangels noch immer nicht erledigt werden konnte.
Ihre Beantwortung wäre mir um vieles angenehmer gewesen als diese
Entgegnung, was mir wohl jeder Leser ohne weitere Versicherung glauben
wird. Nur mit Widerwillen habe ich mich mit einem Gegner befaßt, dessen
Kampfmethoden ich soeben geschildert habe, der namentlich hin und her
schwankt und heute etwas für Unsinn erklärt, wofür er vor einiger
Zeit selbst eingetreten ist. -- Brehm schreibt von der in Südeuropa
hausenden Blindmaus, also einem Säugetier, einem Nager, der gewiß
ein scharfes Auge zum Schutze gegen seine Feinde nötig hätte, da er
sich gern sonnt (Bd. II, S. 399): »Die Augen haben kaum die Größe
eines Mohnkorns und liegen ~unter der Haut~ verborgen, ~können
also zum Sehen nicht benutzt werden~.« Hiermit vergleiche man
R.: »Die Tiere sind überreichlich mit Mitteln und Waffen versehen,
Schöpfungskrüppel gibt es nicht, die Sinnesorganisation der Tiere ist
genau dieselbe wie die der Menschen« usw. -- Würde die Bezeichnung
»Geschwätz« für diese Behauptungen nicht eine große Schmeichelei sein?
Naturwissenschaftliche Bildung ist die Forderung des Tages!
Zum Beitritt in den »Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde«, laden wir
alle Naturfreunde
jeden Standes sowie alle _Schulen, Volksbüchereien, Vereine usw._
ein. -- Außer dem geringen
_Jahresbeitrag von nur M 4.80_
(Beim Bezug durch den Buchhandel 20 Pf. Bestellgeld, durch die Post
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= K 5.80 h ö. W. = Frs 6.40 erwachsen dem Mitglied =keinerlei=
Verpflichtungen, dagegen werden ihm folgende _große Vorteile
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Jahresbeitrag im Jahre 1912 =kostenlos=:
I. =Die Monatschrift Kosmos, Handweiser für Naturfreunde.= Reich
illustr. Mit mehreren Beiblättern (siehe S. 3 des Prospektes) Preis
für Nichtmitglieder M 3.--.
II. =Die ordentlichen Veröffentlichungen.=
Nichtmitglieder zahlen den Einzelpreis von M 1.-- pro Band.
Ch. Gibson-H. Günther, Was ist Elektrizität?
Dr. F. Dannemann, Wie unser Weltbild entstand.
Dr. K. Floericke, Kriechtiere und Lurche fremder Länder.
Prof. Dr. K. Weule, Die Urgesellschaft und ihre Lebensfürsorge.
Dr. A. Koelsch, Die Erschaffung der Seele.
Änderungen vorbehalten.
III. =Vergünstigungen beim Bezuge von hervorragenden
naturwissenschaftlichen Werken= (siehe Seite 7 des Prospektes).
[symbol] ~Jede Buchhandlung~ nimmt Beitrittserklärungen entgegen
und besorgt die Zusendung. Gegebenenfalls wende man sich an die
Geschäftsstelle des Kosmos in Stuttgart.
Jedermann kann jederzeit Mitglied werden.
Bereits Erschienenes wird nachgeliefert.
Satzung
§ 1. Die Gesellschaft Kosmos (eine freie Vereinigung der Naturfreunde
auf geschäftlicher Grundlage) will in erster Linie die Kenntnis
der Naturwissenschaften und damit die Freude an der Natur und das
Verständnis ihrer Erscheinungen in den weitesten Kreisen unseres
Volkes verbreiten.
§ 2. Dieses Ziel sucht die Gesellschaft zu erreichen: durch die
Herausgabe eines den Mitgliedern =kostenlos= zur Verfügung
gestellten naturwissenschaftlichen Handweisers (§ 5); durch Herausgabe
neuer, von hervorragenden Autoren verfaßter, im guten Sinne
gemeinverständlicher Werke naturwissenschaftlichen Inhalts, die sie
ihren Mitgliedern =unentgeltlich= oder zu =einem besonders
billigen Preise= zugänglich macht, usw.
§ 3. Die Gründer der Gesellschaft bilden den geschäftsführenden
Ausschuß, den Vorstand usw.
§ 4. =Mitglied kann jeder werden=, der sich zu einem
Jahresbeitrag von M 4.80 = K 5.80 h ö. W. = Frs 6.40 (exkl. Porto)
verpflichtet. Andere Verpflichtungen und Rechte, als in dieser Satzung
angegeben sind, erwachsen den Mitgliedern nicht. Der Eintritt kann
jederzeit erfolgen; bereits Erschienenes wird nachgeliefert. Der
Austritt ist gegebenenfalls bis 1. Oktober des Jahres anzuzeigen,
womit alle weiteren Ansprüche an die Gesellschaft erlöschen.
§ 5. Siehe vorige Seite.
§ 6. Die Geschäftsstelle befindet sich bei der =Franckh'schen
Verlagshandlung, Stuttgart=, Pfizerstraße 5. Alle Zuschriften,
Sendungen und Zahlungen (vgl. § 5) sind, soweit sie nicht durch eine
Buchhandlung Erledigung finden konnten, dahin zu richten.
Kosmos
Handweiser für Naturfreunde
Erscheint jährlich zwölfmal -- 2 bis 3 Bogen stark -- und enthält:
=Originalaufsätze= von allgemeinem Interesse aus sämtlichen
Gebieten der Naturwissenschaften. Reich illustriert.
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Forschungen auf allen Gebieten der Naturwissenschaft.
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aus dem Leserkreise.
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Dem »Handweiser« werden kostenlos beigegeben die illustr. Beiblätter:
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Naturwissenschaft ▪▪ Technik und Naturwissenschaft ▪▪ Haus, Garten und
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Probehefte durch jede Buchhandlung oder direkt.
Im Jahre 1912 erhalten die Mitglieder außer der reichhaltigen
Vereinszeitschrift (jährlich 12 umfangreiche, reich illustr. Hefte) die
folgenden ordentlichen Veröffentlichungen kostenfrei:
Wie unser Weltbild entstand
Eine Geschichte der Anschauungen über den Bau des Weltalls vom Altertum
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Von =Dr. F. Dannemann=
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Im Wandel des Weltbildes, also des Bildes, das sich die Völker,
das sich die einzelnen Menschen vom Weltall machten, spiegelt sich
die Geschichte der Menschheit selber wieder. Dannemann rollt diese
Geschichte in scharf ineinandergreifenden Bildern in seinem Bändchen
vor uns auf. Wir hören von den Anfängen der Wissenschaft bei Chaldäern
und Ägyptern, stehen mit ihnen im heißen Wüstensand und starren empor
zu den ewigen funkelnden Sternen. Die Astrologen wollen uns ihre
Wunder glauben machen, aber die kühle Wissenschaft der Griechen jagt
die Nebel von dannen, und wir sehen hier bereits Spuren der späteren
reifen Erkenntnis auftauchen, die allerdings die Nebel der Zeit doch
wieder verhüllen. Nieder geht die Wissenschaft im alten Rom und dann
kommt das Mittelalter mit seinem tiefen Geistesschlaf, aus dem nur
einzelne Gipfel, in lichter Morgensonne leuchtend, ragen. Giordano
Bruno, der Dominikanermönch, schleudert mit mächtigem Schwunge die
Sonne als Stern unter Sternen hinaus in den eisigen Raum. Er büßt
auf dem Scheiterhaufen seine Verwegenheit, aber die Vielheit der
Welten ist einmal ausgesprochen und damit die Sonderstellung der Erde
erschüttert. Dann sitzt Galilei droben auf seiner Sternwarte und sieht
die Monde des Jupiter leuchten und schwingen, und er erkennt die Erde
als Sonnentrabant. +Eppur si muove+ -- und sie bewegt sich doch
-- so klingt das so bezeichnende, ihm zugeschriebene Wort, mit dem
er seine Hoffnungen begräbt, hinaus in die Weite. Dann aber kommen
Kepler, Kopernikus und Newton und mit ihnen die reine Mathematik, die
strenge Rechnerin, die ihre Netze über das All wirft, einzufangen und
zu berechnen, und so zu beweisen, was Denken und Forschen uns verriet.
Von da ab geht's aufwärts und immer aufwärts. Licht über Licht flutet
auf uns herein, und am Schluß stehen wir stolz vor dem Erreichten
und demütig vor dem Unerforschlichen, das wir mit Goethes Wort ruhig
verehren.
Was ist Elektrizität?
Die Naturgeschichte eines Elektrons
von Charles Gibson
Nach dem Englischen frei bearbeitet von =Hanns Günther=
Mit zahlreichen Abbildungen
Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.-- In Leinwand
gebunden M 1.80
[Illustration]
Was ist Elektrizität? Eine inhaltschwere Frage liegt in diesem Titel,
eine Frage, an deren Lösung Jahrhunderte vergeblich gerätselt haben,
weil sie den Forschern immer wieder unter der Hand entglitt. Das
letzte Jahrzehnt, das beginnende 20. Jahrhundert erst hat die dunkle
Pforte soweit erschlossen, daß wir langsam Licht zu sehen beginnen,
wo vorher tiefer schwarzer Schatten war. Nach der heute geltenden
Theorie erscheint uns Elektrizität als das wechselvolle Spiel winzig
kleiner Teilchen, die man Elektronen nennt. Wie man sie fand, wie man
ihr Wesen erkannte, wie sie schaffen und wirken, um uns zu dienen und
zu helfen, das alles erzählt uns dieses kleine Bändchen -- läßt es uns
erzählen von einem Elektron selber, das aus der Schar seiner Genossen
erwählt ward, uns sichere Kunde zu bringen von jenem neuen großen
Reich. Die ganzen Wunder der Elektrik wachsen hier langsam vor unseren
Augen empor; erst groß und mächtig und überwältigend, daß wir sie kaum
erfassen können. Und dann plötzlich vertraut und verständlich, weil wir
hinter ihre Ursachen sehen. Es ist ein Buch, das Gegenstücke hat in der
Geschichte der Physik, ~aber es hat keine Vorläufer~, und darum
wird es jedem Neues und Gutes bringen.
Die Urgesellschaft und ihre Lebensfürsorge
Anfänge und Urformen der menschlichen Wirtschaft u. Organisation
Von =Dr. Karl Weule=
Direktor des Museums für Völkerkunde und
:: Professor an der Universität zu Leipzig ::
Mit zahlreichen Abbildungen
Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.-- In Leinen
gebunden M 1.80
Der »Kultur der Kulturlosen« und den »Kulturelementen« läßt
der bekannte Ethnolog in diesem dritten Bändchen seiner Serie
die Schilderung der Anfänge des menschlichen Wirtschafts- und
Gesellschaftslebens folgen. Auch hier führt er uns aus dem
Völkerleben der Vergangenheit und der Gegenwart eine solche Fülle
der eigenartigsten und interessantesten Erscheinungen vor, daß es,
wie immer, eine wahre Freude ist, unter der lebendigen Führung des
Gelehrten zu sehen, nein zu erleben, wie der Primitive sich seinen
Lebensunterhalt erkämpft, wie er anderseits des Lebens Annehmlichkeiten
nach seiner Weise genießt, wie er fast überall zu einem wirklichen
Handelsverkehr emporsteigt, zu dessen leichterer Abwicklung er sogar
die seltsamsten Geldsorten erfindet, und wie er endlich den Raum durch
bestimmte Verkehrsmittel zu besiegen gewußt hat. Noch fesselnder
sind die Ausblicke auf die so vielumstrittenen Ausgangsformen der
menschlichen Gesellschaft und deren Weiterbildung.
Kriechtiere und Lurche fremder Länder
Von =Dr. Kurt Floericke=
Mit zahlreichen Abbildungen
[Illustration]
Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.-- In Leinen
gebunden M 1.80