Ihre Nahrung muß in gesunden, gutnährenden, leicht verdaulic

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Anmerkungen zur Transkription

Der vorliegende Text wurde anhand der 1803 erschienenen Buchausgabe

so weit wie möglich originalgetreu wiedergegeben. Zeichensetzung

und offensichtliche typographische Fehler wurden stillschweigend

korrigiert. Altertümliche, regional gefärbte Ausdrücke, sowie die

Zeichensetzung wurden nicht korrigiert, sofern der Sinn des Textes

dadurch nicht verfälscht würde.

Die im Abschnitt ‚Berichtigungen‘ angegebenen Korrekturen wurden in

der vorliegenden Bearbeitung bereits im Text berücksichtigt.

Der Ausdruck ‚et cetera‘ wurde im Original mit Hilfe des

tironischen Kurzschriftzeichens ‚Et‘ dargestellt; in der

vorliegenden Bearbeitung wird dieser dagegen mit ‚etc.‘

umschrieben. Einige Namen wurden gesperrt gedruckt; dies wurde

allerdings im vorliegenden Text nicht konsequent durchgeführt.

Diese Inkonsistenz wurde beibehalten.

In der Buchvorlage fehlt der Fußnotenanker [2]; dieser wurde vom

Bearbeiter an der mutmaßlich zutreffenden Stelle ergänzt.

Der Originaltext wurde in Frakturschrift gedruckt. Passagen in

Antiquaschrift werden durch _Unterstriche_ hervorgehoben; gesperrte

Passagen sind von +Pluszeichen+ umgeben. Caret-Symbole (^) weisen

auf nachfolgende hochgestellte Zeichen hin.

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+Versuch+

über

die physische Erziehung der Kinder

von

+Ferdinand Wurzer,+

Doktor der Medicin, ord. Professor der Chemie, etc. zu Bonn;

der Römisch-Kaiserl. Akademie der Naturforscher, der Königl.

Preuß. Akad. nützl. Wissenschaften in Erfurt, der Societät der

Medicin zu Paris, der Med.-Chir.-Pharm. Societät in Brüssel, der

Naturforschenden Gesellschaft in Halle, der Physikal. in Göttingen,

der Mineralog. in Jena, der Herz. D. in Helmstädt, und der Societät

der Wissenschaften und Künste in Mainz Mitgliede; der Königl.

Societät der Wissenschaften zu Göttingen Correspondenten, so wie

auch der Societé d'Emulation des Rhein- und Mosel-Departements.

[Illustration:

Süſse, heilige Natur! leite uns auf deiner Spur.]

+Zweyte, neu bearbeitete, Auflage.+

+Köln,+

bei +Haas+ und +Sohn+, Buchhändlern auf der Brücke.

XI. -- 1803.

_Observés la nature, et suivés la route, qu'elle vous trace._

_J. J. Rousseau._

+Seinem edlen,+

und

unvergeßlichen Freunde,

dem

+Herrn Joh. Friedrich Westrumb,+

Königl. Großbrittannischem Berg-Commissaire,

etc. etc.

+Mit dem innigsten Gefühle+

der reinsten

+Hochachtung+

gewidmet

vom Verfasser.

Vorrede zur ersten Ausgabe.

Ideen in meinem Vaterlande in Rücksicht der Erziehung in Umlauf zu

bringen, die dem größten Theile des Publicums immer noch unbekannt

sind, und die es verdienen, daß +jederman+ sie kenne, das ist mein

gegenwärtiger Zweck.

Das Erziehungswesen hat seit zwanzig Jahren eine Revolution erlebt,

die trotz den mancherlei Dissonanzen unsers Zeitalters hinlänglich

beweist, mit welchen Riesenschritten Vernunft und Cultur Fortschritte

gemacht haben; die um so bewundrungswürdiger ist, je mehr sie

den edlen Männern, die sie bewirkten, Mühe kostete, und je mehr

Vorurtheil und veraltete Gewohnheit in geschwisterlicher Eintracht

sich jeder Verbesserung entgegen stemmten, und aus Leibeskräften jedem

wohlgemeinten Rathe den Eingang in die Kinderstuben verrammelten.

Eine vernünftigere, auf die aus dieser Revolution entstandenen

Grundsätze gebaute, Erziehungsmethode bekannter zu machen, ist also

wohl keine unnöthige Arbeit, wenn auch schon manches davon Mancher

gesagt hat; denn kann wohl etwas, von dem für immer unser ganzer

physischer Werth und dadurch ein großer Theil unsers moralischen

abhängt, von dem unstreitig die physische Restauration der Menschheit

ausgehen muß, zu oft gesagt werden?

Genugthuender für mein Gefühl kenne ich keine Belohnung, als den

Gedanken: hiedurch vielleicht etwas zur vernünftigern Erziehung in

meinem Vaterlande beizutragen und mitzuwirken: daß unsere Nachkommen

gesünder, glücklicher und -- besser seyn werden.

Vorrede zur neuen Ausgabe.

Das günstige, meine Erwartung weit übertreffende Urtheil, was man in

allen Recensionen, die mir über diese Schrift zu Gesicht gekommen sind,

gefällt hat, ermunterte mich, da die erste Ausgabe jetzt vergriffen

ist, diese Schrift von neuem zu bearbeiten, und die mir bekannten

Mängel, worunter ich auch die zahllose Menge, nicht selten den Sinn

entstellender Druckfehler rechne, zu verbessern.

Meine Erfahrung über die physische Erziehung der Kinder hat sich

seit den sieben Jahren, da die erste Auflage erschien, beträchtlich

erweitert; ich habe das reine Vergnügen mehrere Male genossen, meine

gemachten Vorschläge von Männern, die die allgemeine Achtung besitzen,

prüfen und anwenden zu sehen; aber ich sah auch, daß, so leicht und

gewöhnlich es jetzt ist, Stunden lang von der Erziehung der Kinder

zu reden, so schwer und selten gleichwohl eine wirklich weise, und

zweckmäßige Erziehung sey. Es wird dazu Kenntniß, Vorsicht, und

Behutsamkeit, ein fester, ruhiger, und liebevoller Sinn, Geduld,

Ausdauer, und immer rege Aufmerksamkeit erfordert. -- Eigenschaften,

die nur wenige Erzieher und Aeltern in sich vereinigen!

Man kann daher noch nicht oft, und nicht laut genug die Fehler rügen,

die täglich in diesem Puncte und besonders in den ersten Jahren

der Kinder begangen werden, wo diese in ihrer Schwäche, in ihrer

Hülflosigkeit uns doppelt theuer sind, wo sie uns fast jeden Augenblick

zur Theilnahme, und Hülfe auffordern, und wo denn gerade die natürliche

starke Liebe, die dem Vater- und Mutterherzen so tief für ihre Kinder

eingepflanzt ist, die sie mit so süßen und festen Banden an ihre

Lieblinge knüpft, eine, nur allzureiche, Quelle vieler Fehler, und

Verirrungen wird, wenn sie nicht von richtigen Grundsätzen geleitet

wird.

Mein heißester Wunsch geht dahin, zur Verbreitung solcher Grundsätze

nach Kräften -- mein Schärflein beizutragen.

+Inhalt.+

Seite.

+Eingang+ 1

Ueber das Verhalten während der Schwangerschaft 13

Ueber die Behandlung der Neugebohrnen 20

Ueber das Selbststillen 27

Warte und Pflege 48

Vom Schlafen 67

Von der Bewegung 72

Vom Essen und Trinken 77

Von der Kleidung 95

Vom Baden 113

Von den Blattern 123

Vom ersten Unterricht der Jugend 128

Von den gymnastischen Uebungen 146

Von den Findlingshäusern 156

+Berichtigungen.+

S. 13. Z. 11 statt sicheres, lies sieches.

-- 16. -- 13 --- daß l. das.

-- 31. lezte Z. --- _l. c. l. Dissert. sur l'éducat. phys. des

enfans._

-- 35. -- 8 --- heum l. herum.

-- 43. -- 21 --- entstehe l. entsteht.

-- 55. -- 19 --- verbundenen schlaffen l. schlaff

verbundenen.

-- 61. vorlezte Z. st. verdorbene l. verdorbenen.

-- 62. -- 16 u. 17. st. Stickstoff, Kohlensaurem, und

Wasserstoffgas l. Stick-,

Kohlensaurem-, und

Wasserstoffgas.

-- 73. vorlezte Z. st. _étoilée_ l. _étiolée_.

-- 77. -- 10 st. _(b)_ l. _(a)_.

-- 101. -- 5 --- Eheleuten l. +Eleuten+.

-- 105. lezte Z. --- Mit l. Aus.

-- 125. -- 2 (in der Note) st. _Diseasi_ l. _Disease_.

-- 139. -- 6 --- Seiltänzers l. Seiltänzer.

-- 154. -- 20 --- 600 l. 60°.

Die Bemerkung der noch übrigen meist minder wichtigen Druckfehler

bleibt der gütigen Nachsicht des Lesers überlassen.

Eingang.

Wir wechseln unsere Meinungen, wie unsere Wäsche, finden das heute

abgeschmackt, worüber wir vor vier Wochen entzückt waren! Das war

vorzüglich der Fall mit unserm Erziehungswesen. Wir künstelten so

lange, fanden so vieles zu verbessern, daß wir endlich vom Wege der

Natur ganz abkamen; daher die widersprechenden Methoden, daher die

entgegen gesetzten Meinungen so vieler Pädagogen, daher das Fallen von

einem Extrem ins andere. --

Zurückgehen, ohne alle Umstände zurückgehen müssen wir auf den

einfachen Weg der Natur. Jeder andere Weg ist Irrweg, und führt um so

weiter vom Ziele, je mehr er von diesem geraden abgeht. Der Verlust so

vieler Tugenden, die unsere Vorfahren so vortheilhaft auszeichneten,

ist großen Theils Folge unseres schwankenden Erziehungs-Systems.

Unsere guten Ahnen künstelten nicht mit komplizirten Erziehungs-Planen.

Sie folgten ihrem geraden Menschenverstande, und blieben der Natur

getreuer; sie ließen dieser weisen Künstlerinn freiere Hände, und eben

deswegen wurden ihre Kinder gesunder, stärker, und tugendhafter[1].

Sie machten ihre Kinder nicht altklug, pfropften sie nicht voll

theoretischer Kenntnisse und verhinderten also dadurch das Wachsthum

und die Vervollkommnung ihrer Körper nicht.

Durch ihre natürliche Erziehung erwachte bei ihren Kindern der

Geschlechtstrieb spät; daher ihr hohes und gesundes Alter, daher

ihre eiserne, unerschütterliche Gesundheit.[2] Und was sind denn wir

nun gegen unsere Alten, und was werden, wenn das so fortgeht, unsere

Nachkommen seyn? Gebildeter, geschmeidiger, verschlagener sind wir;

aber wie viel denn nun weniger Laster? Was denn nun neues für alte,

wilde Sitte, und rohe Natur? -- Chikane und List doch nicht für Gewalt:

doch nicht geschmacklose, gefühlwidrige, naturlästernde Verzierung

für den ungekünstelten Schmuck noch unentstellter, unverdorbener,

reizender Wesen: doch nicht hinlänglich lodernde Rache -- verlarvte

langsam peinigende Wuth: im Herzen verschlossener, verdorbener,

nachlaurender Groll, für offenen, männlichen, schnellstürmenden Grimm,

oder in Heftigkeit aufbrausenden, und bald wieder in Empfindungen

ächter Freundschaft sich stillenden jähen Unwillen unsrer Väter? --

Schminke doch nicht für Tugend?

Wir machten durch Kultur unseres Bodens unsern Himmelsstrich südlicher;

wir bereicherten durch Vermischung der Erzeugnisse aller Klimaten

unsern Körper und unsern Geist mit den Eigenschaften südlicher Völker,

mit ihrer Empfindsamkeit, lebhaften Einbildungskraft, frühreifen

Verstande, mit ihrer Geilheit und Trägheit. Unser unausstehlicher

Egoismus, unsere fade Selbstsucht kömmt zum Theil aus unserer

abgeschmackten Diät; eben daher kömmt unsere läppische Eitelkeit, die

ihre Nahrung bei äußerlichen Zeichen findet. Die wahre Ehrbegierde

durch sich selbst groß zu seyn, ist mit unserer Lebensart weggewichen.

Unsere erhöhte Empfindsamkeit, unsere kränkliche überspannte Eitelkeit

machen uns Eckel an allen ernsthaften Arbeiten, sind Schuld an unserem

unaufhörlichen Hindringen zu rauschenden Gesellschaften, jagen uns

von Zerstreuung zu Zerstreuung; machen, daß wir nicht leicht zur

Besonnenheit, zur stillen Ausübung des Geistes zurückkommen, daß wir

immer kränklich, unlaunicht, mißvergnügt mit der ganzen Welt, und daher

unglücklich sind. -- Wir sind aus diesem Wirbel nicht zu retten; aber

unsere Nachkommen wieder in den glücklichen Zustand unserer Vorältern

zu setzen, ihnen die Tugenden ihrer Ahnen wieder zu geben, das wird

bessere, das wird natürlichere Erziehung vermögen; die wird es dem

Moralisten leicht machen, zu wirken: wie und was er will.

Die Natur wollte den Menschen zum Bewohner der ganzen Erde machen,

daher konnte sein Instinct nicht überall derselbe seyn. Sie modifizirte

ihn nach Klima, Diät, Gewohnheit und Erziehung etc., die bekanntlich

sehr auf den Menschen wirken[3], und Schuld daran sind, daß er in so

verschiedenen Formen auf der Erde erscheint: daß man kaum glauben

sollte, daß es ein und dieselbe Menschengattung sey; allein in jeder

Lage, unter jedem Himmelsstrich giebt sie ihm seine Weisung, wie er

gesund, wie er glücklich leben kann.

Da wo unsere Seefahrer den nackten, kalten Eisthron der Natur antrafen,

da an dieser Gränze ist der Grönländer, der meistens nur fünf Fuß hoch

ist, mit den Eskimos seinen Brüdern, die kleiner sind, je näher sie

nach Norden wohnen. Sein Kopf ist im Verhältnisse des Körpers groß; das

Gesicht breit und platt, weil die Natur, die nur in der Mäßigung und

Mitte schön wirkt, hier noch kein sanftes Oval rundet, und insonderheit

die Zierde des Gesichts, den Balken der Wage, die Nase, noch nicht

hervortreten lassen konnte[4]. Seine Haare sind sträubigt, weil es, um

weiche und seidne Haare zu bilden, an seinen emporgetriebenen Säften

fehlt; das Auge ist unbeseelt, das Blut fließt träge, sein Herz schlägt

matt, der Geschlechtstrieb ist bei ihm kalt. Die Lappen bewohnen einen

mildern Erdstrich, daher sind auch sie milder. Ihre Größe ist schon

beträchtlicher, die runde Plattigkeit des Gesichts nimmt ab, die Backen

senken sich, das Auge wird dunkel grau, die schwarzen stracken Haare

werden schon gelbbraun u. s. w.

Mitten im Schoose der höchsten Gebürge liegt das Königreich Kaschmire

verborgen, wie ein Paradies der Welt. Fruchtbare und schöne Hügel

sind mit höhern und höhern Bergen umschlossen, deren letzte sich mit

ewigem Schnee bedeckt zum Himmel erheben. Hier rinnen schöne Bäche und

Ströme; Inseln und Gärten stehen im erquickendsten Grün; mit Viehweiden

ist alles überdeckt; die Einwohner werden für die geistreichsten und

witzigsten Indier gehalten. Sie sind zur Poesie und Wissenschaften

gleich aufgelegt; sie sind die wohlgebildetesten Menschen, ihre Weiber

oft Muster der Schönheit. Die Gestalt der Hindus[5] ist gerade,

schlank, schön; ihre Glieder fein, proportionirt; ihr Gesicht offen,

gefällig; ihr Tragen des Körpers im höchsten Grade anmuthig und

reizend, und wie die Leibesgestalt, so ist auch ihr Geist. Mäßigkeit,

Ruhe, sanftes Gefühl bezeichnen ihre Arbeit, ihre Sittenlehre,

Mythologie, ihre Künste, selbst ihre Duldsamkeit unter dem äußersten

Joche der Menschheit.

Bei dem heissen Afrikaner ist das Profil und der ganze Bau des Körpers

wieder anders. Der Mund tritt hervor, dadurch wird die Nase stumpf

und klein. Die Stirne ist zurückgewichen, das Gesicht hat von vorne

Aehnlichkeit der Konformation zum Affenschädel. Hienach richtet sich

die Stellung des Halses, der Uebergang zum Hinterkopf, der ganze

elastische Bau des Körpers, der bis auf Nase und Haut zum thierischen

sinnlichen Genuß gemacht ist. In diesem Mutterlande der Sonnenwärme ist

alles fruchtbar, alles Leben. Feine Geistigkeit wird hier der kochenden

Brust versagt, aber dafür hat der Afrikaner Fibernbau, der an jene

Gefühle nicht denken läßt. Er schwimmt, läuft, klettert sorglos mit

unglaublicher Behendigkeit: er trägt alle Unfälle seines Klima[6]. Er

vermißt nicht das quälende Gefühl höherer Freuden, für die er nicht

gemacht ist. Die Natur hätte kein Afrika schaffen müssen, oder in

Afrika müßten Neger wohnen.

Wie der Araber in der Wüste, und der Mongole auf seiner Erdhöhe in

seinen Steppen einherzieht, so zieht der wohlgebildete Beduin in seiner

weiten afrikanisch-asiatischen Wüste herum. Auch er ist ein Nomade in

seiner Gegend, mit ihr ist seine einfache Kleidung, seine Lebensweise,

seine Sitte, sein Karakter harmonisch; er liebt seine Freiheit,

verachtet Reichthümer und Wollüste, ist leicht im Laufe, fertig auf dem

Roße, seine Gestalt hager, nervigt; seine Farbe braun, seine Knochen

stark; er ist edel, treu, sein gefahrvolles Leben macht ihn behutsam,

argwöhnisch; das Einsame seiner Wüste macht ihn zum Gefühl der Rache,

der Freundschaft, des Enthusiasmus aufgelegt.

Der Kalifornier am Rande der Welt[7] in seinem unfruchtbaren Lande,

bei seiner dürftigen Lebensart, bei seinem wechselnden Klima, klagt

nie über Hitze und Elend, irrt immer und schläft fast jede Nacht wo

anders, entgeht oft dem Hunger nur schrecklich, ißt nicht selten

den Heusamen aus seinem eigenen Koth wieder heraus; sein Hausgeräth

besteht in Därmen, worin er Wasser hohlt, und doch ist er -- gesund und

glücklich. Er schäckert, singt und lacht den ganzen Tag, wird alt, und

ist so stark, daß er mit seinen zwei Vorderzähnen beträchtliche Steine

heben kann. Er erträgt Schmerzen mit unglaublicher Standhaftigkeit,

und erwartet den Tod im hohen Alter mit einer Gleichgültigkeit, die

kaum ein europäischer Philosoph erreicht. Die Einwohner an den Ufern

des Senegal leben in einer Hitze, die den Weingeist zum Kochen bringt;

und die in der Hutsons- und Davids-Bay in Kamschatka, im nördlichen

Asien in einer Kälte, die den konzentrirtesten Weingeist, selbst das

Quecksilber gefrieren macht[8], und sind gesund, stark. --

Das sind nun die Menschen aus verschiedenen Winkeln der Erde, das

sind solche, die wir Barbaren nennen, das sind Völker, deren Körper

und Karakter durch die Einwirkung äußerer Ursachen so sehr von uns

absteht, und sie sind -- glücklich, weil sie den Instinct, durch den

die weise Natur spricht, hören, und -- befolgen, wenigstens genauer,

wie wir. Der Europäer, der immer künstelt, immer an der Natur zu

verbessern findt, ist kränklich, siech, elend -- unglücklich. Wo er

auch nur immer in einen Winkel der Erde hinkömmt, da weicht Ruhe,

Gesundheit und Glückseligkeit weg. Das auffallendste Beispiel sind die

Brasilier, die ehedem ihres Alters wegen berühmt waren. Damals lebten

sie ganz einfach, und daher glücklich. Sie waren stark, gesund; ihre

Kinder wurden früh mannbar, waren fast nie krank, und lebten sehr

lange; allein so bald die Europäer sie überwanden, ihre Erziehung, ihre

Sitten, ihre Kniffe einführten, sie mit ihren Ausschweifungen, mit

ihrer Unmäßigkeit bekannt machten, -- weg war das Glück dieser guten

Einwohner, Gesundheit, langes Leben, Zufriedenheit, Alles, Alles war

verschwunden, wie der Nebel bei der aufgehenden Sonne.

Also noch einmal: Zurückgehen müssen wir auf den Weg der Natur; dann

werden wir glücklicher werden, und dann wird die Kultur unseres Geistes

groß, und kraftvoll werden; wenn unser Körper gesunder seyn wird. --

Es ist wahr: es entscheiden schon über unser künftiges Glück, über

einen großen Theil unserer physischen und moralischen Tugenden

Umstände, die sich lange vor unserer Geburt ereignen. Der körperliche

und Seelenzustand unserer Aeltern in dem Augenblicke, da sie sich mit

der Gründung unserer Existenz beschäftigen, bestimmt schon großen

Theils unsern zukünftigen Werth. „Ich wünschte (sagt +Tristram Shandy+)

daß mein Vater, oder meine Mutter, oder lieber alle beyde (denn im

Grunde war der eine so gut dazu verbunden, als der andere) hübsch

darauf gedacht hätten, worauf sie umgiengen, als sie mich zeugten:

hätten sie gehörig in Erwägung gezogen, was für ein wichtiges Geschäft

sie verrichteten -- ich bin innig überzeugt: ich würde eine ganz

andre Figur in der Welt gemacht haben.“ Und wirklich es ist keine

phantastische Vermuthung, daß in dem Augenblicke unsrer anfangenden

Existenz schon mancherlei Umstände auf uns -- +auf immer+ auffallend

grossen Einfluß haben. +Müller+ hat wahrlich ganz Recht, daß er sagt,

so oft ich ein mürrisches, träges Temperament sehe, so fühle ich mit

+Frank+ die Versuchung zu denken, daß die Mutter desselben zur Unzeit

genießt, und der Vater noch halb im Schlafe ihr gedankt habe. Kinder,

die mehr aus Pflicht, als natürlicher Aufwallung gezeugt werden,

haben immer das Ansehen, als wäre es ihnen nicht recht Ernst, in

der Welt ihre angewiesene Rolle mitzuspielen, und höchstens dienen

sie -- die Scenen des menschlichen Lebens auszufüllen. -- Das leidet

wohl keinen Widerspruch; eben so wenig, als daß die Aufführung der

Mutter während der Schwangerschaft auf unser künftiges Wohl und Wehe

wirkt; aber eben so wahr ist es, daß das Physische der Erziehung alle

unsere mitgebrachte Anlagen auf eine unglaubliche Art modifizirt; daß

sie durch ihren Einfluß auf den Körper eben so auf Moralität wirkt;

wie umgekehrt Regierungsform, Religion etc. auf unsere physische

Beschaffenheit wirken. Man kann versichert seyn (sagt +Hufeland+)[9]

daß man durch eine gute physische Erziehung nicht bloß den Körper,

sondern auch die Seele bildet, und daß man schon im ersten Jahre

dadurch selbst den Seelenorganen eine ungemein glückliche Richtung

geben kann, die die nachherige moralische Bildung sehr erleichtert,

so nach meiner Meinung ein wesentliches Stück derselben ist. --

Denn wie viel Schiefheiten der Denkart, und des moralischen Gefühls

sind im Grunde nichts weiter, als Kränklichkeit und Verstimmung

der Seelenorganen; und ich bin völlig überzeugt, daß ein gesunder

Zustand der Organisation, und naturgemäße Vertheilung, und Harmonie

der Kräfte der wesentliche Grund von der Gabe ist, die man gesunden

Menschenverstand, _bon sens_, nennt, und die eigentlich nichts anders

ist, als ein gehöriges Gleichgewicht, und harmonische Brauchbarkeit

der Seelenkräfte. Man wird's dem Arzte verzeihen, wenn ich zu bemerken

glaube, daß aus eben dieser Ursache Witz, Genieflug, erhitzte

Einbildungskraft, Schwärmerey u. s. w. in unserer Generation weit

häufiger sind als reiner natürlicher Sinn, und richtige Urtheilskraft;

wenn ich jene glänzenden Eigenschaften der jetzigen Zeit nicht

als Ausbrüche von Kraft, sondern als bedenkliche Symptomen einer

kränklichen, und ungleichen Seelenreizbarkeit ansehe, und wenn ich

zu hoffen wage, daß durch fortgesetzte bessere, und naturgemäßere

Behandlung des physischen Menschen auch eine gesündere Geistesstimmung

zu erwarten seyn dürfte. Dieser Meinung ist auch der ehrliche +J. J.

Rousseau+[10].

Die Natur bildet selbst den physischen Menschen zu dem, was er mit

der Zeit seyn soll, und wenn man sie ungehindert arbeiten läßt, so

bringt sie beinahe lauter Meisterstücke hervor, und überläßt uns die

grosse Kunst -- aus Bäumen, und Menschenkindern Zwerge zu erziehen.

Man lasse also nur die Natur allein ihren eigenen Weg einschlagen;

man dünke sich nur nicht weiser, als diese kluge Schöpferinn; man

lasse ihr ganz freies Spiel (wenigstens denn doch in so weit, als

unser gesellschaftlicher Zustand es erlaubt) und man hat dann gerade

alles gethan, was man in diesem wichtigen Zeitpunkte thun muß, weil

man -- nichts gethan hat. Daher sind die mehrsten Menschen, die man

Wilde nennt, von der vortrefflichsten körperlichen Bildung, ihre

Mädchen schlank, und zur Geburtsarbeit so aufgelegt, daß unter tausend

Gebärenden nicht eine stirbt.

Ueber das Verhalten während der Schwangerschaft.

Das Betragen der Mutter während der Schwangerschaft hat auf ihr

Kind einen so wichtigen Einfluß, daß diese Periode auch wohl bloß

in Hinsicht auf das Kind, eine eigene Betrachtung verdient. -- Die

Erfahrung lehrt, daß fast immer das Kind gesund, und stark zur Welt

kömmt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft sich wohl befand.

Die Mutter ist es daher nicht nur sich selbst, sondern auch ihrem

Kinde schuldig, Alles anzuwenden, um in dieser Zeit gesund zu seyn.

Krankheiten, sieches Leben, und der Tod erwarten sie, wenn sie während

diesem Zeitpunkte ihre Gesundheit vernachlässigt: eine leichtere

Entbindung, ein gesundes Kind, und häusliche Freude sind der Lohn, den

ihr die Natur für diese kleine Aufopferungen werden läßt.

Um gesund zu seyn, muß eine Schwangere im Allgemeinen so leben, wie

Frauenzimmer überhaupt leben müssen, wenn sie gesund bleiben wollen.

Mäßige Leibesbewegung zu Fuße ist den Schwangern durchaus wesentlich.

Zu heftige Bewegung durch Tanzen, durch Spazierfahrten in rüttelnden

Kutschen ist äußerst nachtheilig. Sie müssen sich bestreben in die

Haltung ihres Körpers so viele Mannigfaltigkeit zu bringen, als nur

möglich ist. Zu langes Stehen, lange anhaltendes Sitzen, Liegen,

Gehen, sind gleich nachtheilig. Ihre Kleidung muß bequem, und besonders

der Ausdehnung des Bauchs, und dem Anschwellen der Brüste, angemessen

seyn, und hinlänglich warm halten, vorzüglich in Jahrszeiten, wo die

Witterung oft plötzlich wechselt. Am meisten fehlen hiebey Frauenzimmer

in der ersten Schwangerschaft, und am Anfange, wo eine, sehr übel

angebrachte Schaam, ihre Bestimmung erreicht zu haben, und Mutter

geworden zu seyn, sie nicht selten verleitet, sich in enge Kleider

einzuschnüren, und dadurch dem Wachsthume des Kindes hinderlich zu

seyn. -- Reinlichkeit ist auch in diesem Stande sehr zu empfehlen, da

die Geburtstheile in den letztern Monaten fast immer eine schleimigte

Feuchtigkeit ausfließen lassen.

Ihre Nahrung muß in gesunden, gutnährenden, leicht verdaulichen Speisen

bestehen; z. B. Fleischspeisen, Fleischsuppe, weichgekochten Eyern

u.d.gl. Blähende Gemüse, und Früchte, alles Fett, Mehlspeisen sind

ihnen nachtheilig. Sie müssen wenig auf einmal, aber oft essen, weil

ihre Eingeweide gedrückt werden. Zum Getränke müssen sie das wählen,

woran sie gewohnt waren. Schwächlichen ist es besonders zuträglich,

täglich etwas Wein zu trinken. Mutter, und Kind werden sich dabey

sehr wohl befinden. Die Alten verboten den Weibern in diesem Zustande

zu allgemein den Wein, und so strenge, daß +grundgelehrte Männer+

demonstrirt haben, dadurch sey das +Küssen+ aufgebracht worden, um

nämlich zu erfahren, ob die Weiber -- Wein getrunken hätten. Reine

Luft ist den Schwangern sehr anzurathen; daher sind Spaziergänge

bei schönem Wetter für sie so heilsam; daher aber sollen sie auch

keinen zahlreichen Versammlungen beiwohnen; z. B. in Kirchen,

Schauspielhäusern etc., wo ihnen ohnedies noch das Gedränge schädlich

werden kann; deswegen bekömmt ihnen auch der Aufenthalt in Obstkammern,

Kellern, in Zimmern, die frisch angeweißt sind u. s. w. gar nicht gut.

Schlafen müssen Schwangere wohl etwas länger, als andre, da sie sich

leichter ermüden, also mehr Erholung bedürfen, und auch gewöhnlich

etwas unruhig schlafen.

Vor allem aber ist +Mäßigkeit im Genusse der Liebe+, und Vermeidung

jeder +heftigen Gemüthsbewegung+ den Schwangern streng zu empfehlen.

Blutstürze, Mißfall, Tod sind nicht selten die Wirkungen von beiden.

Aber was hat es in der Schwangerschaft mit dem so genannten +Versehen+

für ein Bewandniß? Die Weiber +versehen+ sich nie. Die Furcht vor

dem Versehen ist ganz ungegründet, und dies Vorurtheil ist um so

nachtheiliger, da es die vielen Unbequemlichkeiten in diesem Stande

bei einer Menge von Weibern beträchtlich vergrößert; aber wie

(werden eine Menge Matronen mit sichtbarem Aerger in ihrem sonst

ganz weisheitsvollen Angesicht sagen) wie läßt sich das behaupten,

da tausend, und abermal tausend Geschichten die Wirklichkeit des

Versehens bewähren: ja freilich Geschichten; aber welche? Den meisten

steht unverkennbar der Stempel ihres Ursprungs vor der Stirne; bei

weitem der größte Theil kömmt schnurgerade aus der Ammenstube, und

sie datiren sich fast alle aus den Zeiten des Aberglaubens, und der

Unwissenheit! Wer ist heute noch gutmüthig genug zu glauben, daß eine

italiänische Dame sich an dem Bären in dem Wappen des Herzogs von

+Ursini+ versehen, und darauf einen Knaben -- in einer Wildschure

geboren habe? daß eine Schwangere, wie Pater +Mallebranche+ erzählt,

einen Verbrecher radbrechen sah, und in einigen Tagen nachher ein

Kind gebar, dessen Glieder, wie die des Geräderten, gebrochen gewesen

seyen? Der Ehrwürdige Pater hat bey Erzählung dieser Geschichte noch

die Menschenliebe, ein leichtes, und ganz wohlfeiles +Hausmittel+

bekannt zu machen, das sich nur nicht in jeder (wohlgezogenen)

Gesellschaft anwenden läßt, nämlich: die Schwangere soll sich gleich

an dem ründesten, und hintersten Theil des Körpers kratzen, wenn

ihr der schreckliche Gegenstand einfällt; und dann sind alle Folgen

des Schreckens wieder weggewischt: Wer Lust hat die lächerlichsten

Dinge der Art zu lesen, der kann sie in den Schriften +Schenk's+,

+Hellwig's+, +Horst's+, und andrer Kompilatoren dieser Gattung,

in reichlicher Menge finden. Indessen sind allerdings nicht alle

Geschichten von derselben Art. Die wahrscheinlichsten entstanden daher,

daß sie verkehrt vorgetragen wurden, und dadurch natürlich großes

Gewicht erhielten. Der Vortrag ist nämlich so eingerichtet, als wenn

man die Beobachtung schon während der Schwangerschaft angefangen hätte;

und nun bey der Niederkunft sey die Sache eingetroffen, da doch in der

That solche Mahlzeichen unvermuthet gekommen sind, ob man sie gleich

nachher von diesem, oder jenem Umstande nach der gewöhnlichen Methode

hergeleitet hat, und nicht selten mit beträchtlichen Vergrößerungen.

Eins der am meisten verführerischen Beispiele ist, meines Erachtens,

die bekannte Geschichte vom König +Jacob+, dem 1ten in England. Seine

Mutter +Maria Stuart+ war mit ihm schwanger, als ihr Liebling +Rizzio+

vor ihren Augen mit vielen Wunden erstochen wurde. Sie erschrak über

diesen Zufall heftig, und wurde nachher von +Jacob+ entbunden, der

nun eine solche Furchtsamkeit besaß, daß er nie einen bloßen Degen,

ohne Zittern und Entsetzen sehen konnte; aber man verschweigt meistens

geflissentlich, daß +Jacob+ sich eben so heftig vor dem Knall einer

losgeschossenen Flinte entsetzte, und doch war +Rizzio+ durch kein

Schießgewehr umgebracht worden!

Diese Geschichte beweißt (deucht mir) im Grunde das Gegentheil; denn

+Jacob+ brachte nicht ein einziges Muttermal zur Welt, trotz den

vielen Wunden, die seine Mutter an +Rizzio+ mit Schrecken gesehen

hatte. -- Wer die Geschichte der zartesten Kindheit +Jacobs+, und die

großen Unruhen in seiner Minderjährigkeit kennt, der kann es, ohne an

das Versehen zu glauben, leicht begreifen, wodurch dieser König so

furchtsam wurde.

Kein Blutgefäß (weder Schlagader, noch Blutader) gehen unmittelbar von

der Mutter in's Kind, und nicht ein einziger Nerve! Und Einbildungen

sind doch, wie alles, was von unsern Sinnen abhängt, ein Spiel der

Nerven! Das Kind steht mit seiner Mutter in keiner +unmittelbaren+

Verbindung; es lebt für sich, ein eigenes Leben, lebt durch die

Nachgeburt. Wie kann also das Versehen statt haben?

Die Einbildungskraft kann uns gähnen, erbrechen, traurig, fröhlich

machen; ober ich weiß nicht, wie sie dem Kinde im Mutterleibe den 11ten

Finger, oder einen 2ten Kopf machen kann, oder im Gegentheil wie sie

die Nase aus dem Gesichte zu wischen vermag, u. d. gl.

Hat denn die Einbildungskraft der Mutter dem Kinde die 10 natürlichen

Finger, oder den natürlichen Kopf gebildet? Ist es denn ein Werk der

Phantasie der Mutter, schwanger zu seyn? Im Stande der Unschuld, sagt

der heil. Thomas von Aquino, war schon durch die bloße Einbildung der

Mutter ein Kind fertig: die Theile, die man jetzt dazu braucht, kamen

erst nach der Erbsünde. Wir sind aber bekanntlich nicht mehr in jenen

Zeiten. --

Die Muttermäler sind nichts anders, als Hautkrankheiten, oder

Knochenauswüchse, die die geschäftige Phantasie der Gevatterinnen

im ersten Falle zu Kirschen, Erdbeeren, Mäuse, u. s. w. erhebt; und

im letzten entsteht denn oft das, was man mit dem Namen Kalbs-,

Schweinsgesichter, Froschköpfe etc. etc. belegt. -- Daß die

Maulbeeren, Erdbeeren, u. d. gl. im Sommer mit den Früchten dieses

Namens wachsen, ist sehr natürlich; das ist ja auch der Fall mit

den Sommersprossen, die mit ihnen eine und dieselbe Hautkrankheit

sind. Auch bey den Thieren und Pflanzen finden sich Monstrositäten;

versehen sich diese etwa auch? +Weickardt+ sagt in dem ihm eigenen

Tone: „Ich sah im vorigen Jahre einen Kirschbaum, woran viele Kirschen

mit krummen Stielen hiengen. Das muß wohl auch ein Muttermaal an den

Kirschenstielen gewesen seyn; vielleicht hat sich der Baum an einem

krummbeinichten Kerl versehen, da er eben in der Blüthe stand? Ich sah

an einem Apfelbaum einen Apfel, an welchem noch ein kleiner Auswuchs

war, der vollkommen einer Stachelbeere glich: ich fand nun bald die

Ursache dieses Maalzeichens, indem ich eine Stachelbeerenstaude in der

Nähe sah, woran also vermuthlich sich der Apfelbaum muß versehen haben.“

Wenn eine sehr heftige Begierde der Mutter eine Veränderung in der

Gestalt des Kindes bewirken kann, wie kömmt es denn, daß es noch so

viele Häßliche unter uns giebt? Welche Mutter sehnt sich nicht während

ihrer Schwangerschaft nach einem schönen Kinde? Warum endlich gleichen

so manche Kinder nicht ihrem vorgeblichen Vater, sondern dem Cicisbeo

der Mutter?

Es ist aber doch nichts gewisser, als daß gerade bey den Kindern,

über deren Vater die meiste Controverse statt hat, die Mütter den

sehnlichsten Wunsch hegen, daß das Kind dem Manne, und nicht dem

Hausfreunde gleichen möge.

Ueber die Behandlung der Neugebohrnen.

Der aus dem Schooße seiner Mutter hervorgetretene Mensch kömmt kaum --

in diese +beßte+ Welt, so vereinigen sich (noch ehe er athmet) schon

Konvenienz und Vorurtheile aller Art, ihn gleich in Empfang zu nehmen,

denn zum Unglück hält er _seine joyeuse entrée_ meist immer unter

lauter Weibern.

Halb ohnmächtig, müde, abgemattet von seiner beschwerlichen Reise,

kömmt er in ein neues Element. Er muß athmen, er muß sich einer

plötzlichen Veränderung der Temperatur unterwerfen; das ist viel,

sehr viel. Doch das hat er mit vielen Thieren gemein, aber daß er nun

auch gleich einem halben Dutzend Gevatterinnen und Frau Baasen in die

Hände fällt, das ist -- weit mehr. Nicht selten hat er schon Glieder

zerbrochen, verrenkt, ehe er geboren ist u. d. gl.! Bei andern Thieren

lehrt der Instinct den Neugebohrnen, was er thun soll, aber den haben

unsere Kinder durch die Kultur der Aeltern schon eingebüßt; und hätten

sie ihn auch noch, was würde er ihnen helfen? Dem würden die Weiber,

und das _Profanum Vulgus_ der Aerzte, die sich immer klüger wähnen, als

die Natur, schon _secundum Leges Artis_ begegnen.

Die Mutter ist gleich nach der Geburt, in Beziehung auf andre Thiere,

in Beziehung auf natürliche Menschen in einer schrecklichen Lage, liegt

oft Stundenlang -- ermattet, kraftlos da. Andre Mütter zerkauen meist

in diesem Augenblicke die Nabelschnur; allein diese oder sonst eine

sichere Trennung von der Nachgeburt, würden unsere Mütter aus Schwäche

nicht vermögen; ein Dritter ist daher meist immer schon nöthig, um

durch ein Verband das Leben des eben Gebornen zu retten.

Die Natur hat, um das Leben der Neugebornen zu schützen, bei allen

uns verwandten Thieren, wo nicht in beiden Zeugenden, doch immer in

der Mutter eine kräftige Schutzwehre für den Kraftlosen gesetzt. Denn

gerade wie das Kind noch schwächer ist, ihres Schutzes mehr bedarf,

gerade in dem Verhältnisse ist ihre Zuneigung größer. Die Natur gab in

diesem Zustande dem Kinde Wächter, die das Wohl des Kindes mit ihrem

Leben erkaufen, und bey denen in dieser Epoche die laute Stimme eigener

Selbsterhaltung taub ist. Das ist der Fall bey sehr vielen Thieren, und

der Mensch selbst ist wenigstens hierinn noch nicht ganz ausgeartet.

Die Liebe zum Kinde (möchte ich sagen) verhält sich umgekehrt, wie die

Kultur der Aeltern. Konvenienz und Degeneration machen den kultivirten

Menschen die Kinder gewöhnlich zur Last. Das letzte wirkt sogar auf

die Thiere, die der Mensch unterjochte, die er zu seinen Hausthieren

machte; auch die lieben ihre Jungen um so weniger, je mehr sie gezähmt

sind; betrachten wir z. B. die Pferde, die Kühe, die Schafe etc.; auch

bei denen ist dieser edle Instinct fast ganz verloschen.

Wir wollen ein Mal, um zu sehen, was wir mit unsren Neugebornen thun

müssen, betrachten, was die Thiere, die uns am nächsten sind, mit den

ihrigen machen.

So wie die Jungen zur Welt gekommen sind, lecken die Mütter sie ab,

legen sie so, daß sie warm bleiben, und bedecken sie gewöhnlich,

um diesen Endzweck vollkommner zu erreichen, von Anfang meistens

ununterbrochen mit ihrem Körper, und geben ihnen dann die mütterlichen

Brüste. Das Lecken dient ihnen statt des Bades; die Wärme, um den

Uebergang von der Temperatur der mütterlichen Gebährmutter zu der der

Atmosphäre nicht zu plötzlich fühlen zu lassen; vielleicht auch, um die

Wirkungen der Luft auf die noch ungewohnte Haut vor der Hand öfter zu

unterbrechen. Die Milch dient den Jungen in diesem Augenblicke statt

Arzney, um das Mutterpech abzuführen, und zugleich als Nahrung. Auf

die Art, wie die Jungen liegen, nehmen die Alten keine sonderliche

Rücksicht: diese liegen, wie sie selbst wollen, das heißt: wie sie am

bequemsten warm gehalten werden können. Was thun nun aber wir?

Wir +Meisterstücke der Schöpfung+ kommen mit einem weißen, käsigten

Firnis zur Welt, der das erste Bad nothwendig macht, da unsere Damen

zum Ablecken sich ohnedies nicht verstehen würden. Wir haben nach den

verschiedenen herrschenden Principien der Aerzte uns auch gewöhnlich

verschiedener Surrogate für das Lecken bedient. -- Viele werfen,

wie ehemals die Deutschen, die Kinder, die kaum dem mütterlichen,

warmen Bade entschlüpft sind, in eiskaltes Wasser, als wenn es eine

Kleinigkeit sey für den Neugebornen, die Temperatur des Mediums, worinn

er sich aufhält, von 96° Fahr. plötzlich auf 32° herunter zu bringen.

Oder als wenn man den menschlichen Körper wie einen Stahl durch

plötzliches Löschen hart machen könnte. Diese Mode ward schon einigemal

in verschiedenen Gegenden und zu verschiedenen Zeiten befolgt. Das

thaten noch nicht sehr lange russische Mütter. +Raulin+[11] zeigt in

einem eigenen Kapitel, daß bey den Alten die kalten Bäder für die

Kinder üblich gewesen seyen. Und dies fand zu jeder Zeit hier und

da Beifall. +Floyer+ glaubt, die rachitische Krankheit sey nur erst

seitdem entstanden, da man in der englischen Kirche aufgehört, die

Kinder bey der Taufe ganz einzutauchen, und sie statt dessen blos

besprengt habe. +Cullen+[12] versichert, daß er in allen den Familien,

in welchen man die Kinder von ihrer Geburt an alle Morgen in kaltes

Wasser getaucht habe, nie ein Beispiel von einem rachitischen Kinde

gesehen habe. Vermuthlich war das der Fall, weil es nur äußerst starke

Kinder waren, die das überlebten; die andern wurden wahrscheinlich

durch diese Operation nicht bloß von der englischen Krankheit, sondern

von allen Uebeln, die uns diesseits des Vorhangs der Ewigkeit befallen

können, radikal geheilt[13].

Auch +Venel+[14] ist für die kalten Bäder, und immer noch giebt es

einige Aerzte, die dieser Methode nicht ganz abgeneigt sind, vorzüglich

die, die das Rauhe der Erziehung nicht genug vertheidigen können,

und ihren ganzen Plan so einrichten, als wenn sie aufgestellt wären,

unsere Kinder als Rekruten nach Lappland zu schicken. Offenbar ist

diese Sitte aus der irrigen Voraussetzung entsprungen: „Kälte stärkt.“

-- Unglücklicher Weise wird meistens nach jener Eisprobe gleich noch

eine Art von Feuerprobe vorgenommen, die immerdar, wenn sie ausgehalten

werden kann, einen sehr soliden Fond von Kräften des neugebornen Kindes

voraussetzt: ich meine das Wickeln. Neun Monate war es in seiner Mutter

in einer fast kuglicht zusammengerollten Lage; aber so wie es zur Welt

kömmt, so spannt man es gleich kerzengerade in Windeln, umwickelt es

recht nachdrücklich mit Binden, und damit dieser kleine mummisirte

Martyrer gar nicht friere, so wird er erst in ein Kissen gebunden,

mit diesem unter Federbetten in eine Wiege vergraben, diese wieder

mit einer Himmeldecke verwahrt, und wenn das Glück gut geht, nun --

zum heissen Ofen gesetzt. In der That sollte man glauben, daß einem

Menschen, der solche Qualen hat ertragen können, keine andere im Laufe

seines künftigen Lebens unerträglich fallen könnten.

Aber was sollen wir dann nun thun in dieser Periode? -- Das, was

augenscheinlich die Natur gebeut. Sie verträgt nie Sprünge, und wohl

am allerwenigsten hier. Man soll das Kind also die Abwechselung der

Temperatur so wenig, wie möglich, fühlen lassen. Man soll es daher

gleich in ein Bad von lauwarmem Wasser bringen, das die Wärme des

menschlichen Körpers hat, und ihm da gelinde den käsigten Ueberzug

abwaschen. +Brouzet+[15] sagt: die Haut bekomme dann eine rosenartige

Röthe; und nach +Vandermonde+[16] sollen die Kinder um so schöner

werden, je röther sie nach ihrer Geburt wären, und das ist warlich ein

Umstand, der unsere Mütter sehr interessirt. Das Kind hier wie einen

Hering mit Salz einzupöckeln, wie +Galen+[17] schon anrieth, und nach

ihm +Unterwood+, ist widersinnig; es prickelt die Haut, und verursacht

ein unangenehmes Jucken. Andere empfehlen, wie +Camper+ z. B. das

Waschen mit Seife; allein das lauwarme Wasser thut hier doch wohl

dasselbe. Unzweckmäßig sind auch die Zusätze von riechenden Salben,

Wein und aromatischen Wässern bei gesunden Kindern; weil diese mehr

oder weniger reizen, und hier ist doch gar nichts nöthig, als -- das

Abwaschen der käsigten Materie.

Nach diesem Bade trockne man das Kind ab, ziehe ihm die Kleider an,

von denen wir unten reden werden, und halte es so warm, daß es die

Temperatur des vorigen Aufenthalts nicht vermißt. Man lege es erst zu

seiner Mutter ins Bette, und fange allmählig an, es vor und nach etwas

mehr und mehr an die Atmosphäre zu gewöhnen, indem man es zuweilen am

Tage aus dem Bette herausnimmt, und in dem Zimmer herumtragen läßt.

Aber wie sieht es mit seiner ersten Nahrung aus? -- Mir deucht, es

leide keinen Widerspruch zu behaupten, daß die Mutter dem Kinde die

Brust reichen müsse; wenn nicht physische Fehler es ihr schlechterdings

unmöglich machen.

Ueber das Selbststillen.

So weit ist es nun mit uns gekommen, daß man jetzt beweisen muß, daß

man das thun soll, was die Natur so laut befiehlt! -- Ist es der

Gesundheit des Säuglings zuträglicher, die Milch seiner Mutter zu

trinken, oder die einer Amme; oder ist es vollends besser für das Kind,

ihm Thiermilch zu geben? Das sind Fragen, die man noch in unsren Zeiten

aufstellt. -- Wunderbare Fragen! Wahrlich wunderbar! Und doch hat nicht

der Pöbel bloß sie aufgestellt, sondern auch Aerzte! -- Die Natur gab

ja unsern Weibern Brüste, bereitet diese schon in der Schwangerschaft

allmählig zum Säugen vor, und wirft der Kindbetterinn meist unter einem

heftigen Fieber die Milch stromweise in diese Organe! Das ist der Fall

bei allen säugenden Thieren, und auch bei Menschen. Größern Beweis

unserer Ausartung giebt es doch wohl nicht, als eben diese Fragen!

Man sollte es kaum glauben, daß ein Thier in der Schöpfung so weit

sinken könnte, daß es mit dreister Stirne, frevelnd gegen die Gesetze

der Natur die volle Quelle auszutrocknen wage, die nach der Entbindung,

als in dem gefährlichsten Zeitpunkte des Lebens, der Gebärenden zur

Sicherheit, und zur zweckmäßigsten Nahrung ihres Kindes aus ihren

strotzenden Brüsten strömt; daß unsere empfindelnden Schönen, die in

Ohnmacht fallen, wenn sie eine Gans bluten sehen, sich erdreisten

könnten, ihr und ihres Kindes Leben und Gesundheit auf so eine

gefahrvolle Art aufs Spiel zu setzen[18]. -- Auch unsere Hausthiere

thun in diesem Punkte wieder um so vornehmer, je länger sie von den

Menschen unterjocht, je mehr sie kultivirt sind. Unsere Kühe, unsere

Ziegen geben Milch ohne ihre Säuglinge; aber auf dem Vorgebirge der

guten Hoffnung geben die Kühe der Hottentoten und die Ziegen keine,

wenn nicht ihr Kalb dabei ist; ist das geschlachtet, so wird das Fell

über ein andres gelegt, damit sie bei Empfindung des Geruchs die Milch

fließen lassen[19]. Auch +Pallas+[20] erzählt, daß weder die

Kühe, noch die Stuten bei den Kalmucken Milch geben, wenn nicht ihr

Kalb oder Füllen gegenwärtig ist. Aber bei uns hat kaum die, leider!

so oft ganz gegen ihren Willen schwangere Mutter geboren, so ist weder

ihre eigne Gefahr, noch die Stimme der Natur vermögend, ihre Rechte

geltend zu machen. Eiligst entzieht sie sich dieser heiligen Pflicht,

und übergiebt ihr Kind einem Thiere, oder, wenn es viel ist, einer

Säugamme, die, wie +J. J. Rousseau+ sagt, nicht den Namen Mutter

verdient, wenn sie um ein Stück Geld ein fremdes Kind dem ihrigen

vorzuziehen niederträchtig genug ist. Sehr viele redliche Männer,

vorzüglich Aerzte aus allen Nationen, denen das Wohl der Menschheit

am Herzen liegt, haben es übernommen, unsern Weibern die schlechte

Erfüllung ihrer Mutterpflicht vorzuwerfen, ihnen die Schuldigkeit und

Vortheile des Selbststillens, die Gründe, warum eine Mutter ihr Kind

selbst stillen soll, und die glücklichen Beispiele überzeugend mit

Beredsamkeit darzustellen. An Ueberzeugung kann es nicht fehlen; nur

Ausgelassenheit, Wollust, Schwelgerei, und Gemächlichkeit haben dieses

Band der mütterlichen Liebe zerrissen; denn so, wie es jetzt bei uns

ist, so war es auch zu Rom, als die Ueppigkeit am höchsten gestiegen

war. +Plutarch+ erzählt schon als etwas außerordentliches,

daß die Mutter des +Kato+ selbst gestillt habe. Aber damals

waren die Sitten unserer Ahnen noch nicht verdorben. Da waren die

stillenden Frauen nicht, wie jetzt, ein verächtlicher Haufen entehrter

Weibsbilder. Dort (erzählt +Tacitus+)[21] stillt jede Mutter

ihre Frucht mit eigenen Brüsten. In unsern Tagen, sagt +Frank+,

würde +Tacitus+ diese, wie viele andere Stellen, die er zu

unserm Lobe geschrieben, ganz ausstreichen müssen. Die Zärtlichkeit

deutscher Weiber ist nun zu ihren Ehegatten gar zu groß, als daß sie

in Erfüllung dieser Pflichten ihren Wuchs und das Harte und Runde ihres

Busens zernichten möchten.

Auch der eigene Vortheil der Weiber ist es sogar, wenn sie diese

mütterliche Pflicht nicht versäumen; denn die nicht stillenden Mütter

sind fürchterlichen Zufällen, und dem Tode weit eher unterworfen. --

Wir wollen, um nicht zu weitläufig zu werden, hievon nur einige Data

näher beleuchten. Wenn sich die Kindbetterinn von der verrichteten

Arbeit etwas erhohlt, so wendet sich der Trieb der Säfte zu den zwei

größten Drüsen des Körpers: zu den Brüsten, durch deren natürliche

Ableitung bei dem bestimmten Saugen des Kindes alle Beklemmung gehoben

wird, und alle vorhergegangene Ueberfüllung der Gefäße sich legt.

Durch das Saugen des Kindes, so oft es die Brustwarzen aufrichtet,

wird die Geburtsreinigung der Mutter befördert, und die hält in diesen

Umständen nicht lange, selten länger, als vierzehn Tage an, da die

Nichtstillenden Wochen, selbst Monate lang damit zu kramen haben.

Die Gebärmutter gewinnt Zeit, ihre vorige Stärke wieder zu erhalten,

und dadurch die Mutter zur künftigen Schwangerschaft geschickter zu

machen. Viele Weiber, die die Wohlthat und das Vergnügen ganz Mutter zu

seyn, fühlen wollten, versichern, daß sie nie so wohl gewesen wären,

als in der Säugezeit, und daß auch die Natur mit dieser Pflicht ein

sinnliches Vergnügen verbunden habe; das bestätigt Ballexerde, und

Morton; letzter erzählt, daß bei verschiedenen Engländerinnen, denen

durch ihre delikate Leibesbeschaffenheit eine Auszehrung bevorstand,

ihre Gesundheit durch das Säugen stärker, und blühender geworden sey.

Ich selbst sah mehrere Weiber, die diese Pflicht übernommen hatten,

während dieser Zeit schöner, und vollkommner werden. Ihr Aussehen war

lebhaft, sie waren munter an Geist und Leib, ihre Brüste wurden nicht

durch Knoten und Abscesse verunstaltet, ihr Fleisch war fest und stark.

+Leake+[22] empfiehlt das Selbststillen sogar um der Schwindsucht

vorzubeugen, und +Bierchen+[23] erzählt ein Beispiel, wo durch das

Säugen ein schmerzhafter Scirrhus geheilt ward. Es ist eine Folge des

vernachlässigten Selbststillens, wenn man bei den mehrsten Halbmüttern

aus erwähntem häufigern Zuflusse der Säfte zu den Geburtstheilen bald

nach der ersten Niederkunft den weißen Fluß[24] entstehen sieht. Wohl

drei Viertel nichtstillender Mütter sind diesem ekelhaften Ungemache

unterworfen, wodurch wahrlich die eheliche Zuneigung -- nichts

gewinnt. Das ist aber im Gegentheile so etwas seltenes bei Säugenden,

daß man beinahe nie eine Säugamme hieran, oder am Krebse oder an

Milchgeschwüren etwas bedenkliches leiden sieht.

Versuch über die physische Erziehung der Kinder · 第 1 / 10 段