Ferner lesen wir gleich im Eingang auf S. 11 den Grundgedanken

(wiederholt auf S. 60 und 80), daß die Sinnesorganisation des Tieres

genau der dem Menschen verliehenen Ausrüstung entspricht. Hieraus geht

hervor, daß R. nicht die elementarsten Kenntnisse in der Tierkunde

besitzt. Ich will hier nur die Fledermäuse anführen, also Säugetiere,

die dem Menschen sehr nahe stehen. Bei Brehm (2. Aufl. Bd. 1 S. 286)

heißt es, daß einige Arten besonders kleine Augen haben und diese so

unter dichten Gesichtshaaren versteckt stehen, ~daß sie unmöglich dem

Zwecke des Sehens entsprechen können~. Schon vor vielen Jahrzehnten

hat man festgestellt, daß Fledermäuse, denen man die Augen zuklebte,

trotzdem den feinsten Fäden auswichen, daß sie sich also durch ihr

feines Tastgefühl orientieren, während ihr Sehvermögen fast null

ist. Im »Zoologischen Garten« sind mehrfach Fälle angeführt, wonach

vollständig erblindete Fledermäuse gefangen wurden, die sich trotzdem

in gutem Nährzustande befanden. Man stoße einen blinden Menschen in die

Wildnis, wo Feinde lauern, und überlasse ihn seinem Schicksal. Nach

wenigen Tagen dürfte er ausgelitten haben. Von dem Blindmull (+talpa

caeca+), der Blindmaus (+mus typhlus+) usw., scheint R. niemals etwas

gehört zu haben. Und ein »Kritiker«, dem die einfachsten Kenntnisse der

heimischen bezw. europäischen Tierwelt fehlen, beurteilt ein Buch, das

die Kenntnis der gesamten Tierwelt voraussetzt.

5. R. betont, daß er nur eigene Beobachtungen bringe. So heißt es

auf S. 61: Alles, was ich gebe, ist durchaus selbst erlebt. Da

selbst ein Niedick, der in 5 Erdteilen gejagt hat, eine Unmenge

Tiere niemals aus eigener Anschauung kennen gelernt hat, so ist es

selbstverständlich ein Unding, daß ein einzelner Mensch alle Tiere in

der Wildnis genügend beobachtet hat. Nebenbei bemerkt, kosten solche

Reisen ein ganzes Vermögen und viele Jahre. Ich nehme also von R. an,

daß er nur die wenigen Tiere der Heimat kennt bezw. zu kennen glaubt,

und daß er niemals außerhalb Deutschland gejagt hat. Selbst auf den

Redaktionen wußte man nichts davon. Da R. allein über die Fährten

zweier versprengten Wölfe seitenlang berichtet, so muß man bei seiner

Weitschweifigkeit annehmen, daß er über einen erlegten Bären mindestens

ein ganzes Werk geschrieben hätte.

Auf S. 187 gebe ich ein Verzeichnis der Augen- und Nasentiere.

Hierzu schreibt der »Kritiker« (S. 29): »Tierkundige mögen sich an

diesem Verzeichnis prüfen.« Hier gibt R. freimütig zu, daß er zu den

Tierkundigen nicht gehört.

Es ist doch wirklich eine unerhörte Leistung, daß R. die ausländischen

Tiere in der Freiheit nicht kennen gelernt hat und trotzdem

apodiktische Urteile über sie abgibt. Der Leser urteile selbst darüber.

Ich führe ca. 20 Tiere mit schwachem Gesicht an, bei sechs gebe ich

sogar die Urteile wortgetreu von bekannten Autoritäten an, z. B. bei

Elefant und Bison. Brehm, Haacke-Kuhnert und v. Wißmann erklären z.

B. das Auge des Elefanten für schwach. R. dagegen erklärt (S. 24):

»Alle diese Tiere haben ein vortreffliches Gesicht.« Nun ist zweierlei

möglich. Entweder muß R. erklären, ich weiß es besser, da ich mehr

Elefanten geschossen habe, als alle diese Herren zusammengenommen. Das

ist sicherlich nicht wahr. Denn sonst würde er nicht bloß erzählen, daß

er einen Elefanten im Zoologischen Garten beobachtet hätte (S. 62).

Oder er besitzt die eherne Stirn, hier, wie so häufig, uns Jägerlatein

vorzutragen und, ohne selbst Elefanten gejagt zu haben, diese

Autoritäten zu bezichtigen, unrichtige Angaben gemacht zu haben.

Ich hätte ja noch viel mehr Leute nennen können, die genau Elefanten

kennen und ausdrücklich hervorheben, daß ihr Auge schwach sei, z.

B. Schillings (Mit Blitzlicht und Büchse, S. 125 u. S. 141). Ein

Jäger hat doch gewiß kein Interesse daran, das Auge eines erlegten

Ungetüms als schlecht zu bezeichnen. Das mindert doch augenscheinlich

seinen Jägerruhm. Tut er es trotzdem, so kann man ihm doch unbedingt

glauben. Gerade Schillings schildert den Elefanten als ein besonders

gefährliches Wild (S. 159). Nebenbei bemerke ich, daß dieser kühne

Afrikareisende sofort die Unterscheidung von Augen- und Nasentieren

übernommen hat (S. 235), auch neue Beispiele für das Zusammenwirken

beider anführt (Giraffe und 2 Elefanten S. 126). Ferner hat er auch den

Ausdruck »Post der Tiere« akzeptiert, man vergleiche Post des Nashorns

S. 175, Post des Nilpferdes S. 209. R. hingegen schreibt über die Post

der Tiere (S. 78): Meine Ausführungen sind »so überwältigend, daß ich

sie dringend zum Studium empfehle«. -- Jedes weitere Wort ist wohl

überflüssig.

Bei dem Bison hätte ich für das schwache Gesicht außer Brehm noch den

Präsidenten Roosevelt anführen können, der ein hervorragender Jäger

ist und eigenhändig Bisons erlegt hat. Auch hier erklärt R., daß er

vortrefflich sieht. Also R. hat auch in Amerika -- oder auf dem Monde?

-- Bisons gejagt und mehr geschossen als die gedachten Herren!

Überhaupt sind die Urteile, die R. über ausländische Tiere abgibt,

geradezu haarsträubend, so daß man darin bestärkt wird, er redet

lediglich vom Hörensagen. Einige Beispiele seien noch angeführt. Gegen

meine Tigertheorie (Abneigung des Stieres gegen rote Farbe), macht er

in der Deutschen Jägerzeitung (Bd. 44 S. 38) folgendes geltend: »Im

übrigen geht auch das stärkste Tier nie auf einen Tiger los, sondern

flüchtet vor ihm, solange es kann.« Dasselbe sagt er S. 15.

Daß in Wirklichkeit die Wildbüffel den Tiger oft angreifen, weiß

der geneigte Leser aus den Streifzügen S. 39. v. Wißmann hat selbst

beobachtet, daß ein Kaffernbüffel sogar einen Löwen vom Fraße

verscheuchte.

Ebenda S. 5 heißt es: »Der Hund ist das intelligenteste und

vielseitigste Tier. Der Affe erreicht ihn nicht im entferntesten.«

Nur jemand, der sich niemals mit Affen beschäftigt hat, kann einen

solchen Satz niederschreiben (vgl. Streifzüge S. 68).

Bd. 40 S. 157 schreibt er, daß die Affen ihre Kinder oft aus Liebe

ersticken, obwohl Brehm ausdrücklich erklärt, daß es in der Neuzeit

niemals beobachtet sei (Bd. 1 S. 49). -- Brehm erklärt die Affenbrücke

für eine Fabel, R. ist anderer Ansicht (S. 87). Brehm sagt auf Grund

eigener Beobachtungen, der Löwe brüllt, um die Herde zum Ausbrechen

zu veranlassen, R. dagegen sagt: »Nein, er brüllt aus hocherregter

Raubgier und im Vollgefühl seiner unbezwinglichen Kraft« (S. 13).

Im Anschluß hieran möchte ich noch über eigene Beobachtungen folgendes

bemerken. Wenn ich in einem Buche etwas beweisen will, so bin ich

Partei und -- wie in der Natur der Sache liegend -- befangen. Ich habe

deshalb nur solche Beobachtungen angeführt, die jeder nachprüfen kann.

Es beweist etwas, wenn ich sage, v. Wißmann, Horn, Marshall u. a.

sind der Ansicht, Vögel können nicht wittern. Dagegen ist es geradezu

lächerlich, wenn R. dagegen anführt (S. 52), er und mehrere Zuschauer

hätten gesehen, daß eine Amsel gewittert hätte. Wer waren denn die

andern Personen?

Kein Mensch kann, wie gesagt, alle Tiere in der Wildnis beobachtet

haben, selbst ein Brehm hat trotz seiner Reisen in andern Erdteilen

drei Viertel seiner Tierschilderungen andern Personen entlehnen

müssen. Dagegen haben wir jetzt einen Vorzug, den frühere Zeiten nicht

besaßen. Durch die zahlreichen Tierschilderungen haben wir jetzt das

Mittel der gegenseitigen Kontrolle. Ferner ist es klar, daß verwandte

Tiere verwandte Handlungen begehen. Ich möchte das an einem Beispiele

klarmachen. In »Zwinger und Feld« (vgl. Februarheft des »Kosmos«

II. S. XXIII) wird von einem Rebhuhn erzählt, das eine Verletzung

vortäuschte und dadurch einen Fuchs von seinen Jungen fortlockte.

Wer Tiere nicht kennt, wird als Skeptiker wahrscheinlich sagen: »Ja,

weiß man denn, ob es wahr ist?« Liest er hingegen in meinem Buche das

Kapitel: Verstellungskünste bei Vogeleltern und sieht, daß es sich hier

um einen bei fast allen Vögeln, insbesondere den Erdbrütern, üblichen

Kunstgriff handelt, so wird ihm die Sache ganz einleuchtend vorkommen.

Andererseits müßte er ja annehmen, daß Männer wie Naumann, Brehm usw.

sich vorgenommen hätten, ihren Lesern etwas vorzulügen und zufällig auf

denselben Schwindel geraten wären.

Das Mittel der gegenseitigen Kontrolle gibt mir sofort die Möglichkeit

zu sagen, ob eine Tiergeschichte wohl wahrscheinlich sei oder nicht.

Obwohl ich ferner diesen Grundsatz auch bei Autoritäten angewandt und

mich fast immer auf solche berufen habe, ist es mir trotzdem selbst

bei wohlwollenden Kritikern passiert, daß sie fragten: Ja, ist denn

das alles wahr, was Zell erzählt? Das kommt also vor, obwohl ich

fortwährend die Autoritäten nenne, auf die ich mich berufe. -- Ich muß

demnach meine Methode der Beweisführung für die allein richtige halten.

Doch ich kehre nach dieser Abschweifung zu den Tieren mit schwachen

Augen zurück, die es angeblich nach Rothe nicht gibt. So hätte ich --

wäre ich jemals auf den Gedanken gekommen, daß es bezweifelt würde --

noch eine größere Anzahl von Tieren mit schwachem Gesicht und eine

größere Anzahl von Autoritäten, die mir recht geben, anführen können.

Da aber z. B. bei der Spitzmaus die alten Römer bereits ein Sprichwort

hatten (vgl. S. 63), so hielt ich es für unmöglich, daß solche

Tatsachen in Deutschland »widerlegt« werden und zwar dadurch, daß ein

»Kritiker« erklärt, diese Tiere sehen sehr gut.

Wegen des Hundes wollte ich noch anführen, daß der Sachverständige

für die Deutsche Jäger-Zeitung, +Dr.+ Ströse, Verfasser des

Werkes: »Unsere Hunde«, bereits 1892 daselbst (Bd. II, S. 66 ff.),

was mir damals noch nicht bekannt war, ausführlich nachweist, daß der

Hund schlecht sieht. Wer das behauptet, ist nach R. (vgl. S. 40) ein

Ignorant. Also die Deutsche Jäger-Zeitung, deren Mitarbeiter R. ist,

hält sich zum Sachverständigen einen Ignoranten -- glücklicherweise

nur nach R.s Ansicht, während andere Tierkundige +Dr.+ Ströse

vollkommen recht geben.

Selbst von Hunden versteht also Forstmeister R. trotz 60jähriger

Beobachtung nichts.

Hinsichtlich der Pferde wollte ich bemerken, daß mir eine Autorität

auf diesem Gebiete, der gerichtliche Sachverständige für Pferde, Major

Schoenbeck, sowie zahlreiche Kavallerieoffiziere vollkommen recht

gegeben haben.

6. Am ergötzlichsten ist die Anmaßung, daß R., der fortwährend

betont, er habe sich im Freien herumgetrieben, trotzdem über meine

Homerabhandlungen absprechend urteilt (S. 80). War er in Feld und

Flur, dann kann er keine Homerstudien getrieben haben. Es ist ja nur

charakteristisch für diesen »Kritiker«, daß er fortwährend über Dinge

urteilt, die er nicht versteht.

7. Ein Eckstein meiner Beweisführung ist der Windhund, der nach

~Brehm~ gut äugt, aber schlecht wittert. Hier war R., der sonst

das Unglaublichste behauptet, mit seinem Jägerlatein zu Ende, denn dem

Leser zu erklären, das ist unwahr, der Windhund wittert vorzüglich, wie

er das bei anderen Tieren tut, schien ihm zu riskant. Wie widerlegt

er nun die meine Theorie überzeugend beweisende Tatsache, daß ein

ausnehmend gut sehender Hund dafür ausnehmend schlecht wittert? Man

lese (S. 24): »Es ist vom Windhund die Rede.« Das ist alles, was er zu

sagen hat.

8. Die tollste Leistung ist jedoch folgende. Während er in seiner

Gegenschrift mit dem Brustton der Überzeugung erklärt, daß es

Schöpfungskrüppel nicht gebe, hat er zwei Jahre früher in der Deutschen

Jäger-Zeitung einen Artikel über die Seele der Tiere veröffentlicht

(Bd. 40, S. 107 ff.), der genau das Gegenteil sagt, denn z. B. heißt

es vom Hunde (S. 124), daß sein Auge Einzelheiten nicht erkennt (worin

eben das Wesen des schwachen Gesichts besteht). Ferner berichtet

er vom Wildschweine (S. 427), daß sein Gesicht außerordentlich

schwach sei! Für Zweifler führe ich die Stelle wörtlich an: »Bei

einer Wildart jedoch glaube ich mich überzeugt zu haben, daß ~das

Gesicht ganz außerordentlich schwach ist~, nämlich bei den Sauen.

Oft zog Schwarzwild nahe an mich heran, namentlich auch Bachen mit

Frischlingen, obwohl ich der Beobachtung halber auf Deckung verzichtet

hatte« usw. Also nachdem eine »Vorsehung« -- wie er äußert -- (vgl. S.

8) ihn 57 Jahre lang Tiere beobachten ließ, kam er zu dem Resultate,

daß manche schlecht sehen. Drei Jahre später ist das schon völliger

Unsinn. Und zwar liegt hier kein Versehen oder Mißverständnis vor, denn

er setzt auf mehreren Seiten (54 ff.) auseinander, daß das Schwarzwild

gut sieht. Früher sah der Hase bei Mondschein gut, was auch meine

Ansicht ist, da alle schwachsichtigen Tiere in der Nacht wegen ihrer

großen Pupillen mindestens ebensogut sehen wie der Mensch, der wie die

Tagvögel und Tagaffen ein Tagseher ist. Jetzt sieht der Hase plötzlich

auch am Tage gut (S. 46). Dabei handelt es sich um die bekanntesten

heimischen Tiere. -- Welche Meinung wird er einige Jahre später in

die Welt als die allein richtige ausposaunen? -- Diese Proben von

dem »Kritiker« R. dürften wohl genügen, sonst stehe ich mit weiteren

Mitteilungen zur Verfügung.

Mancher Leser dürfte darüber erstaunt sein, daß ich diese Entgegnung

nicht früher veröffentlicht habe. Darauf kann ich nur erwidern,

daß ich Wichtigeres zu tun habe. So habe ich inzwischen eine Reihe

interessanter Arbeiten veröffentlicht, z. B. die Entstehung der

Rechtshändigkeit, den Ursprung des Werwolfs- und Gorgonenmythus, die

Wünschelrute usw. Andere große Arbeiten harren dagegen noch immer der

Erledigung. So wollte ich bereits seit Jahren ein umfangreiches Werk

über die Homermythen veröffentlichen, bin jedoch noch immer nicht dazu

gekommen. Ebenso tut es mir sehr leid, daß eine Menge von Zuschriften

wegen Zeitmangels noch immer nicht erledigt werden konnte.

Ihre Beantwortung wäre mir um vieles angenehmer gewesen als diese

Entgegnung, was mir wohl jeder Leser ohne weitere Versicherung glauben

wird. Nur mit Widerwillen habe ich mich mit einem Gegner befaßt, dessen

Kampfmethoden ich soeben geschildert habe, der namentlich hin und her

schwankt und heute etwas für Unsinn erklärt, wofür er vor einiger

Zeit selbst eingetreten ist. -- Brehm schreibt von der in Südeuropa

hausenden Blindmaus, also einem Säugetier, einem Nager, der gewiß

ein scharfes Auge zum Schutze gegen seine Feinde nötig hätte, da er

sich gern sonnt (Bd. II, S. 399): »Die Augen haben kaum die Größe

eines Mohnkorns und liegen ~unter der Haut~ verborgen, ~können

also zum Sehen nicht benutzt werden~.« Hiermit vergleiche man

R.: »Die Tiere sind überreichlich mit Mitteln und Waffen versehen,

Schöpfungskrüppel gibt es nicht, die Sinnesorganisation der Tiere ist

genau dieselbe wie die der Menschen« usw. -- Würde die Bezeichnung

»Geschwätz« für diese Behauptungen nicht eine große Schmeichelei sein?

Naturwissenschaftliche Bildung ist die Forderung des Tages!

Zum Beitritt in den »Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde«, laden wir

alle Naturfreunde

jeden Standes sowie alle _Schulen, Volksbüchereien, Vereine usw._

ein. -- Außer dem geringen

_Jahresbeitrag von nur M 4.80_

(Beim Bezug durch den Buchhandel 20 Pf. Bestellgeld, durch die Post

Porto besonders.)

= K 5.80 h ö. W. = Frs 6.40 erwachsen dem Mitglied =keinerlei=

Verpflichtungen, dagegen werden ihm folgende _große Vorteile

geboten_:

Die Mitglieder erhalten laut § 5 als Gegenleistung für ihren

Jahresbeitrag im Jahre 1912 =kostenlos=:

I. =Die Monatschrift Kosmos, Handweiser für Naturfreunde.= Reich

illustr. Mit mehreren Beiblättern (siehe S. 3 des Prospektes) Preis

für Nichtmitglieder M 3.--.

II. =Die ordentlichen Veröffentlichungen.=

Nichtmitglieder zahlen den Einzelpreis von M 1.-- pro Band.

Ch. Gibson-H. Günther, Was ist Elektrizität?

Dr. F. Dannemann, Wie unser Weltbild entstand.

Dr. K. Floericke, Kriechtiere und Lurche fremder Länder.

Prof. Dr. K. Weule, Die Urgesellschaft und ihre Lebensfürsorge.

Dr. A. Koelsch, Die Erschaffung der Seele.

Änderungen vorbehalten.

III. =Vergünstigungen beim Bezuge von hervorragenden

naturwissenschaftlichen Werken= (siehe Seite 7 des Prospektes).

[symbol] ~Jede Buchhandlung~ nimmt Beitrittserklärungen entgegen

und besorgt die Zusendung. Gegebenenfalls wende man sich an die

Geschäftsstelle des Kosmos in Stuttgart.

Jedermann kann jederzeit Mitglied werden.

Bereits Erschienenes wird nachgeliefert.

Satzung

§ 1. Die Gesellschaft Kosmos (eine freie Vereinigung der Naturfreunde

auf geschäftlicher Grundlage) will in erster Linie die Kenntnis

der Naturwissenschaften und damit die Freude an der Natur und das

Verständnis ihrer Erscheinungen in den weitesten Kreisen unseres

Volkes verbreiten.

§ 2. Dieses Ziel sucht die Gesellschaft zu erreichen: durch die

Herausgabe eines den Mitgliedern =kostenlos= zur Verfügung

gestellten naturwissenschaftlichen Handweisers (§ 5); durch Herausgabe

neuer, von hervorragenden Autoren verfaßter, im guten Sinne

gemeinverständlicher Werke naturwissenschaftlichen Inhalts, die sie

ihren Mitgliedern =unentgeltlich= oder zu =einem besonders

billigen Preise= zugänglich macht, usw.

§ 3. Die Gründer der Gesellschaft bilden den geschäftsführenden

Ausschuß, den Vorstand usw.

§ 4. =Mitglied kann jeder werden=, der sich zu einem

Jahresbeitrag von M 4.80 = K 5.80 h ö. W. = Frs 6.40 (exkl. Porto)

verpflichtet. Andere Verpflichtungen und Rechte, als in dieser Satzung

angegeben sind, erwachsen den Mitgliedern nicht. Der Eintritt kann

jederzeit erfolgen; bereits Erschienenes wird nachgeliefert. Der

Austritt ist gegebenenfalls bis 1. Oktober des Jahres anzuzeigen,

womit alle weiteren Ansprüche an die Gesellschaft erlöschen.

§ 5. Siehe vorige Seite.

§ 6. Die Geschäftsstelle befindet sich bei der =Franckh'schen

Verlagshandlung, Stuttgart=, Pfizerstraße 5. Alle Zuschriften,

Sendungen und Zahlungen (vgl. § 5) sind, soweit sie nicht durch eine

Buchhandlung Erledigung finden konnten, dahin zu richten.

Kosmos

Handweiser für Naturfreunde

Erscheint jährlich zwölfmal -- 2 bis 3 Bogen stark -- und enthält:

=Originalaufsätze= von allgemeinem Interesse aus sämtlichen

Gebieten der Naturwissenschaften. Reich illustriert.

=Regelmäßig orientierende Berichte= über Fortschritte und neue

Forschungen auf allen Gebieten der Naturwissenschaft.

=Auskunftsstelle -- Interessante kleine Mitteilungen.=

=Mitteilungen über Naturbeobachtungen=, Vorschläge und Anfragen

aus dem Leserkreise.

=Bibliographische Notizen= über bemerkenswerte neue Erscheinungen

der deutschen naturwissenschaftlichen Literatur.

Dem »Handweiser« werden kostenlos beigegeben die illustr. Beiblätter:

Wandern und Reisen ▪▪ Aus Wald und Heide ▪▪ Photographie und

Naturwissenschaft ▪▪ Technik und Naturwissenschaft ▪▪ Haus, Garten und

Feld ▪▪ Die Natur in der Kunst ▪▪ Lesefrüchte.

Der »Kosmos« allein kostet für Nichtmitglieder jährlich M 3.--.

Probehefte durch jede Buchhandlung oder direkt.

Im Jahre 1912 erhalten die Mitglieder außer der reichhaltigen

Vereinszeitschrift (jährlich 12 umfangreiche, reich illustr. Hefte) die

folgenden ordentlichen Veröffentlichungen kostenfrei:

Wie unser Weltbild entstand

Eine Geschichte der Anschauungen über den Bau des Weltalls vom Altertum

bis zur Gegenwart.

Von =Dr. F. Dannemann=

Mit zahlreichen Abbildungen.

Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.-- In Leinen

gebunden M 1.80.

Im Wandel des Weltbildes, also des Bildes, das sich die Völker,

das sich die einzelnen Menschen vom Weltall machten, spiegelt sich

die Geschichte der Menschheit selber wieder. Dannemann rollt diese

Geschichte in scharf ineinandergreifenden Bildern in seinem Bändchen

vor uns auf. Wir hören von den Anfängen der Wissenschaft bei Chaldäern

und Ägyptern, stehen mit ihnen im heißen Wüstensand und starren empor

zu den ewigen funkelnden Sternen. Die Astrologen wollen uns ihre

Wunder glauben machen, aber die kühle Wissenschaft der Griechen jagt

die Nebel von dannen, und wir sehen hier bereits Spuren der späteren

reifen Erkenntnis auftauchen, die allerdings die Nebel der Zeit doch

wieder verhüllen. Nieder geht die Wissenschaft im alten Rom und dann

kommt das Mittelalter mit seinem tiefen Geistesschlaf, aus dem nur

einzelne Gipfel, in lichter Morgensonne leuchtend, ragen. Giordano

Bruno, der Dominikanermönch, schleudert mit mächtigem Schwunge die

Sonne als Stern unter Sternen hinaus in den eisigen Raum. Er büßt

auf dem Scheiterhaufen seine Verwegenheit, aber die Vielheit der

Welten ist einmal ausgesprochen und damit die Sonderstellung der Erde

erschüttert. Dann sitzt Galilei droben auf seiner Sternwarte und sieht

die Monde des Jupiter leuchten und schwingen, und er erkennt die Erde

als Sonnentrabant. +Eppur si muove+ -- und sie bewegt sich doch

-- so klingt das so bezeichnende, ihm zugeschriebene Wort, mit dem

er seine Hoffnungen begräbt, hinaus in die Weite. Dann aber kommen

Kepler, Kopernikus und Newton und mit ihnen die reine Mathematik, die

strenge Rechnerin, die ihre Netze über das All wirft, einzufangen und

zu berechnen, und so zu beweisen, was Denken und Forschen uns verriet.

Von da ab geht's aufwärts und immer aufwärts. Licht über Licht flutet

auf uns herein, und am Schluß stehen wir stolz vor dem Erreichten

und demütig vor dem Unerforschlichen, das wir mit Goethes Wort ruhig

verehren.

Was ist Elektrizität?

Die Naturgeschichte eines Elektrons

von Charles Gibson

Nach dem Englischen frei bearbeitet von =Hanns Günther=

Mit zahlreichen Abbildungen

Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.-- In Leinwand

gebunden M 1.80

[Illustration]

Was ist Elektrizität? Eine inhaltschwere Frage liegt in diesem Titel,

eine Frage, an deren Lösung Jahrhunderte vergeblich gerätselt haben,

weil sie den Forschern immer wieder unter der Hand entglitt. Das

letzte Jahrzehnt, das beginnende 20. Jahrhundert erst hat die dunkle

Pforte soweit erschlossen, daß wir langsam Licht zu sehen beginnen,

wo vorher tiefer schwarzer Schatten war. Nach der heute geltenden

Theorie erscheint uns Elektrizität als das wechselvolle Spiel winzig

kleiner Teilchen, die man Elektronen nennt. Wie man sie fand, wie man

ihr Wesen erkannte, wie sie schaffen und wirken, um uns zu dienen und

zu helfen, das alles erzählt uns dieses kleine Bändchen -- läßt es uns

erzählen von einem Elektron selber, das aus der Schar seiner Genossen

erwählt ward, uns sichere Kunde zu bringen von jenem neuen großen

Reich. Die ganzen Wunder der Elektrik wachsen hier langsam vor unseren

Augen empor; erst groß und mächtig und überwältigend, daß wir sie kaum

erfassen können. Und dann plötzlich vertraut und verständlich, weil wir

hinter ihre Ursachen sehen. Es ist ein Buch, das Gegenstücke hat in der

Geschichte der Physik, ~aber es hat keine Vorläufer~, und darum

wird es jedem Neues und Gutes bringen.

Die Urgesellschaft und ihre Lebensfürsorge

Anfänge und Urformen der menschlichen Wirtschaft u. Organisation

Von =Dr. Karl Weule=

Direktor des Museums für Völkerkunde und

:: Professor an der Universität zu Leipzig ::

Mit zahlreichen Abbildungen

Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.-- In Leinen

gebunden M 1.80

Der »Kultur der Kulturlosen« und den »Kulturelementen« läßt

der bekannte Ethnolog in diesem dritten Bändchen seiner Serie

die Schilderung der Anfänge des menschlichen Wirtschafts- und

Gesellschaftslebens folgen. Auch hier führt er uns aus dem

Völkerleben der Vergangenheit und der Gegenwart eine solche Fülle

der eigenartigsten und interessantesten Erscheinungen vor, daß es,

wie immer, eine wahre Freude ist, unter der lebendigen Führung des

Gelehrten zu sehen, nein zu erleben, wie der Primitive sich seinen

Lebensunterhalt erkämpft, wie er anderseits des Lebens Annehmlichkeiten

nach seiner Weise genießt, wie er fast überall zu einem wirklichen

Handelsverkehr emporsteigt, zu dessen leichterer Abwicklung er sogar

die seltsamsten Geldsorten erfindet, und wie er endlich den Raum durch

bestimmte Verkehrsmittel zu besiegen gewußt hat. Noch fesselnder

sind die Ausblicke auf die so vielumstrittenen Ausgangsformen der

menschlichen Gesellschaft und deren Weiterbildung.

Kriechtiere und Lurche fremder Länder

Von =Dr. Kurt Floericke=

Mit zahlreichen Abbildungen

[Illustration]

Für Nichtmitglieder: In farbigem Umschlag geheftet M 1.-- In Leinen

gebunden M 1.80

Straußenpolitik · 第 8 / 9 段